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Skandal: Großbothen muss geschlossen werden Die Wilhelm-Ostwald-Bibliothek in Großbothen Publikationen der Gesellschaft Impressionen aus Großbothen im Bild Über Wilhelm Oswald |
Die
letzten Tage
einer großen Idee -
Großbothen
vor dem Aus
Quelle:
http://www.wilhelm-ostwald.de
Am 25. Januar 2005 fand im SMWK ein weiteres Gespräch statt, an dem neben dem Referatsleiter Museen auch die Leiterin des Referates Universitäten, Frau Dr. Frey, teilnahm, weil das Ministerium ein Interesse der Universität Leipzig an der Übernahme der Wilhelm-Ostwald-Gedenkstätte sieht.
Nach Meinung von Frau Dr. Frey muss die Ostwald-Gesellschaft ein neues Konzept zur Führung der Gedenkstätte entwickeln, Personalkosten einsparen, noch mehr Eigenmittel einsetzen, eine höhere Kulturraumförderung anstreben und die Universitäten um Beteiligung ansprechen. Als Vorbild könne das Karl-May-Museum in Radebeul dienen.
Das Ministerium sieht weiterhin keine Fördermöglichkeit mehr.
Frau Dr. Frey wurde zu einem Besuch in Großbothen eingeladen.
Der Geschäftsführer der Gesellschaft Deutscher Chemiker, Herr Prof. W. Koch, Frankfurt/Main, informierte über die Bereitschaft der GDCh, sich für den Erhalt der Wilhelm-Ostwald-Gedenkstätte einzusetzen.
Am 27. Januar berichtete die Sächsische Zeitung (Dresden) unter dem Titel „Kein Geld für kreative Köpfe“ über das Schicksal der Ostwald-Gedenkstätte. Der Bericht zitiert die Sprecherin des Ministeriums mit den Worten: Es muss auch mit weniger Geld gehen…zumal das Land über die Kulturraumförderung noch am Museum beteiligt ist.
Dazu erscheint eine Ergänzung angebracht: Für 2005 ist die Rede von einer Projektförderung des Kulturraumes in Höhe von 11.000 €, welche der Ostwald-Gesellschaft für ein Projekt, aber nicht für die Führung des Museums zugebilligt wurden. Außerdem ist die Finanzierung staatlichen Eigentums wohl kaum Gegenstand des Kulturraumgesetzes, welches speziell für örtliche Initiativen und Einrichtungen geschaffen wurde und von den Verantwortlichen auch so verstanden und gehandhabt wird.
In Großbothen gingen weitere Kopien von Petitionen und Stellungnahmen an den Landtag bzw. an das Ministerium für Wissenschaft und Kunst in Dresden ein.
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Großbothen, den 20.12.2004 Sehr geehrter Herr Dr. Schleicher, hiermit bestätige ich den Erhalt Ihres Schreibens vom 14. November 2004, bei uns eingegangen am 16. Dezember 2004 (Poststempel Dresden 15. Dezember 2004). Wir möchten über diese Verfahrensweise unser Befremden äußern. Sie sind im Besitz der jährlichen Fördermittelabrechnungen, aus denen hervorgeht, dass die Ostwald-Gesellschaft ohne die Förderung des SMWK nicht in der Lage sein wird, die Ostwald-Gedenkstätte weiterhin der Öffentlichkeit zugänglich zu halten und die Aufarbeitung des Nachlasses fortzusetzen. Die verspätet eingegangene Information bietet uns keinerlei Möglichkeiten, fristgerecht zum Jahresende zu reagieren. Die in Ihrem Schreiben erwähnten "Gespräche" haben mit uns nicht stattgefunden. Im Gegenteil, unsere Einladung an Herrn Dr. Riedel vom 27.7.2004, sich in Großbothen ein Bild von der Arbeit der Wilhelm-Ostwald-Gesellschaft zu machen, blieb ebenso wie unser Angebot zu einem Gespräch in Dresden unbeantwortet.
Folgende Konsequenzen ergeben sich aus unserer Sicht:
a) Wir werden das Museum im Januar 2005 offen halten, um zur Schadensminimierung die vereinbarten Termine wahrzunehmen und um die Verträge zu kündigen. Ab 1. Februar 2005 wird das Museum geschlossen. b) Da der Nachlass Wilhelm Ostwalds Landeseigentum ist und von der Gesellschaft nur verwaltet wurde, muss dieser ordnungsgemäß mit einem Protokoll an das Land übergeben werden. Wir gehen davon aus, dass dieses im Frühjahr des Jahres 2005 vollzogen werden kann und bitten um entsprechende Veranlassung. c) Ab dem Zeitpunkt der Übergabe bzw. der Schliessung bzw. der Kündigung der Verträge liegt die Sicherheit des Objektes in den Händen des Landes. d) Kosten, die der Wilhelm-Ostwald-Gesellschaft aus diesem Anlass entstehen, werden wir zum Zeitpunkt des Entstehens an sie weitergeben müssen. e) Die Kündigungsfrist für die Leiterin des Museums beträgt 3 Monate. Somit kann dieses Arbeitsverhältnis erst zum 31. März 2005 gelöst werden.
