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lackkunst
Rück- und Ausblicke auf die
Arbeit |
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Aktuelles Ausblick auf 2009
Davor
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lackkunst startseite
aufgefallen |
| 18.1. - 8.3.2009 | Prinzip Monochrom | Günther Umberg,
Lack und Keramik der Song- und Qing-Zeit Präsentation der Buchpublikation am
18. Januar 2009 |
| 22.3. - 21.6.2009 | Aus 1001 Nacht |
Islamische
Lackarbeiten in deutschen Museen und Bibliotheken.Im Begleitprogramm zur Ausstellung lesen Sibylle Bertsch und Konrad Krauss an sieben Abenden "Die sieben Geschichten der sieben Prinzessinnen" des persischen Dichters Nizami (1141 bis 1202). An den Wochentagen, die in der Dichtung für die jeweiligen Texte bestimmt sind, beginnen die Lesungen jeweils um 18.00 Uhr. Termine: 24. März, 08. und 23. April, 08. und 23. Mai, 07. und 15. Juni |
| Mai 2009 | Präsentation | Restaurierter
Kabinettschrank von Martin Schnell in der Schausammlung Dresdner Lackkunst |
| September 2009 | Musik im Museum |
„Kulturelle Botschafterin unseres
Landes“
Dr. Monika Kopplin mit
Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet
Münster/Berlin
- www.museum-fuer-lackkunst.de
- 6.10.2008 - Dr. Monika Kopplin,
(Bildmitte) Direktorin des Museums für Lackkunst, hat am Montag, 6.
Oktober, aus den Händen von Bundespräsident Horst Köhler im Schloss Bellevue das
Bundesverdienstkreuz 1. Klasse erhalten. In der Begründung des Bundespräsidenten
heißt es: „Als Ausstellungsmacherin und Wissenschaftlerin hat sie auf dem Gebiet
der Lackkunst Herausragendes geleistet, das ihr auch über den Kreis von Experten
hinaus hohe Anerkennung brachte. Ihre zahlreichen Publikationen sind anerkannte
Belege fachspezifischer Forschungsergebnisse und haben Deutschland eine
Spitzenposition in der Forschung zur Lackkunst eingebracht. Intensive Kontakte
zu Japan, Russland, Polen und Frankreich unterstreichen den völkerverbindenden
Aspekt des Wirkens dieser kulturellen Botschafterin unseres Landes.
Die hohe Auszeichnung für Monika Kopplin ist deshalb so bemerkenswert, weil
das Museum für Lackkunst erst vor 15 Jahren seine Pforten öffnete und einen hoch
spezialisierten Kunstbereich präsentiert. Außerdem wird als Erstauszeichnung im
allgemeinen die Verdienstmedaille oder das Verdienstkreuz am Bande verliehen. Um
so größer war die Freude bei der Museumsdirektorin, als sie die schriftliche
Einladung zur Verleihung des Verdienstordens 1. Klasse erhielt. Ihr erster Dank
galt dem Träger des Museums, der BASF Coatings AG: „Das Unternehmen engagiert
sich in einer außerordentlichen und ungewöhnlichen Weise für die Kunst. Deshalb
ist für mich die Auszeichnung auch eine Anerkennung für das Mäzenatentum der
BASF Coatings AG.“ Gleichzeitig sehe sie in der Ehrung eine Bestätigung der
Ausrichtung des Museums, über die Präsentation und den Ausbau der Sammlung
hinaus auch die Forschung zur Lackkunst zu einem Eckpfeiler seiner Arbeit zu
machen. „Durch unsere zahlreichen internationalen Kooperationen ist eine Fülle
von Kontakten entstanden, die weit über eine fruchtbare wissenschaftliche
Zusammenarbeit hinausgehen. Viele meiner Kollegen in aller Welt sind heute
Freunde“, so Monika Kopplin.
