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Verband der deutschen Lack- und
Druckfarbenindustrie e. V. (VdL)

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60329 Frankfurt am Main
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Fax: 069-2556-1358
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Verband der deutschen
Lackindustrie e.V.
   
 
 
 

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 Inlandsproduktion nach Menge - Lacke und Farben 1994 bis 2003
 Inlandsproduktion nach Wert - Lacke und Farben 1994 bis 2003
 Inlandsverbrauch Lacke und Farben 2003

 Umweltschonende Lacke 1994 bis 2003
 Umweltschonende Wand-, Fassadenfarben und Putze 1994 bis 2003

 

 

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VCI: 2006 – Aus für viele Biocide ...
VCI: Das Brüsseler Räderwerk soll nach REACH anders laufen
VdL: Mit„Smart Coatings" über die Fünf-Milliarden-Schwelle
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VdL: Lackindustrie 2005 - Leichtes Wachstum auf breiter Front
November-Fragen an den VdL
CEPE: Neue Struktur - Außerordentliche Vdl-Mitgliederversammlung am 30.09.2004 in Frankfurt
Kooperative Ingenieurausbildung - Informationsveranstaltung in Krefeld
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DLI zeichnet schönste Wohnsiedlung Deutschlands aus
2003/2004 Silberstreif am Horizont
Mitgliederversammlung 2004 in Wiesbaden

Produktion Deutschland 2002/ 2003 Quartalsvergleich
Wahlen zum Präsidium
Hamburg und die Neuordnung der Chemikalienpolitik
Deutschland 2002: Lackfirmen nach Umsatz und Marktsegmente (Grafiken)
VCI: Zur europäischen Chemikalienpolitik
Meinung: Kein Desaster

Hilfe für Lackierbetriebe
VdL: Stellenbörse für Lackierer
  UBA: Dialog mit der Lackindustrie soll fortgesetzt werden 
UBA-Troge besucht Lackindustrie

Hat der Blaue Engel ausgedient?
Handfester Krach mit dem UBA

Ein neuer Ratgeber
Lackindustrie fordert Konjunkturprogramm am Bau
Sorge um die wirtschaftliche Entwicklung der Branche Dr. Hans-Joachim Güttler
Beschäftigungschancen mit neuer Technik nutzen Horst Tietjen
Branche verzeichnet einen stetigen wirtschaftlichen Rückgang H.-Werner Bonjean

Das war vorher
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VdL: Nachwuchsmangel erzwingt Werbekampagne

Image der Lackindustrie und Nachwuchssorgen
Deutsche Lacke und Farben 2001 im Minus?
Der europäische Markt für Bautenfarben
VdL: Das Weißbuch zur zukünftigen Chemikalienpolitik
Neue Information
Mitgliederversammlung in Nürnberg
Export als Motor in 2000

Ende der Preisstabilität bei ARL?
Preiserhöhungen
VOC Schwerpunkt  im Jahresbericht

100 Jahre Lackverband
Der deutsche Lackmarkt seit 1950

 
Kleine Nachrichten Lackindustrie - Chancen und Perspektiven
Nanotechnologiebasierte Farben und Lacke

 

 

 

Lackindustrie - Chancen und Perspektiven

colour-europe.de 28.11.2007 - Frankfurt am Main. (VdL) Die Hersteller von Farben und Lacken zählen zu den traditions-reichen, überwiegend mittelständischen Industrieunternehmen am Chemie-Standort Deutschland. Rund 20.000 Beschäftigte werden 2007 einen Umsatz von 5 Milliarden Euro erwirtschaf-ten, 5 Prozent Umsatz mehr als im Vorjahr. Diese Prognose veröffentlichte der Verband der deutschen Lackindustrie (VdL). Nahezu alle Wirtschaftskennzahlen der Lackindustrie verzeich-nen nach mehreren Jahren konjunkturell bedingter Stagnation oder nur geringen Wachstums deutliche Zuwächse. Auf Seiten vieler Abnehmer florieren die Geschäfte: Die Bauwirtschaft profitiert vom Energiespar-Boom, die Elektro-, Maschinenbau- und Autoindustrien legen wieder zu, und auch der Export der Lackindustrie konnte mit einem Zuwachs von zuletzt 10 Prozent deutlich gesteigert werden.

Die von Branchenkennern durchweg positiv beurteilten Zu-kunftsaussichten der deutschen Lackindustrie sind allerdings nicht allein der erfreulichen Konjunkturentwicklung zu ver-danken. Ein für den vielfach gescholtenen Industriestandort Deutschland bedeutender Faktor steht immer mehr im Fokus: Im Bereich innovativer Technologien nehmen die deutschen Lackhersteller eine führende Rolle in Europa ein. Forschung und Entwicklung kennzeichnen die Branche, aber auch die erfolgreiche Vermarktung einschließlich der Produktion im

eigenen Land. Einen Schwerpunkt bildet die noch junge Nano-technologie, verbunden mit der Prognose, dass bis zum Jahr 2015 etwa 30 Prozent des Gesamtumsatzes mit Produkt-innovationen auf Basis dieser Technologie erwirtschaftet werden könnten. Der Konjunktiv ist unvermeidlich, denn für den erfolgreichen Einsatz vieler zukunftsweisender Produkte sind in Deutschland hohe Hürden zwischen Patent und Vermarktung zu überwinden.

Große Zukunft mit kleinsten Teilchen

Lacke sind Beschichtungsstoffe mit vielen Eigenschaften. Längst sind Oberflächenschutz und dekorative Aspekte Selbst-verständlichkeiten, im Vordergrund stehen heute spezielle Funktionen für die unterschiedlichsten Anwendungen. Der Einsatz kleinster Teilchen spezifischer chemischer Stoffe nutzt deren besondere Oberflächeneigenschaften. Bekannte Pro-dukte sind selbstreinigende Beschichtungen („Lotus-Effekt"), beispielsweise für Dachziegel oder Hausfassaden. Schmutz-partikel haften besser an Wassertropfen als an der beschich-teten Oberfläche und werden durch den Regen abgewaschen. Bei Korrosionsschutz und UV-Stabilität hoffen die Lackent-wickler auf Nanosysteme. In der Autoindustrie sind längst Nanoteilchen im Einsatz, die enorme Kratzfestigkeit mit hoher Elastizität verbinden, ein Stumpfwerden verhindern und als Perlglanzpigmente sogar Lacke ermöglichen, die je nach Blickwinkel die Farbe ändern.

Bereits heute können viele weitere Funktionen in moderne Beschichtungen integriert werden, wobei nicht nur zahlreiche anwendungsspezifische und damit ökonomische Vorteile, sondern auch Nachhaltigkeitseffekte zum Tragen kommen. Betrachtet man Emissionen und Umweltwirkungen nanotechno-logiebasierter Beschichtungen, werden hohe Ressourcen- und Ökoeffizienzpotenziale in den Verarbeitungs- und Gebrauchs-phasen deutlich. Gleichzeitig werden die spezifischen Einsatz-möglichkeiten der Nanotechnologie jeweils gemäß ihrer Anwendung untersucht.

Eine Reihe innovativer Nanobeschichtungen sind heute am Markt, viele stehen vor der Einführung, weitere befinden sich in entscheidenden Entwicklungsphasen oder sind patentiert. Die Aussichten für die Branche sind also glänzend.

Entwicklungen gemeinsam fördern

In der Forschung zur Nanotechnologie besetzt Deutschland einen Spitzenplatz in der Welt. Nur die USA forschen mehr. In der Umsetzung für den Markt rangiert Deutschland allerdings hinter den USA und Japan. Hier muss aufgeholt werden, soll sich Geschichte nicht wiederholen. Nicht zum ersten Mal wurden in Deutschland wesentliche Grundlagen für innovative technologische Errungenschaften entwickelt, während später andere Länder bei der wirtschaftlichen Umsetzung trium-phierten.

Für die Lackindustrie sind die Rahmenbedingungen nicht ge-rade optimal. Das neue, zum 1. Juni 2007 in Kraft getretene eu-ropäische Chemikalienrecht (REACH-Verordnung), bei dem die Sicherheitsaspekte der eingesetzten Stoffe in allen Bereichen des Herstellungs- und Verarbeitungsprozesses im Vordergrund stehen, wird Ressourcen binden und erhebliche Kosten in den Unternehmen verursachen, gerade auch im Forschungs-bereich: Vorrangig werden alternative Rezepturen für beste-hende Herstellungsprozesse zu entwickeln sein, statt in neue Technologien investieren zu können.

Die für die Lackindustrie relevante Gesetzgebung im eigenen Land wiederum ist unwägbar. Kennzeichnend ist ihre mangelnde Stabilität, die eine zügige Produktentwicklung von der Grundlagenforschung bis zur Marktreife behindert. Eine ideologisch motivierte Umweltgesetzgebung, bei der die Verhältnismäßigkeit nicht mehr gewahrt ist, kann zu einem Investitionshemmnis werden.

Investition ist ein weiteres Stichwort: Ein Großteil der Lackher-steller – darunter sehr viele forschende Betriebe – gehört zu den kleinen und mittleren Unternehmen. Sie sind dringend auf Fremdkapital angewiesen, wenn in neue Technologien und deren Umsetzung investiert werden muss. Der Zugang zu Risikokapital für den innovativen Mittelstand wäre zu erleichtern und böte letztendlich auch für die Finanzmärkte interessante Perspektiven.

Dass eine Verbesserung der Rahmenbedingungen auch dem Arbeitsmarkt zugute kommt, lässt die Beschäftigungssituation

in der Branche schon heute erkennen. Die Berufsaussichten in der Lackindustrie können als hervorragend bewertet werden, ein Mangel an qualifizierten technischen Fachkräften ist bereits absehbar. Die Förderung der Nanotechnologie in den vorge-nannten Bereichen sichert nicht nur die bestehenden Arbeits-plätze, sondern vergrößert das Beschäftigungsangebot innerhalb der Branche wie auch in allen Bereichen der Anwen-der und Verarbeiter deutlich.

Das wirtschaftliche Gesamtpotenzial, das sich aus der Innova-tionskraft der deutschen Lackindustrie ableitet, bedingt gerade-zu, den neuen Technologien offen gegenüberzustehen und die damit verbundenen Chancen für den Standort Deutschland entschlossen zu nutzen.


Nanotechnologiebasierte Farben und Lacke

colour-europe.de 28.11.2007 - Frankfurt am Main. (VdL) Die Verwendung von nanoskaligen Partikeln bei der Lackher-stellung, z. B. Nanoteilchen von Verbindungen der Elemente Titan, Aluminium, Zink, Silber und Eisen sowie leitfähige Oxide, bildet die Basis für neue funktionale Eigenschaften innovativer Lackprodukte.

Einige dieser Funktionen werden für bereits am Markt verfügbare Produkte genutzt:

Selbstreinigende Oberflächenbeschichtungen („Lotus-Effekt")
für Dachziegel-Beschichtungen oder Fassadenfarben:

Wasser (z. B. Regen) bindet Schmutzteilchen und lässt sie selbsttätig abperlen.

Selbstreinigende Beschichtungsstoffe
Photokatalytisch wirkende Substanzen absorbieren UV-Strah-lung und bilden mit Luft (Sauerstoff) freie Radikale. Anhaftender Fettschmutz oder Schadstoffe wie Nikotin werden katalytisch abgebaut. Dadurch verbessert sich die Luftqualität erheblich („Wellnessfarben").

Antibakterielle Wandfarben
Sie kommen ohne herkömmliche biozide Zusatzstoffe aus und verringern die Infektionsgefahr z.B. durch Innenanstriche in Krankenhäusern.

Wandfarben zur Abschirmung elektromagnetischer Strahlung
durch nanokristallines, Zinn-dotiertes Indiumoxid zur Gesundheitsvorsorge empfindlicher Personen

Kratzfeste Lacke
z. B. für die Kraftfahrzeugindustrie. Neben vielen weiteren Anforderungen für diesen Bereich konnte die Stabilität von Autolacken gegen mechanische Beanspruchung erheblich verbessert werden, ohne die erforderliche Elastizität bei Verformung zu verlieren.
 

DLI: Garagentore kreativ gestalten

colour-europe.de. 28.01.2007. Ein neues Gestaltungsmittel für Maler- und Stuckateurbetriebe, Wohnungsbaugesellschaften oder Liegenschaftsverwaltungen vermfttelt auch Planern und Architekten wertvolle Anregungen. Millionen von Garagentoren, eintönige Reihenanlagen Grau in Grau, Altweiß, Beige oder Braun will das Deutsche Lackinstitut (DLI) mit phantasievolle Anregungen zu Farbe verhelfen. Auf einem neuen Poster sind sechs jeweils viertorige Reihengaragen zu sehen, die geometrische und auch naturhafte Motive vorstellen. Entwickelt wurden die Entwürfe vom Darmstädter Designer Jörn Heitmann. Die Rückseite des Posters „Farbe verändert“! Kreative Garagentore“ gibt Informationen über geeignete Werkstoffe und die Platzierung der Farbtöne. Erhältlich ist das Poster für fünf Euro Schutzgebühr unter dem Stichwort ‚Kreative Garagen“ beim DLI, Karlstraße 21, 60329 Frankfurt/M. Fax 069-25561712, dli©vci.de

VdL: Lackindustrie - bestes Jahr seit 2000

Frankfurt/Main (ots) - Die Produktion von Lacken und Farben in Deutschland stieg im Jahr 2006 um 2,7 Prozent auf 2,22 Millionen Tonnen im Wert 4,9 Milliarden Euro. Dies ist der höchste Produktionszuwachs für die heimische Lackindustrie seit dem Jahr 2000. Ein Zeichen für die gestiegene Binnennachfrage ist der Importzuwachs von 23,5 Prozent. Im letzten Jahr wurden 210.000 Tonnen Beschichtungsmaterialien im Wert von 630 Millionen Euro nach Deutschland eingeführt. Weiter gewachsen sind die Exporte deutscher Lackproduzenten. Im Jahr 2006 wurden für 1,93 Milliarden Euro Lacke und Farben exportiert, sieben Prozent mehr als im Vorjahr. Diese Zahlen veröffentlichte der Verband der deutschen Lackindustrie in Frankfurt in seiner Jahresprognose 2007.

Für das laufende Jahr erwartet die Lackindustrie Mengenzuwächse bei der Produktion von etwa 1,5 Prozent. Der Branchenumsatz wird um etwa zwei Prozent steigen. Neben der Elektroindustrie, dem Maschinenbau und der Herstellung von Metallerzeugnissen werden 2007 auch der Schiffsbau und die Nachfrage für die Instandhaltung im Bereich der Verkehrs- oder Versorgungsinfrastruktur zum Lackwachstum beitragen.

Erstmals seit 1999 wurden bei den Lacklieferungen an die Bauwirtschaft wieder Zuwächse verzeichnet. Auch das Maler- und Lackiererhandwerk konnte Umsatzsteigerungen vermelden. Der Markt für Bautenanstrichmittel wuchs im Jahr 2006 um drei Prozent. Wesentlichen Anteil daran hatte der Boom bei der Wärmedämmung. Hohe Heizkosten sowie staatliche Förderung bewegten zahlreiche private Hausbesitzer dazu, Maßnahmen zur Wärmedämmung und damit Energieeinsparung zu ergreifen. Dies beflügelte auch den Absatz von Fassadenfarben und Putzen. Die hohe Nachfrage führte bei Wärmedämmmaterialien zu Lieferengpässen und langen Wartezeiten. Da offenbar viele Privatkunden die Mehrwertsteuererhöhung vermeiden und auslaufende Förderprogramme nutzen wollten, kam es im Jahr 2006 zu Vorzieheffekten. Für 2007 rechnet die Lackindustrie deshalb im Baufarbengeschäft mit einer Stabilisierung.

GdCH-APi: 2007 - Das Web-Jahr der Lack- und Farbenchemie in der "Aktuellen Wochenschau"

colour-europe.de 07.01.2007. In diesem Jahr, 2007, bringt die Fachgruppe Anstrichstoffe und Pigmente jede Woche einen Beitrag in den Webauftritt der GdCh "Aktuelle Wochenschau" ein. Erreichbar ist die Veröffentlichung unter www.aktuelle-wochenschau.de , wpe1A.jpg (16825 Byte)Projektkoordinator für 2007 ist der Vorsitzende der Fachgruppe, Professor Dr. Thomas Brock, Krefeld. Er schreibt in seinem ersten Beitrag „Schutz und Deko - Warum wird lackiert? Einführung in die Welt der Lacke und Farben“ vom 3.1.2007:

"Der Internet-Auftritt soll wichtige Grundlagen der Chemie der Lacke und Farben vermitteln und anhand typischer Anwendungen die große Spannbreite ihrer Einsatzgebiete verdeutlichen. Auch auf Arbeits-, Gesundheits- und Umweltschutzaspekte wird dabei eingegangen. Bei der Erstellung dieser Ausgabe der Aktuellen Wochenschau arbeiten Vertreter der Lack- und Lackrohstoffindustrie mit Hochschullehrern der Chemie zusammen. So soll sehr praxisnah erreicht werden, Neugierde für die Chemie und den industriellen Fertigungsprozess von Lacken und Farben zu wecken und den Usern diese wichtigen, aus dem Alltag nicht wegzudenkenden Produkte näher zu bringen. mehr

Dem Fonds der Chemischen Industrie danken die Autoren für die Möglichkeit, Materialien aus dessen Informationsserie "Lacke und Farben" zu nutzen. Sie besteht aus Broschüre, Präsentationsfolien und einer CD und steht auch im Internet unter http://www.vci.de/fonds zum Download bereit. Die dort enthaltenen Experimente, Übungs- und Bildmaterialien können zur interessanten Vertiefung dienen."

Die erste Ausgabe der Aktuellen Wochenschau erschien zum Jahr der Chemie 2003. Die Projektidee stammte von Professor Dr. Katharina Kohse-Höinghaus, Bielefeld. Die Gesellschaft Deutscher Chemiker führt dieses Projekt seit 2005 fort - zunächst mit ihrer Fachgruppe Analytische Chemie als "Aktuelle Wochenschau" 2005. Die GDCh-Fachgruppe Angewandte Elektrochemie gestaltete 2006 die "Aktuelle Wochenschau" und 2007 folgt nun die Fachgruppe Pigmente und Anstrichstoffe

DLI: Wettbewerb "Schönste Deutsche Wohnsiedlung 2007" ausgeschrieben

colour-europe.de 07.01.2007. Gleich mit Beginn des neuen Jahres hat das Deutsche Lackinstut (DLI) erneut seinen Wettbewerb "Deutschlands schönste Wohnsiedlung" ausgeschrieben. Voraussetzung für die Prämiierung ist "das beispielhafte Zusammenspiel von Farbe und Architektur." Wesentliche Kriterien sieht das DLI in der "Kreativität der Flächen- und Formbetonung sowie der Modernierungsmaßnahmen hinsichtlich der Energie-Einsparung." 10.000 € sind insgesamt ausgelobt. Teilnehmen können Wohnungsbaugesellschaften, Liegenschafts- und Immobilienverwaltungen, Hausbesitzer-Gemeinschaften, Architekten, Gestalter und bestimmte Gewerke. Der Wettbewerb wird alle zwei Jahre ausgeschrieben. Mehr: dli@vci.de  Am ersten Wettbewerb 2003 haben sich 25 Wohnsiedlungen beteiligt, im Jahr 2005 waren es schon 49. Im Jahr 2003 gewann die Kräutersiedlung in Dresden den ersten Preis. Dies ist eine ehemalige Plattenbausiedlung, die in beispielhafter Weise rückgebaut und neu gestaltet wurde. Im Jahr 2005 hat die Solarsiedlung in Freiburg den ersten Preis erhalten, weil hier eine zukunftsträchtige Architektur mit einer avantgardistischen Farbgestaltung zu einem harmonischen Gesamtbild zusammengefügt wurde. Das DLI hat in den Jahrzehnten zuvor mit dem Malerhandwerk die Kampagne "Farbige Stadt"  durchgeführt. Nach der Wiedervereinigung hat das DLI speziell für die neuen Bundesländer die Aktion "Wandlungen" ausgeschrieben und durchgeführt.

