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75 Jahre RAL-Farben:
Glänzende Zukunft für eine zeitlose Institution
Eine gemeinsame Farbsprache sprechen
Farbe ist nicht gleich Farbe. Nicht nur in der Philosophie, sondern auch im ganz Alltäglichen stößt man auf die Erkenntnis, dass jeder die Realität und insbesondere die Farben ganz unterschiedlich wahrnimmt. Über Farbe lässt sich nicht streiten, denn „Farbe" ist eine subjektive Sinneserscheinung. So wird der Farbeindruck mit abnehmendem Tageslicht schwächer und erlischt schließlich vollständig. Seit exakt 75 Jahren sorgt der RAL, das Deutsche Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung e.V. mit Sitz in Sankt Augustin, heute dafür, dass sich Farbhersteller und Farbanwender darüber einig sind, wie zum Beispiel die Farbe RAL 2004 „Reinorange" aussieht. Die RAL-Farben konnten sich seit 1927 in den folgenden Jahrzehnten so stark durchsetzen, dass sie in Deutschland und europaweit eine Art Farbtonnorm darstellen.
Beim Malermeister oder im Baumarkt, im Architekturbüro, beim Maschinen- oder Möbelbauer – in aller Regel wird dort, wo es um Lacke und Anstrichfarben geht, nach den Farbnummern und Bezeichnungen des RAL gearbeitet. RAL-Farben sind heute die Standards für Nutzfahrzeuge, Maschinen, Sicherheits- und Schutzeinrichtungen, Design und viele weitere Gebiete. Was 1927 aus wirtschaftlichen Erfordernissen mit einer Beschränkung der meist verwendeten Farben auf 40 Standardfarben seinen Anfang nahm, hat sich längst durch Anforderungen der Industrie und des Verbrauchers zu einem umfassenden System von fast 2.000 Farbtönen entwickelt. Diese hersteller-unabhängige Vereinheitlichung mit den berühmten vierstelligen RAL-Nummern ist inzwischen ein international gültiger Standard. Durch die Angabe der RAL-Farbnummern ist ein unabhängiges, für jeden nutzbares Werkzeug für die Anwendung von Farben entstanden. Die RAL-Farben sind in den Systemen RAL CLASSIC, RAL DESIGN und RAL DIGITAL zu finden. Zur exakten Festlegung der Farbtöne stellt der RAL Farbkarten oder auch Farbatlanten zur Verfügung. Der RAL ist mit den temporären Ansprüchen an die Vielfalt der Farben und ihre präzise Darstellung gewachsen. So steht im Jubiläumsjahr nicht die erfolgreiche Vergangenheit im Fokus, sondern viel mehr die Zukunft. Verbindlichkeit und Präzision von Farben unterliegen keinem bestimmten Zeitgeist; auch Mode- und Trendfarben bedürfen einer Farbsicherung. Der 75. Geburtstag steht ganz unter dem Leitmotiv: „Ideen brauchen Farben – Farben brauchen Präzision".
Das Ziel: Vereinheitlichung und Qualitätssicherung von Farben
Um knappe Ressourcen ökonomisch einsetzen zu können, entstand nach dem Ersten Weltkrieg in den industriellen Ländern ein Normungswesen. Die industrielle Fertigung mit ihren Massenproduktionen erforderte aktive Rationalisierungsmaßnahmen seitens der Wirtschaft. So wurde 1925 in Berlin unter Beteiligung der wichtigsten Institutionen der deutschen Wirtschaft der „Reichsausschuss für Lieferbedingungen" , abgekürzt RAL, gegründet. Die ursprüngliche Aufgabe des RAL war die Vereinheitlichung und Präzisierung von technischen Lieferbedingungen zunächst im Bereich der Bauwirtschaft. Aus dieser Aufgabe hat sich das Gütezeichenwesen entwickelt für das bis heute der RAL die Dachorganisation ist.
Für die damalige Lack- und Pigmentindustrie war die
Rationalisierung ein wichtiges Anliegen. Einerseits standen wertvolle Pigmente
und natürliche Bindemittel nur in sehr beschränktem Umfang zur Verfügung,
andererseits gab es einen großen Bedarf an Anstrichmitteln. Die Lösung bestand
darin, der mengenmäßigen Produktion den Vorzug auf Kosten der Auswahl zu geben.