Wir bitten Sie daher, für eine Übergangszeit von 3 Monaten eine Deckungszusage für die Nachlaufkosten zu erwirken. Es wäre schön, wenn Sie uns die entsprechenden Mittel für das erste Vierteljahr schriftlich zusagen könnten, um uns zumindest Gelegenheit für die Einleitung der aufgezeigten Massnahmen zu geben.
Unabhängig von diesem Ablauf sehen wir uns gezwungen, gegen die Entscheidung Protest einzulegen. Da sich der Sächsische Landtag bereits vor einigen Jahren mit dem Ostwald-Nachlass beschäftigt hat, werden wir die Fraktionen erneut um Unterstützung bitten. Entsprechende Schreiben sowie eine Eingabe an den Petitionsausschuss werden in Kürze auf den Postweg gebracht.
Leider konnte mit Frau Ritschel noch kein Gesprächstermin zur Erläuterung der komplexen Situation vereinbart werden. Im telefonischen Gespräch mit unserem Vorstandsmitglied Herrn Dr. Hönle am 20.12.2004 baten Sie um die Darlegung der Konsequenzen, die sich aus dem Wegfall der Förderung ergeben. Für Rückfragen zu den oben genannten Folgerungen stehe ich Ihnen zur Verfügung.
Zum Schluss möchten wir Ihnen und Ihren Mitarbeitern unsere guten Wünsche für den Jahreswechsel senden und verbleiben
mit freundlichen Grüßen
Dr. Karl Hansel Geschäftsführendes Vorstandsmitglied |
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© Leipziger Volkszeitung vom Sonntag, 9. Januar 2005
Ostwald-Gedenkstätte vor Aus? Großbothen. Die Ostwald-Gedenkstätte Großbothen (Muldentalkreis) steht vor dem Aus. Das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst (SMWK) hat der Wilhelm-Ostwald-Gesellschaft (WOG) den ohnehin nur tröpfelnden Geldhahn ganz zugedreht. In einem Schreiben der SMWK heißt es, dass "vor dem Hintergrund der schwierigen finanziellen Rahmenbedingungen ... der Wilhelm-Ostwald-Gesellschaft e.V. im Haushalt 2005/06 keine Fördermittel ... mehr zur Verfügung gestellt werden". Laut Karl Hansel, geschäftsführender Vorstand der WOG, seien mehrere Varianten der Zusammenarbeit mit der Universität Leipzig, beispielsweise in Form einer GmbH, an der Zustimmung aus Dresden gescheitert. Am kommenden Donnerstag soll es noch einmal ein Gespräch im SMWK geben. Bereits in den Jahren 1995/96 war die Anlage in den Schlagzeilen, als der Freistaat den Landsitz einem Investor zum Hotelbau überlassen wollte. Die Familie Ostwald hatte 1906 ihren Wohnsitz nach Großbothen verlegt. 1887 war Ostwald jüngster Leipziger Professor und einziger Lehrstuhlinhaber für physikalische Chemie weltweit. 1909 erhielt er für seine Katalyseforschung den Nobelpreis.
www.wilhelm-ostwald.de Ines Alekowa |
Am 25. Januar 2005 fand im SMWK ein weiteres Gespräch statt, an dem neben dem Referatsleiter Museen auch die Leiterin des Referates Universitäten, Frau Dr. Frey, teilnahm, weil das Ministerium ein Interesse der Universität Leipzig an der Übernahme der Wilhelm-Ostwald-Gedenkstätte sieht.
Nach Meinung von Frau Dr. Frey muss die Ostwald-Gesellschaft ein neues Konzept zur Führung der Gedenkstätte entwickeln, Personalkosten einsparen, noch mehr Eigenmittel einsetzen, eine höhere Kulturraumförderung anstreben und die Universitäten um Beteiligung ansprechen. Als Vorbild könne das Karl-May-Museum in Radebeul dienen.
Das Ministerium sieht weiterhin keine Fördermöglichkeit mehr.
Frau Dr. Frey wurde zu einem Besuch in Großbothen eingeladen.
Der Geschäftsführer der Gesellschaft Deutscher Chemiker, Herr Prof. W. Koch, Frankfurt/Main, informierte über die Bereitschaft der GDCh, sich für den Erhalt der Wilhelm-Ostwald-Gedenkstätte einzusetzen.
Am 27. Januar berichtete die Sächsische Zeitung (Dresden) unter dem Titel „Kein Geld für kreative Köpfe“ über das Schicksal der Ostwald-Gedenkstätte. Der Bericht zitiert die Sprecherin des Ministeriums mit den Worten: Es muss auch mit weniger Geld gehen…zumal das Land über die Kulturraumförderung noch am Museum beteiligt ist.
