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Handel Handwerk
Phänomen Farbe 1.12.1999

BGA: Markenartikel verkaufen
Großflächenanbieter
    Bahr
    Hagebau
    Praktiker
    Rewe/Baumax
    Stinnes
SBA: Großhandel
Krautol: Wand & Boden hinzugewonnen
HVFGB: Malerhandwerk






BGA: Markenartikel verkaufen

Phänomen Farbe 1.12.1999: Das seit längerer Zeit geplante Spitzengespräch des Bundesverbandes des Deutschen Groß- und Außenhandels e.V., Bonn, mit dem Markenverband fand inzwischen in Wiesbaden statt. Beide Seiten waren sich in der Diagnose der Wettbewerbssituation in Deutschland weitgehend einig. In Teilsegmenten herrsche hier ein brutaler Wettbewerb, der die Substanz der Unternehmen sowohl des Handels als auch der Industrie gefährden würde.

Die durch das Bundeskartellamt eingeleiteten Vorverfahren zur Prüfung der Preisstrategien werden skeptisch beurteilt. Auch für das Kartellamt sei es eine Gradwanderung. Ob sich das neue Kartellgesetz in Paragraph 20 Abs. 4 wirkungsvoll einsetzen lasse, müsse sich erst noch erweisen. Seitens des BGA konnte betont werden, dass es eine Reihe von wichtigen Mitgliedsverbänden gäbe, die sich sehr wohl mit der Grundphilosophie des Markenverbandes identifizieren könnten, zumal sie ihre Großhandelsgeschäfte in enger Kooperation mit dem Facheinzelhandel entwickeln und vornehmlich auch Markenartikel in den Verkehr bringen würden.

Großflächenanbieter

Phänomen Farbe 1.12.1999: Bahr: Der Geschäftsführer der Baumarktkette Max Bahr Holzhandlung GmbH & Co. KG, Hamburg, Dirk Christian Möhrle, will die Investitionen seines Hauses in den kommenden Jahren bei jährlich 60 Mio. DM halten. Möhrle will sich auf Standorte konzentrieren, in denen Bahr bereits jetzt vertreten ist, um die Marktposition zu sichern und auszubauen. 40 bis 50% der Standorte sollen ausgebaut und mit Gartencentern erweitert werden. Von dem Ansatz, mit großen Märkten an schlechten Standorten kleine Märkte an guten Standorten auszutrocknen, hält Möhrle nichts. Wesentliche Ziele sind für ihn, Baumärkte als Einkaufsquelle für Gewerbetreibende, Handwerker oder Wohnungsverwaltungen attraktiver zu machen. An den jährlich bisher 20 Mio. Kassenbewegungen haben diese Zielgruppen nur einen Anteil von 10 bis 15%. Angestrebt werden 30%. So will man im nächsten Jahr eine Kundenkarte für diese Zielgruppe herausgeben.

Phänomen Farbe 1.12.1999: Hagebau: Die Hagebau Handelsgesellschaft mbH & Co. KG, Soltau, rechnet für 1999 mit einem Umsatz von 5 Mrd. DM. Damit würde die Gruppe gegenläufig zum Branchentrend etwa 4% zulegen. Inzwischen wuchs die Zahl der Gesellschafter in der als Einkaufskooperation gegründeten Kette seit 1990 von 180 auf 252, gleichzeitig stieg die Zahl der Standorte von 500 auf über 900. 50% des Umsatzes kommen aus der eigenen Baumarktkette "hagebaumarkt", die an 290 Standorten tätig ist. Die Gruppe plant, Baustoffhandel und Heimwerker-Baumarkt künftig stärker zusammenzuführen, in der Diskussion ist eine Art Dienstleistungszentrum Bau, das jede Leistung für alle Kunden bieten würde. Mit der Zusammenlegung von Standorten könnte Hagebau darüber hinaus den Vorsprung der Konkurrenz bei der Betriebsgröße aufholen. Die durchschnittliche Baumarktfläche ist mit 3.500 m² bei Hagebau nur ein Fünftel so groß wie bei den Giganten.

Phänomen Farbe 1.12.1999: Praktiker: Die Kölner Metro AG ist entschlossen, ihrer Baumarkt-Tochter Praktiker in den nächsten Jahren eine nachhaltige Neuausrichtung zu verordnen. Die Kette soll eine für den Kunden klar nachvollziehbare Marktpositionierung erhalten. Sortimente und Warenpräsentationen sollen nach den in Frankfurt präsentierten Plänen des Praktiker-Vorstandes verbessert und Rationalisierungspotenziale gefördert werden. Dem Strukturwandel hin zu großflächigen Märkten will das Unternehmen mit der Eröffnung neuer Standorte mit teilweise mehr als 10.000 m³ Verkaufsfläche begegnen. Obwohl die konjunkturellen Rahmenbedingungen derzeit nicht günstig sind, sieht der Vorstand ein strategisches Marktpotenzial in Deutschland. Über 300 Mio. DM sollen für die neue Strategie investiert werden.