Farbindustrie und öffentliche Institutionen einigten sich auf wenige
Grundfarbtöne, die mit den verfügbaren
Pigmenten in guter Qualität hergestellt
werden konnten. Hinzu kamen einige daraus abgeleitete Mischtöne. Der RAL
übernahm 1927 die Qualitätsüberwachung dieser damals 40 Farbtöne umfassenden
Farbskala. In die Farbsammlung wurden nur solche Farben aufgenommen, die gleich
bleibend angewandt wurden und wo zuverlässige Farbmuster notwendig waren. Dies
galt auf zahlreichen Gebieten der Wirtschaft, vor allem bei den großen
Bedarfsträgern, für den Anstrich von Fahrzeugen, Maschinen und Gebäuden.
Zu den Aufgaben des RAL gehörte die Informationszulieferung an die interessierten Wirtschaftskreise, die Herstellung von Farbkarten, die Überwachung der exakten Farbnachstellung bei Neuauflagen sowie die Beobachtung von Farb- und Anwendungsentwicklungen zur Sicherstellung der stetigen Anwendbarkeit der Farbmuster. Unter der Registriernummer RAL 840 entstand die erste Farbkarte. Die Farben des RAL 840 wurden zunächst als mehrblättrige Übersichtskarten mit eingeklebten Farbmustern veröffentlicht. Die Farbmuster wurden durch Auftragen pigmentierter trocknender Öle auf Karton hergestellt, später auch durch Spritzlackieren hinter transparenter Cellulosefolie mit Nitrolacken. Basis für die Bezeichnung der Standardfarben durch den RAL waren einfache Zählnummern, so dass kein Zusammenhang zwischen Farbton und Nummer existierte.
Erweiterung der Farbskala
Die ursprüngliche Farbskala RAL 840 blieb von der wirtschaftlichen Entwicklung nicht unberührt. In den 30er Jahren benötigten insbesondere Post, Bahn und Wehrtechnik weitere einheitliche Standardfarben. Notwendige Farbergänzungen erhielten die Nummern der nächstliegenden Grundfarbe, erweitert durch einen Buchstaben. Beispielsweise setzte die damalige Reichsbahn die violette Mischfarbe Nr. 35 aus der ursprünglichen Farbkarte für den Anstrich ihres Luxuszuges Rheingold ein, jedoch in etwas veränderter Form. Der neue Farbton erhielt die Nummer 35 mit dem Zusatz „h". Diese Kennzeichnung wurde bald fallen gelassen. Aufgegeben wurden ebenso die Farbvorlagen, die bestimmte Bereiche bündelten wie zum Beispiel Farben der Post, die mit RAL 840 gekennzeichnet waren.
Weltweit gültige Kodierung
Ende der 30er Jahre entstand die bis heute gültige Kodierung der klassischen RAL-Farben in neun Farbbereiche und die Kennzeichnung jeder Farbe durch eine vierstellige Nummer: An erster Stelle stand die Kennziffer des Farbbereiches (1 = Gelb bis 9 = Schwarz/Weiß), anschließend die Zählnummer. Alle heutigen Farben mit kleiner Zählnummer – meist bis 015 in den Bereichen Gelb, Rot, Blau Grün, Grau, Braun - waren bereits damals registriert. Das Register wurde RAL 840 R (für revidiert) genannt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde 1953 eine erneute Revision der Farbskala notwendig, da einige Farben nicht mehr öffentlich verwendet werden durften und andere hinzukamen. Nach intensiver Abstimmung mit der Wirtschaft enthielt die Farbsammlung schließlich 95 Farbmuster. Damals entstanden die heute so auffallenden Lücken in der Farbnummernfolge, da die Kennzeichnung der verbleibenden Farben unverändert blieb.
Der Maßstab industrieller Farbgebung: RAL CLASSIC
Gesellschaftliche Umbrüche und Entwicklungen machten 1961 eine erneute Revision der Farbsammlung erforderlich. In das Farbregister, das seitdem RAL 840-HR heißt (Hauptregister revidiert) wurden weitere Farbmuster aufgenommen. Um Zahlendreher und Verwechslungen der mittlerweile stark angestiegenen Zahl der Farben bei Bestellungen und Farbvorschriften zu vermeiden, wurden zum gleichen Zeitpunkt die Farbnamen als Hilfsbezeichnungen eingeführt..
RAL 840-HR: Ein „lebendes" Register
Von jeder RAL-Farbe wird im Archiv der RAL ein Urmuster unter besonderen Vorkehrungen aufbewahrt, ähnlich dem „Urmeter" für den Bereich der Längenmessung in Paris. Sogenannte Prüfkarten werden zur Überprüfung bei Neuauflagen verwendet und in regelmäßigen Zeitabständen mit den gespeicherten Farbwerten verglichen. Durch dieses Verfahren bleiben die Farbtöne konstant. Die heutigen Farbvorgaben des Registers RAL 840-HR sind Karten im DIN A5-Format mit Farbabschnitten der Größe DIN A6. Die Oberfläche der Farbvorlagen des RAL 840-HR ist seidenmatt. Um für die Anwender eine exakte Bestimmung auch glänzender Oberflächen mit RAL-Farben zu ermöglichen, wurde in den 80er Jahren das Glanzregister RAL 841-GL eingeführt.