Dazu erscheint eine Ergänzung angebracht: Für 2005 ist die Rede von einer Projektförderung des Kulturraumes in Höhe von 11.000 €, welche der Ostwald-Gesellschaft für ein Projekt, aber nicht für die Führung des Museums zugebilligt wurden. Außerdem ist die Finanzierung staatlichen Eigentums wohl kaum Gegenstand des Kulturraumgesetzes, welches speziell für örtliche Initiativen und Einrichtungen geschaffen wurde und von den Verantwortlichen auch so verstanden und gehandhabt wird.
In Großbothen gingen weitere Kopien von Petitionen und Stellungnahmen an den Landtag bzw. an das Ministerium für Wissenschaft und Kunst in Dresden ein.
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Die Wilhelm-Ostwald-Bibliothek in
Großbothen |
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Seit 1996 erscheinen vierteljährlich die „Mitteilungen der Wilhelm-Ostwald-Gesellschaft“. Zusätzlich wurden bisher in dieser Reihe folgende Sonderhefte herausgebracht:
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Publikationen |
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Die Wilhelm-Ostwald-Gedenkstätte auf dem Landsitz "Energie" in Großbothen bei Leipzig (links) beherbergt heute das Wilhelm-Ostwald-Archiv. Haus "Werk" im Hintergrund rechts) wurde als Tagungsstätte ausgebaut. |
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Die Archivräume im Haus "Energie" geben dem Besucher u.a. authentischen Einblick in die Experimentierpraxis Wilhelm Ostwalds |
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Der
dörfliche Charme des Landsitzes täuscht manchen Besucher über die
grundsätzliche Bedeutung des Nobel-Preisträgers Wilhelm Ostwald auch für die
Farbsystematik unserer Zeit hinweg. Im Jahr der Chemie fanden ihn die
Veranstalter nicht einmal der Erwähnung wert, als sie daran gingen, die
Chemie-Nobelpreis-träger zu würdigen. Er sei damals ein
Verlegenheitskandidat gewesen, wurde in Frankfurt argumentiert. Dass Ostwald
bis in unsere Zeit der einzige Nobel-Preisträger aus Sachsen blieb, hatten
die Frankfurter Bürokraten genauso wenig registriert, wie sie am Thema
"Farbe" als plausibelstem Eindruck menschlicher Wahrnehmung chemischer
Innovation interessiert waren. Auch die Öffentlichkeitsarbeiter anderer
Chemieverbände zeigen bis heute keine Reue über die vergebene Chance zum
150sten Geburtstag des Pioniers. fma Bilder: Dr.-Ing Heinwig Lang, 2003 |
Wilhelm Ostwald wurde am 2. September 1853 in Riga geboren. Ab 1872 studierte er Chemie in Dorpat. 1882 erhielt er seine erste Professur am Polytechnikum Riga und wurde 1887 auf den Lehrstuhl für physikalische Chemie an der Universität Leipzig berufen. Von 1906 bis zu seinem Tod am 4. April 1932 arbeitete er als freier Forscher auf dem Landsitz ‚Energie’ in Großbothen.
Ostwald wurde besonders durch richtungsweisende Arbeiten zur physikalischen Chemie, die Gründung der ‚Zeitschrift für physikalische Chemie’ sowie durch seine Lehrbücher bekannt. Für die begriffliche Klärung der katalytischen Vorgänge erhielt er 1909 den Nobelpreis für Chemie.
Nach der Jahrhundertwende beschäftigte sich Ostwald überwiegend mit philosophischen und wissenschaftsorganisatorischen Themen.Er formulierte einen energetischen Imperativ „Vergeude keine Energie, verwerte sie!’“ und nutzte ihn als Richtlinie für die wissenschaftliche Arbeit sowie das persönliche Leben. Bemühungen zur Einführung einer Weltsprache und des internationalen Organisationsinstitutes ‚Die Brücke’ sind z.B. mit seinem Namen verbunden.
Etwa ab 1914
befasste sich Ostwald zunehmend mit Problemen der Psychophysik und Ästhetik. Im
Mittelpunkt seiner umfangreichen Studien zur Formen-, Farben-, Schönheits- und
Kunstlehre stand die Herausbildung einer komplexen quantitativen Farbenlehre,
wozu ihm die eigene malerische Betätigung und die Erfahrungen als Chemiker
vielfach Anregung bot.
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Erst im September 2003 war der 150. Geburtstag Ostwalds Anlass, in einer Reihe von Veranstaltungen das Schaffen des vielseitigen Denkers einer Wichtung zu unterziehen und Aktuelles hervorzustellen. An der Durchführung beteiligen sich u.a. :
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Einen besonderer Schwerpunkt war ein wissenschaftliches Symposium zur Farbenlehre mit begleitenden Ausstellungen.
Alle Beiträge der Veranstaltung wurden in einem Sonderheft von "Phänomen Farbe" veröffentlicht, das zu einem Preis von 15,- € bei der Wilhelm Ostwald-Gesellschaft, Großbothen, und beim Herausgeber unter bendin@rcs.urz.tu-dresden.de sowie beim Verlag unter pf-verlag@t-online . Der Verlag wird die Bestellung an den Herausgeber Privatdozent Eckart Bendin, Dresden, weiter leiten.