Erster Gratulant war Dr. Helmut Rödder, Mitglied des Vorstands der BASF Coatings
AG. Das Unternehmen mit Sitz in Münster ist alleiniger Träger des Museums für
Lackkunst. Rödder sagte: „Wir sind sehr stolz darauf, dass Frau Dr. Kopplin
diese hohe Ehre zuteil wurde. Damit wird eine ganz außergewöhnliche Leistung
gewürdigt. Frau Dr. Kopplin ist es gelungen, die sehr spezialisierte Lackkunst
für ein großes Publikum zu öffnen. Ihrem Engagement und ihrer Begeisterung ist
es zu verdanken, dass die Lackkunst inzwischen viele Bewunderer und vor allem
Liebhaber in unserem Land gefunden hat.“ Außerdem, so Rödder weiter, habe die
Direktorin mit zahlreichen Publikationen dazu beigetragen, das Museum als
internationale Forschungsstätte mit herausragendem Ruf zu etablieren.
Die Begründung des Bundespräsidenten im Wortlaut
Dr. Monika Kopplin, Münster, Nordrhein-Westfalen: „Das
von ihr geleitete Museum für Lackkunst ist die weltweit einzige Einrichtung
dieser Art und genießt internationales Renommee. Als Ausstellungsmacherin
und Wissenschaftlerin hat sie auf dem Gebiet der Lackkunst Herausragendes
geleistet, das ihr auch über den Kreis von Experten hinaus hohe Anerkennung
brachte. Mit vielbeachteten Ausstellungen machte sie der Öffentlichkeit
einzigartige Exponate zugänglich. Ihre zahlreichen Publikationen sind anerkannte
Belege fachspezifischer Forschungsergebnisse und haben Deutschland eine
Spitzenposition in der Forschung zur Lackkunst eingebracht. Intensive Kontakte
zu Japan, Russland, Polen und Frankreich unterstreichen den völkerverbindenden
Aspekt des Wirkens dieser kulturellen Botschafterin unseres Landes, die
zunehmend auch als Jurymitglied bedeutender Kommissionen gefragt ist.“
BASF Coatings: Experimente zur Lackkunst
Phänomen Farbe 29.05.2004. Münster. Aufschlussreichen Einblick in die eigenwillige Experimentierfreude dreier bedeutender abstrakter Künstler während der Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft vermittelt die Sonderausstellung „Modulation und Patina“ noch bis zum 15. August im Museum für Lackkunst in Münster. Die hier zum ersten Mal öffentlich präsentierten 100 Bildtafeln von Willi Baumeister, Oskar Schlemmer und Franz Krause stellen den wichtigsten deutschen Beitrag zur Lackkunst der klassischen Moderne dar.
Der Initiator Kurt
Herberts: Die Tafeln aus dem Nachlass
des Wuppertaler Lackfabrikanten und Kunstsammlers Dr. Kurt Herberts entstanden
auf dessen Initiative Anfang der 40er Jahre des vergangenenen Jahrhunderts. Der
an Objekten der internationalen Lackkunst interessierte Unternehmer unterstützte
seinerzeit - auf Anregung des mit ihm befreundeten Wuppertaler Architekten Heinz
Rasch - die von Lehr- und Berufsverbot betroffene Künstlergruppe nicht nur
finanziell. In einem von ihm in Wuppertal eingerichteten „Maltechnikum“ bot er
ihr jahrelang Gelegenheit, mit industriell gefertigten Lacken und anderen
Materialien moderne Maltechniken zu erproben und zu variieren. Bei der Erfüllung
ihrer Aufträge behielten die Maler künstlerisch völlig freie Hand.