Autofarben: Es kommt wieder Leben in die Farbpalette

colour-europe.de 14.10.2006. t-online.de. 2.10.2006. Die Automessen der vergangenen zwei Jahren haben es gezeigt: Die Herstellern wollen uns wieder eine buntere Welt bescheren. Es soll ein Ende haben mit den vielen monotonen Schattierungen von grau, blau und silberfarben. Anscheinend kommt wieder mehr Leben in die Farbpaletten. War noch vor Jahren die Farbe rot vom Automarkt kaum wegzudenken, so ging deren Anteil zuletzt auf noch nicht einmal fünf Prozent zurück. Wer ein rotes Auto auf der Straße sieht, sieht entweder einen Ferrari, einen Altwagen - oder die Einsatzleitung der örtlichen Feuerwehr.

Bunte Autos sind kein Verkaufsschlager Auch grün, weiß und gelb spielen bei den Neuwagenbestellungen kaum noch eine Rolle. Allenfalls Trendautos und Vorführmodelle wurden in den vergangenen Jahren in diesen Farben geordert. Zusammen beträgt der Anteil der drei Farben gerade einmal 5,4 Prozent. Ein richtig buntes Auto wie der Polo Harlekin von VW war ein werbewirksamer Marketing-Gag. Aber kein Verkaufsschlager.

Luxuswagen in weiß Doch es sieht so aus, als könnten in den nächsten Jahren wieder mehr bunte Spielmobile über die - im übrigen ebenfalls (asphalt-)grauen - Straßen rollen. War Weiß lange Jahre ein absolutes Tabu, sieht man gerade auf Aufstellungen und in Showräumen zunehmend wieder strahlend weiße Autos - überraschenderweise gerade nicht wie zu erwarten bei den Kleinwagen, sondern im Luxussegment. Bei Anfrage nicken einige Premiumhersteller kräftig: Stimmt. Auf zugegeben niedrigem Niveau werden auch in Deutschland immer mehr Fahrzeuge in Weiß geordert. Was in den USA oder Asien schon lange zu erkennen ist, scheint nun auch nach Zentraleuropa zu schwappen: Weiße Maserati Spyder, Porsche Cayman oder Mercedes S-Klassen sind keine absoluten Exoten mehr.

Nicht viel neues bei bunten Tönen Sicher wird das auf absehbare Zeit nicht reichen, um dem erfolgreichen Farbentrio silber/grau, schwarz und blau den Rang abzulaufen. Laut Kraftfahrtbundesamt entstammen knapp 87 Prozent aller neu zugelassenen Fahrzeuge diesem Farbschema. Knapp die Hälfte aller Fahrzeuge ist dabei silberfarben oder grau. Ein Grund für die optische Monotonie scheinen die Farbangebote zu sein: Seit Anfang der 90er Jahre haben die Autohersteller im In- und Ausland immer neue Schattierungen von silberfarben, blau oder grau kreiert. Bei den bunten Tönen gab es dagegen nicht allzu viel Neues. Nun kommen sie aus dieser monochromen Ecke nur schwerlich wieder raus.

Rot als Ladenhüter So ist mittlerweile die Farbe eines Autos einer der wichtigsten wertbildenden Faktoren geworden. Ein voll ausgestatteter BMW 320d ist in rot selbst zum Kampfpreis ein echter Ladenhüter. Ähnlich ausgestattet und in schwarzem Metalliclack sieht die Sache schon ganz anders. Er steht meist nur ein paar Tage im Verkaufsraum. Andere Volumenhersteller bestätigen diesen Eindruck.

Dezente Farben liegen im Trend Die Farbwahl ist von der gewünschten Fahrzeugklasse dabei weitgehend unabhängig. Dezente Farben liegen bei Kleinwagen und Luxuslimousinen gleichermaßen im Trend. Schau´ mer mal, ob in den nächsten Jahren wirklich wieder mehr Farbkleckse durch die Landschaft fahren werden. Die Chancen zumindest stehen nicht schlecht.

NRW: Sorge um Jobs wegen REACh

colour-europe.de 14.10.2006. Brüssel (RP) NRW-Europaminister Michael Breuer (CDU) warnte das Europaparlament davor, bei der geplanten Chemie-Richtlinie Reach in zweiter Lesung "an der Umweltschraube" zu drehen. "Wenn die Zulassungs-Regeln für Stoffe verschärft werden, drohen NRW Jobverluste und Standortverlagerungen ins außereuropäische Ausland", sagte er der „Rheinischen Post"Zeitung. Mit 130000 Beschäftigten stelle die chemische Industrie in NRW etwa jeden zehnten Arbeitsplatz und 40 Prozent aller Jobs bundesweit in dieser Branche. Auch der Deutsche Industrie- und Handelskammertag ist alarmiert: Strengere Zulassungsregeln seien eine Einladung an Unternehmen zum Auswandern.

Dieser Tage fiel im Umweltausschuss des Europaparlamentes eine wichtige Vorentsclreidung über die Zukunft der hart umkämpften Richtlinie, nach der die Industrie 30000 chemische Stoffe auf ihr Risikopotenzial für Gesundheit und Umwelt testen lassen muss. Es zeichnet sich eine Mehrheit für strengere ZulassungsregeIn bei gefährlichen Stoffen ab. Der Reach-Berichterstatter des EU-Parlamentes, Guido Sacconi, möchte diese 1500 Stoffe verbi ten. Nur in Ausnahmefällen S( eine befristete Zulassung von fü Jahren erteilt werden.

Die EU-Staaten wollen dagegen, dass diese Stoffe grünes Licht bekommen, wenn sie sicher gehandhabt werden können oder es keine Alternative zu ihnen gibt. Die meisten der gefährlichen Stoffe dürfte diesen Kriterien genügen. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel droht: "Wer mehr verlangt als Feinkorrekturen, muss wissen, dass man die Positionen dann nicht mehr zusammenbringt." Das EU Parlament stimmt im November über Reach ab. Da die Parlamentarier oft dem Ausschuss-Votum (hier: einer scharfen Richtlinie) folgen, droht ein Vermittlungsverfahren mit ungewissem Ausgang. - Anja Ingenrieth 10.10.2006

UBA: Konferenz „REACh – Netzwerke zur Umsetzung"

colour-europe.de 14.10.2006. Am 4. Dezember 2006 findet in Berlin die Konferenz „REACh – Netzwerke zur Umsetzung" statt. Im Mittelpunkt stehen dabei die Kommunikation und Vernetzung von Unternehmen. Hierzu bietet die Veranstaltung neben Vorträgen auch speziell moderierte Gesprächs- und Diskussionsrunden. Weitere Schwerpunkte sind Hilfen für nachgeschaltete Anwender und praktische Ansätze für Expositionsszenarien. Zudem haben die Teilnehmer die Möglichkeit, in zwei eigenen Programmblöcken individuelle Fragen rund um die Themen Stoffidentität und Zubereitungen zu stellen. Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Behörden stehen hierbei für Antworten zur Verfügung. Die Konferenz dauert von 9 bis 17 Uhr. Sie ist die 4. und letzte Veranstaltung in der Reihe „REACh anpacken!", die das Umweltbundesamt für kleine und mittlere Unternehmen zur Umsetzung von REACh initiiert. www.reach-konferenz.de, www.reach-info.de

VCI: Umweltausschuss des Europaparlamentes will Verschärfungen von REACh um jeden Preis

colour-europe.de 14.10.2006. Frankfurt am Main (ots) - Das heutige Abstimmungsergebnis im Umweltausschuss des Europäischen Parlamentes für die zweite Lesung der Verordnung zur Reform des EU-Chemikalienrechts REACh stößt beim Verband der Chemischen Industrie (VCI) in Frankfurt auf massive Kritik: Die Mehrheit der Abgeordneten im Umweltausschuss verfolge weiter die Linie, Verschärfungen zu Lasten der Industrie zu fordern, die den Ersatz von bestimmten Stoffen um jeden Preis statt ihre sichere Verwendung zum Ziel haben, betont der VCI. Damit blende der Umweltausschuss wichtige Ergebnisse der langen und intensiven Diskussion über REACh in den Mitgliedstaaten der EU aus, die zum Gemeinsamen Standpunkt des Ministerrates geführt haben.

Vorschläge der EVP-Fraktion, den Schutz von Geschäftsgeheimnissen zu verbessern und somit Innovationsvorsprünge europäischer Unternehmen vor Konkurrenten aus Schwellenländern zu schützen, seien von der Ausschussmehrheit abgelehnt worden, bedauert der VCI. Damit würde die EU im Gegensatz zu anderen führenden Industrieregionen ohne Not wesentliches Know-how ihrer Unternehmen preisgeben. Selbst den fraktionsübergreifenden breiten Konsens des Europaparlamentes aus der ersten Lesung über ein Registrierverfahren, das die Datenanforderungen stärker am Risiko ausrichte, habe der Umweltausschuss nun abgelehnt. "Mit seinem heutigen Votum beweist die Mehrheit der Mitglieder im Umweltausschuss, dass sie nicht gewillt ist dazu beizutragen, REACh praktikabler und kosteneffizienter zu machen", stellt der VCI fest.

"Wenn es nach den Vorstellungen des Umweltausschuss geht, wird REACh das teure und bürokratische Verordnungsmonster, vor dem wir seit Jahren warnen", erklärte Dr. Gerd Romanowski, der für Umweltpolitik zuständige Geschäftsführer im VCI. Vor allem mittelständische Unternehmen würden immense Schwierigkeiten bekommen, REACh umzusetzen. Die vom Umweltausschuss gefassten Beschlüsse zur Verschärfung des Zulassungsverfahrens führten zu Rechtsunsicherheiten für die Unternehmen und stellten ein gravierendes Investitionshindernis dar. "Wir hoffen, dass diese völlig überzogenen Beschlüsse bei der endgültigen Abstimmung im Plenum keinen Bestand haben", so Romanowski, "und dass dann wieder der sichere Umgang mit Chemikalien für die Mehrheit der Abgeordneten im Vordergrund steht."

VdL: Kritik an den Beschlüssen des EU-Umweltausschusses zur Chemikalienpolitik

colour-europe.de 14.10.2006. Frankfurt – Die deutsche Lackindustrie bemängelt die Beschlüsse des Umweltausschusses des Europäischen Parlamentes zur Neuordnung der Chemikalienpolitik als unzureichend, bürokratisch und nicht zukunftsorientiert. In der Ausschuss-Sitzung am 10. Oktober 2006 habe es der Umweltausschuss versäumt, ein schlüssiges Konzept für den Schutz von Betriebsgeheimnissen mittelständischer Unternehmen zu beschließen, kritisiert der Verband der deutschen Lackindustrie (VdL) in Frankfurt. Die Lackindustrie in Deutschland fürchtet einen Ausverkauf ihres sehr spezifischen Know-hows durch die Offenlegungspflichten, die der Umweltausschuss fordert. Völlig ideenlos agierte der Ausschuss bei dem wichtigen Thema des Importes von Fertigerzeugnissen aus Drittstaaten, äußert der VdL. In Europa dürfen unter REACh in Zukunft nur Lacke und Farben verwendet werden, deren Zutaten registriert und gegebenenfalls zugelassen wurden. Aus dem außereuropäischen Ausland eingeführte, lackierte Industrieerzeugnisse unterliegen solchen Restriktionen nicht.

Positiv vermerkt der VdL, dass die Forderung der Lackindustrie berücksichtigt worden sei, die Vorregistrierung von Stoffen transparenter zu gestalten: Die Stoffhersteller müssen nun 12 Monate im Voraus mitteilen, wenn sie eine Substanz nicht registrieren werden. Für die nachgeschalteten Verwender, zu denen auch die Lackproduzenten gehören, gibt dies mehr Planungssicherheit bei der Entwicklung neuer Lacksysteme, urteilt der Branchenverband. Die Industrie hofft nun darauf, dass in der abschließenden Behandlung der REACh-Verordnung im Plenum des Europäischen Parlamentes und im Ministerrat nicht alle Vorschläge des Umweltausschusses akzeptiert und stattdessen Verbesserungen zur Stärkung des Industriestandortes durchgesetzt werden.

Handelsblatt brachte "Mittelstand"- Beilage Lack

colour-europe.de 12.10.2006 Der Tenor der ebenso informativen wie aktuellen Themen-Beilage 'Lacke und Lackiertechnik' im "Handelsblatt" vermittelte die Innovationskraft einer erfolg-reichen, zukunftsorientierten mittelständischen Industrie. Links das Inhaltsverzeichnis.- Im Mittelpunkt ein Interview mit VdL-Präsident Peter Becker (Umwelt- und Materialschutz, Zusatznutzen durch 'smarte' Anstrichstoffe, Struktur der Branche etc.) Zu Forschung + Entwicklung sagte Becker, die deutsche Lackindustrie sei Weltspitze, vor allem dank der Nanotechnologie. Er beklagte, dass die direkte staatliche Unterstützung des Stuttgarter Forschungsinstituts Pigmente und Lacke durch die zuständigen Ministerien eingestellt wurde. Damit habe man der Lackindustrie einen 'Bärendienst' erwiesen.


 

VdL: Gelungene PR-Aktion

colour-europe.de 07.08.2006.Unterstützt vom Verband der deutschen Lackindustrie (VdL), zeigten Sportler ihre Verbundenheit mit der Fallschirm-WM in Gera. Es wurden mehr als 350 Sportler aus 29 Nationen in Ostthüringen erwartet. Das Bild zeigt Heike Drechsler (2. von links) und Eberhard Gienger (ganz links) vor ihrem Show-Springen. Dr. Dietmar Eichstädt, Hauptgeschäftsführer des Verbandes (rechts) hatte zugleich mit den beiden einen Tandemsprung absolviert. Der Präsident des Verbandes, Peter Becker, lobte die Möglichkeit, bei einem herausragenden internationalen Sportereignis auf die  Lackindustrie, ihre Innovationen und die Chancen der beruflichen Bildung aufmerksam zu machen. Der Flieger trug denn auch die VdL-Werbung. (Fotos: M. Bross).
 

VCI: Kraftvoll ins neue Jahr gestartet

colour-europe.de 21.05.2006. Mit einer Abschwächung der Konjunktur ist nach Meinung des Verbandes der chemischen Industrie e.V., Frankfurt am Main, im ersten Halbjahr 2006 nicht zu rechnen. Denn der Schwung des Vorjahres überträgt sich auf 2006. Schließlich war die Basis gut: Der Produktionszuwachs erreichte 2005 den höchsten Wert seit mehr als zehn Jahren.

Im Januar 2006 lag die Chemieproduktion um 4,2 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Der Vormonat wurde um rund I Prozent übertroffen. Die Pharmaproduktion setzte zu JahresbegiIm ihren Aufwärtstrend fort. Ihr Wachstum war mit 12 Prozent unter allen Sparten am höchsten. Auch die Produktion von Fein- und Spezialchemikalien lag mit einem Plus von 7 Prozent kräftig über dem entsprechenden Vorjahreswert. Ihre Belebung setzte erst spät im zweiten Halbjahr 2005 ein und nahm zuletzt weiter Fahrt auf. Schwung verloren hat hingegen die Produktion chemischer Grundstoffe. Bei Anorganika, Petrochemikalien und Polymeren sind die Produktionsniveaus zwar noch immer hoch. Gegenüber der zweiten Jahreshälfte 2005 erzielten sie jedoch kaum noch Zuwächse. Schwach entwickelte sich im Januar 2006 die Produktion von Waschund Körperpflegemitteln.

In den ersten beiden Monaten 2006 beschleunigte sich der Anstieg der Preise fiir chemische Erzeugnisse. Im Februar war der Erzeugerpreisindex 3 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Der Druck steigender Preise für wichtige Vorprodukte fiir die Chemieproduktion bleibt hoch. Und nicht nur die Ölpreise liegen auf einem hohen Niveau. Auch die Preise fiir Strom und Erdgas wurden in den letzten Monaten kräftig angehoben. Entsprechend fällt der Preisanstieg der energieintensiven Sparten besonders hoch aus: Anorganika verteuerten sich um 6 Prozent, Petrochemikalien um 5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Preise fiir Pharmazeutika sowie Wasch- und Körperpflegemittel zogen hingegen kaum an.

Der deutliche Umsatzanstieg um 6,2 Prozent gegenüber Januar 2005 lässt sich auf höhere Produktionsmengen und gestiegene Preise zurückfiihren. Die HersteIler von Pharmazeutika sowie Feinund Spezialchemikalien lagen mit jeweils rund 11 Prozent Umsatzplus an der Spitze.

Die Chemieindustrie ist mit großer Zuversicht ins neue Jahr gestartet. Im März beurteilte sie die aktuelle Lage so gut wie seit vielen Jahren nicht mehr. Auch die Erwartungen für die nächsten sechs Monate sind sehr positiv. Zwar wird die Branche die hohen Wachstumsraten von 2005 nicht wieder erreichen, da diese auch durch Sondereffekte begünstigt waren. Aber mit einem Produktionsplus von 2,5 Prozent und einem Umsatzplus von 4,5 liegen die Zuwächse 2006 erneut über dem langjährigen Durchschnitt.

Die Risiken haben zuletzt etwas zugenommen: Hohe Öl- und steigende Energiepreise üben Druck auf die Pro

duktionskosten in der Branche und auf die Inflation aus. Zuletzt füllten die Unternehmen ihre Lager auf, denn sie rechneten mit einer wachsenden Nachfrage. Sollte der Nachfragezuwachs ausbleiben, üben die vollen Lager Abwärtsdruck auf Preise und Produktionsmengen aus. Dr. Matthias Blum/VCI/Chemie-Report 4/06

 VdL: Erster Preis für renovierte Ratsherrenhäuser in Weiden

colour-europe.de 21.05.2006. Beim Wettbewerb "Deutschlands schönste Altbaurenovierung 2004/2005" haben die Ratsherrenhäuser in Weiden (Oberpfalz) den ersten Preis erhalten. Die Jury bestand aus Chefredakteuren der Maler-, Stuckateur-, Bautenschutz- und Wohnungswirtschaftsfachpresse. Sie tagte bei Caparol im "Haus des Handwerks". Der Wettbewerb wurde von Fachjournalist Wilhelm Michel initiiert und von Caparol Farben Lacke Bautenschutz gefördert. Mit den Ratsherrenhäusern hatte sich der Weidener Malerbetrieb Norbert Ringer zur Teilnahme am Wettbewerb angemeldet. Er sagt: "Das renovierte Objekt hat in der Geschichte der Stadt Weiden einen hohen Stellenwert. Es wurde mit viel Sinn für die Details restauriert."

Davon konnte sich die Jury überzeugen, die das gute Beispiel innerstädtischen Bauens hervorhob. Angesichts des Trends "Zurück in die Stadt" sei in der Weidener Altstadt durch die Sanierung der Ratsherrenhäuser ein Beispiel entstanden, das von hoher Kompetenz zeuge, wie sie bei der Denkmarpfiege unabdingbar sei. Für die Bewohner der beiden historischen Altstadthäuser sei eine hohe Lebensqualität geschaffen worden. Besonders hervorhebenswert sei hier auch die Wiederherstellung des Kommunbackofens (der erste Backofen wurde an diesem Standort im Jahre 1803 gebaut).

