pf_210_2000_04
Beschaffung
Phänomen Farbe 1.04.2000
Titandioxid
DuPont: Produktionsausweitung
@
Hitox: Kauf in Malaysia @
Huntsman: Kanadisches Titandioxidwerk schließt @
Millennium:Brasilianische Ilmenit Mine wird modernisiert.
@
Millennium: Patentstreit beigelegt @
Kemira: Kapazitätserweiterung in Finnland @
Kerr-McGee: Umsatz und Gewinn gestiegen @
BASF: Vermarkten im Internet @
BASF: Zweistellig wachsen @
Bayer:Aus eigener Kraft wachsen @
Bayer: Internet Marktplatz @
Bizerba: Aufwärts in Balingen @
Ciba: Solides Umsatzwachstum und positiver Ausblick @
Ciba: Photoinitiatoren Akquisition @
CK Witco: Pigmentsektor abgegeben @
Cognis: Zukauf in Spanien @
Croda: Kapazitätserweiterung in Kuala Lumpur @
Degussa-Hüls: 58% Gewinn-Plus @
Dow Corning: Leichter Umsatzzuwachs, Rückkehr zu Gewinn
@
DSM: Stabilere Renditen erwartet @
Eastman: Kauf in Tschechien @
Eastman: Neue wasserverdünnte Polymere @
Erbslöh: Vertrieb von Korrosionsschutz-Pigmenten übernommen @
Grolman: ChemUnit gegründet @
Hercules: Kunstharz Division zu verkaufen @
Hosokawa Micron: Lohnvermahlung - Lohnveredelung @
Huntsman: Polyurethankauf in Australien @
Merck: Umsatz steigt um fast 30% @
ProMinent: Ausgleich durch Auslandsgeschäft @
Riedel de Haën: Umfirmiert @
Sartorius: GWT Global Weighing übernommen @
Schmalbach: Ergebnis verbessert @
Totalfina: Fusion genehmigt @
Worlée: Expansion nach Osten @
Phänomen Farbe, 1.4.2000. DuPont will im dritten Quartal im Werk New Johnsonville in Tennessee seine dritte Produktionslinie in Betrieb nehmen, um die starke Nachfrage aus den Bereichen Kunststoffe und Lacke zu befriedigen. Es handelt sich vermutlich um 150 000 t Jahreskapazität, um welche die Produktion ausgeweitet wird. Angaben dazu wurden nicht gemacht. Nach der anhaltenden Preisschwäche im vergangenen Jahr, versuchen die Hersteller von Titandioxid jetzt erneut, ihre Preise anzuheben, nachdem die Produktionsanlagen schon einige Zeit um die 95-96% ausgelastet sind und die Nachfrage weltweit jährlich um etwa 5% zunimmt.
Phänomen Farbe, 1.4.2000. Die Hitox Corp. of America hat die Malaysian Titanium Corp. zu Preis von 5,1Mio. US-$ in bar und in Aktien gekauft. Malaysian Titanium ist Lieferant von Rohstoffen für die Titandioxidpigmente von Hitox und verkauft deren Produkte unter Lizenz in Asien und Europa. Hitox hat die Absicht, die Kapazität in Malaysia zu verdoppeln.
Huntsman: Kanadisches Titandioxidwerk schließt
Phänomen Farbe, 1.4.2000. Huntsman Tioxide, drittgrößter Hersteller von Titandioxid weltweit, wird das Werk Tracy in Kanada Ende Juni schließen. Die Finishing Kapazität der Werke in Südafrika und Europa wurde ausgebaut, so daß ein eigenes Finishing Werk in Kanada nicht mehr gebraucht wird. Betroffen sind etwa 100 Mitarbeiter, von denen einige in andere Werke von Huntsman versetzt werden. Huntsman hatte Tracy mit dem Erwerb von Tioxide im vergangenen Jahr von der ICI gekauft.
Millennium:Brasilianische Ilmenit Mine wird modernisiert.
Phänomen Farbe, 1.4.2000. Die amerikanischen Millennium Inorganic Chemicals will 31 Mio. US-$ in die Modernisierung ihrer Ilmenit Mine im brasilianischen Paraiba investieren, um die Effizienz zu erhöhen und Kosten zu senken. Die Mine liefert Rohstoffe für die Herstellung von Titandioxid. Nach Abschluß der Modernisierung wird die Mine jährlich 120 000 t Ilmenit liefern.