Erstaunliche Ergebnisse: Im Schaffen von Baumeister, Schlemmer und Krause hatten unterschiedliche Malmaterialien und die Technik des Farbauftrags schon früher eine Rolle gespielt. Die ihnen von Herberts konkret gestellte Aufgabe, „Modulation und Patina“ zu entwickeln, entsprach daher ihren Fähigkeiten und Interessen. Für ihre Experimente mit Industrielacken, die unter anderem an die Abklatschtechnik der Surrealisten anknüpften, verwendete die Gruppe Bildtafeln aus unterschiedlichen Materialien (Holz, Blech, Karton). Darauf legten die Maler keine Bildmotive an. Sie erprobten vielmehr die „Modulation“: Spezialverfahren der Formen des Farbauftrags von Lack in Verbindung mit anderen Werkstoffen (Tusche, Ölfarbe, Sand). Dabei variierten sie künstlerisch gezielt die Verarbeitungsmöglichkeiten des Materials, überließen das Ergebnis aber auch dem Zufall. Die durch die Prozesse veränderten und neuartig entwickelten Flächenstrukturen schufen eine „Patina“ mit dem erstaunlichen Ergebnis, allein durch das eigenartige Verhalten des strukturierten Materials ästhetische Wirkungen erzielen zu können.
Anvertraute Dauerleihgabe: Die Beziehung des Museums zu dem Wuppertaler Unternehmer Kurt Herberts beruht auf dessen bedeutender Sammlung von rund 400 historischen Objekten internationaler Lackkunst, die seit 1982 einen wesentlichen Bestandteil des einzigartigen Museumsfundus ausmachen. Seither „betrachten wir uns als Verwalter seines kulturellen Erbes“, unterstreicht Museumsdirektorin Dr. Monika Kopplin die enge Verbundenheit. Erstmalig kann sie nun auch die im Familienbesitz verbliebenen zeitgenössischen Stücke aus dem Wuppertaler Künstlerkreis, die Kurt Herberts´ Witwe vor drei Jahren dem Museum als Dauerleihgabe anvertraute, der Öffentlichkeit vorstellen.
Präsentierte Ausstellungsstücke: Neben 100 Bildtafeln vom heute noch 170 Stücke umfassenden Bestand aus der Sammlung Herberts zeigt „Modulation und Patina“ weitere Tafeln von Oskar Schlemmer für ein von ihm entworfenes, leider unvollendet gebliebenes, 1943 im Bombenhagel zerstörtes Lackkabinett im Wuppertaler „Maltechnikum“. In moderner Interpretation barocker Tradition sollte es ein Museumsraum werden. Zudem gibt die Sonderausstellung mit einem Restbestand künstlerisch gestalteter Schmuckkästen Hinweis auf die Schaffensbreite der kreativen Wuppertaler Künstlergruppe. Im Auftrag von Kurt Herberts konzipiert und - anders als die Bildtafeln - augenfällig von großen asiatischen Vorbildern inspiriert, verkörpern sie Entwürfe und Prototypen für erlesene Kundengeschenke des Unternehmers.
![]() ![]() (Fotos: BASF Coatings) |
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Oben links 14 _ Tafel 47 _ Baumeister 1941 Sand auf lackierter Pappe; 32,5 x 25,5 cm, unten beschriftet: Sand auf nassen Lack gestreut, Linien mit Pinselstiel eingezogen Inv.-Nr. 68/296 links 89 _ Tafel 9 _ Schlemmer 1941 Lackfarben, Umdruck von Tafel 8, auf Papier (vermutlich mittels einer Glasplatte, bevor das Original an allen 4 Rändern beschnitten wurde); 21 x 13 cm Inv.-Nr. 68/262
(v. l. n. r.):
Dr. Alexandra Dern, Kuratorin der Ausstellung, Bürgermeister Günter
Schulze-Blasum, Ursula Herberts, Witwe von Kurt Herberts, Dr.
Monika Kopplin, Direktorin des Museums für Lackkunst, Felicitas
Baumeister, Tochter von Willi Baumeister und C. Raman Schlemmer,
der Enkel von Oskar Schlemmer sowie Axel Loehr, Mitglied des
Vorstands und Arbeitsdirektor der BASF Coatings.