Mit Anerkennungen belobigte die Jury die Komplettsanierung eines Wohnhauses aus dem Jahre 1950 in Stetten am Bodensee (Architekt: Dipl.-Ing. FH Horst Kraus, Meersburg), die Instandsetzung und Modernisierung eines Mehrfamilienhauses aus dem Jahre 1880 in Berlin, Oranienburger Straße 16 (Architekten Anne Lampen, Berlin), die Restaurierung einer Historismus-Villa in Sprockhövel (Architekt Bernd Schäfer, Sprockhövel) sowie die Umbauten in einem um 1900 erbauten Holzlager in Karlsruhe, das seit 1970 als Wohnraum genutzt wurde. Er konnte 2004/2005 komplett modernisiert und energetisch saniert werden (Architekten und Innenarchitekten Biseh. Otteni, Karlsruhe).
 

 VdL: Wettbewerb: Deutschlands schönste Wohnsiedlung 05/06

colour-europe.de 21.05.2006. Die von Architekt Rolf Disch geplante Freiburger Solarsiedlung wurde im Wettbewerb »Deutschlands schönste Wohnsiedlung 2005/2006" mit dem ersten Preis ausgezeichnet. Der Wettbewerb wird alle zwei Jahre vom Deutschen Lackinstitut (DLI) ausgeschrieben.
Der erste Preis ist mit 10 000 Euro dotiert. Er wurde jetzt von DLI-Geschäftsführer Michael Bross (rechts) an Rolf Disch (links) überreicht. Das Preisgeld wurde vom DLI ausgeschrieben, um den Bewohnern der Siedlungen durch zusätzliche Gestaltungselemente oder Ausstattung farbige Gestaltung noch näher zu vermitteln. Durch eine "avantgardistische" Farbgebung ist die preisgekrönte Solarsiedlung gekennzeichnet. Sie besteht aus 59 von ursprünglich geplanten 120 Reihenhäusern sowie einem Dienstleistungsgebäude. Sie sind
überwiegend aus Holz gebaut und verfügen über
eine Wärmedämmung nach dem gegenwärtigen Stand der Technik. Die Solardächer produzieren vier mal mehr Strom, als gebraucht wird. Dadurch werden die Eigner 4000 € von einem Energieversorger kassieren, der den Überschuss abnimmt. Die Fassadenfarben wurden von Bildhauer und Farbgestalter Erich Wiesner ausgewählt. Er entwarf eine Skala von insgesamt 16 Farbtönen, die beliebig miteinander kombiniert werden können. Das Pressebild links (HB - Kisch) zeigt das Objekt aus der Vogelperspektive. "Architekten und Handwerker hoffen auf Nachahmer", schreibt Friederike Krieger, Köln, im Handelsblatt vom 29.05.2006. mehr
 

 VdL: Zukunftstechnologien und Präsidiumswahlen

colour-europe.de 21.05.2006. Frankfurt, 19. Mai 2006 - Einen Jahresumsatz von 5,3 Milliarden Euro erwartet die Lackindustrie in Deutschland für 2006. Für die Branche wird es zu einer entscheidenden Zukunftsfrage, bei den politischen Diskussionen um Schlüsseltechnologien des 21. Jahrhunderts Einfluss zu gewinnen. Ein wesentlicher Technologiebereich ist dabei die Nanotechnologie, äußerte Peter Becker, wiedergewählter Präsident des Verbandes der deutschen Lackindustrie (VdL) in seinem Lagebericht bei der Mitgliederversgmmlung des Verbande so Dem VdL sei es gelungen, durch hartnäckige Lobbyarbeit in Brüssel als ein Industriezweig wahrgenommen zu werden, der sich intensiv mit Nanotechnologie beschäftigt. Diese Basis soll genutzt werden, konstruktiv an dem Politikprozess teilzunehmen, um die berechtigten Interessen der Branche in Sachen Nanotechnologie zu formulieren. "Wir wollen daran mitarbeiten, bestehende oder vermutete Risiken zu erforschen und zu entkräften," erläuterte der Verbandspräsident. "Wir haben in Deutschland unseren Technologievorsprung in vielen Bereichen verloren," sagte Becker. "Das darf sich bei der Nanotechnologie nicht wiederholen!" mehr

Aktionsplan für die Zukunft der Lackindustrie

Die Entwicklung neuer Lacksysteme sei selbstverständlich Aufgabe der einzelnen Unternehmen, erläuterte Becker. Es gebe aber zahlreiche Themenbereiche, bei denen der Verband Hilfestellung leisten könne. Hier sei insbesondere daran gedacht, dass der Verband die Rahmenbedingungen für moderne Lacksysteme industriefreundlich mitgestalten könne. Beispielsweise werde die Europäische Union in ihrem 7. Rahmenprogramm für Forschung, technologische Entwicklung und Demonstration auch die Nanotechnologie und ihre Nutzung in großem Umfange berücksichtigen. Dabei stünden auch Risikoforschung über diesen Technologiebereich auf der Tagesordnung. "Für unsere Industrie wäre es deshalb ausgesprochen hilfreich, wenn es uns gelingt, entsprechende Forschungsgelder zu akquirieren," erläuterte Verbandspräsident Becker. Da EU-Mittel grundsätzlich nur für grenzüberschreitende Projekte bewilligt werden, sei es eine erstrebenswerte Vision, Forschungseinrichtungen, Hochschulen und Industriepartner aus mehreren Ländern zusammen zu bringen, die die Nanotechnologie für die Lackbranche gemeinschaftlich erforschen könnte. Der VdL wird in den nächsten Monaten einen entsprechenden Aktionsplan ausarbeiten.

EU-Chemikalienpolitik

Als ein wesentliches Thema der vergangenen drei Jahre bezeichnete der VdLPräsident die Chemikalienpolitik der EU. Seit Frühjahr 2003 sei der VdL mit dem Entwurf der REACh-Verordnung zur Registrierung, Evaluation und Autorisierung von Chemikalien befasst gewesen und habe maßgebliche Erleichterungen für die Zubereitungsindustrie erreicht. "Wir haben dabei als Lackindustrie auf die Karte Mittelstand gesetzt," erläuterte Becker. Die Lackindustrie sei in Brüssel und Straßburg als eine mittelständisch strukturierte Branche aufgetreten. Die dramatischen, negativen Auswirkungen des "bürokratischen Monstrums" REACh wurden den Gesprächspartnern verdeutlicht.

Neuwahlen zum Präsidium

Die Mitgliederversammlung des Verbandes der deutschen Lackindustrie (VdL) bestätigte am 19. Mai 2006 in Leipzig Peter Becker in seinem Amt als Präsident. Dr. Klaus Murjahn und Bernd Fritzsche wurden als Vizepräsidenten wiedergewählt. Dem insgesamt neunköpfigen Präsidium gehören weiterhin an Dr. Karl Kuhlmann, Cornelis D. Kuijken, Dr. Frieder Krauss, Klaus Meffert, Dr. Udo Reiter und Jochen Stotmeister. Die Neuwahl des Präsidiums erfolgte für drei Jahre.
 

VDL: Dr. Dietmar Eichstädt Geschäftsführendes Präsidiumsmitglied

colour-europe 03.06.2006. Frankfurt am Main – Dr. Dietmar Eichstädt (55) wurde vom Präsidium des Verbandes der deutschen Lackindustrie (VdL) am 18. Mai 2006 zum geschäftsführenden Präsidiumsmitglied bestellt. Mit dieser Berufung würdigte das Präsidium den langjährigen erfolgreichen Einsatz für das Wohl der Lackbranche in Deutschland und Europa und insbesondere das hohe Engagement bei den schwierigen Verhandlungen mit Politik und Behörden im Rahmen der Neuordnung der europäischen Chemikalienpolitik (REACh). Eichstädt leitet die Geschäftsstelle des VdL seit September 1995 als Hauptgeschäftsführer, davor war er 6 Jahre für die technische Gesetzgebung zuständig. Der promovierte Chemiker kam 1988 vom Landesverband Nordrhein-Westfalen des Verbandes der Chemischen Industrie zum Lackverband.

Europäische Verbandsarbeit auf eine neue Basis gestellt

von Michael Bross, Frankfurt am Main

Phänomen Farbe 26.07.2005. Wahlrecht für alle Lackhersteller in Europa, ein Vorstand von Chefs und ein geschäftsführender Vorstand aus den Reihen der Direktoren der Nationalverbände – das sind im Telegrammstil die Neuerungen, die von der CEPE-Generalversammlung am 2. Juni 2005 in Bern verabschiedet wurden. Die Delegierten setzten damit einen Schlusspunkt unter eine mehrjährige Diskussion um die Reorganisation des europäischen Lack- und Druckfarbenverbandes. Aber auch alle Lack- und Druckfarbenverbände in den einzelnen europäischen Staaten sind von der Reform betroffen. Jetzt müssen sie nämlich auf nationaler Ebene die notwendigen formalen Schritte einleiten, um die Berner Beschlüsse mit Leben zu erfüllen.

Im Einzelnen wurden 8 Resolutionen und eine weitgehende Revision der CEPE-Satzung beschlossen.

Resolutionen zur Modernisierung der Verbandslandschaft

Der CEPE-Vorstand hatte im Frühjahr 2005 einen Katalog von Resolutionen aufgestellt, mit denen beim europäischen Lack- und Druckfarbenverband ein Restrukturierungsprozess eingeleitet werden soll, der es ermöglicht, diesen Verband an die sich geänderten politischen Bedingungen in Europa anzupassen. Insbesondere ging es dem CEPE-Vorstand darum, die Lobbyarbeit auf europäischer und nationaler Ebene zu verbessern, die Effizienz der Ressourcennutzung zu steigern und Kosten einzusparen.

Die Resolution 1 forderte eine klare Führerschaft von CEPE bei allen europäischen Angelegenheiten; CEPE soll die Stimme der europäischen Lack- und Druckfarbenindustrie bei allen EU-Institutionen sein. Ein geschäftsführender Vorstand soll bei der Erreichung der Ziele helfen und insbesondere für die Koordination zwischen CEPE und den nationalen Verbänden sorgen.

Als 2. Resolution wurde die Forderung aufgestellt, dass ausschließlich Firmen in der Generalversammlung von CEPE Stimmrechte haben dürfen. Die nationalen Verbände werden in Zukunft Mitglieder ohne Stimmrecht sein.

Damit im Zusammenhang steht die Resolution 3, wonach die Mitglieder gewichtete Stimmrechte entsprechend ihrer finanziellen Beiträge für den europäischen Lackverband bekommen.

Resolution 4 fordert eine Harmonisierung der Beitragseinzugssysteme in allen Verbänden, die zu CEPE gehören. Bis zum Finanzjahr 2007 soll die Beitragsbemessung auf den jeweiligen Inlandsumsatz der Mitgliedsfirmen als Bezugsgröße umgestellt werden.

Resolution 5 besagt, dass die Gesamtkosten des Verbandswesens in Europa um
25 % reduziert werden sollen. Außerdem wird angestrebt, dass die Mitgliedsbeiträge in keinem der Mitgliedsländer über 0,07 % der jeweiligen Inlandsumsätze der Firma betragen.

In Zukunft möchte laut Resolution 6 der CEPE-Vorstand über einen sogenannten Special Issue Fund verfügen, mit dem zum Beispiel wissenschaftliche Studien oder Kommunikationskampagnen (z. B. gegen REACH oder ähnliches) finanziert werden sollen. Dieser Fonds soll 350.000 € betragen und jeweils bei Bedarf wieder durch Mitgliedsbeiträge aufgefüllt werden.

Resolution 7 legt fest, dass die Nationalverbände als Beitragseinzugsstellen für die CEPE-Mitgliedsbeiträge fungieren sollen.

Resolution 8 schließlich fordert eine ausgewogene Besetzung im Vorstand, was dadurch sichergestellt werden soll, dass entweder der Vorsitzende oder sein Stellvertreter von einem Großunternehmen und der jeweils andere aus einem kleinen Unternehmen kommen soll.

Bei der Generalversammlung von CEPE wurden am 2. Juni alle Resolutionen angenommen.

Eine Präambel beschreibt das Wesen der Organisation

Auf Wunsch des Verbandes der deutschen Lackindustrie wurde der neuen CEPE-Satzung eine Präambel vorangestellt, die die wesentlichen Komponenten des Selbstbildes der neuen Organisation beschreibt:

„Im Bewusstsein ihrer Verantwortung, die gemeinsamen Interessen aller Lack-, Druckfarben- und Künstlerfarbenhersteller in Europa zu schützen, dabei die kulturellen Unterschiede in Europa respektierend nimmt die europäische Vereinigung der Lack-, Druckfarben- und Künstlerfarbenindustrie die folgenden Statuten für diese Organisation an, die

  • alle Angelegenheiten, die von großen, mittleren oder kleinen Unternehmen gleich aus welcher europäischen Region vorgebracht werden, angemessen berücksichtigt (und)
  • die Interessen der in dieser Organisation vereinigten Firmen sowie ihrer Stakeholder und Partner in Politik, Gesellschaft und Medien beachtet."

Vier Gruppen von Mitgliedern

Die neue CEPE-Satzung sieht vier unterschiedliche Typen von Mitgliedschaften vor. Vollmitglieder mit allen Rechten und Pflichten sind die sogenannten „Company Members", also die Mitglieder der nationalen Verbände. Die CEPE-Satzung geht davon aus, dass alle Mitglieder der nationalen Verbände automatisch auch Mitglied bei CEPE sein werden. In der zweiten Gruppe finden sich die Nationalverbände in den sogenannten CEPE-Mitgliedstaaten (das sind die EU sowie Norwegen und Schweiz). Daneben existieren die sogenannten „Affiliated Members", Nationalverbände aus Ländern außerhalb des „CEPE-Territoriums". Die vierte Gruppe schließlich bilden die Rohstofflieferanten der Lack- und Druckfarbenindustrie.

Die Firmenmitglieder – also die Mitglieder der ersten Gruppe – werden in fünf Kategorien A bis E eingeteilt; als Gliederungskriterium dient dabei der Mitgliedsbeitrag, der an CEPE gezahlt wird. Die Anzahl der Stimmen in der Generalversammlung reicht dabei von 30 Stimmen für die Kategorie A bis zu einer Stimme für die Kategorie E.

Der Vorstand von CEPE wird von 15 Mitgliedern gebildet, die allesamt entweder Geschäftsführer oder „Senior Executive" sein müssen. Sechs Mitglieder werden aus einer Kandidatenliste der Kategorien A und B, weitere neun Mitglieder aus den Kategorien C, D und E gewählt. Damit auch die Druckfarbenindustrie angemessen repräsentiert wird, sind wie bisher zwei Mitglieder aus dieser Industriegruppe zu wählen. Das Nominierungskomitee wird dabei dafür sorgen, dass die der Mitgliederversammlung vorgeschlagenen Kandidaten alle europäischen Regionen und die entsprechenden Größenklassen der Mitglieder angemessen repräsentieren.

Die von der Generalversammlung am 2. Juni 2005 akzeptierten neuen Satzungsbestimmungen erfordern von den Mitgliedsverbänden in Europa teilweise Änderungen der jeweiligen eigenen Satzung. In den nächsten Monaten werden sich also die einzelnen nationalen Lack- und Druckfarbenverbände mit den entsprechenden Anpassungen befassen müssen. Außerdem wird der sogenannte geschäftsführende Vorstand von CEPE unter dem Vorsitz des Hauptgeschäftsführers (Managing Director), Jan van der Meulen, einen umfangreichen Arbeitsplan für die zukünftige europäische Verbandsarbeit erstellen und dann abarbeiten müssen.

In Bern wurde von allen die Hoffnung geäußert, dass die jetzt durchgeführte Satzungsreform einen Beitrag zu einer schnelleren, effizienteren und leistungsfähigeren Interessenvertretung der europäischen Lack-, Druckfarben- und Künstlerfarbenindustrie auf europäischer Ebene leisten wird. Angesichts der sich abzeichnenden Aufgabenfülle ist dies auch sehr erstrebenswert und überaus notwendig.

Heißer Herbst?

Phänomen Farbe 21.07.2005. "Die Lackindustrie hat eine lange Tradition, sie ist aber nicht altmodisch!" Mit dieser Beschreibung warb der Präsident des Verbandes der deutschen Lackindustrie (VdL), Peter Becker, für mehr Innovationen und neue Produkte in der Lackindustrie. Becker sprach bei der VdL-Mitgliederversammlung in Münster am 25. Mai 2005. Deutschland sei weltweit führend in der Lackforschung. Gerade bei den funktionellen Lacken, den sogenannten Smart Coatings, hätten die deutschen Lackhersteller einen deutlichen Wettbewerbsvorteil, was sich auch in den Exporterfolgen der Unternehmen zeige, so Becker weiter. Becker forderte aber auch, die Forschungsarbeiten noch rascher in marktgängige Produkte umzusetzen. "Von neuen, innovativen Produkten wird die Zukunft unserer Industrie abhängen," sagte der VdL-Präsident.

Die Lackindustrie in Deutschland habe sich in den letzten zehn Jahren zu einer deutlich exportorientierten Branche entwickelt. Im letzten Jahr seien die Ausfuhren von Lacken und Farben nochmals um 8 Prozent auf Als bestimmende Zukunftsfrage für die Lackindustrie in den kommenden Monaten nannte der Lackverbandspräsident die europäische Chemikalienpolitik und REACh. Insgesamt neun Ausschüsse des Europäischen Parlamentes befassen sich gegenwärtig mit dem Verordnungsentwurf. In der breiten Öffentlichkeit und bei den Medien werde REACh immer noch in großem Umfang missverstanden als ein Gesetzesvorhaben, das nur die Großindustrie betreffe. "Das ist völlig falsch!" sagte Becker dazu. Der Lackverband werde weiterhin alle Gelegenheiten dazu nutzen, die EU-Parlamentarier und die Abgeordneten von Bund und Ländern über die enormen negativen Auswirkungen des gegenwärtigen Vorschlages zur Neuordnung der Chemikalienpolitik aufzuklären. Becker forderte die Unternehmer auf, jetzt nicht in den Anstrengungen nachzulassen, denn "es folgt jetzt in der Tat ein heißer Herbst!"