Phänomen Farbe 1.12.1999: Rewe/Baumax: Die Kölner Rewe-Gruppe will mit Baumax, einem führenden österreichischen Baumarktbetreiber, eine Einkaufskooperation eingehen. Die Rewe erreicht nach der Übernahme von Götzen- und Stinnes-Märkten einen Jahresumsatz von 3 Mrd. DM, Baumax ist auf 1,5 Mrd. DM zu schätzen. Neben dem gemeinsamen Einkauf ist an die Produktion von Eigenmarken gedacht. Baumax selbst will seinen Umsatz in fünf bis sechs Jahren verdoppeln. Nach den Worten des Vorstandschefs der in Kloster Neuburg/Österreich ansässigen Firma, Martin Essl, wird auch an eine Kooperation mit den toom-Baumärkten gedacht. Im ersten Halbjahr 1999 steigerte die Baumax-Gruppe ihren Brutto-Umsatz um 12,1%.

Phänomen Farbe 1.12.1999: Stinnes: Das neue Stinnes-Management hat nach der Aufräumaktion bei der ungeliebten Neuerwerbung Raab Karcher inzwischen kraftvoll durchgegriffen. Außerdem wurden inzwischen von 160 inländischen Standorten zwölf Verlustbringer geschlossen, 30 weitere werden auf Vordermann gebracht und das Netz zu logistischen Vorteilen optimiert. Dadurch will man eine Ergebnisverbesserung von etwa 30 Mio. DM erzielen. Künftiger Grundsatz ist aber, dass Baustofflogistik ein Geschäft am Ort ist, das von der Unternehmer-Kreativität des Marktleiters und persönlicher Kundenbindung lebt. Inzwischen wurde der Negativ-Trend bei Raab Karcher ins Positive gewendet.
SBA: Großhandel

Phänomen Farbe 1.12.1999: Nach Angaben des statistischen Bundesamtes (SBA) lag der Umsatzzuwachs des Großhandels im September um 1,3% über dem Vergleichszeitraum. Auf die ersten drei Quartale gerechnet wurden im Großhandel nominal 2,2% weniger, aber real 0,1% mehr umgesetzt als ein Jahr zuvor. Der BGA sieht in diesem Trend einen Frühindikator für die konjunkturelle Entwicklung. Im September wuchs vor allem das Geschäft mit Rohstoffen, Maschinen und allgemeinen Verbrauchsgütern. Bei Rohstoffen betrug der Zuwachs 5,9%, bei Maschinen 5,5 und bei Verbrauchsgütern 3,6%. Für das Gesamtjahr 1999 geht die Branche von einem Plus von 2% beim Export und von 3% beim Import aus. In 2.000 würden dann die Ausführen "die Schallmauer von 1 Bio. DM durchbrechen", sagte der Präsident des Deutschen Groß- und Außenhandels (BGA), Michael Fuchs in Berlin. Nach den Krisen in Asien, Lateinamerika und Rußland habe sich der deutsche Außenhandel erst Ende des zweiten Quartals allmählich freischwimmen können. Nun gehe der Kurs wieder in die richtige Richtung, sagte Fuchs.

Krautol: Wand & Boden hinzugewonnen

Phänomen Farbe 1.12.1999: Der Berliner Raumausstatter Wand & Boden hat sein Vollsortiment an Farben und Lacken incl. dem Farbenmisch-System für seine etwa 60 Fachmärkte jetzt auf Krautol-Erzeugnisse umgestellt. Überzeugt hat hier vor allem das "fundekor"-Programm.

HVFGB: Malerhandwerk

Phänomen Farbe 1.12.1999: Bei der Jahreshauptversammlung des Großhandels Heim & Farbe (GHF)in Weimar sprach Heinz Werner Bonjean, Präsident des Hauptverbandes Farbe, Gestaltung, Bautenschutz, die derzeit gespannte Lage der Marktbeteiligten in der Maler- und Lackiererbranche an und plädierte für eine bundesweite Zusammenarbeit des Großhandels mit den Malerbetrieben. Um den Kunden mehr Service bieten zu können, forderte Bonjean eine stetige Zusammenarbeit zwischen Großhandel, der Fachorganisation und den Innungsbetrieben, Handwerk und Großhandel sollten gemeinsam Ausstellungsräume betreiben, um die Leistungsvielfalt des Maler- und Lackiererhandwerks optimal präsentieren zu können. Zudem müsse der Großhandel auch gezielt auf die Leistungen der Malermeister verweisen, so Bonjean, denn nur mit einer fachgerechten Arbeit seien die verkauften Materialien optimal zu verarbeiten. So würden sich die Leistungen beider Gruppen gegenseitig stützen. Wenn man die Zusammenarbeit pflege, könne man gemeinsam um Kunden werben und auf diese Weise den Kundenstamm vergrößern.