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Anm. der Redaktion: Auf Spurensuche im Bild Schlemmer Inv.-Nr. 68/262 (siehe gleich oben links) kann man viel entdecken, wir glauben, es zeigt die Sehnsucht des Künstlers und seine ausweglose Distanz. Es zeigt nicht einfach den Umriss der erträumten Figur im Feuerwerk aller Farben, sondern die klassische Situation des Menschen zwischen Traum und Verzicht. fma
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| Der Dämon zu ihren Füßen | Erahnt: ihr Gesicht | Das Portait des Traums | Der Maler hinter allem |
Ein Forschungsprojekt: Ausstellungskuratorin Dr. Alexandra Dern verbindet mit der Präsentation von „Modulation und Patina“ ein Forschungsprojekt. Zu der von ihr übersichtlich getroffenen Auswahl der Ausstellungsobjekte hat sie einen das Gesamtwerk umfassenden Katalog erstellt. Sie greift darin auf Vorarbeiten von Kurt Herberts zurück, wertet die Korrespondenz der beteiligten Künstler aus und ergänzt sie durch Erinnerungen und Hintergrundinformationen, die sie intensiven Kontakten zu Familienangehörigen der schaffenden Künstler verdankt.
Ein besonderes Zeugnis ihrer Authentizität gaben der Ausstellung am Eröffnungstag: Ursula Herberts, die das Erbe ihres Mannes bewahrt, und zwei Nachkommen der Schöpfer der Bildtafeln, Tochter Felicitas Baumeister und Enkel C. Raman Schlemmer, werden in Münster zugegen sein.
BASF Coatings: Zehn Jahre Museum für Lackkunst
Phänomen Farbe 25.08.2003. Münster. Das Museum für Lackkunst, eine Einrichtung der BASF Coatings AG, Münster, feierte 2003 sein zehnjähriges Bestehen. (Siehe auch farbe/kunst/) Aus dem kulturellen Leben Münsters ist das Museum im Herzen der Stadt nicht mehr wegzudenken. Auch bei der Bewerbung Münsters zur „Kulturhauptstadt Europas" spielt es eine entscheidende Rolle. Im September 2003 wurden die sechs neuen Plakate –anlässlich des Jubiläums – der Öffentlichkeit präsentiert.

Dr. Michael Golek (l.) und Peter Lierenkamp
von der Abt. Öffentlichkeitsarbeit der BASF Coatings AG sowie
Dr. Monika Kopplin (in Weiß) und Dr. Uta Weigelt vom Museum für Lackkunst
zeigen die neuen Plakate.
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Die Plakatreihe zeigt Meisterwerke aus
dem Bestand des Museums; jedes Exponat steht dabei stellvertretend für einen
eigenen, in der Sammlung als Teilbestand repräsentierten Kulturkreis. Neben
chinesischen, japanischen und südostasischen Lacken vermitteln islamische,
europäische und russische Arbeiten von herausragender Qualität einen
Eindruck von der die Vielfalt der Kulturen widerspiegelnden Bandbreite der
Sammlung. Die den Motiven zugeordneten Begriffe tragen jedoch weniger dem
Herkunftsland oder der kunsthistorischen Bedeutung der Objekte Rechnung,
sondern stellen vielmehr das abgebildete Kunstwerk in den Kontext eines
seelischen Erlebens und einer assoziativ erzeugten Vorstellung:
Gelassenheit, Vollkommenheit, Entrücktheit, Glückseligkeit, Verträumtheit
und Innerlichkeit bilden die Klammer, welche die Kulturen miteinander
verbindet.
Die Modernität der vielfältigen Lackanwendungen, die
unseren Alltag bereichern, lassen kaum noch erahnen, daß es sich bei Lack um
einen jahrtausendealten Werkstoff handelt. Lackkunstwerke machen diese
Geschichte lebendig. Eine weltweit einzigartige Sammlung von Objekten aus
Ostasien, Europa und der islamischen Welt dokumentiert die Geschichte der
Lackkunst von ihren Anfängen bis in die Gegenwart: Die Eckpunkte reichen von
den Ursprüngen in China über die hohe Kunstfertigkeit der Japaner bis zur
Vielgestaltigkeit europäischer Lackkunst seit dem ausgehenden 16.