Als einen deutlichen Erfolg der mittelständischen Industrie wertete Becker die Auftaktveranstaltung des Aktionsbündnisses mittelständischer Unternehmer Mitte April in Berlin (siehe auch Umwelt Arbeitssicherheit). "Zum ersten Mal sind Unternehmer mit ihren Mitarbeitern auf die Straße gegangen, um für den Erhalt von Arbeitsplätzen zu demonstrieren," erläuterte Becker. Diese Aktivitäten seien bei der Bundesregierung und vor allem bei den Umweltverbänden sehr aufmerksam registriert worden. Die meisten Bundestagsfraktionen hätten sofort auf die Veranstaltung reagiert. Einige maßgebende "Grün Bewegte" seien sehr irritiert gewesen, so Becker weiter, dass die Industrie ihnen nicht mehr die Straße überlasse, sondern ebenfalls mit Demonstrationen die Öffentlichkeit suche. Für das Aktionsbündnis mittelständischer Unternehmer gilt. so der Lackverbandspräsident

Reiter folgt auf Kissau

Phänomen Farbe 21.07.2005. Nachdem Dr. Gerd Kissau (rechts), BASF Coatings AG, Münster, Anfang 2005 in den Ruhestand getreten ist, folgte ihm in seiner Funktion als Präsidiumsmitglied des Verbandes der deutschen Lackindustrie (VdL), Frankfurt am Main, Dr. Udo Reiter (53), ebenfalls BASF Coatings. Dr. Reiter ist, wie zuvor Dr. Kissau auch, Leiter des ZentralbereichsTechnologie in Münster. Weitere Wahlen zum Präsidium finden erst 2006 statt. - Alles bestimmendes Thema der Mitgliederversammlung des Verbandes in Münster war das „Ja" zur Neustrukturierung des europäischen Branchenverbandes CEPE, dessen künftige Organisation Michael Bross, VdL-Geschäftsführer, in diesem Heft näher beschreibt (siehe dort). Die inzwischen auch von der CEPE-Generalversammlung in Bern beschlossene Zäsur konzentriert viel Verantwortung, die bisher bei den nationalen Verbänden lag, in der Brüsseler Verbandszentrale. Bisher nationale Mitgliedschaften werden auf CEPE-Direktmitgliedschaften übertragen und dort sammeln sich auch die Beiträge. Die CEPE-Führung einschließlich der Finanzen liegt bei deren Vorstand, der sich aus Vertretern von Firmen unterschiedlicher Größe zusammen setzt, in dem nationale Verbandsorgane aber keinen Sitz haben.

Die Beschlüsse, die mit einigen lieb gewordenen Verbandstraditionen brechen, finden wie die zuvor diskutierte Agenda kein einstimmiges Echo. Journalisten wollen drei Meinungsblöcke ausgemacht haben: Die ihrer Selbstständigkeit beraubten nationalen Verbande, die Konzern-Gesellschaften und die eher mittelständischen KMU’s. Die Presse selbst sieht Schwierigkeiten auch für sich selbst, bis sich in Brüssel ein neuer Informationsapparat konstituiert hat.

Fragen an Monteny:

  • Die europäische Lack- und Farbenindustrie hat sich neu formiert. Angesichts der Vielfalt der Unternehmensformen sicher ein hartes Stück Überzeugungsarbeit?
  • Sicher war es ein großer, aber gewiss auch nur der erste Schritt. Wie macht man die neue Struktur funktionstüchtig?
  • Und wie will man KMU’s genauso wie Nationalverbände aus ihrem Dornröschenschlaf ins Boot holen
  • Welche Rolle spielen KMU’s in der neuen Organistion und wird diese Rolle in der Zusammensetzung des Vorstands ihren Ausdruck finden? Welchen?
  • Welche Funktion wird CEPE den Nationalverbänden zumessen und müssen deren historisch gewachsene Strukturen „den höheren Zwecken" angepasst werden, wenn ja, was wünschen Sie sich? Werden nicht auch durch den Wegfall nationaler Aufgaben Synergieeffekte wirksam? Könnte dies Einsparungen mit sich bringen, die den Mitgliedern Vorteile bringen?
  • Nationale Verbände sind mitunter (wie in Deutschland) den Chemieverbänden organisatorisch nahe. Welche Auswirkungen sollte die neue CEPE-Struktur auf solche Bindungen haben?
  • Lobby in Sachen REACh und CAFE sind wichtige Teile der Verbandsarbeit. Existenzielle Notwendigkeiten,weil sie auf aktuelle Bedrohungen reagieren. Aus Herstellersicht im Blick auf die Märkte. Unsere Redaktion vermisst den übergreifenden Denkansatz für die künftige europäische Arbeit. Man kann ja nicht immer darauf warten, was als nächstes geschehen wird. Wir warten bisher vergebens darauf, dass die Hersteller außer technischer Lobby endlich das große Ganze ins Visier nehmen, nicht nur Lack, sondern Farbe – und die interdisziplinär!

VdL: Zwei Drittel aller Hausbesitzer
wünschen farbige Fassaden

colour-europe.de 28.04.2007. Frankfurt/Main (ots) - Zwei Drittel aller Immobilienbesitzer würden gern in einem Haus mit farbiger Fassade wohnen. Hellgelb, Ocker, Champagner, Creme und Apricot bis hin zu Mintgrün und Türkis kämen dabei als Grundfarbe in Frage. Dies ergab eine repräsentative Meinungsumfrage des Deutschen Lackinstituts bei 1.165 Haus- und Wohnungseigentümern.

Weiß steht immer noch hoch im Kurs. Bei der nächsten Fassadenrenovierung würden sich 30 Prozent der Befragten für Weiß entscheiden, wenn sie völlig frei wären. Auf den nächsten Plätzen folgen Gelb (22 Prozent) sowie Beigetöne (elf Prozent) und Rot (neun Prozent). Für Blau- und Grüntöne könnten sich jeweils sechs Prozent der Befragten erwärmen. Die Hauseigentümer sind dabei etwas konservativer, denn unter ihnen dominiert die Farbe Weiß stärker (37 Prozent) als bei den Besitzern von Eigentumswohnungen und den Mietern (26 Prozent). 16 Prozent der Befragten gaben an, dieses Jahr ihre Hausfassade renovieren zu lassen.

Bei der Farbpräferenz gibt es deutliche regionale Unterschiede: Im Westen der Republik dominiert eindeutig Weiß mit 38 Prozent; im Norden liegen Rot (18 Prozent) und Weiß (23 Prozent) fast gleich auf.

VCI: 2006 – Aus für viele Biocide

Phänomen Farbe 17.02.2006. Das In-Verkehr-Bringen von Biozid-Produkten in den Mitgliedstaaten der Europäischen Gemeinschaft wird seit 1998 durch die Biozid-Produkte-Richtlinie geregelt. Eine Reihe von Verordnungen (..Review-Regulations") der Europäischen Kommission, die aufgrund der Richtlinie erlassen wurden, regeln die Weitervermarktung von Wirkstoffen und BiozidProdukten. Hierbei gelten bestimmte Übergangsfristen:

Der 1. September 2006 ist für die Hersteller von Biozid-Produkten die wohl kritischste Frist. Rund zwei Drittel aller Wirkstoffe dürfen nämlich ab diesem Datum nicht mehr für biozide Zwecke eingesetzt werden. Das bedeutet gleichzeitig einen Vermarktungsstopp für alle Produkte, die diese Wirkstoffe enthalten. Aber wie stellt man fest, ob ein BiozidProdukt ab dem 1. September 2006 noch vermarktet werden darf?

In Deutschland wird die Einhaltung dieser Frist mit Hilfe der Biozid-Meldeverordnung überwacht. Jeder In-VerkehrBringer von Biozid-Produkten musste bis zum 28. Juli 2005 die zurzeit vermarkteten Produkte der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) melden. Hierbei wurde eine Registriernummer vergeben, die auf der Verpackung anzugeben ist. Beginnt diese Registriernummer mit einem "I", darf das Biozid-Produkt ab dem 1. September 2006 nicht mehr vermarktet werden. Beginnt die Registriernummer mit einem "N", gelten wirkstoffspezifisch längere Übergangsfristen. Diese hängen davon ab, wann der Wirkstoff von dEm Behörden überprüft und ob er in den Anhang I der Biozid-Produkte-Richtlinie aufgenommen wird. Falls ein Biozid-Produkt bisher nicht der BAuA gemeldet wurde, kann dies problemlos nachgeholt werden. Weitere Informationen:

  • Details zur Meldeverordnung finden Sie unter www.baua.de (Menüpunkte: ChemikaliengesetzlBiozidverfahren, Biozid Meldeverordnung). Dort steht auch ein elektronisches Formular zur Verfügung, welches für die Meldung des Produkts verwendet werden muss.
  • Für Hersteller von Wirkstoffen oder Formulierer von Biozid-Produkten lohnt sich ein Blick auf folgende Seiten der EU-Kommission und des Europäischen Chemikalienbüros:

chemie report 02/2006, http://europa.eu . int/comm/environment/biocides/index.htm oder http://ecb.jrc.it/biocides/index.htm

VCI: Das Brüsseler Räderwerk soll nach REACH anders laufen

Phänomen Farbe 17.02.2006. Das hatten selbst Insider nicht erwartet. Der studierte Volkswirt und renommierte Industriepolitiker Romano Prodi ließ den Unternehmen in der EU kaum Gelegenheit zum Luftholen. In der fünfjährigen Amtszeit des Kommissionspräsidenten lief die Gesetzesmaschine in Brüssei auf so hohen Touren wie nie zuvor - zum Leidwesen der Industrie. Die EU-Kommission legte ab 1999 allein rund 250 Gesetzesvorschläge zum Umwelt- und Verbraucherschutz vor. Viele dieser Initiativen betrafen direkt oder indirekt die Chemie. So etwa der Emissionshandel, REACH oder die Biozid- und Wasserrahmenrichtlinie. Dass eine solche Regulierungsflut völlig ungeeignet ist, das zentrale Ziel zu ereichen, das der Europäische Rat im Frühling 2000 in Lissabon vorgab, nämlich Europa bis 20 I 0 zum wettbewerbsfahigsten wissensbasierten Wirtschaftsraum der Welt zu machen, wurde in den folgenden Jahren offenkundig.

Jetzt scheint unter geänderten Vorzeichen ein Rückgang der Regulierungsintensität möglich: Auf dem EU-Gipfel in Brüssel im März 2005 passten die europäischen Regierungschefs das inzwischen unrealistisch gewordene Lissabon-Ziel der aktuellen Lage an und fassten es wesentlich konkreter. Sie verabschiedeten ein Konzept für eine Wachstums- und Beschäftigungsstrategie, die bis 20 I 0 zu einem Anstieg des Bruttoinlandsproduktes um drei Prozent und so zu sechs Millionen neuen Arbeitsplätzen in der EU führen soll. Seitdem soll die EU-Kommission mit dem Portugiesen Jose Manuel Barroso an ihrer Spitze ein neues Leitbild verinnerlichen: Formales Ziel ist es nun, mehr Wirtschaftswachstum und Beschäftigung zu stimulieren und gleichzeitig ein hohes Niveau an sozialer Fürsorge und im Umweltschutz aufrechtzuerhalten. Das Schlagwort dazu lautet: Better Regulation. Eine bessere Rechtsetzung umfasst demnach eine Folgenabschätzung für neue Gesetzesinitiativen, die Überprüfung und eventuelle Abschaffung bereits bestehender Gesetze oder deren Vereinfachung. Außerdem hat die Kommission ein Konzept für industrielle Forschung und Innovation vorgeschlagen, um dem schwindenden Einfluss des EU-Forschungsstandorts entgegenzuarbeiten. Leider ist unter "better regulation" nicht zu verstehen, dass aus Brüssel für eine gewisse Zeit überhaupt keine Regelungsvorschläge mehr kämen. Eine reizvolle, aber leider auch unrealistische Vorstellung, vor allem wenn es um den Bereich Umwelt- und Verbraucherschutz geht. Schließlich durchzieht auch die Barroso-Kommission ein Graben, der die Behörde in zwei Lager teilt. Die eine Seite unterstützt "better regulation" aus Überzeugung, die andere Seite setzt weiter auf die alte Linie. Zudem ist die Kommission an bestimmte Vorgaben gebunden. Zum Beispiel an das so genannte 6. Umweltaktionsprogramm, das die EU im Jahr 2002 verabschiedet hat. Dieses Programm, das bis 2010 reicht, enthält politische Ziele, die von den Beamten der verschiedenen Generaldirektionen in Gesetzesvorschläge übersetzt werden müssen.

Neue Industrie politik - Einsetzung hochrangiger Gruppen

Die industriepolitische Mitteilung der EU-Kommission vom Oktober 2005 enthält den Vorschlag, eine hochrangige Gruppe fiir Wettbewerbsfahigkeit, Energie und Umwelt einzusetzen. Diese Gruppe, die sich aus den zuständigen Kommissaren, Mitgliedern des EU-Parlamentes, Ministern oder hohen Beamten der Mitgliedstaaten sowie Industrievertretern zusammensetzen soll, wird als Beratungsplattform dienen. Sie soll die Verknüpfung zwischen Energie- und Umweltgesetzgebung untersuchen und gleichzeitig Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfahigkeit verbessern. Themen der Gruppe sind: Klimawandel, Emissionshandel, Funktionsweise der Energiemärkte, Energieeffizienz und Umwelttechnologien. Außerdem ist geplant, ab dem Jahr 2007 - also nach der voraussichtlichen Verabschiedung von REACH - eine hochrangige Gruppe fiir die chemische Industrie einzusetzen. Auch dieses Gremium soll eine beratende Funktion ausüben, sein konkretes Aufgabenprofil ist allerdings noch nicht bekannt. Die bei den Gruppen werden zusammen mit der Kommission über die wesentlichen Gesetzesvorhaben diskutieren, die fiir die chemische Industrie in Europa von Belang sind. Der Branche wird damit eine große Chance geboten, sich in der Kommission mehr Gehör fiir chemiespezifische Anliegen zu verschaffen. Sie könnte einerseits ihre Themen pro-aktiv vorbringen und andererseits frühzeitig auf neue Gesetzgebungsaktivitäten in der EU reagieren. Reinhard Quick und Manfred Ritz.

VdL: Mit„Smart Coatings" über die Fünf-Milliarden-Schwelle

Frankfurt am Main, 30. Januar 2006 - Die Lackindustrie in Deutschland zeigt sich für 2006 optimistisch. Ein Mengenwachstum von zwei Prozent und Umsatzzuwächse von gut vier Prozent werden für das laufende Jahr erwartet. "In diesem Jahr werden wir in Deutschland die 5-Milliarden-Euro-Grenze bei der Produktion überschreiten," prognostizierte Peter Becker, der Präsident des Verbandes der deutschen Lackindustrie in Frankfurt. "Diesem Umsatz entspricht eine Produktionsmenge von 2,2 Millionen Tonnen Lacke und Farben."

Gestützt wird die positive Einschätzung von Wachstumsprognosen der Industrielackhersteller. Moderne industrielle Beschichtungsstoffe, die in der Elektroindustrie, im Maschinenbau oder für die Bandbeschichtung verarbeitet werden, zeigen deutliche Trends nach oben: drei Prozent bis sechs Prozent mehr Lack als im Jahr 2005 wollen die Lackhersteller in diesem Jahr verkaufen. Die Branche setzt dabei zunehmend auf so genannte Smart Coatings. Dies sind Beschichtungen, die neben dem Korrosionsschutz und farbigem Design zusätzliche Funktionen übernehmen. "Zum Beispiel sind hochkratzfeste Lacke oder Beschichtungen, die kaum verschmutzen und sich quasi selbst reinigen, sehr gefragt," sagte Peter Becker.

2006 könnte die Binnenkonjunktur für Lacke und Farben erstmals seit fünf Jahren bessere Wachstumsraten aufweisen als der Export. Die Ausfuhr von Lacken und Farben wird dieses Jahr wahrscheinlich nur noch um 1,3 Prozent auf 765 Tausend Tonnen im Wert von 1,85 Milliarden Euro steigen. 2005 nahmen die Exporte um 2,1 Prozent, im Jahr davor sogar um neun Prozent zu. Der hohe Eurokurs verteuert die Lackexporte deutscher Hersteller nach Osteuropa, Asien und Amerika. Die Umsatzzuwächse sind in erster Linie auf die stark gestiegenen Rohstoffkosten - vor allem bei Erdöl abhängigen Vormaterialien - zurück zu führen. "Die Ertragssituation vieler mittelständischer Spezialitätenhersteller in der Lackbranche ist nicht positiv zu sehen," so Verbandspräsident Becker.

Im Sektor der Baufarben rechnet die Industrie erst für das zweite Halbjahr 2006 mit durchgreifenden Besserungstendenzen. Hier hängt viel davon ab, ob die Bundesregierung ihr Vorhaben umsetzt, privaten Haushalten die Möglichkeit einzuräumen, Handwerksrechnungen bei der Steuererklärung absetzen zu können. Im vergangenen Jahr wuchs das Baufarbensegment nur im Do-it-Yourself-Bereich. Die Heimwerker kauften 2,5 Prozent mehr Lacke und Farben, vor allem Innenwandfarben. Der Malermarkt war dagegen mit zwei Prozent rückläufig.

VdL: Nano sorgt für Technologiesprünge im Mittelstand

Phänomen Farbe 22.03.2006. Brüssel. Die Nanotechnologie bietet ein großes Potential für die zukünftige Entwicklung der Lackindustrie. Die Branche arbeitet seit mehreren Jahren an der Realisierung so genannter Smart Coatings. Diese funktionalen Lacke haben Eigenschaften, die bislang nicht zu realisieren waren, und stehen jetzt vor der breiten Markteinführung. Hochkratzfeste Lacke, antibakterielle oder so genannte easy to clean-Beschichtungen sind für einige Verwendungszwecke bereits verfügbar. Um aber das Potential der Nanotechnologie in vollem Umfange ausschöpfen zu können, braucht die Industrie bessere Rahmenbedlngen. DeshaJb unterstützt die deutsche Lackindustde-dieAnstrengungen der Europäischen Kommission, die Führungsposition Europas bei der Anwendung von Nanotechnologie zu stärken und auszubauen.

Dazu ist allerdings mehr Unterstützung für die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) notwendig, die marktgängige Produkte auf der Basis von Nanotechnologie entwickeln. Viele innovative Produkte, auch für den privaten Konsumenten, könnten auf den Markt kommen, wenn die KMU, die die europäische Lackindustrie dominieren, besseren Zugang zu Risikokapital bekämen. Stabilität und Stetigkeit in der Gesetzgebung würden außerdem zu einer Beschleunigung des Prozesses von der Grundlagenentwicklung zum marktfähigen Produkt beitragen. Dies waren die wesentlichen Ergebnisse eines Workshops zur Nanotechnologie, den der Verband der deutschen Lackindustrie in der vergangenen Woche in Brüssel organisierte. 30 Experten von EU-Parlament, EU-Kommission, Universitäten, NGOs und Industrie trafen sich, um Chancen und Risiken der Nanotechnologie in der Lackbranche zu diskutieren. Die Teilnehmer waren darin einig, dass frühzeitige Informationen für die Öffentlichkeit und eine klare Kommunikation der Lösungsmöglichkeiten, die von der Nanotechnologie ermöglicht werden, für den Erfolg dieser Technologie grundlegend wichtig sind.

Dr. Jorgo Chatzimarkakis, Mitglied des Europäischen Parlamentes und Berichterstatter für das KMU-Programm "Competitiveness and Innovation Framework Programme (CIP)" beklagte während des Workshops, dass Europa führend sei bei Erfindungen, aber nicht bei deren Umsetzung. "Es gibt genügend Patente, aber nicht genügend Lizenzen," sagte er. Mehr Geld und leichterer Zugang zu Krediten für KMU, insbesondere Risikokapital steht auf der Forderungsliste der Industrie ganz oben. Die deutsche Lackindustrie teilt die Sichtweise von Dr. Chatzimarkakis, dass die finanzielle Ausstattung vieler kleiner und mittlerer Unternehmen oftmals unzureichend ist, um Erfindungen rasch in marktfähige Produkte zu transformieren. Dies liegt zum Teil darin begründet, dass viele KMU nicht über die erforderlichen administrativen Ressourcen verfügen, um öffentliche Kredite zu beantragen. Aus diesem Grunde sollten die Zulassungen zu staatlichen KMU-Kreditprogrammen wesentlich weniger bürokratisch sein.