Millennium: Patentstreit beigelegt
Phänomen Farbe, 1.4.2000. Millennium Inorganic Chemicals und DuPont haben ihren lange anhaltenden Patentstreit über Technologie zur Herstellung bestimmter Typen Titandioxid für Kunststoffe beigelegt. In einem bereits 1997 von DuPont gegen Millennium angestrengten Verfahren wurde Millennium der Patentverletzung bezichtigt. In der jetzt erreichten Vereinbarung geben die beiden Kontrahenten sich gegenseitig Kreuz - Lizenzen für weltweite Nutzung.
Kemira: Kapazitätserweiterung in Finnland
Phänomen Farbe, 1.4.2000. Die finnische Kemira will jetzt die Kapazität ihres verbliebenen Titandioxidwerks im finnischen Pori von 120 000 t in der Endstufe auf 321 000 t ausweiten. Das Projekt war wegen der schwachen Nachfrage vor etwa 2 Jahren gestoppt worden. Die jetzige Entscheidung zeigt, daß Kemira trotz des Verkaufs der Werke in den USA und in den Niederlanden im Markt der Titandioxidpigmente weiter mitspielen will.
Kerr-McGee: Umsatz und Gewinn gestiegen
Phänomen Farbe, 1.4.2000. Die amerikanische
Kerr-McGee Corp. hat 1999 296 Mio. US-$ verdient. 1998 hatte sie 24 Mio. $ Verlust. Der
Nettoertrag betrug 142 Mio. $ gegenüber einem Nettoverlust von 68 Mio. $ im Vorjahr. Der
Gesamtumsatz stieg um 23% auf 2,696 Mrd. $. Davon entfielen 1,770 Mrd. $ (+40%) auf das
Erdölgeschäft, 700 Mio. $ (+9%) auf Titandioxid und 227 Mio. $ (-23%) auf sonstige
Chemie. Bei Titandioxid stieg der Brutto Betriebsgewinn um 106% auf 73,3 Mio. $, der Netto
Betriebsgewinn um 29% auf 73,3 Mio. $. Niedrige Produktionskosten in allen
Titandioxid-Produktionsstätten und höhere Mengen wurden teilweise von niedrigeren
Preisen beeinträchtigt. Im ersten Quartal 2000 zogen die Preise wieder an.
Nach dem Kauf zweier Titandioxidwerke der finnischen Kemira im amerikanischen Savannah und
im niederländischen Botlek hat Kerr-McGee seinen Anteil am Weltmarkt von etwa 4,5 Mio. t
auf 16% vergrößert und ist damit mit der amerikanischen Millennium gleich gezogen.
Größter Anbieter ist nach wie vor DuPont mit 24% Marktanteil. Huntsman ist mit 13% auf
Platz 4, Kronos mit 11% auf Platz 5, Ishihara mit 5% auf Platz 6 und Kemira verbleiben mit
dem Werk im finnischen Pori noch 2%. !3% verteilen sich auf alle übrigen Anbieter.
BASF: Vermarkten im Internet
Phänomen Farbe, 1.4.2000. Immer mehr Chemiekonzerne steigen in den Online-Marktplatz
ein. So hat sich die BASF AG, Ludwigshafen, jetzt an dem US-amerikanischen
Internet-Unternehmen Chemconnect beteiligt, um so sein Engagement im elektronischen
Handel von Stoffen und chemischen Produkten zu stärken. Zu den Kunden von Chemconnect
zählen inzwischen neben der BASF, die britische ICI, die niederländische DSM und auch
die Frankfurter Celanese. Insgesamt betragen die Chemiebeteiligungen an der Online-Firma
inzwischen 70 Mio. ?. Auch die Konkurrenten Chematch und E-Chemicals
profitieren davon, dass die Konzerne bei dem vielversprechenden Handel über das Internet
nicht den Anschluß verpassen wollen. Im Einkauf können Kosten gesenkt werden und für
den Verkauf lassen sich neue Märkte erschließen. So hat sich auch die Leverkusener Bayer
AG vor wenigen Wochen in die Reihe der 4.000 Unternehmen eingereiht, die bisher bereits
mit von der Partie sind, siehe unten. BASF und Celanese können durch ihre
Kapitalbeteiligung an Chemconnect nicht nur die Vorteile des Handels im Internet
wahrnehmen, sondern auch auf die künftige Entwicklung der Plattform Einfluß nehmen. Die
Firmen schätzen, dass derzeit Geschäfte in Höhe von etwa 10 Mrd. ? über den
Online-Handel abgewickelt werden. Innerhalb der nächsten fünf Jahre könnten es über
200 Mrd. ? werden.
Auch die selbst entwickelten Technologien will die BASF künftig über das Internet
vermarkten. Hierzu tritt die Firma dem US-Onliner Yet2.com-Konsortium bei, das
bereits jetzt eine Handelsplattform für Patente und Verfahren anbietet. Die im Februar
gestartete Seite soll weltweit große und kleine Unternehmen aus allen Branchen sowie
einzelne Wissenschaftler und Organisationen zusammenbringen. Zu dem Konsortium zählen
Boeing, Ford sowie die Chemieriesen Dow Chemical und DuPont. Eine finanzielle Beteiligung
ist die BASF hierbei nicht eingegangen.