Jahrhundert. Das Museum vermittelt anhand einer Auswahl erlesener Objekte,
die es in seiner Schausammlung präsentiert, einen umfassenden Überblick über
alle Lacktechniken.
Phänomen Farbe 14.05.2004. Münster. Aufschlussreichen Einblick in die eigenwillige Experimentierfreude dreier bedeutender abstrakter Künstler während der Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft vermittelt die Sonderausstellung „Modulation und Patina" vom 16. Mai bis 15. August im Museum für Lackkunst in Münster. Unsere Abbildung zeigt eine Spachtelarbeit Oskar Schlemmers mit Lackfarben. Quelle BASF Coatings. Die hier zum ersten Mal öffentlich präsentierten 100 Bildtafeln von Willi Baumeister, Oskar Schlemmer und Franz Krause stellen den wichtigsten deutschen Beitrag zur Lackkunst der klassischen Moderne dar.
Der Initiator Kurt Herberts: Die Tafeln aus dem Nachlass des Wuppertaler Lackfabrikanten und Kunstsammlers Dr. Kurt Herberts entstanden auf dessen Initiative Anfang der 40er Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Der an Objekten der internationalen Lackkunst interessierte Unternehmer unterstützte seinerzeit - auf Anregung des mit ihm befreundeten Wuppertaler Architekten Heinz Rasch - die von Lehr- und Berufsverbot betroffene Künstlergruppe nicht nur finanziell. In einem von ihm in Wuppertal eingerichteten „Maltechnikum" bot er ihr jahrelang Gelegenheit, mit industriell gefertigten Lacken und anderen Materialien moderne Maltechniken zu erproben und zu variieren. Bei der Erfüllung ihrer Aufträge behielten die Maler künstlerisch völlig freie Hand.
Erstaunliche Ergebnisse: Im Schaffen von Baumeister, Schlemmer und Krause hatten unterschiedliche Malmaterialien und die Technik des Farbauftrags schon früher eine Rolle gespielt. Die ihnen von Herberts konkret gestellte Aufgabe, „Modulation und Patina" zu entwickeln, entsprach daher ihren Fähigkeiten und Interessen.
Für ihre Experimente mit Industrielack, die unter anderem an die Abklatschtechnik der Surrealisten anknüpften, verwendete die Gruppe Bildtafeln aus unterschiedlichen Materialien (Holz, Blech, Karton). Darauf legten die Maler keine Bildmotive an. Sie erprobten vielmehr die „Modulation": Spezialverfahren der Formen des Farbauftrags von Lack in Verbindung mit anderen Werkstoffen (Tusche, Ölfarbe, Sand). Dabei variierten sie künstlerisch gezielt die Verarbeitungsmöglichkeiten des Materials, überließen das Ergebnis aber auch dem Zufall. Die durch die Prozesse veränderten und neuartig entwickelten Flächenstrukturen schufen eine „Patina" mit dem erstaunlichen Ergebnis, allein durch das eigenartige Verhalten des strukturierten Materials ästhetische Wirkungen erzielen zu können.
Anvertraute Dauerleihgabe: Die unmittelbare Beziehung des Museums für Lackkunst in Münster zu dem Wuppertaler Unternehmer Kurt Herberts beruht auf dessen bedeutender Sammlung von rund 400 historischen Objekten internationaler Lackkunst, die seit 1982 einen wesentlichen Bestandteil des einzigartigen Museumsfundus ausmachen. Seither „betrachten wir uns als Verwalter seines kulturellen Erbes", unterstreicht Museumsdirektorin Dr. Monika Kopplin die enge Verbundenheit. Erstmalig kann sie nun auch die im Familienbesitz verbliebenen zeitgenössischen Stücke aus dem Wuppertaler Künstlerkreis, die Kurt Herberts´ Witwe vor drei Jahren dem Museum als Dauerleihgabe anvertraute, der Öffentlichkeit vorstellen.