Dr. Dietmar Eichstädt, Hauptgeschäftsführer des VdL, kündigte an, dass die Lackindustrie einen Aktionsplan entwerfen werde, der den Umgang mit Chancen und Herausforderungen der Nanotechnologie in der Lackindustrie beschreiben soll. Dieses Papier soll mit den relevanten Gruppen in den nächsten 12 Monaten diskutiert werden. Außerdem kündigte Eichstädt an, dass die deutsche Lackindustrie sich an der gegenwärtig laufenden Debatte um KMU-Programme der EU in stärkerem Maße beteiligen werde.

VdL: Durchgreifende Erfolge beim Arbeitsschutz in der Lackindustrie

Frankfurt am Main, 23.2. 2005 – Die Arbeitsunfälle in der deutschen Lackindustrie sind in den letzten drei Jahren um 39 Prozent zurückgegangen. Aktuelle Untersuchungen für das Jahr 2004 belegen, dass die Lackherstellung zu den sichersten Arbeitsplätzen in Deutschland gehört. Maß für das Unfallgeschehen ist die sogenannte 1000-Mann-Quote: Hier wird die Anzahl der Arbeitsunfälle auf 1000 Beschäftigte berechnet. Lackherstellung wird mit Oberflächenbehandlungsmitteln und Klebstoffen in einer Gruppe bei der Berufsgenossenschaft der Chemischen Industrie geführt. Mit einer 1.000-Mann-Quote von 13,4 schneiden die Lackhersteller deutlich besser als die Unternehmen in der Gesamtgruppe (18,4) ab.

Beim Verband der deutschen Lackindustrie führt man diese Erfolge auf die im Jahr 2000 angelaufene Kampagne zur Steigerung der Arbeitssicherheit bei den Lackherstellern zurück. Gemeinsam mit der Berufsgenossenschaft der Chemischen Industrie wurden flächendeckend in ganz Deutschland Schulungsveranstaltungen und Beratungen durchgeführt mit dem Ziel, das Unfallgeschehen bis zum Jahr 2005 um 35 Prozent zu reduzieren. Dieses Ziel ist also bereits erreicht worden. Dennoch werden die  Schulungsveranstaltungen auch im laufenden Jahr weiter fortgesetzt.

Unter den Arbeitsunfällen sind insbesondere Wegeunfälle und Verletzungen durch Stolpern, Stürzen oder Ausrutschen die häufigsten Unfallursachen. Mit einem Anteil von nur drei Prozent sind chemische Stoffe als Ursache für Arbeitsunfälle in der Lackindustrie deutlich unterrepräsentiert.

VdL: Lackindustrie 2005 - Leichtes Wachstum auf breiter Front

Phänomen Farbe 18.02.2005. Frankfurt am Main. Für das Jahr 2005 rechnen die deutschen Hersteller von Lacken und Farben mit einem Produktionswachstum von zwei Prozent. Die Umsätze werden laut Prognose des Verbandes der deutschen Lackindustrie (VdL) um mindestens fünf Prozent wachsen. Diese Umsatzprognose kalkuliert den Einfluss der erhöhten Rohstoffkosten, insbesondere den nach wie vor hohen Preis für Rohöl ein. Die Absatzmengen werden in allen Marktsegmenten etwa gleichmäßig um zwei Prozent wachsen, lediglich die Elektroindustrie (+4,4 Prozent) und der Maschinenbau (+3,2 Prozent) werden positiv von diesem Trend abweichen. Rückgänge beim Lackverbrauch erwarten die Marktforscher des VdL nur für den Autoreparaturlackmarkt (-2,5 Prozent). Hier wirken sich rückläufige Unfallzahlen im Straßenverkehr und stagnierende Neuzulassungen dämpfend aus.

Der Markt für Bautenfarben und Bautenlacke wuchs im vergangenen Jahr um mengenmäßig 3,4 Prozent (Umsatz +1 Prozent). Der Renovierungsbedarf der privaten Haushalte lässt sich offensichtlich nicht länger hinaus schieben. Für diese Interpretation spricht auch, dass die Zuwächse nur aus dem Do-it-yourself-Markt stammen, während der Malermarkt nochmals um 2 Prozent schrumpfte. Für das laufende Jahr geht der VdL davon aus, dass sich die Besserungstendenzen am Markt festigen werden. Davon sollte ab dem zweiten Halbjahr 2005 der Profibereich profitieren.

Auch die Hersteller von Holz- und Möbellacken sehen optimistisch ins laufende Jahr und rechnen erstmals seit drei Jahren wieder mit Zuwächsen bei Absatz (+1,6 Prozent) und Umsatz (+5,4 Prozent). Die Inlandsnachfrage nach Holzlacken ist immer noch schwach, die Impulse kommen im Wesentlichen aus dem Export. Gut ausgelastet sind die Hersteller von Holzfußböden und Platten, was zu entsprechender Lacknachfrage führt.

Die Exporte waren auch im Jahr 2004 der Motor für die Produktion von Lacken und Farben in Deutschland. Der Wert der Ausfuhren stieg im letzten Jahr um 8,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Exporte erreichten einen Gesamtwert von 1,8 Milliarden Euro, das entspricht 38 Prozent. Stimulierend wirkten sich auch die Exporte der deutschen Investitionsgüterhersteller und Autofabriken auf den Bedarf von Industrielacken aus. Deutlich gestiegen sind im vergangenen Jahr auch die Importe: die Mengen nahmen um 17 Prozent bei Wertsteigerung von 13,5 Prozent zu. Die Experten beim VdL interpretieren dies zum Teil als Auswirkung der zunehmenden Produktionsverlagerungen der Lackherstellung ins Ausland und der anschließenden Reimporte nach Deutschland.

Im Hinblick auf die Kostensituation wird auch für das Jahr 2005 keine Entlastung erwartet, da inzwischen davon ausgegangen werden muss, dass die festgestellte Knappheit bei verschiedenen Rohstoffen nicht durch Spekulationskäufe begründet ist. Wegen der anhaltend starken Nachfrage aus Asien sind vielmehr die Produktionsanlagen für strategische Rohstoffe mittlerweile an Kapazitätsgrenzen gestoßen. www.lackindustrie.de

November-Fragen an den VdL
Aus "Phänomen Farbe" Ausgabe 23.12.2004

„Phänomen Farbe" fragte Michael Bross,
Verband der deutschen Lackindustrie e.V.

1:
Die Berichte der Chemie über das dritte Quartal überschlagen sich mit Erfolgsmeldungen, kein Wunder, wenn sich Preiserhöhungen leicht durchsetzen lassen und ständig neue auf die Agenda kommen. Stimmt's??
Wer Auslandsgeschäft hat, schneidet gegenwärtig gut ab. Das gilt auch für die Lackindustrie. Die deutschen Lackhersteller konnten in den ersten 9 Monaten ihren Export um 12 % steigern; das ist sicher eine Erfolgsmeldung. Die Preissteigerungen für Lackrohstoffe kommen aber von den Ölpreisen oder sind die Folge von Verknappungen, weil die Kapazitätsgrenzen erreicht sind. In allen Lackzeitschriften kann man die entsprechenden Ankündigungen der Rohstofflieferanten lesen, dass die Preise erhöht werden müssen. Für die Lackhersteller ist das ganz gewiss keine Erfolgsmeldung und auch kein Grund zum Jubeln.

2:
Zumindest für die Lacktöchter der Chemie-Giants scheint es einfach, diese Zwänge zu verdauen, genauso wie es ihnen offenbar leicht fällt, spezielle Abnehmerbranchen ihrerseits in die Pflicht zu nehmen. Stimmt's??
Für die Absatzpolitik aller Lackhersteller ist nicht die Größe entscheidend, sondern der Zustand der Konjunktur in den jeweiligen Abnehmermärkten. Wenn man die miserable Lage der Bauwirtschaft betrachtet, dürfte es ziemlich egal sein, wie groß ein Lackhersteller ist. Wenn die Kunden keine Aufträge haben, brauchen sie auch keine Farbe.

3:
Nicht so bei den KUM's. Stimmt's??
Auch mittelständische Lackhersteller bedienen einen Markt. Die Hersteller, die exportieren oder in Nischenmärkten tätig sind, befinden sich in einer besseren Lage, als diejenigen, die den Binnenmarkt mit Commodities versorgen.

4:
"Nichts ist schöner als der eigene Tod," hat Chamisso gesagt (und damit Almansor zitiert): Ein Insider sagte mir gestern unverblümt (O-Ton), "ein Aufstand der Kleinen, die sich ohnehin wohlig auf der Opferbank eingerichtet hätten," stehe nicht an. Zu sehr "seien sie benommen von REACH und anderen Horrorvisionen, damit beschäftigt, Löcher im Käse zu suchen." Stimmt's??
Für Aufstände ist der Lackverband nicht zuständig, wir versuchen, die Interessen der Lackhersteller in Deutschland - und zwar aller Lackhersteller in Deutschland - zu bündeln und zu vertreten. Die Chemikalienpolitik der EU ist ganz sicherlich eine der größten Herausforderungen, denen die Lackindustrie sich wird stellen müssen. Aber wir haben auch schon einiges erreicht. Die allerersten Entwürfe waren noch weit katastrophaler als alles, was jetzt diskutiert wird. Der unermüdliche Einsatz der VdL-Projektgruppe Chemikalienpolitik hat in weit über 150 Einzelgesprächen mit Europaabgeordneten, Bundestagsabgeordneten und Landtagsabgeordneten sowie Beamten der verschiedensten Ministerien bislang schon bewirkt, dass die schwierige Lage der Lackindustrie als ein nachgeschalteter Verwender von Chemikalien bekannt gemacht und erkannt wurde. Viele Unternehmer - und gerade kleine und mittelständische Unternehmer - haben sich ihrerseits aktiv in das Geschehen eingeschaltet, indem sie die Abgeordneten ihres Wahlkreises zu Betriebsbesichtigungen und Informationsgesprächen einladen. Und es ist klar, dass die Branche mit ihrem Engagement nicht nachlassen darf. Wer sich beim Thema REACH nicht engagiert, hat sich offenbar aufgegeben. Das sollte jedoch niemand tun, denn noch besteht eine reelle Chance, die Chemikalienpolitik der EU in einer Weise mitzugestalten, dass auch die Lackindustrie davon profitieren kann. Beim VdL und auch beim europäischen Lackverband CEPE arbeiten viele Leute engagiert auf dieses Ziel hin. Was diese Damen und Herren nicht gebrauchen können und auch nicht verdienen, ist Defätismus. Im Gegenteil, sie brauchen Unterstützung.

5
Der Mann fragte dann aber auch was ganz Anderes..., die KUM's hätten keine Lobby mehr. Stimmt's??

...Kleine und mittelständische Unternehmen haben selbstverständlich eine Lobby. Die letzten Jahre und Monate haben doch gezeigt, dass in Politik und Öffentlichkeit die Bedeutung des Mittelstandes mehr und mehr erkannt und gewürdigt wird. Denken Sie nur an Überschriften wie "Der Mittelstand als Jobmaschine" oder "Die stillen Stars".

 

CEPE: Neue Struktur?

Colour-europe.de 11.08.2004. Der Verband der deutschen Lackindustrie e.V. (VdL), Frankfurt am Main, lädt zu einer außerordent-lichen Mitgliederversammlung am 30. September 2004 nach Frankfurt am Main ein. Beschlossen hatte das Novum einer zweiten Zusammenkunft in diesem Jahr die ordentliche Mitglieder-versammlung am 13.05.2004 in Wiesbaden. Die Mitglieder werden jetzt über die Haltung des deutschen Verbandes zur künftigen Struktur des europäischen Lackver-bandes CEPE zu entscheiden haben. Zuletzt hatte die CEPE die Beratunggsfirma Ernst &Young damit beauftragt, ein Gutachten über die mögliche Reorganisation des Verbandswesen auf europäischer Basis zu erstellen. Auch deutsche Vorschläge (vom 04.02.2004 siehe Grafik links) fanden Eingang in die Diskussion und in den Schlussbe-richt der Berater, wurden jedoch vom Präsidium des europäischen Verbandes mehrheitlich abgelehnt. Auch mit dem späteren Versuch, das Aussetzen einer schließlich beschlossenen andersgearteten Satzungsreform zu erreichen, scheiterten die Deutschen. Wegen formaler Fehler könnte es jetzt zu einer deutschen Klage beim belgischen Amtsgericht in Brüssel kommen. Das hätte allerdings nur aufschiebende Wirkung bis zur nächsten CEPE Mitgliederversammlung. Inzwischen arbeitet aber der Vorstand in Brüssel an detaillierten Vorschlägen zur Harmonisierung der Beitragsordnung in verschiedenen Lackverbänden, Änderungen beim Wahlrecht der Firmen im Sinne einer stärkeren Berücksichtigung der unterschiedlichen Größe der Mitgliedsfirmen und ähnlichen strittigen Punkten weiter. Näheres bross@vci.de

Kooperative Ingenieurausbildung – Ein erfolgreiches Studienmodell

Phänomen Farbe 26.07.2004. Seit etwa zehn Jahren kombiniert der attraktive Studiengang „Kooperative Ingenieurausbildung“ an der Hochschule Niederrhein in Krefeld die Ausbildung zum Lacklaboranten mit einem Studium zum Lackingenieur. Die Vorteile einer fundierten praktischen Lehre werden so verbunden mit den zusätzlichen theoretischen Kenntnissen einer Fachhochschulausbildung.
Mehr dazu.
Dieses Studium wird in einer Informationsveranstaltung des
Verbandes der deutschen Lackindustrie e.V. (VdL) gemeinsam mit der Hochschule Niederrhein am 13. Oktober 2004 in Krefeld vorgestellt.

Der VdL führt seit dem Jahr 2002 eine breit angelegte Ausbildungskampagne durch. Nachdem im ersten Jahr der Schwerpunkt ausschließlich auf den Bereichen Lacklaborant/ Lacklaborantin, Chemikant/Chemikantin, Chemiebetriebswerker/ Chemiebetriebswerkerin lag, stand im Jahr 2003 die Werbung für Lackingenieure im Mittelpunkt. In diesem Jahr soll mit dem Studiengang „Kooperative Ingenieurausbildung“ ein völlig maßgeschneiderter Ausbildungsweg für die Lackindustrie vorgestellt werden, der sich zu einem Erfolgsmodell für die Branche entwickeln könnte. Neben diesem Ausbildungsgang sollen im Rahmen der Veranstaltung auch die Studienabschlüsse Bachelor und Master, die in absehbarer Zeit den klassischen Diplom-Ingenieur an der FH ablösen, vorgestellt werden.

Um dem Fachkräftemangel in der Lackindustrie entgegenzuwirken, ist es unerlässlich, dass sich alle Firmen bemühen, geeignete Kandidaten für die unterschiedlichen Ausbildungsgänge anzuwerben. Mit dem Modell der „Kooperativen Ingenieurausbildung“ wird den Unternehmen hierzu ein weiteres interessantes Qualifizierungsangebot ermöglicht. Die Informationsveranstaltung wendet sich vor allem an Personalverantwortliche und Ausbilder. Weitere Informationen zu der Veranstaltung erhalten Sie beim Verband der deutschen Lackindustrie e.V. in Frankfurt, Telefon 069-25 56 1411; Telefax 069-25 56 13 58.

DLI  zeichnet "schönste Wohnsiedlung Deutschlands" aus

Phänomen Farbe 21.07.2004. Ein kleiner Teil der großen Plattenbausiedlung im Dresdner Nordwesten, die sogenannte ‚Kräutersiedlung‘ in Dresden-Gorbitz, erregte durch eine innovative Problemlösung und gelungene architektonische Gestaltung Aufsehen. Die Bemühungen der Eisenbahnerwohnungs-baugenossenschaft, der Stadtplaner, Architekten, Farbberater und ausführenden Firmen um ein nachhaltig attraktives, durchgrüntes Wohngebiet mit Siedlungscharakter wurden zurecht gewürdigt mit der Auszeichnung „Deutschlands schönste Wohnsiedlung", den das Deutsche Lackinstitut (DLI) Frankfurt/Main erstmalig in einem Wettbewerb vergab. Die dadurch derzeit stark ins Blickfeld gerückte Siedlung gewann in den letzten Jahren durch geschickten Rückbau einen völlig neuen Charakter und konnte durch maßstäblichere Gebäude mit individuellen Wohnformen ihre einstige Plattenbaumonotonie erfreulich weit hinter sich lassen. Mehr dazu:

Aus städtebaulicher, architektonischer und farbgestalterischer Sicht höchst bedauerlich erscheint jedoch, daß dieses durchweg gelungene Dresdner Rückbau-Beispiel nun Einschränkungen erfährt. Nach Auskunft der Wohnungsbaugenossenschaft bleibt für die von Anbeginn zum weiteren Rückbau ebenfalls vorgesehenen restlichen zwei Bauabschnitte aus finanz- und fördertechnischen Gründen inzwischen nur noch der Totalabriß, allerdings mit der Hoffnung auf mögliche Neubebauung, die dem erfreulichen Geist dieser besonderen Siedlung verpflichtet bleibt.

 

2003-2004
inland

inland wert

inland verbrauch
Inlandsverbrauch Lacke und Farben 2003

produktion umweltschonend

produktion umwelt wand fassade putz



Private Haushalte dominieren den Bautenlackmarkt

              
 

Beschäftigte
 

 

Chemische Industrie
insgesamt

Anstrichmittel,
Druckfarben und Kitte

         

 1995

515389

-4,6

41 426

 

 1996

498 756

-3,2

40 974

-1,1

 1997

480 030

-3,8

40 450

-1,3

 1981

465 344

-3,1

40 160

-0,7

 1999

456 743

-1,9

40 076

-0,2

 2000

451 963

-1,1

39 909

-0,4

 2001

447 499

-1,0

39 528

-1,0

 2002

442 614

-1,1

38 862

-1,7

 2003

444 354

-0,4

37 804

-2,9

 2004

428 302

-3,6

37 442

-1,0

 2005

422 673

-1,3

37 341

-0,3

 

  bross.gif (10223 Byte)100 Jahre Lackverband
Ein Phänomen Farbe Interview mit Michael Broß
Geschäftsführer Verband der Lackindustrie (VdL)
aus Heft 2/2000
  Phänomen Farbe: Vor 100 Jahren wurde der Lackverband gegründet. Was gab den Ausschlag dazu? Wie und wann ist die Gründung geschehen?

Michael Broß (VdL): Der Lackverband wurde als Verband Deutscher Lackfabrikanten im Herbst 1900 von zunächst 40 Lackfabriken gegründet. Der erste Vorsitzende war Kommerzienrat Louis Mann. Der Anlass für diesen Zusammenschluss waren die damals anstehenden Neuverhandlungen von Zolltarifen für den Außenhandel. Das dafür zuständige Reichsamt des Inneren wollte von den deutschen Fabrikanten eine abgestimmte Stellungnahme für diese Verhandlungen haben.

Phänomen Farbe: Welche Ziele hatte der Verband über die Jahre gesehen und in welchem Umfang konnten diese Ziele erreicht werden?