Phänomen Farbe, 1.4.2000. Der Vorstandsvorsitzende der BASF AG, Ludwigshafen, Jürgen
Strube gab vor der Presse die Ergebnisse des Jahres 1999 bekannt. Der Umsatz des
Konzerns wuchs um 6,6% auf 29,47 Mrd. EURO, der Auslandsanteil daran betrug 75,8%. Das
Ergebnis der Betriebstätigkeit vor Sondereinflüssen stieg um 15,6% auf 2,95 Mrd. EURO,
das Ergebnis vor Ertragssteuern und Sondereinflüssen wuchs um 8,7% auf 2,79 Mrd. EURO.
Das Ergebnis nach Steuern und Anteilen anderer Gesellschafter verlor um 27,1% auf 1,23
Mrd. EURO. Die Investitionen in Sachanlgen und immaterielles Vermögen wurde um 12,6% auf
3,25 Mrd.EURO zurückgefahren und die Forschungskosten stiegen leicht um 1,8% auf 1,33
Mrd. EURO. Die Zahl der Mitarbeiter ging leicht um 1,2% auf 104.628 zurück.
Für das Jahr 2000 hat sich die BASF genauso wie für die beiden Folgejahre ehrgeizige
Wachstumsziele gesetzt. Das Ergebnis der Betriebstätigkeit auf vergleichbarer Basis soll
durchschnittlich um mindestens 10% jährlich steigen. Die Aussichten dafür seien
vielversprechend, sagte Strube. Das Geschäft laufe weiter auf dem guten Niveau des
letzten Quartals 1999 und man sei davon überzeugt, das laufende Jahr erfolgreich
gestalten zu können. Dafür spreche die weiterhin günstige Konjunkturentwicklung in
Asien, Europa und Nordamerika, vor allem die Aussicht auf höhere Verkaufspreise für
Chemikalien, bei denen im vergangenen Jahr wegen höherer Rohstoffkosten die Margen unter
Druck geraten waren. Auch der hohe Rohölpreis und wachsende Marktanteile im Gashandel
versprächen einen starken Ergebnisanstieg im Bereich Öl und Gas.
In Betrachtung der einzelnen Segmenten zeigten sich für 1999 unterschiedliche
Entwicklungen:
Umsatz der Segmente
in Millionen 1999 1998 Veränderung
%
Chemikalien 4.393 4.255 3,2
Kunststoffe und Fasern 8.533 7.573 12,6
Farbmittel und Veredelungsprodukte 6.395 6.188 3,3
Gesundheit und Ernährung 5.602 5.097 9,9
Öl und Gas 3.051 2.685 13,6
Sonstige²
1.499
1.845 -18,7
Gesamt
29.473
27.643 6,6
Ergebnis der Betriebstätigkeit der Segmente
in Millionen 1999 1998 Veränderung
in
Mio.
Chemikalien
698
922 -224
Kunststoffe und Fasern 640 539 101
Farbmittel und Veredelungsprodukte 608 642 -34
Gesundheit und Ernährung -588 383 -971
Öl und Gas 741 276 465
Sonstige²
-90
-138 48
Gesamt
2.009
2.624 -615
²Umsatz bzw. Ergebnis der Düngemittelaktivitäten und der sonstigen Geschäfte sowie den
Segmenten nicht zugeordnete Aufwendungen und Erträge.