Präsentierte Ausstellungsstücke: Neben 100 Bildtafeln vom heute noch 170 Stücke umfassenden Bestand aus der Sammlung Herberts zeigt „Modulation und Patina" weitere Tafeln von Oskar Schlemmer für ein von ihm entworfenes, leider unvollendet gebliebenes, 1943 im Bombenhagel zerstörtes Lackkabinett im Wuppertaler „Maltechnikum". In moderner Interpretation barocker Tradition sollte es ein Museumsraum werden.
Zudem gibt die Sonderausstellung mit einem Restbestand künstlerisch gestalteter Schmuckkästen Hinweis auf die Schaffensbreite der kreativen Wuppertaler Künstlergruppe. Im Auftrag von Kurt Herberts konzipiert und - anders als die Bildtafeln - augenfällig von großen asiatischen Vorbildern inspiriert, verkörpern sie Entwürfe und Prototypen für erlesene Kundengeschenke des Unternehmers.
Ein Forschungsprojekt: Ausstellungskuratorin Dr. Alexandra Dern verbindet mit der Präsentation von „Modulation und Patina" ein Forschungsprojekt. Zu der von ihr übersichtlich getroffenen Auswahl der Ausstellungsobjekte hat sie einen das Gesamtwerk umfassenden Katalog erstellt. Sie greift darin auf Vorarbeiten von Kurt Herberts zurück, wertet die Korrespondenz der beteiligten Künstler aus und ergänzt sie durch Erinnerungen und Hintergrundinformationen, die sie intensiven Kontakten zu Familienangehörigen der schaffenden Künstler verdankt.
Ein besonderes Zeugnis ihrer Authentizität erhält die Ausstellung am Eröffnungstag: Ursula Herberts, die das Erbe ihres Mannes bewahrt, und zwei Nachkommen der Schöpfer der Bildtafeln, Tochter Felicitas Baumeister und Enkel C. Raman Schlemmer, werden in Münster zugegen sein.
Münster. Einmalige Einblicke in die eigenartige Vielfalt von „Birmas Lackkunst in deutschen Museen“ gewinnt der Besucher der Sonderausstellung vom 16. Januar bis 17. April 2005 in Münster. Zum allerersten Mal führt hier das Museum für Lackkunst wertvolle Stücke aus dem eigenen Bestand mit herausragenden Leihgaben aus den bedeutendsten Museen für Völkerkunde zusammen. Voraus ging eine gezielte Auswahl und wissenschaftliche Bewertung der in den deutschen Depots schlummernden Kostbarkeiten durch die Kuratorin der Ausstellung, Dr. Uta Weigelt. Die großzügige Aufgeschlossenheit der angesprochenen Leihgeber gegenüber dem Projekt hat diese umfassende Präsentation möglich gemacht.
Versammelte Schätze: Ausgesuchte Originale aus dem mehr oder weniger umfangreichen Bestand ihrer Schatzkammern haben beigesteuert:
das
Ethnologische Museum der Staatlichen Museen zu Berlin,
das Übersee-Museum in Bremen,
das
Adelhausermuseum Natur- und Völkerkunde in Freiburg,
das Völkerkundemuseum der von Portheim Stiftung in Heidelberg,
die Reiss-Engelhorn-Museen in Mannheim
das Staatliche Museum für Völkerkunde in München,
das Linden-Museum in Stuttgart.
Dem Ziel, die Sonderausstellung mit Exponaten aus allen deutschen Museen von Rang zu komplettieren, waren allerdings technische Grenzen gesetzt: Umfangreiche Umbaumaßnahmen etwa in Hamburg und Leipzig verwehren derzeit den Zugang zu dort lagernden Beständen. Verzichtet werden musste auch auf das eine oder andere prachtvolle Exemplar zum Beispiel aus dem Rautenstrauch-Joest Museum in Köln. Der angegriffene Zustand der Stücke hätte vor einem Transport nach Münster zu aufwändige Restaurierungsarbeiten erfordert.