Eine dreistufige Kontrolle wird bei der Herstellung der Farbbögen angewandt. Damit wird die Farbübereinstimmung farbmetrisch in engsten Grenzen gehalten. Hintergrund ist, dass fast alle Lack-, Kunststoff-, Textilhersteller und die Großverbraucher von Farben ihre farbliche Qualität mit hochwertigen spektralen Farbmessgeräten überwachen und daher Farbvorlagen mit einer höheren Qualitätsstufe benötigen.
Die Farbpalette wird bei Bedarf um RAL CLASSIC-Farben, die neu bei Verbänden, Wirtschaft oder der Öffentlichen Hand eingesetzt werden, erweitert, so dass das Register „lebt". Sie erfüllen die Farbvorgaben von DIN-Normen und sind damit die verbindliche Farbvorlage für Farbnachstellungen und Qualitätskontrolle. Noch heute sind in den Farbkarten, die vom RAL herausgegeben werden, 30 der 40 Töne aus dem Jahr 1927 enthalten.
RAL CLASSIC: Basis einer gemeinsamen Farbsprache
RAL CLASSIC besitzt als Farbsammlung keine systematische Reihenfolge der Farbtöne mit gleichmäßiger Abstufung und Ausfüllung des gesamten Farbraumes. Die Unsystematik der klassischen RAL-Farben rührt von ihrer Entstehungsgeschichte und ihrer ungleichmäßigen Verteilung her. Die vierstelligen Nummern, mit der die RAL-Farben gekennzeichnet sind, haben lediglich eine Ordnungsfunktion: Alle gelben Farbtöne sind im 1000er Bereich zu finden, orange Farbtöne im 2000er, rote Töne im 3000er und so weiter. Diese Basissammlung für matte Farbtöne ist in Europa wirtschaftlich die wohl bedeutsamste Sammlung „registrierter" Standardfarben für den Lacksektor. Für glänzende Farbtöne sind sie entsprechend im Register RAL 841-GL untergebracht. Die RAL CLASSIC Farbsammlungen RAL 840-HR und RAL 841-GL beinhalten zugleich Sicherheits- und Signalfarben und dienen als Farbvorlage für Gestaltungen, die laufend den Erfordernissen der Industrie und einem weiten Anwenderspektrum angepasst werden. In diesen Basissammlungen sind Farben hinterlegt, die beispielsweise von wichtigen Institutionen verwandt werden oder für bestimmte Zwecke von allgemeinem Interesse sind. Einen Überblick über sämtliche RAL-Farben erhalten Anwender durch handliche Farbenfächer, Spiralblöcke oder Übersichtskarten. Die Farbenfächer sind sehr beliebt. Der absolute Klassiker aller RAL-Farbvorlagen ist der Farbenfächer RAL-K5, der seit diesem Jahr auch in glänzender Ausführung auf dem Markt ist.
Das RAL CLASSIC Register mit den vierstelligen Nummern und 210 Farben ist weit über Europa hinaus verbreitet und bildet die Basis einer „gemeinsamen Farbsprache". Durch den kontinuierlichen Dialog zwischen RAL und der Farbindustrie, Großverbrauchern, Handwerkern sowie Prüfinstituten sind sowohl deren spezifischen Interessen gewahrt als auch die technischen Neuerungen durch den RAL aufgenommen.
Maßstab für Farbe: Das RAL DESIGN System
In Architektur und Design sind Form und Farbe voneinander abhängig, aber durchaus nicht untrennbar miteinander verbunden. In der gestalterischen Planung wird zunächst die Form bestimmt. Die farbliche Gestaltung folgt meist erst hinterher. Ein Grund hierfür mag darin liegen, dass die Form leichter „fassbar" und damit besser vorstellbar ist als die Farbgebung. Die Farbe entsteht im Kopf des Gestalters. Allein die Zahl der vom Menschen unterscheidbaren Farben liegt bei annähernd zehn Millionen. Über Farbe miteinander zu kommunizieren ist ohne Ordnungskriterien nahezu unmöglich. Jeder hat seine eigene Vision eines „Kobaltblau". Um also Farbe beim Gestaltungsentwurf mit einfließen zu lassen, sind Vorkenntnisse über die Wirkungen der verschiedenen Farben oder Farbzusammenstellungen auf die räumliche Form wichtig.