Michael Broß (VdL): Die Ziele waren immer vornehmlich wirtschaftlicher Natur, auch wenn sich die konkrete Problemstellung mit den Jahren gewandelt hat. In der Gründungsphase des Lackverbandes ging es in erster Linie darum, wie man die einheimischen Fabrikanten gegenüber der damals sehr starken englischen Konkurrenz schützen konnte. Wenn Sie so wollen, ging es um das, was wir heute als Protektionismus bezeichnen. Ein weiteres wichtiges Thema war der Bezug von Rohstoffen. Hier wollte die deutsche Industrie natürlich möglichst geringe Zölle und Handelsschranken durchsetzen, um Rohstoffe aus dem Ausland möglichst billig einkaufen zu können. Der Rohstoffbezug und die Verteilung auf die Mitglieder war auch nach dem 2. Weltkrieg wieder ein Thema, als im Zuge des Wiederaufbaus auch die Produktion von Lacken und Farben wieder organisiert werden musste. Aber auch alle andere Aktivitäten des Lackverbandes dienten stets dazu, den wirtschaftlichen Erfolg der Branche sichern zu helfen: Zum Beispiel befasste sich der Verband schon unmittelbar nach seiner Gründung mit Fragen, die wir heute unter dem Bereich der Normung zusammenfassen würden. Damals ging es um die Chancengleichheit aller Fabrikanten im Rahmen der Ausschreibungsverfahren der Reichsbahn. Bereits Mitte der zwanziger Jahre kamen Fragen der Lackforschung hinzu. 1927 wurde die Gesellschaft deutscher Lackfabriken übernommen, die auch ein eigenes Forschungslabor unterhalten hatte. Diese Aktivitäten sind heutzutage im Forschungsinstitut für Pigmente und Lacke an der Universität Stuttgart angesiedelt. Obwohl die Forschung inzwischen selbständig ist, bestehen nach wie vor enge Beziehungen zwischen dem Lackverband und dem Forschungsinstitut. Interessanterweise hat man sich schon Ende der zwanziger Jahre um eine Verbesserung des Images der Lackindustrie bemüht. 1929 wurde das relativ junge Medium des Tonfilms genutzt, um den Lack einer breiteren Öffentlichkeit vor Augen – und Ohren – zu führen. 40 Jahre später wurde vom neu gegründeten Deutschen Lackinstitut diese Idee der Gemeinschaftswerbung für die Branche wieder aufgegriffen, jetzt in Gestalt von Gemeinschaftsanzeigen in großen Publikumszeitschriften und ebenfalls mit einem Kultur- und Lehrfilm.

Ein ganz wichtiges Instrument der Verbandsarbeit war zu allen Zeiten die Lobbyarbeit. Die Repräsentanten des Verbandes haben immer den Kontakt zu Regierungsstellen, Verwaltung, institutionellen Abnehmern oder Normungsstellen gepflegt. In den letzten zwanzig Jahren ist hier als ganz neues Betätigungsfeld des Verbandes sicherlich der Umweltschutz hinzugekommen. In der gesamten Geschichte des Lackverbandes ging es immer darum, die wirtschaftlichen Interessen der Branche zu sichern, soweit ein Verband hier Einfluss ausüben kann. Die Fragen nach der Zielerreichung ist schwer zu beantworten. Die frühe Verbandsgeschichte ist leider nur unzureichend dokumentiert, da im 2. Weltkrieg alle Unterlagen verloren gingen. Was die jüngere Vergangenheit angeht, so kann man durchaus sagen, dass der Verband für seine Mitglieder – gerade im Bereich des Umweltschutzes – einiges bewerkstelligt hat. Ich denke hier nur an die VdL-Leitlinien im Rahmen des Responsible Care, die ganz sicherlich dazu beigetragen haben, das Ansehen der Branche bei Politik und Behörden anzuheben.

Phänomen Farbe 3: Wie ist der Verband gegliedert und welchen Nutzen ziehen die Mitglieder aus diesen Gliederungen?

Michael Broß (VdL): Schon relativ früh haben sich innerhalb des Verbandes Fachgruppen herausgebildet, in denen die Hersteller von Produkten für gleiche Einsatzzwecke ihre spezifischen Fragen erörtern konnten. Nach dem 2. Weltkrieg wurde unmittelbar nach der Wiedergründung des Verbandes ein Technischer Ausschuss eingerichtet sowie Ausschüsse für Importe, Kalkulationsfragen oder ein "Quotenausschuss". 1949 wurde die Studiengemeinschaft Lacke für Schienenfahrzeuge eingerichtet. Solche Gremien sind letztendlich der Ausdruck des vorherrschenden Interesses der Mitglieder in einer jeweils abgegrenzten Epoche. Einen Import- oder Kalkulationsarbeitskreis gibt es heute nicht mehr, dafür Expertengremien, die sich mit Produktsicherheit, Immissionsschutz, Abfall oder Ausbildungsfragen beschäftigen. Der Nutzen für die Mitglieder ist klar: Experten aus verschiedenen Mitgliedsfirmen diskutieren diese Fragen und können für die Gesamtheit der Mitglieder eine abgestimmte Meinung formulieren, die der Verband nach außen vertreten kann. Daneben ist der Verband auch regional in sogenannte Bezirksgruppen gegliedert.


Phänomen Farbe : Wie haben sich die Organe des VdL im Laufe der Zeit verändert?

Michael Broß (VdL): Das höchste Organ des Verbandes war zu allen Zeiten die Mitgliederversammlung. Daneben gab es schon von Anfang an einen Vorstand, der den Verband nach außen hin vertritt. Neu hinzugekommen ist 1924 eine Geschäftsstelle mit einem Geschäftsführer. In der Satzung des heutigen Verbandes der Lackindustrie ist außerdem ein Beirat eingeführt worden, dem die Vorsitzenden der Bezirks- und Fachgruppen sowie der Fachausschüsse angehören. Aufgabe dieses Beirates ist es, den Vorstand zu beraten.

Phänomen Farbe: Welche Ressourcen, Mittel und Möglichkeiten stehen dem Verband für seine Arbeit zur Verfügung?

Michael Broß (VdL): Ein Verband lebt – und das gilt für die Zeit vor 100 Jahren genauso wie heute – in erster Linie vom Engagement der Mitglieder. Entscheidend wichtig ist es, dass immer wieder Experten aus den Mitgliedsfirmen bereit sind, die jeweils firmenspezifischen Interessen hintan zu stellen und in einem Arbeitskreis oder Ausschuss die anstehenden Aufgaben und Probleme zu erörtern und eine Position zu formulieren, die allen Mitgliedern der Industrie Vorteile bringt. Ohne diesen Interessenausgleich innerhalb des Verbandes kann man nach außen hin wenig bewirken. Natürlich hat sich, was die Ressourcen des Verbandes angeht, im Laufe der Zeit ein Wandel vollzogen. In den frühen Anfangsjahren lebte der Verband ausschließlich vom Engagement der Ehrenamtlichen. Insbesondere der Vorstand, und allen voran der erste Vorsitzende Louis Mann, haben durch persönlichen Einsatz die Arbeit des Verbandes vorangebracht. Heute gibt es eine Geschäftsstelle mit insgesamt 10 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die sich sowohl um die Routineangelegenheiten eines Verbandes als auch um spezielle Fachfragen kümmern. Aber das ehrenamtliche Engagement von Experten ist heute fast noch wichtiger als früher, denn viele Fragen, mit denen sich der Verband heute befassen muss, sind so komplex geworden, dass ohne entsprechende Arbeitskreise mit vielfältiger Expertise aus der Praxis die Verbandsaufgaben – trotz der Kenntnisse der Spezialisten in der Geschäftsstelle - nicht erledigt werden könnten.

Phänomen Farbe: Wie hat sich die wirtschaftliche Situation der Branche im Vergleich zur Gesamtwirtschaft in den letzten 100 Jahren entwickelt?

Michael Broß (VdL): Diese Frage ist natürlich schwer zu beantworten, denn aussagefähiges Datenmaterial über die Zeit vor 1950 ist nicht mehr verfügbar. Insgesamt gilt eigentlich zu allen Zeiten, dass es der Lackindustrie dann gut geht, wenn die Abnehmerbranchen prosperieren. Von besonderer Bedeutung für den wirtschaftlichen Erfolg der Branche war zu allen Zeiten die Möglichkeit des Bezugs preiswerter Rohstoffe. Phasen der Kontingentierung wichtiger Einsatzstoffe, zum Beispiel in den beiden Weltkriegen oder in der Wiederaufbauphase nach dem 2. Weltkrieg, waren dem wirtschaftlichen Erfolg ebenso abträglich wie zum Beispiel die Erdölkrise in den 70-er Jahren. Wann immer Rohstoffe knapp oder sehr teuer waren, litt die Ertragskraft der eher mittelständisch strukturierten Lackindustrie.

Phänomen Farbe: Wie hat sich die Zahl der Mitglieder und wie haben sich die Strukturen der Mitglieder im Laufe der Zeit verändert?

Michael Broß (VdL): Der Lackverband ist im Grunde seit seiner Gründung ein Zusammenschluss mittelständischer Lackfabriken. Bis 1965 waren alle Lackfabriken in Familienbesitz. Man kann davon ausgehen, dass auch die allermeisten dieser Fabriken von den Inhabern selbst geführt wurden. 1965 wurden die Glasurit-Werke von der BASF AG übernommen. Seitdem hat es zahlreiche Übernahmen von ehemaligen Familienunternehmen durch Konzerne gegeben. Was die Zahl der Mitglieder im Lackverband anging, so begann es mit 40 Gründungsmitgliedern im Jahr 1900. 1917 gehörten dem Verband bereits 180 Mitglieder an, und 1925 waren es 200. Für das Jahr 1936 wurden in Deutschland insgesamt 511 Lackfabriken verzeichnet. Einen eigenständigen Lackverband mit freiwilliger Mitgliedschaft gab es zu diesem Zeitpunkt nicht mehr; deshalb kann man davon ausgehen, dass alle Lackfabrikanten in der entsprechenden Wirtschaftsgruppe organisiert waren. Nach dem 2. Weltkrieg wurde 1948 die Arbeitsgemeinschaft Lackindustrie mit 480 Mitgliedern für die sogenannte Bi-Zone gegründet. Der Verband der Lackindustrie zählte bei seiner Gründung im Jahre 1950 370 Mitglieder. Diese Zahl hat sich bis 1999 durch Fusionen, Übernahmen, aber auch Geschäftsaufgaben auf 190 halbiert. (Anmerkung: Zahlen zur Produktionsentwicklung siehe weiter unten)

Phänomen Farbe: Wie stellt sich die deutsche Lackindustrie im internationalen Vergleich dar?

Michael Broß (VdL): Da die Industrialisierung in Deutschland später begonnen hat als in Großbritannien, starteten die deutschen Lackfabrikanten in der Gründerzeit mit einem deutlichen Nachteil gegenüber den Briten. Englische Lacke waren um das Jahr 1900 auch auf dem Kontinent sehr gut eingeführt und für ihre ausgezeichnete Qualität bekannt. Die deutschen Fabrikanten mussten sich also erst einmal quasi "freischwimmen" und ihren eigenen Heimatmarkt erobern. Spätestens nach dem 1. Weltkrieg hatten die deutschen Lackhersteller aber qualitativ mit der britischen Konkurrenz gleichgezogen. Auf den Zusammenhang zwischen gesamtwirtschaftlicher Entwicklung und Lackproduktion habe ich schon hingewiesen, und deshalb verwundert es auch nicht, dass die deutsche Lackindustrie heute der größte Produzent in Europa ist. Etwa ein Viertel der in Europa hergestellten Lacke und Farben werden in Deutschland produziert.

Phänomen Farbe: In welchen Verbänden, sowohl national als auch international, ist der Lackverband Mitglied? Mit welchen Verbänden und Institutionen gibt es Zusammenarbeiten?

Michael Broß (VdL): Der Verband Deutscher Lackfabrikanten war vollends eigenständig und verstand sich auch nur als Interessenvertretung der Lackhersteller in Deutschland. Allerdings gab es zur damaligen Zeit durchaus Konkurrenz: 1918 wurde zum Beispiel der Verband deutscher Fabrikanten fein abgeriebener Farben gegründet und 1920 eine Vereinigung deutscher Farben- und Lackhersteller. Auch die schon erwähnte Gesellschaft deutscher Lackfabriken widmete sich Aufgaben, die heutzutage im Verband der Lackindustrie aufgegangen sind. Zu allen Zeiten gab es natürlich Kontakte zu den Vereinigungen der jeweiligen Abnehmerbranchen, insbesondere zum Handel. Der Verband der Lackindustrie, also der heutige Verband, ist seinerseits Mitglied im Verband der Chemischen Industrie und beim Europäischen Lack- und Druckfarbenverband CEPE, zu dessen Gründungsmitgliedern der VdL zählt. Kontakte werden gepflegt mit allen anderen Lackverbänden in Europa und den USA, mit den Verbänden des Groß- und Einzelhandels in Deutschland, mit der Deutschen Forschungsgesellschaft für Oberflächenbehandlung sowie mit den Universitäten und Fachhochschulen, die den Nachwuchs für die Branche ausbilden. Besonders wichtig sind auch die Kontakte zu den Verbänden der Verarbeiterbranchen, wie den Hauptverband Farbe, Gestaltung, Bautenschutz, der die Maler und Lackierer betreut, den Hauptverband der Deutschen Holz und Kunststoffe verarbeitenden Industrie und verwandter Industriezweige e. V., den Verband der Automobilindustrie, den Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau, um nur einige zu nennen. Insgesamt ist der Verband in ein breites Geflecht von Beziehungen zu anderen Verbänden und Institutionen eingebunden, die notwendig sind, um die anstehenden Fachfragen zu lösen und für die Branche und ihre Abnehmer zufriedenstellende Ergebnisse zu erzielen. Da die gegenwärtig anstehenden Probleme – ich denke hier nur an den Umweltschutz – ohne eine enge Kooperation zwischen dem Lackhersteller und dem Lackverwender nicht gelöst werden können, wird dieses Beziehungsgeflecht in den nächsten Jahren ganz bestimmt noch enger werden.
 

Lacke & Farben
einschlließlich Verdünnungen
seit 1950

Zuständigkeitsgebiet des VdL

Jahre

Lackproduktion

Produktionswert

in t

in 1000 DM

1950

186.947

472.637

1954

272.267

695.481

1959

450.612

1.191.564

1960

497.741

1.341.329

1961

541.554

1.470.586

1962

575.449

1.573.192

1963

597.164

1.658.995

1964

725.550

1.960.409

1965

813.824

2.128.928

1966

831.939

2.120.280

1967

872.493

2.114.509

1968

954.508

2.200.278

1969

1.066.224

2.414.375

1970

1.107.830

2.572.062

1971

1.181.884

2.723.173

1972

1.271.482

2.897.764

1973

1.336.804

3.111.520

1974

1.244.029

3.325.624

1975

1.207.824

3.376.483

1976

1.245.086

3.624.245

1977

1.264.971

3.794.112

1978

1.290.271

4.030.257

1979

1.330.649

4.201.039

1980

1.325.317

4.394.542

1981

1.316.956

4.640.464

1982

1.279.248

4.862.948

1983

1.308.295

5.162.010

1984

1.321.066

5.375.516

1985

1.318.458

5.470.617

1986

1.326.826

5.755.815

1987

1.350.935

5.853.455

1988

1.354.945

6.179.892

1989

1.417.781

6.576.456

1990

1.430.257

6.998.152

1991

1.548.248

7.563.158

1992

1.581.883

7.640.270

1993

1.668.538

7.627.843

1994

1.744.209

8.121.217

1995

1.944.257

8.271.687

1996

2.129.525

8.720.487

1997

2.223.474

9.104.428

1998

2.257.847

9.154.021

 

 

 

 

 

 

 

 

 

VdL: Stellenbörse für Lackierer

Phänomen Farbe. 15. Januar 2004. Frankfurt Main. Die Fachgruppe Autoreparaturlacke im Verband der deutschen Lackindustrie bietet auf ihrer Website unter www.autoreparaturlacke.de eine Ausbildungsplatz- und Stellenbörse, speziell für Lackiererinnen und Lackierer, mit der Sie neue und qualifizierte Mitarbeiter suchen und werben können. Nach der sekundenschnellen Registrierung können Stellen- und Ausbildungsplatzangebote direkt online eingegeben werden .

 

VdL: Export als Motor

Phänomen Farbe, 14.3.2001. Der Export war im vergangenen Jahr die treibende Kraft für die Lack- und Farbenproduktion in Deutschland. Vorläufige Zahlen des Verbandes der Lackindustrie zeigen, dass im Jahr 2000 Beschichtungsstoffe im Wert 2,6 Mrd. DM – das entspricht 28% der gesamten deutschen Lack- und Farbenproduktion – ins Ausland verkauft wurden. Gegenüber dem Jahr 1999 wuchsen die Exporte damit um 10%.
Insgesamt wurden in Deutschland im vergangenen Jahr 2,1 Mio. t Lacke und Farben im Wert von 9,2 Mrd. DM produziert. Das bedeutet eine Steigerung von gut 2% gegenüber 1999. Der Absatz von Beschichtungsstoffen an inländische Verbraucher wuchs allerdings nur um 1%. Wesentliche Ursache für dieses geringere Wachstum ist die schlechte konjunkturelle Lage im Baugewerbe. Der Auftragseingang im Hochbau sank im letzten Jahr um 11%, in Ostdeutschland sogar um 19%, in den westlichen Bundesländern um 8%. Dementsprechend kam es beim Verkauf von Bautenanstrichmitteln, die mehr als 50% der gesamten Produktion in Deutschland ausmachen, zu deutlichen Rückgängen. Betroffen waren hiervon insbesondere Innenwandfarben und kunstharzgebundene Putze, die  mengenmäßig bis zu 5% gegenüber 1999 verloren.

Der Absatz industriell verarbeiteter Beschichtungsstoffe nahm im letzten Jahr um 7% zu. Wesentliche Impulse kamen hier von den stark exportorientierten Sektoren des Maschinenbaus und der Elektroindustrie. Ebenfalls erfreulich positiv für die deutschen Lackhersteller verlief die Entwicklung bei Kunststofflacken und bei Pulverlacken. Anders als in den Vorjahren war die Autoindustrie nicht mehr treibende Kraft im Industrielackgeschäft. Die Produktionsmengen für die Autoserienlackierung und die Reparaturlackierungen gingen zurück. Positiv entwickelte sich dagegen das Lackgeschäft mit den Großfahrzeugherstellern.
Im Jahresverlauf 2000 zeigte sich nach einem starken Beginn eine deutliche Abschwächung der Lackkonjunktur im zweiten Halbjahr. Dies galt insbesondere für den Bereich der Bautenanstrichmittel. Diese Konjunkturschwäche zieht sich auch in das Jahr 2001 hinein. Sofern nicht eine deutliche Konjunkturbelebung eintritt – insbesondere im Baugewerbe – muss für den Inlandsabsatz von Lacken und Farben für das laufende Jahr mit einer Stagnation gerechnet werden. www.lackindustrie.de

VdL: Ende der Preisstabilität bei ARL?