Mannigfache Spielarten: Gleichwohl vermitteln die in Münster ausgestellten 58 hervorragend erhaltenen Objekte einen großartigen Gesamteindruck von den spezifischen Formen und Farben sowie mannigfaltigen Anwendungsbereichen birmanischer Lackgestaltung. Zu entdecken ist vorwiegend dekoratives Haushalts- und Sakralgerät, dazu eine Reihe Prunkstücke von hohem Seltenheitswert, da sie in Birma allein dem höfischen und dem klösterlichen Bereich vorbehalten waren.
Die vorwiegend von deutschen Kaufleuten, Völkerkundlern und Privatsammlern zusammengetragenen und den Museen übereigneten Ausstellungsstücke stammen zumeist aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Ältere Arbeiten sind bei deutschen Museen kaum anzutreffen. Das hängt wesentlich mit dem in Birma üblichen Alltagsgebrauch lackierter Gegenstände zusammen. Schadhaft geworden, werden sie einfach entsorgt. Solch oft kunstvoll gestaltetes Gerät vor dem Zerfall zu retten und der Nachwelt zu bewahren, kam erst europäischen Besuchern in den Sinn, die während der letzten 200 Jahre das vordem kaum zugängliche Land bereisten und im Laufe der Zeit eine beachtliche Anzahl lackierter Objekte erwarben.
Künstlerische Kreativität: Das Überziehen alltäglicher Utensilien mit dem Saft des in Südostasien heimischen Lackbaumes reizte die Kreativität birmanischer Handwerker zu eigenwilligen Experimenten. Zur Schutzfunktion des Lacks fügten sie fein ausgestaltete Dekore. Bei den üppig mit Gold, Glasstückchen und Edelsteinen verzierten Votivgefäßen, prunkvollen Truhen und kostbaren Buddha-Figuren für Königshof und Klöster waren dem Einfallsreichtum der Künstler kaum Grenzen gesetzt.
Vom zierlichen Brillenfutteral mit der Signatur des berühmten Lackkünstlers U Tha Shein vom Jahre 1903 aus dem Stuttgarter Linden-Museum bis zu einem vergoldeten meterhohen Votivgefäß mit eingelegten Glasstückchen aus dem Völkerkunde-Museum in München bietet die Ausstellung ein Panorama ganz unterschiedlich in Material, Form und Farbe gestalteter Figuren, Behälter, Instrumente - zuweilen von einzigartiger Skurrilität oder hintergründiger Symbolik: so der Juwelenbehälter in Form eines Schlangendrachens, die Zither in Gestalt eines Krokodils, die Beteldose mit dem Acht-Planeten-Dekor.
Facetten einer Kultur: Der von der Kuratorin sorgsam erarbeitete Katalog zur Ausstellung erschließt die Tradition, die Entwicklung, vor allem die Wesenszüge birmanischer Lackkunst. Darüber hinaus vermittelt er Einblicke in die vielseitigen Facetten der maßgeblich vom Buddhismus geprägten Kultur Birmas. Sie blieb den Europäern bisher weitaus verschlossener als etwa das kulturelle Erbe Thailands, Japans oder Chinas.
MfL:
Besucher küren neue „Dresdner Promenade“ Phänomen Farbe 26.02.2007 Freuten sich über das am Samstag der Öffentlichkeit vorgestellte Lackkabinett (v.l.n.r.): Dr. Wolfgang Haas Vorstandsmitglied, BASF Coatings, Isabel Pfeiffer-Poensgen, Generalsekretärin der Kulturstiftung der Länder, Dr. Monika Kopplin, Direktorin Museum für Lackkunst und Dirk Grolmann, Vorsitzender des Freundeskreises.