Messbare (Farb-) Werte
Mit dem 1993 entwickelten RAL DESIGN System erhielten Architekten und Designer ein professionelles Tool für ihre Farbgestaltung. Die Farben sind im Gegensatz zum RAL CLASSIC Register durch ihre messbaren Farbwerte gekennzeichnet. Speziell in der Architektur ist es notwendig, die Farbgebung der Umgebung genau zu erfassen und die Farbauswahl auf diese „Farbatmosphäre" abzustimmen. Das RAL DESIGN System unterstützt den Anwender darin, seine Farbentscheidung zu konkretisieren und an Hand von Farbmustern zu überprüfen. Die Basis des Systems bildet der Farbatlas. Er zeigt alle 1.688 Systemfarben als original Lackmuster. Die Anordnung der Farben ist dreidimensional, da man Farbe durch mindestens drei Variablen beschreiben muss: Beim RAL DESIGN System sind das Buntton, Helligkeit und Buntheit. Die Farbmuster füllen in definierten Farbabständen diesen Farbraum Durch die Codierung des RAL DESIGN Systems kann man sofort erkennen, ob die Farben in Buntton, in der Helligkeit oder in der Buntheit variieren – und so mit großer Sicherheit entscheiden, ob man zum Beispiel eher kontrastreiche Farben einsetzen oder eine eher harmonisierende Wirkung erzielen möchte.
Exakte Farbgebung
Mit dem RAL DESIGN System ist ein Farbraum mit 1.688 Farben definiert. Jede der Farben ist eine eigenständige und definierte RAL-Farbe und mit einer siebenstelligen Farbnummer gekennzeichnet. Die Farbnummer ist im Gegensatz zu den klassischen RAL-Farben keine willkürlich zugeordnete Zahl, sondern gibt die messtechnisch ermittelten Werte für den Buntton, die Helligkeit und die Buntheit an. So ist RAL 210 60 30 eine Farbe mit dem Buntton 210, der Helligkeit 60 und der Buntheit 30. Möchte man diese Farbe mit einer anderen, helleren Farbe kombinieren, so kann man beispielsweise RAL 210 70 30 wählen. Der Wert 70 markiert einen höheren Wert ist somit heller im Farbton. Sofern man die anderen Werte belässt, wird der Ton also nur heller.
Die Codierung der Farben anhand des weltweit gebräuchlichen CIE-LAB-Systems, das in der gesamten farbgebenden Industrie als Bewertungssystem für die Farbabstände dient, erlaubt eine Zuordnung sämtlicher Farben zum RAL DESIGN System. Aus diesem Grund wird das System auch als Maßstab zur Festlegung von zulässigen Farbbereichen verwendet, so zum Beispiel im Bereich des Denkmalschutzes oder sogar in der Lebensmittelindustrie. Das RAL DESIGN System ist keine Anleitung für die Farbgestaltung, sondern es bildet mit seinen mathematisch berechenbaren und erfassbaren Ordnungskriterien eine perfekte Hilfestellung bei der Farbauswahl. Zugleich ist es eine Kommunikationsplattform für Jeden, der professionell mit Farben arbeitet. 1997 wurde das System um ein wichtiges Arbeitsmittel, den „RAL Farbfinder" ergänzt. Anwendung findet das RAL DESIGN System in den unterschiedlichsten Branchen: Bei Herstellern von Armaturen, Bürosystemen und –möbeln, Haftetiketten, Hausgeräten, Küchen, Schildern, Skiern, Sonnenschutzsystemen ebenso wie in der Lebensmittelbranche und natürlich der Bauindustrie.
RAL-Farben per Mausklick: RAL DIGITAL 3.0
Die Farbgestaltung am Computer ist heute bei Architekten, Designern und auch Malern eine Selbstverständlichkeit. Graphik-Software und CAD-Programme können eine unübersichtlich hohe Zahl an Farben und Farbvarianten auf den Bildschirm projizieren. Der virtuelle, originale Entwurf sieht aber im Ausdruck oft ganz anders aus. Um Farbanwendern und Gestaltern ein Werkzeug für eine Übereinstimmung zwischen digitaler und realer Farbe an die Hand zu geben, kam 1995 RAL DIGITAL auf den Markt. Die RAL DIGITAL gestützte Farbgestaltung ermöglicht dem Anwender, Vorlagen, wie zum Beispiel das Foto eines Hauses problemlos zu bearbeiten, so dass der Farbausdruck des neuen Anstrichs optimal an den RAL-Farbenfächer angepasst ist.