Phänomen Farbe, 14.3.2001. Nach Mitteilung der Fachgruppe Autoreparaturlacke im Verband der Lackindustrie e.V. (VdL), Frankfurt am Main, geraten die Hersteller von Autoreparaturlacken in Deutschland durch die steigenden Rohstoffpreise in den letzten Monaten zunehmend unter Kostendruck. Experten im Verband der Lackindustrie gehen deshalb davon aus, dass die Preise für Autoreparaturlacke steigen werden, um diese Belastung auszugleichen. Diese Entwicklung sei in erster Linie auf den hohen Rohölpreis und die anhaltende Schwäche des Euro zurückzuführen. Es sei nicht davon auszugehen, dass sich diese Situation in absehbarer Zeit entscheidend verändern wird.
Nach einer langandauernden Phase der Preisstabilität zogen in den letzten zwölf Monaten die Preise für Rohstoffe stark an. Vor allem die Kosten für Rohöl, dem wichtigsten Rohstoff für Vorprodukte für die Produktion von Autoreparaturlacken, haben sich durch die Kürzungen der OPEC-Fördermengen mehr als verdoppelt. Eine zusätzliche Last für die deutschen bzw. europäischen Produzenten stellt die anhaltende Schwäche des Euro gegenüber dem Dollar dar.
Die Preise für Additive, Bindemittel und Pigmente wurden in diesem Jahr bereits mehrmals erhöht. Damit liegen die Steigerungsraten für die wichtigsten Rohstoffe, die zur Herstellung von Autoreparaturlacken benötigt werden, durchschnittlich bei mehr als 8%. Lösemittel sind sogar bis  zu 60% teurer geworden, ermittelte der Verband der Lackindustrie. Außerdem treiben die steigenden Rohölpreise die allgemeinen Produktionskosten mit in die Höhe. Durch die Verteuerung von Dieselkraftstoffen stiegen außerdem die Transportkosten. Selbst Stahlblech- und Kunststoffgebinde wurden teurer.
Die Hersteller von Autoreparaturlacken haben wenig Möglichkeiten, diesen Preisdruck auszugleichen. Denn die weltweit gute Auslastung in nahezu allen Bereichen des produzierenden Gewerbes hat eine hohe Nachfrage nach Rohstoffen zur Folge. Die Produzenten von Rohstoffen, die in der Mehrzahl international agieren, können sich somit ihre Abnehmermärkte aussuchen. Für die Hersteller von Autoreparaturlacken ist diese Entwicklung insofern gravierend, da die Einsparungspotenziale im Rohstoffeinkauf, bei der Organisation des Vertriebs und im Produktionsprozess bereits vollkommen ausgeschöpft sind. Aus diesen Gründen wird erwartet, dass die Hersteller ihre Preise erhöhen werden, um qualitativ hochwertige und innovative Produkte und die entsprechenden Serviceleistungen anbieten zu können.
Neben den höheren Energiekosten insgesamt, hat die dadurch auch schneller steigende Inflationsrate wiederum höhere Lohn und Lohnnebenkosten zur Folge (Shining PR).

VdL: Nachwuchsmangel erzwingt Werbekampagne

Phänomen Farbe 25.5.2001. Anlässlich der Mitgliederversammlung des Verbandes der Lackindustrie in Nürnberg kündigte der Vorsitzende Gernot Büchner eine gemeinsame Werbekampagne zusammen mit den Arbeitsämtern, Arbeitgeberverbänden, den Schulen und Hochschulen an, um junge Leute für eine Ausbildung in der Lackbranche oder ein entsprechendes Studium zu gewinnen. Bei Lacktechnikern und Lackingenieuren sei der Markt geradezu "leergefegt". In Zeiten der Globalisierung und rapiden technischen Wandels könnten die Unternehmen nur erfolgreich sein, wenn sie qualifizierte Mitarbeiter beschäftigten.

Lesen Sie hierzu die Meldung vom 7.5.2002 von der Mitgliederversammlung des VdL in Freiburg.

Lackindustrie fordert Konjunkturprogramm am Bau

Köln, 17. September 2001 – Die Lackindustrie nimmt mit großer Sorge zur Kenntnis, dass die Baukonjunktur, besonders in Ostdeutschland, immer stärker rückläufig ist. Von der Bundesregierung wird daher ein entschlossenes Vorgehen zur Ankurbelung der Konjunktur gefordert. Dies machte Dr. Hans-Joachim Güttler, Vorsitzender der Fachgruppe Bautenanstrichmittel im Verband der Lackindustrie e.V., Frankfurt am Main, bei einem Pressegespräch in Köln deutlich.

Bis zu 9.000 Arbeitsplätze in der Lackindustrie und über 250.000 Beschäftigte im Maler- und Lackiererhandwerk seien von der schlechten Lage am Bau betroffen. Im Handwerk gebe es bereits einen verstärkten Arbeitsplatzabbau und Betriebsschließungen. Auf die Selbstheilungskräfte der mittelständischen Wirtschaft allein zu vertrauen sei keineswegs ausreichend, sagte Güttler. Deshalb habe der Vorsitzende des Gesamtverbandes, Gernot Büchner, in einem persönlichen Brief an die Bundesminister Kurt Bodewig und Hans Eichel appelliert, mit einem Konjunkturprogramm am Bau Arbeit zu schaffen.

Prekäre Situation in Ostdeutschland

Der Präsident des Hauptverbandes Farbe Gestaltung Bautenschutz, Heinz Werner Bonjean, zitierte aus neuesten Konjunkturumfragen seines Handwerksverbandes, wonach immer weniger Betriebe „von einem günstigen Geschäftsklima sprechen." Das im Frühjahrsgutachten prognostizierte Umsatzminus von 3,3 Prozent für das Gesamtjahr 2001 werde „mit großer Wahrscheinlichkeit noch stärker ausfallen," äußerte Bonjean. In Ostdeutschland sähen sich viele Maler- und Lackiererbetriebe einer besonders gravierenden Situation gegenüber, mit Beschäftigungsrückgängen von bis zu neun Prozent gegenüber dem Vorjahr. Als eine wesentliche Ursache für diese schlechte Situation nannte Bonjean den mangelnden politischen Willen, die lohnintensiven Handwerksbetriebe von Lohnnebenkosten zu entlasten. Der Lohnkostenanteil im Maler- und Lackiererhandwerk betrage ca. 85 Prozent. Der Hauptverband Farbe Gestaltung Bautenschutz fordere bereits seit vielen Jahren die Einführung eines reduzierten Mehrwertsteuersatzes für Renovierungs- und Sanierungsleistungen des Malerhandwerks. Nur so könne der Flucht des privaten Endverbrauchers in Schwarzarbeit und Do-it-Yourself begegnet werden.

Der Verbandspräsident verwies auf das Beispiel Frankreich, wo eine entsprechende Versuchsregelung überaus positive Investitions- und Beschäftigungsimpulse zur Folge habe. Besonders folgenschwere Konsequenzen für das Handwerk habe aber die seit Jahren anhaltende Praxis vieler Gebietskörperschaften, anstehende Renovierungs- und Sanierungsarbeiten zu strecken und hinauszuzögern, sagte Bonjean.

Dies führe in den Folgejahren zu deutlich erhöhten Sanierungsaufwendungen gegenüber einer gleichmäßigen, fristgerechten Instandhaltung von Schulen, Kindergärten und anderen öffentlichen Gebäuden.

Modernisierung des Gebäudebestandes

Ein hervorragender Ansatzpunkt für staatliche Förderung sei die im kommenden Jahr in Kraft tretende Energieeinsparverordnung. Millionen vor privaten Haushalten in Deutschland könnten in erheblichem Maße dazu beitragen, weniger Energie für Heizungszwecke zu verbrauchen. Voraussetzung dafür sei aber, dass über die bereits beschlossenen Förderprogramme hinaus auch eine steuerliche Berücksichtigung von Modernisierungsmaßnahmen zur Wärmedämmung erfolge. Private Haushalte in Deutschland sparen jedes Jahr rund 200 Milliarden DM. Wenn es gelänge, nur ein Prozent dieser Summe für Modernisierung des Gebäudebestandes zu aktivieren, kämen zwei Milliarden DM zusammen, die im Bauhandwerk zu Aufträgen und Einkommen führen würden, rechneten Güttler und sein Stellvertreter in der Fachgruppe Bautenanstrichmittel, Horst Tietjen, vor. Es habe sich in der Vergangenheit gezeigt, dass die private Initiative zur Modernisierung des Gebäudebestandes in Deutschland am besten durch entsprechende Abzugsmöglichkeiten bei der Einkommensteuer anzuregen sei.

Vor dem Hintergrund des sogenannten Kyoto-Abkommens, in dem sich die Industriestaaten zu einer Reduktion ihres CO2-Ausstoßes verpflichtet haben, müssten auch kreative Ansätze entwickelt werden, um die privaten Haushalte an den notwendigen Einsparbemühungen zu beteiligen. Steuerliche Anreize zur Investition in Energieeinsparmaßnahmen seien gewiss besser geeignet, die von der Bundesregierung für Deutschland zugesagten CO2-Reduzierungsziele von minus 20 Prozent bis zum Jahr 2010 zu erreichen, als Verteuerungen der Primärenergieträger, bemerkte Tietjen.

Einbruch in der Lackkonjunktur

Der Verband der Lackindustrie rechnet damit, dass in Deutschland bis zum Jahresende 1,7 Millionen Tonnen Lacke und Farben im Wert von 8,15 Milliarden DM verkauft werden. Davon entfallen 1,11 Millionen Tonnen auf Bautenfarben und Bautenlacke. Der Inlandsumsatz in diesem Marktsegment wird für 2001 auf 3,6 Milliarden DM prognostiziert. Wertmäßig bedeutet dies einen Rückgang von fast fünf Prozent und mengenmäßig von knapp acht Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Im Verband der Lackindustrie (VdL) sind knapp 200 der etwa 250 deutschen Lackhersteller organisiert. Das Gros der Lackproduzenten beschäftigt im Branchendurchschnitt 50 bis 100 Mitarbeiter und erwirtschaftet einen durchschnittlichen Umsatz von 30 bis 40 Millionen DM pro Jahr. In der Fachgruppe Bautenanstrichmittel des VdL sind die 62 auf den Maler- bzw. Do-it-Yourself-Markt spezialisierten Lack- und Farbenproduzenten zusammengeschlossen.

Sorge um die wirtschaftliche Entwicklung der Branche

Dr. Hans-Joachim Güttler
Vorsitzender der Fachgruppe Bautenanstrichmittel
im Verband der Lackindustrie e.V.

Die Sorge um die wirtschaftliche Entwicklung in unserer Branche. Betroffen berührt sowohl die Hersteller von Farben und Lacken für den Bautenbereich, als auch unsere Abnehmer, den Farbengroßhandel, den Farbeneinzelhandel, den Do-it-Yourself-Bereich und vor allem das Malerhandwerk.

Zahlen zur Branche

In Deutschland werden Farben und Lacke von ca. 250 Herstellern produziert, die meisten Betriebe beschäftigen 50 bis 100 Mitarbeiter, der durchschnittliche Umsatz je Betrieb liegt bei 30 bis 40 Millionen DM. Insgesamt wurden im Jahre 2000 in der Lackindustrie 1.765.000 Tonnen mit einem Gesamtwert in Höhe von 8,150 Milliarden produziert. Der Anteil im Bereich der Bautenanstrichmittel, über den wir heute sprechen, beträgt hiervon knapp 70 Prozent.

Seit Anfang dieses Jahres verzeichnet unsere Branche einen dramatischen Rückgang sowohl im Absatz als auch im Umsatz. Der auf der vorliegenden Übersicht dargestellte Rückgang von ca. acht Prozent in der Menge und ca. fünf Prozent im Umsatz spiegelt nicht annähernd die dramatische Situation in bestimmten Produkt-bereichen und in der Ertragslage unserer Branche wieder. In einzelnen Segmenten rechnen wir mit Rückgängen zwischen 15 und 20 Prozent für dieses Jahr. Dem stehen Kostenerhöhungen im Personal-, Energie-, Transport- und teilweise auch im Rohstoffbereich gegenüber.

Die negative Entwicklung der Ertragslage hat in den letzten Monaten bereits zu Personalreduzierungen bei den Herstellern geführt. Wir erwarten in der nächsten Zukunft eine zum Teil existenzbedrohende Entwicklung für viele kleinere Unternehmen unserer Branche.

Bei unseren Kunden, dem Farbengroßhandel und dem Malerhandwerk, sind ähnliche Entwicklungen zu verzeichnen. Im Großhandelsbereich bemerken wir eine stark rückläufige Entwicklung insbesondere in den östlichen Bundesländern, Schließungen von Filialen sind hier an der Tagesordnung.

Zur Situation des Malerhandwerks wird Herr Bonjean später noch Stellung nehmen.

Ursachen für diese Entwicklung

1. Baukonjunktur

Mit einem weiteren Rückgang des Bauvolumens, insbesondere in den östlichen Bundesländern, sowohl im Wohnungsbau als auch bei öffentlichen Bauvorhaben muss gerechnet werden. Besonders besorgniserregend dabei ist, dass innerhalb der Baubranche nicht nur von der dramatischsten Situation seit über 10 Jahren gesprochen wird, sondern dass man zur Zeit keinerlei Anzeichen für eine Verbesserung dieser Situation sieht.

2. Mittelstandspolitik

Ein Großteil der Farbenhersteller in der Bundesrepublik sind typische Mittelständler mit Umsätzen unter 50 Millionen und unter 100 Beschäftigten je Betrieb. Der Mittelständler ist Motor und Hauptträger der wirtschaftlichen Entwicklung. Er erbringt einen entscheidenden Beitrag zur gesamtwirtschaftlichen Leistung und beschäftigt 70 Prozent aller Arbeitnehmer und 80 Prozent aller Auszubildenden. Der Mittelstand steht für Flexibilität und Innovation. Dennoch wird der Mittelstand durch mittelstandsfeindliche Politik seit Jahren in zunehmendem Maße hinsichtlich seiner Leistungsfähigkeit und Ertragskraft belastet. Ich nenne dabei insbesondere arbeitsrechtliche Überregulierungen, die Benachteiligung des Mittelstandes bei der Steuerreform, die hohe Abgabenlast, die insbesondere den Mittelstand trifft, und die bürokratischen Hilfsdienste für den Staat. Dazu kommen Probleme der Unternehmensfinanzierung. Mittelständler sind selten in der Lage, an den Kapitalmarkt zu gehen. Somit sind Bankkredite das wichtigste Finanzierungsinstrument für sie. Sie müssen jedoch befürchten, dass das Standardrisiko eines Mittelstandskredites als überdurchschnittlich eingestuft wird und er mit besonders hohen Kreditkosten belastet wird.

Auswege aus dieser Situation

Förderung des Bau-Volumens

· Im kommenden Jahr tritt die Energieeinsparverordnung in Kraft. Millionen von privaten Haushalten in Deutschland könnten in erheblichem Maße dazu beitragen, weniger Energie für Heizungszwecke zu verbrauchen. Voraussetzung dafür wäre, dass über das bereits beschlossenen Förder-programm hinaus auch eine steuerliche Berücksichtigung von Modernisierungs-maßnahmen zur Wärmedämmung erfolgt.

· Private Haushalte in Deutschland sparen jedes Jahr rund 200 Milliarden DM. Wenn es gelingen würde, ein Prozent dieser Summe für Modernisierung des Gebäudebestandes zu aktivieren, kämen 2 Milliarden DM zusammen, die im Bauhandwerk und den damit verbundenen Branchen zu Aufträgen führen würden. Ein weiterer Ansatzpunkt könnte demnach in einer Förderung der allgemeinen Modernisierung des Gebäudebestandes liegen.

Entlastung des Mittelstandes

· Sofortige Rücknahme der von der Regierung geschaffenen Beschäftigungshemmnisse.

· Vorziehen der für die Jahre 2003 – 2005 vorgesehenen Entlastungsschritte bei der Steuerreform 2002, um das Belastungsniveau der Personenunternehmen mit den Kapitalgesellschaften wenigstens annäherungsweise anzugleichen.

· Rücknahme der Korrekturen beim Betriebsverfassungsgesetz, denn die durchgeführten Änderungen sind ein Rückschritt.

· Senkung der Sozialabgaben.

Ich bin mir bewusst, dass die Einflussmöglichkeiten unseres Verbandes auf Politik und Gesetzgebung sehr begrenzt sind. Wir können dennoch nicht zusehen, wie hier mit einer „Politik der ruhigen Hand" die Farbenindustrie zusammen mit der Baubranche massiv und lebensbedrohend gefährdet wird.

 

Beschäftigungschancen mit neuer Technik nutzen

Horst Tietjen
stellv. Vorsitzender der Fachgruppe Bautenanstrichmittel
im Verband der Lackindustrie e.V.

Wir haben etwa 24 Millionen Wohnungseinheiten, die im energetischen Sinn sanierungsbedürftig sind. Die von der Bundesregierung seit diesem Jahr eingeleitete Förderung derartiger Modernisierungen durch zinsgünstige Kredite ist ein Schritt in die richtige Richtung, reicht aber leider allein noch nicht aus, wegfallende Arbeitsplätze im Bau- und Baunebengewerbe sowie bei der Lieferindustrie zu verhindern.

Wir fordern die Bundesregierung auf, zusätzliche steuerliche Anreize für Investitionen in Energieeinsparmaßnahmen zu schaffen, um unter anderem die für Deutschland zugesagten CO2-Reduzierungsziele von mindestens 20 Prozent bis zum Jahre 2010 zu erreichen. Ein derartiger Schritt erscheint uns geeigneter, als lediglich Verteuerungen der Primärenergieträger zu bewirken. Die steuerlichen Anreize in Form von z. B. erhöhten Abschreibungsmöglichkeiten schaffen zusätzliche Arbeitsplätze, die wir dringend benötigen. Der Bedarf an sinnvollen Modernisierungen im Gebäudebereich ist in Deutschland ausreichend für die nächsten Jahrzehnte vorhanden.

Da bekanntlich CO2 zu etwa 50 Prozent als Hauptverursacher der klimatischen Veränderungen gesehen wird, könnten wir dadurch einen positiven Beitrag zur Verringerung des Treibhauseffektes leisten.

Durch die fachgerechte Anbringung von Wärmedämm-Verbundsystemen, die von unserer Industrie geliefert werden, können derartige umweltschonende Beiträge bestens geleistet werden.

Das CO2-Online-Projekt ist eine Initiative der „Kreditanstalt für Wiederaufbau", die via Internet dem interessierten Investor den Wirkungsgrad seiner geplanten Modernisierungsmaßnahmen anschaulich aufzeigt. Er erhält auf diesem Weg schnell Informationen sowohl über seine Energieeinsparungsmöglichkeit als auch über seinen Beitrag zur CO2-Reduzierung. Es gibt nicht nur von unseren Industrieunternehmen sondern auch von den ausführenden Handwerksbetrieben vielfältige diesbezügliche Unterstützungen für Investoren, jedoch - und hier wiederhole ich mich jetzt – reichen diese Maßnahmen nicht aus, bei dem zum Teil negativen wirtschaftlichen Umfeld ausreichende Modernisierungen zu initiieren. Wir wenden gemeinsam mit den Verarbeitern weiterhin beachtliche Mittel zur Aufklärung der Investoren über die Energieeinsparungsmöglichkeiten bei Gebäuden auf, benötigen jedoch neue zusätzliche finanzielle Anreize für die Energieeinsparung bei Gebäuden.

Sowohl die neue Energieeinsparverordnung, die ab dem nächsten Jahr Gültigkeit erlangt, als auch die zinsgünstigen Kredite über die „Kreditanstalt für Wiederaufbau" können nicht allein den notwendigen Anstoß für weitere Ausgaben bei der Bevölkerung und der Wohnungswirtschaft geben. Besonders hilfreich wäre ein positives Voranschreiten bei Energieeinsparmaßnahmen durch die „Öffentliche Hand", indem diese wesentliche Teile ihrer Gebäude energetisch auf einen zeitgemäßen Stand bringt. Derartige wegweisende Beispiele werden dann auch im privaten Bereich Nachahmer finden, wenn dies durch steuerliche Anreize – wie bereits von mir erwähnt – gefördert werden würde. Zusätzliche und auch dringend benötigte Arbeitsplätze durch Gebäudemodernisierungen wären eine zwangsläufige und sehr angenehme Folgeentscheidung.