Colour-europe.de - Münster. Die Stadt Münster hat seit dem 24.02.2007 eine zweite “Promenade“ – die Dresdner Promenade. Zu finden ist sie im Museum für Lackkunst (MfL) in der Windthorststraße. Benannt wurde sie so von über 150 Gästen, darunter Isabel Pfeiffer-Poensgen, Generalsekretärin der Kulturstiftung der Länder, Dr. Wolfgang Haas, Vorstandsmitglied der BASF Coatings, Dirk Grolmann, Vorsitzender des Museums-Förderkreises und Dr. Monika Kopplin, Direktorin des Museums für Lackkunst. Es war auch der Tag der Eröffnung der neugestalteten ersten Etage des Museums, die nun ganz im Zeichen der Dresdner Hofkünstler steht und ein wahres Schaubuffet sächsischer Lackkunst ist. Im Mittelpunkt und zentral positioniert ist ein Lackkabinett von Martin Schnell, dem es wie kaum einem anderen Lackkünstler des Barock gelang, sich in die japanischen und chinesischen Vorbilder einzufühlen und sie mit frappierenden Ergebnissen zu imitieren. Ohnehin gehört die Dresdner Lackkunst unter August dem Starken zu den herausragenden europäischen Leistungen dieses in Ostasien entwickelten und traditionell von asiatischen Techniken und Dekoren bestimmten Kunstzweigs.
Auf die neue Dresdner Promenade prasselten lobende Worte: „Es gelingt dem Museum immer wieder, seine Leidenschaft sichtbar zu machen“ (Dr. Wolfgang Haas), „auf eine ganz unaufdringliche Art wird das Museum in der Öffentlichkeit wahrgenommen“ (Isabel Pfeiffer-Poensgen) und „Das Museum hat sich endgültig als Schwergewicht in der deutschen und internationalen Lackkunst etabliert“ (Dirk Grolmann).
Eine Position, die das Museum weiter ausbauen will – auch mit Kooperationen. So gibt es in diesem Jahr erneut den reizvollen Mix mit Musik. „Musik im Museum“ heißt die Erfolgsreihe in Zusammenarbeit mit der Musikhochschule Münster, die in diesem Jahr den zweiten Teil der Reihe „Zwischen Orient und Okzident – Musikalische Anverwandlungen“ beinhaltet. Die Dienstage 4., 11., 18. und 25. September sollten sich Kultur- und Musikfreunde bereits heute im Kalender dick anstreichen, denn dann werden Künstler der Musikhochschule ihr Talent unter Beweis stellen. Und fest steht dabei bereits eines: Die ausgewählten Künstler werden in Zukunft auf nationaler und internationaler Ebene von sich reden machen.
Die nächste Sonderausstellung wird dann am 7. Oktober eröffnet. „Japanische Lacke. Eine japanische Leidenschaft“ lautet der Titel einer Präsentation der Sammlung von Klaus F. Neumann, die bis zum 6. Januar 2008 dauern wird.
Setsuro
Museum für Lackkunst, Münster
20.04.-27.-07.2008
MfL: Takahashi Setsurō - Visionen von
Zeit und Raum
colour-europe.de - 06.04.08 - Das Museum für Lackkunst, Münster, zeigt vom 20. April bis 27. Juli 2008 in einer Ausstellung das Werk des berühmten Japaners. Takahashi Setsurö war der vielleicht vielseitigste japanische Lackkünstler des 20. Jahrhunderts. Sein reiches Werk umfaßt neben Tuschmalereien und Lackdrucken großformatige Stellschirme und Paneele, Skulpturen und phantasievolle Lackobjekte wie traditionelle Lackutensilien. Er gehörte zu den Vorreitern im Streben um freien künstlerischen Ausdruck und hat gleichwohl in den von ihm bevorzugt eingesetzten alten Techniken, der Lackgravur und dem Trockenlack, Vollkommenheit erreicht und sie mit neuem Leben erfüllt.
Dem am 19. April 2007 verstorbenen Künstler widmet das Museum für Lackkunst eine Gedächtnisausstellung, die die reifen und zugleich höchst innovativen Arbeiten seines Spätwerks zusammenführt. Die Ausstellung entstand in enger Kooperation mit dem Toyota Municipal Museum of Art, das aus seinem reichen Fundus sämtliche Leihgaben zur Verfügung gestellt hat. (Bild und Text MfL Münster)