Virtuelle Farbabstimmung
Der Gestalter hat die Möglichkeit, mit einem hersteller-unabhängigen Farbsystem seine Entwürfe auf Bildschirm und Papier zu colorieren. Die ausgewählten Farben können mit RAL DIGITAL nach der Installation des Programms auf dem Bildschirm aufgerufen werden. Somit erleichtert das System die Arbeit mit RAL-Farben am Computer. Das Programm zeigt auch die einem CIELAB- oder RGB-Farbwert nächstliegenden RAL-Farben. Der Gestalter erhält einen praktischen Vergleich: Welche RAL-Farbe ist RGB 20, 50, 145 oder HKS 13? Die Abweichung der beiden Vergleichsfarben wird in dE-Einheiten angegeben. Die Frage nach der Harmonie verschiedener RAL-Farben kann das Programm anhand von mathematischen Berechnungen beantworten. Die Berechnung basiert auf der Regel des Bunttonkontrastes, wonach mehrere Farben dann miteinander harmonieren, wenn sie sich insgesamt zu einem neutralen Ton (Grau) vermischen. Ergebnis der Berechnung sind sehr unterschiedliche Farbtöne, die erstaunlich gut miteinander harmonieren. Die fast 2.000 RAL-Farben von RAL CLASSIC und RAL DESIGN sind integrierbar in alle gängigen Grafikprogramme unter Windows. Mit der installierten Farbpalette können Architekten und Designer beispielsweise farbgetreu ihre Objekte und Entwürfe am Computer präsentieren.
Produkt-Trends: Neue Farben
Für die nächsten Jahre hat RAL sich viel vorgenommen. Für alle kreativen Neuerungen und Entwicklungen liegt der Fokus auf dem Nutzen für den Verbraucher. RAL richtet seine Aktivitäten nun verstärkt darauf, „sein Ohr an den Endverbraucher zu legen". Die Produktneuerungen: Zum ersten Mal seit 1993 kommen neue RAL DESIGN Farben hinzu. Die sehr hellen Farben eignen sich besonders für die anspruchsvolle Gestaltung im Innen- und Außenbereich wie zum Beispiel Häuserfassaden. Die Farben werden anhand von Farbfächern und Einzelmustern zur Verfügung gestellt.
Farbige Zukunft des RAL
RAL ist ein allgemeiner Begriff und eine weltweit
anerkannte Instanz, wenn es um Farben geht. Die Voraussetzung der
Erfolgsgeschichte liegt in der Grundphilosophie des RAL: Nicht schnell lebigen
Trends hinterher jagen, sondern langfristige Entwicklungen und Trends auf
greifen. Zunehmend steht
neben dem Fachanwender auch der Endverbraucher im Fokus
des RAL. „Nie war die Welt farbiger als heute – und die Ansprüche an
Farbvielfalt und ihre präzise Darstellung steigen weiter. Der allgemeine gesellschaftliche Trend zu stärkerer Individualisierung zeigt sich auch bei der
Auswahl und Anwendung von Farbe in allen möglichen Lebensbereichen. Ob
Kühlschrank, Auto oder PC – bei den meisten Konsumgütern ist heute eine
hochindividuelle Farbauswahl möglich und ihre ganz persönliche Zusammensetzung
machbar. Und dieser Trend wird sich in den kommenden Jahren noch verstärken", so
Dr. Wolf D. Karl, Hauptgeschäftsführer des RAL.
Lautete 1927 die Mission „Vereinheitlichung von Farbbezeichnungen", sieht RAL die Zukunft in der Aufgabe, Farbvorgaben kontinuierlich den Erfordernissen des Marktes anzugleichen und verbindliche Bezeichnungen zu gewährleisten. Der RAL wird verstärkt seine Rolle als Schnittstelle zwischen der farbgebenden Industrie und dem Endverbraucher einnehmen, etablierte Trends aufnehmen und dem Kunden beratend zur Seite stehen. Damit stellt der RAL auch in Zukunft sicher, dass alle, die mit Farbe professionell oder als Verbraucher umgehen, dieselbe (Farb-) Sprache sprechen.
Zu den Abbildungen:
"Aktuelles RAL-Logo zum 75. Jubiläum"
"Historische Farbtonkarte von 1927"
"Der RAL-K5 Farbfächer mit allen RAL CLASSICFarben"
"Das Farbregister der RAL CLASSIC Farben
"Farbfächer mit 1.688 RAL DESIGN Farben
"Dr. Wolf.D. Karl, Hauptgeschäftsführer des RAL"