 

Branche verzeichnet einen stetigen wirtschaftlichen Rückgang

Heinz Werner Bonjean
Präsident des Hauptverbandes Farbe Gestaltung Bautenschutz

Insgesamt sind derzeit ca. 40.749 Maler- und Lackiererbetriebe aktiv am Markt mit ca. 255.000 Beschäftigten und einem Gesamtumsatz von 26,4 Milliarden DM. Bereits bei unserer Frühjahrsprognose sind wir von einem weiteren Umsatzminus für das Gesamtjahr 2001 von ca. 3,3 Prozent ausgegangen. Dieser Trend hat sich zwischenzeitlich bestätigt und verfestigt. Bei neuesten Umfragen bei unseren Mitgliedsbetrieben aus den vergangenen Wochen zeigt sich deutlich, dass immer weniger Betriebe von einem günstigen Geschäftsklima sprechen. Auch erfolgt eine weitere Freisetzung von Arbeitskräften. Die witterungsbedingten, saisonalen Arbeiten an der Fassade haben beim überwiegenden Teil der Betriebe nicht, wie in der Vergangenheit, dafür gesorgt, dass im ausreichenden Maße ein Auftrags- und damit auch Beschäftigungspolster vorliegt. Es läßt sich bereits heute feststellen, dass das erwartete Umsatzminus von ca. 3,3 Prozent mit großer Wahrscheinlichkeit noch stärker ausfallen wird. Eine besonders gravierende und prekäre Situation stellt sich für unsere Unternehmen in den östlichen Bundesländern ein. Hier verzeichnen wir teilweise Beschäftigungsrückgänge von bis zu neun Prozent gegenüber dem Vorjahr. Viele Betriebe sehen keine Möglichkeit mehr, am heimischen Markt ihre Leistungen anzubieten. Durch ein stark unterschiedliches Lohngefüge zwischen Ost und West kommt es in unserem lohnintensiven Maler- und Lackiererhandwerk zu einem zunehmenden weiteren Verdrängungswettbewerb der Betriebe untereinander, der schließlich eine fehlende Auskömmlichkeit mit den am Markt sich bildenden Preisen nach sich zieht.

Gründe für die Entwicklung

Wir haben wenig Hoffnung, dass eine durchgreifende Verbesserung eintritt. Wir können auch nicht erkennen, dass tatsächlich ein Wille zu Reformen besteht, die für den weiteren Fortbestand unserer Unternehmen dringend notwendig wären.

Das Maler- und Lackiererhandwerk ist ein sehr lohnintensives Handwerk mit einem Lohnkostenanteil von ca. 85 Prozent gegenüber einem Materialanteil von ca. 15 Prozent. Alle Maßnahmen, von der Gesundheits- über die Rentenreform, die die Lohnkosten betreffen, wirken sich unmittelbar und sofort bei der Wettbewerbsfähigkeit unserer Betriebe aus. Die Flucht des einzelnen Endverbrauchers in die Schwarzarbeit und der hohe Do-it-Yourself-Anteil an den Tätigkeiten unseres Gewerks haben ihre wesentliche Ursache in der Explosion der Lohnkosten und deren mangelnder Kompensation. Bei einem tariflichen Ecklohn von ca. 25 DM (West) und 22,83 DM (Ost) muß der Malergeselle selbst aufgrund der weiteren hohen Lohnbelastungen mindestens ca. 5 Stunden arbeiten, um sich eine Malergesellenstunde leisten zu können. Wir kämpfen daher mit allen mit, die sich für eine Senkung der Sozialbeiträge und eine Reduzierung der Lohnzusatzkosten einsetzen.

Schwarzarbeit muss am Markt unattraktiv sein, damit die Schere zwischen legaler und illegaler Arbeit nicht sehr weit auseinander geht. Dies würde gerade in unserem Handwerk eine Vielzahl von weiteren Beschäftigungsimpulsen auslösen und chronische strukturelle Probleme bei den Sozialversicherungsträgern und bei den Steuerausfällen mindern. Daher fordern wir bereits seit mehreren Jahren die Einführung eines reduzierten Mehrwertsteuersatzes für Renovierungs- und Sanierungsleistungen des Malerhandwerks. Leider haben sich die Bundesregierung und die tragenden Parteien dem bisher widersetzt. Unsere Kollegen in Frankreich berichten uns ständig von überragenden und positiven Investitions- und Beschäftigungsimpulsen, die eine entsprechende Regelung im Rahmen eines EU-Versuchs in Frankreich derzeit zur Folge hat. Wir begrüßen ausdrücklich die Überlegungen der Wirtschaftsministerien zur Einführung einer privaten steuerlichen Abzugsfähigkeit bei Bauhandwerkerrechnungen. Es darf aber nicht im Vorwahlkampf bei der bloßen Ankündigung bleiben, entscheidend ist die schnelle Umsetzung.

Ausdrücklich begrüßen wir es, dass nunmehr eine gesetzliche Regelung zur Tariftreue bei Vergabeentscheidungen seitens der Bundesregierung initiiert wird. Richtig ist, dass eine Preisbildung am Markt ohne dirigistischen Maßnahmen zu erfolgen hat, dies gilt grundsätzlich auch für Vergabeentscheidungen. Derzeit sind aber faire Wettbewerbsbedingungen am Markt in unserer Branche aufgrund der chaotischen Situation und des Zusammenbruchs auf der Nachfrageseite nicht feststellbar. Bei Submissionsergebnissen stellen wir fest, dass Kalkulationen vorgelegt werden, denen Löhne zu Grunde liegen müssen, die sehr weit vom tariflich vereinbarten Lohngitter abweichen. Auch unter dem Gesichtspunkt der Wirtschaftlichkeit des Angebots ist eine Tariftreue zu fordern. Nur bei der Vergabeentscheidung kann eine wirksame Kontrolle zur Einhaltung von Mindeststandards von Arbeits- und Wirtschaftsbedingungen eingeführt werden. Wegen der ständig wechselnden Baustellen ist im Maler- und Lackiererhandwerk eine Kontrolle auf der Baustelle selbst nur schwerlich möglich.

Die Maßnahmen der Politik gehen aber nicht die eigentliche Wurzel des Problems an. Vielmehr wird lediglich versucht, bestimmte Symptome zu bekämpfen. Das gemeinsame Ziel muß es sein, die Nachfrage an Leistungen des Maler- und Lackiererhandwerks zu steigern. Der Maler ist Profi für Ausbau-, Renovierungs- und Sanierungsleistungen. Hier besteht für alle öffentlichen Auftraggeber, bei Kommunen, den Städten und in den Ländern, die Pflicht, Investitionen vorzunehmen und hierüber auch in der Folge Beschäftigung auszulösen. Mit folgenschweren Konsequenzen verzeichnen wir in den vergangenen Jahren einen großen Rückgang der Investitionen in öffentliche Gebäude wie Schulen, Kindergärten, Verwaltungen etc. Anstehende Sanierungsmaßnahmen werden gestreckt und zeitlich hinausgezögert. Eine ordnungsgemäße Instandsetzung der Fassaden oder der Innenräume findet nicht statt. Werterhaltende Maßnahmen werden nicht durchgeführt. Die Konsequenzen zeigen sich in den Folgejahren: Die Sanierungsaufwendungen potenzieren sich und führen zu viel größeren Haushaltsaufwendungen, als dies bei einer stetigen Renovierungs- und Sanierungsleistung der Fall ist. Viel stärker muß ins öffentliche Bewußtsein hineinrücken, dass die Vornahme von Renovierungs- und Sanierungsleistungen zur Erhaltung der Gebäudesubstanz und des Bestandes dringend notwendig ist und hier eine unsägliche Kapitalvernichtung stattfindet, soweit dies nicht im ordnungsgemäßen Rahmen vorgenommen wird. Da helfen auch nicht gut gemeinte Selbstinitiativen, wenn Eltern und Schüler beispielsweise im Schulgebäude zum Pinsel greifen. Die Arbeiten werden fachtechnisch nicht ordnungsgemäß ausgeführt. Weitere Renovierungsaufwendungen sind die Folge.

Dies wird auch in positiver Weise das Investitionsklima des privaten Endverbrauchers beeinflussen und fördern. Gerade der umweltgerechte Einsatz von Materialien und deren Verarbeitung sind heute von großer Bedeutung. Hier bietet das Maler- und Lackiererhandwerk mit der Wärmedämmung und den traditionellen Techniken zur Fassaden- und Innenraumgestaltung komplette Lösungen. Auf die Kompetenz zur Umsetzung der Energieeinsparverordnung wurde bereits verwiesen. Wir sehen hier einen wichtigen Zukunftsmarkt.

Mit vielfältigen eigenen Anstrengungen des Verbandes zusammen mit den Partnern der Lackindustrie wollen wir selbst alle Möglichkeiten ausnutzen, um ein positives Investitionsklima zu setzen. Ein zentrales Ereignis hierzu wird als Branchenhöhepunkt im kommenden Jahr unsere Leitmesse „FARBE 2002" vom 11. April bis 14. April 2002 in München sein. Hier werden sich wichtige Indikatoren für die Zukunftsfähigkeit der Branche zeigen.

Lohnkosten senken – Investitionsanreize schaffen: Ein einfaches, aber auch sehr erfolgreiches Konzept, welches vielen Menschen in unserem Land eine Beschäftigung und eine Perspektive eröffnen könnte.

VCI: Europäische Chemikalienpolitik

Phänomen Farbe 15.07.2003. Anlässlich der Juli-Pressekonferenz des Verbandes der chemischen Industrie VCI nahm der Verbandspräsident Prof. Dr. Wilhelm Simson die europäische Chemikalienpolitik unter einer äußerst kritische Lupe. Wir zitieren hier einige seiner Ausführungen:

In Europa besitzt Deutschland die mit Abstand größte Chemieindustrie: Gut ein Viertel des Umsatzes mit chemischen Produkten und fast jeder dritte Arbeitsplatz der Branche in der EU stammen von deutschen Unternehmen. Hinter dieser wirtschaftlich herausragenden Position stehen einzigartige Strukturen. Sie machen zum großen Teil den Erfolg der deutschen Chemie im internationalen Wettbewerb aus: enorme Produktvielfalt, hoher Anteil von Fein- und Spezialchemikalien, weiterverarbeitende Teilsektoren wie zum Beispiel Lack- und Klebstoffhersteller sowie besonders viele mittelständische Firmen.

Genau aus diesen Gründen sind wir m stärksten betroffen und daher besonders sensibel für die Folgen einer Reform der EU-Chemikalienpolitik. Der Verordnungsentwurf, den die EU-Kommission für acht Wochen im Internet zur Diskussion gestellt hat, hat unsere schlimmsten Befürchtungen übertroffen. Er ist viel zu kompliziert, extrem kostspielig, antquiert, innovations- und mittelstandsfeindlich ausgefallen. Brüssel könnte damit ein Beben auslösen, dessen Ausläufer die Chemie in ganz Europa erschüttern und nicht mehr reparable Schäden hinterlassen.

Von dem ursprünglichen Ziel, das Chemikalienrecht zu entschlacken, widersprüchliche oder überflüssige Vorschriften auszuräumen und für Unternehmen wie Behörden praktikabler zu gestalten., ist nichts mehr zu erkennen. Stattdessen lehnen sich die vorgesehenen Regelungen einerseits stark an bestehende Verfahren für Alt- und Neustoffe an, die sich in der Vergangenheit als ausgesprochen ineffizient oder innovationshemmend erwiesen haben. Andererseits werden die Unternehmen im Rahmen des so genannten REACH-Systems, das für die Registrierung, Bewertung und Zulassung von Chemikalien steht, zusätzliche Prüf- und Informationspflichten auferlegt. Unsere Unternehmen, vor allem mittelständische Firmen – und zwar in der gesamten Wertschöpfungskette – wären damit völlig überfordert. Wollte man dieses Konzept so umsetzen, würde nicht nur die chemische Industrie selbst strukturellen und wirtschaftlichen Schaden nehmen. Auch das gesamte verarbeitende Gewerbe in Deutschland würde in Mitleidenschaft gezogen werden – darunter besonders die Automobil-, Elektro-, Textil- und Maschinenbauindustrie, die von kurzen Innovationszyklen abhängen. Bislang ist öffentlich kaum wahrgenommen worden, dass dieses neue System alle gewerblichen Anwender von Chemikalien branchenübergreifend betrifft. Handwerksbetriebe genauso wie Großkonzerne, Hunderttausende, wenn nicht  sogar Millionen von Arbeitsplätzen sowie die Existenz vieler insbesondere mittelständischer Unternehmen stehen auf dem Spiel, denn die Kosten und sonstigen Folgewirkungen dieser „Reform“ drohen völlig aus dem Ruder zulaufen:

Die beiden für den Verordnungsentwurf verantwortlichen EU-Kommissare räumen inzwischen selbst schwarz auf weiß ein, dass die chemische Industrie in der EU bis 2020 mit bis zu 7 Milliarden Euro für die Etablierung des REACH-Systems rechnen muss. Für die übrige Wirtschaft erwartet die Kommission Folgekosten zwischen 14 und 26 Milliarden Euro. Untersuchungen in Deutschland und Frankreich über die wirtschaftlichen Auswirkungen der neuen Regelungen bestätigen diesen Trend, kommen aber zu viel weit reichenderen Auswirkungen.

Die Unternehmensberatung Arthur D. Little errechnet bei ihrem Szenario „Hurricane“, das wohl am ehesten dem Verordnungsvorschlag entspricht, dass die Bruttowertschöpfung der Wirtschaft in Deutschland dauerhaft um sechs Prozent niedriger ausfallen wird als ohne REACH.

Arbeitsplätze könnten verschwinden. Diese Zahlen stützt eine Studie aus Frankreich, die von Regierung und Industrie gemeinsam in Auftrag gegeben wurde. Sie sagt durch die geplanten Regelungen einen dauerhaften Verlust von 54 Milliarden Euro oder gut 3 Prozent der Wirtschaftsleistung Frankreichs voraus. Man rechnet damit , dass innerhalb von zehn Jahren 670.000 Arbeitsplätze und 88 Milliarden Euro an Investitionen verloren gehen.

In Deutschland werden rund 24.000 Chemikalien in Mengen unterhalb 100 Tonnen pro Jahr hergestellt. Nach unserer eigenen Einschätzung würden etwa 20 bis 40 Prozent dieser Stoffe die zusätzlichen Kosten für die Registrierung  nicht verkraften. Zu eng sind die Margen in diesem Segment kalkuliert, um einen solchen Kostenschub abfangen zu können. Die Substanzen würden relativ rasch vom europäischen Markt verschwinden. Das hätte fatale Folgen für die Innovationsfähigkeit der gesamten Industrie: Dieses Produktsegment zeichnet sich durch Stoffe aus, die oft für individuelle Anwendungen entwickelt werden. Zum Beispiel Flüssigkristalle für elektronische Displays, Klebstoffe für den Automobil- oder Flugzeugbau sowie Prozesschemikalien für die Halbleiterindustrie oder die Oberflächentechnik. Diese besondere Stärke der deutschen Chemie steht auf der Kippe, wenn die überzogenen Anforderungen und bürokratischen Prozeduren des Gesetzentwurfes Realität werden sollten.

Dramatisch sind die Auswirkungen auf die vielen kleinen und mittleren Unternehmen unserer Branche. Sie sind überwiegend als Weiterverarbeiter chemischer Stoffe tätig. Hierzu zählen Firmen, die Hilfsmittel für die Textil- und Lederindustrie produzieren oder Klebstoffe, Lacke und Druckfarben herstellen. Auch wenn es in der Regel die Großunternehmen sind, die im Rampenlicht stehen: Der Mittelstand ist eine tragende Säule unserer Branche. 90 Prozent aller Chemiebetriebe in Deutschland haben weniger als 500 Beschäftigte. Sie erwirtschaften 36 Prozent des Umsatzes der Branche und beschäftigen über ein Drittel der Chemiearbeiter.

Bei vielen Firmen würden Registrierkosten in der Größenordnung eines Jahresumsatzes oder mehr anfallen. Die Mittelständler rechnen damit, dass sie viele Produkte – manche sprechen von bis zu zwei Dritteln – daher aufgeben müssten. Umsatz und Gewinn würden massiv einbrechen, Arbeitsplätze quer durch alle Geschäftsfelder wären vom Rotstift bedroht. Eine Reihe von Unternehmen sieht die eigene Existenz ernsthaft gefährdet.

Den negativen wirtschaftlichen Auswirkungen stehen keine entsprechenden Verbesserungen im Umwelt- und Verbraucherschutz gegenüber. Im Gegenteil: Durch die Verschlechterung der Wettbewerbssituation nahezu aller Industriebranchen in Europa würden zukünftig mehr Produkte außerhalb der EU mit wesentlich niedrigeren  Gesundheits- und Umweltstandards hergestellt – und dann in die EU importiert. Außerdem zählen die Produktions- und Arbeitsbedingungen in der europäischen chemischen Industrie ohnehin zu den sichersten und am strengsten kontrollierten weltweit. Nirgendwo müssen den Behörden mehr Daten und Dokumente vorgelegt werden, wenn es darum geht, ein neues Produkt auf den Markt bringen zu wollen. Das hat dazu geführt, dass es im Vergleich zu den USA dreimal so lange dauert, ein neues Produkt auf dem Markt einzuführen. Und es kostet das Zehnfache.

Wir haben unsere Bedenken in einer ausführlichen Stellungnahme gegenüber der Kommission zum Ausdruck gebracht. Daneben haben wir auf viele handwerkliche Fehler des Entwurfes hingewiesen. Sie stellen zum Beispiel die Vereinbarkeit mit den Regeln de Welthandels, rechtliche Einspruchsmöglichkeiten gegen die Entscheidungen der Behörden oder die vertrauliche Behandlung von Betriebsgeheimnissen erheblich in Frage. Wir hoffen, dass diese Hinweise berücksichtigt werden, denn mit dem jetzigen Entwurf können wir auf keinen Fall leben.

Deshalb hat der VCI auch den Vorschlag gemacht, eine Reihe von Pilotprojekten zu vereinbaren, mit denen Kommissionen, Behörden und Industrie zunächst gemeinsam ausloten sollten, welche Vorschriften sich in der Praxis tatsächlich umsetzen lassen. Denn auch wir halten die Erneuerung des EU-Chemikalienrechts für unabdingbar.

Werner Zöllner

Frankfurt am Main - Am 20. Juli 2009 verstarb, wie der Verband der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie mitteilte, im Alter von 84 Jahren Werner Zöllner. Er hat sich mit großem Engagement für die Lackindustrie eingesetzt. Mehr als ein Jahrzehnt war er Vorsitzender des Technischen Ausschusses des Verbandes. Darüber hinaus war er Mitglied von Verbandsgremien, die sich Umweltfragen, Themen des Arbeitsschutzes, der Sicherheit und dem Verbraucherschutz widmen. Während seiner Amtszeit hat er eine Vielzahl von Informationsveranstaltungen für die Mitgliedsfirmen geleitet und Experten geschult. Ebenso hat er die Interessen der Lackindustrie in zahllosen Gesprächen und Diskussionen mit Politik und Behörden vertreten. Nach seiner Pensionierung stand er,dem VdL mit seinem umfassenden Fachwissen weiterhin für viele Aufgaben zur Verfügung. Die Branche und der Verband sind ihm zu großem Dank verpflichtet. Sein freundliches und zuvorkommendes Wesen hat ihm die Freundschaft all derer eingetragen, die mit ihm zusammengearbeitet haben. Die Mitgliederversammlung des VdL hat ihn in Würdigung seiner Verdienste zum Ehrenmitglied ernannt.