Bayer:Aus eigener Kraft wachsen
Phänomen Farbe 1.4.2000. Der Umsatz des Bayer-Konzerns, Leverkusen, ging im
vergangenen Jahr um 2,6 % auf 27,3 Mrd. ? zurück, der Auslandsanteil am Umsatz erreichte
84,3 % (+0,7 %). Das Geschäftsergebnis wuchs auf 3,36 (zuvor 3,16) Mrd ?, der
Jahresüberschuß auf 2 (nach 1,6) Mrd ?, der damit prozentual vom Umsatz 7,3 (nach 5,7)
ausmachte. Die Gesamtinvestitionen fielen leicht auf 2,63 und die Forschungskosten stiegen
um gut 10 % auf 2,25 Mrd. ?. Die Belegschaft verlor 17 %, zum Jahreswechsel waren noch
120.400 Menschen beschäftigt. Für das laufende Jahr sollen die Umsätze um 7 % und das
Ergebnis um 10 % wachsen. Generell gibt der Vorstandsvorsitzende Manfred Schneider das
Rezept dafür vor: Aus eigener Kraft!" Bei den Live Sciences könnten
allerdings Akquisitionen anstehen. Im Sektor Gesundheit war der Umsatz im vergangenen Jahr
um 19 % auf 8,4 und das operative Ergebnis um 10 % auf 1,1 Mrd. ? gestiegen. Schneider
will in diesem Bereich bis 2002 eine Rendite von 20 % erreichen. Die Polymere sind eine
große und verlässliche" Portfolio-Stärke, wenn auch das Ergebnis bei einem
Umsatzanstieg um 6 % auf 9,3 Mrd. um 4 % auf 1,16 Mrd ? zurückging. Kapazitäten sollen
ausgebaut werden, der Blick geht vorrangig Richtung Asien. Mit der Chemie ist Schneider
unzufrieden. Bei einem stagnierenden Umsatz von 3,7 Mrd. fiel das operative Ergebnis um 20
% auf 0,4 Mrd. ?. Der Anteil der Chemie soll längerfristig nur noch 10 % des Geschäftes
ausmachen. Zur Steigerung der Rentabilität ist ein Restrukturierungsprogramm geplant, um
das Portfolio zu straffen.
Lackrohstoffe, Farbmittel und Sondergebiete gewachsen: Speziell im Bereich
Lackrohstoffe, Farbmittel und Sondergebiete wurden 11% Wachstum verzeichnet auf nunmehr
1,729 Mrd. ?. Weltweit auf Platz 1 sieht sich Bayer damit bei Lackrohstoffen, aber auch
bei Eisenoxid, Polyurethan Klebstoffsystemen sowie bei TDI und MDI. Bis 2006 soll ein
Ausbau der TDI/MDI Kapazität um 100 000 - 150 000 t erfolgen. Positiv ausgewirkt hat sich
die markt- und kundenorientierte Neustrukturierung des Geschäftsbereichs. Bei den
Eisenoxidpigmenten (Bayferrox)haben die neuen Beteiligungen Europigments und Hawley zum
Umsatzwachstum beigetragen. Das gilt auch für die steigende Nachfrage nach hochwertigen,
lichtechten Polyurethansystemen. Zur Deckung der Nachfrage wird Desmodur W in Zukunft
nicht nur in den USA sondern auch in Deutschland hergestellt. Gemeinsam mit Kunden und
Anlagenbauern hat Bayer Lackierverfahren entwickelt, die den industriellen Einsatz von
wässerigen 2K Polyurethanlacken erleichtern, für die Bayer im August 1999 vom
europäischen Patentamt das Grundpaten erhielt. Die Nachfrage nach wasserverdünnten
Produkten um zweistellige Zuwachsraten zeigt, daß solche Rohstoffe immer mehr Eingang
auch in der Lackierung von Kunststoffe, Holz und Möbeln finden. Ebenso erfolgreich ist
auch das Geschäft mit wässrigen Dispersionen für Klebstoffe, neben herkömmlichen vor
allem auch mit Polyurethan Dispersionen, für welche die Kapazitäten in den USA und in
Fernost ausgebaut werden sollen. Durch den angekündigten und zum 1. April 2000 wirksamen
Kauf des Polyolgeschäfts der amerikanischen Lyondell wird eine strategische Lücke
geschlossen und die weltweite Position von Bayer weiter gestärkt. Das operative Ergebnis
in Sektor Polymere wurden durch starken Druck auf die Margen negativ beeinflußt und war
um 4% auf 1,2 Mrd. ? rückläufig. Für F & E werden im Bereich 4 - 4,5% vom Umsatz
aufgewendet. In der Forschungspipeline befinden sich einige erfolgversprechende
Innovationen, darunter neue Hochleistungspigmente für Automobillacke. In Leverkusen wird
derzeit in den Bau einer Großanlage zur Herstellung von Hexamethylen-Diisocyanat (HDI)
mit 30 000 t Jahreskapazität investiert, die im Jahre 2002 die Produktion aufnehmen soll.
Die kundenorientierte Ausrichtung des Bereichs führte Anfang dieses Jahres zur Bildung
der Marketing Geschäftsfelder Industrial Coatings, Construction Materials, Adhesive
Materials und Special Coatings and Colorants.
Straffung des Chemiegeschäfts: Das Portfolio soll vor allem auch im Bereich Chemie
straffer ausgerichtet werden. Zu lösen sind zum Beispiel Probleme im Geschäft mit
Textilfarbstoffen (DyStar) Zunächst gehe es darum, das Farbstoffgeschäft der BASF
zu integrieren, es dann in positive Zahlen zu bringen und es schließlich zu veräußern.
Bei der Spezialitätenchemie soll die Lösung anwendungsorientierter Aufgaben beim Kunden
im Vordergrund stehen. Eine neue Organisation ist nach Angaben von Vorstandschef Dr.
Manfred Schneider nicht angestrebt. Das Unternehmen sei in 4 Arbeitsgebiete mit 16
Geschäftsbereichen quasi wie eine Holding organisiert.
Töchter und Beteiligungen: Die Wolff Walsrode AG erreichte mit 395 Mio. ?
das Umsatzvolumen des Vorjahrs. Das Gemeinschaftsunternehmen mit der Degussa-Hüls
AG, die PolymerLatex konnte ihre führende Position in Westeuropa weiter festigen
und ihren Absatz entgegen dem Markttrend erhöhen. Die ungünstige Preisentwicklung
führte jedoch zu einem um 8% auf 235 Mio. ? verminderten Umsatz und zu einem deutlich
niedrigeren Ergebnis.
Phänomen Farbe, 1.4.2000. Die Bayer AG, Infraserv Höchst und die Deutsche Telekom planen gemeinsam den Aufbau eines Internet Marktplatzes für die chemische und chemienahe Industrie. Über den Branchen Marktplatz sollen zunächst Hilfs- und Betriebsstoffe wie Laborbedarf, Elektromaterial und Werkzeuge, aber auch Anlagenkomponenten samt bautechnischem Bedarf und branchenspezifische Dienstleistungen gehandelt werden. Durch die Bayer Beteiligung ergibt sich für die bereits verabredete Zusammenarbeit zwischen Infraserv und Telekom eine neue Dimension. Mit einem Teil des jährlichen Materialaufwands von acht Milliarden Euro bringt Bayer das Volumen und das Know-how einer globalen Beschaffungsorganisation ein. Der neue Marktplatz wird für weitere Unternehmen offen sein. Die Infraserv GmbH & Co. Höchst KG betreibt schon heute einen Online Laden (http://www.shop.infraserv.com) mit über 60 000 verschiedenen branchenspezifischen Produkten. Nach Angaben von Dr. Peter Schuster, Geschäftsführer der Infraserv, verzeichnet das Unternehmen im E-Business monatliche Wachstumsraten von bis zu 50%. Ziel von Bayer ist nach Angaben von Bayer Vorstand Werner Spinner, die Internet Einbindung in die gesamte Wertschöpfungskette. Deshalb habe sich Bayer auch bereits an den Marktplätzen CheMatch und ChemConnect beteiligt. Bayer und Infrserv werden gemeinsam die Lieferantenauswahl und die Sortimentsgestaltung für den Chemie Marktplatz übernehmen. Der technische Ablauf ist relativ einfach: Kunden füllen ihren "Warenkorb" und nachgeschaltete Systeme generieren alle Abläufe von der Bestellung über die Lieferung bis hin zum Zahlungsverkehr. Durch den Internet Marktplatz und den Einsatz elektronischer Beschaffungslösungen lassen sich die heute auf 80 bis 150 Euro geschätzten Kosten je Beschaffungsvorgang um 60 bis 80% senken.
Phänomen Farbe, 1.4.2000. Der Vorsitzende der Geschäftsführung der Bizerba GmbH & Co. KG, Balingen, Hans-Georg Stahmer bezifferte den Umsatz des Wägespezialisten im Geschäftsjahr 1999 auf 310 Mio. ? (+11,5%) Mit einem gleichzeitig positiven Ergebnis stieg die Zahl der Beschäftigten um etwa 4% auf 2.314. Die Zuwächse bei Umsatz und Ergebnis kommen in erster Linie aus Italien, Ungarn und Belgien, aber auch aus Großbritannien. Frankreich schnitt ungewöhnlich gut ab.
Ciba: Solides Umsatzwachstum und positiver Ausblick
Phänomen Farbe, 1.4.2000. Die Ciba Spezialitätenchemie AG hatte 1999 einen Umsatzzuwachs von 7% auf 8,972 Mrd. CHF. Das Betriebsergebnis stieg auf 790 Mio. CHF (Vorjahr minus 270 Mio.), der Konzerngewinn auf 325 Mio. CHF (-739 Mio.). Das Umsatzwachstum beschleunigte sich im zweiten Halbjahr auf 11%. Der Mittelfluß aus der Geschäftstätigkeit erhöhte sich vor Restrukturierung um 51% auf 1277 Mio. CHF. Für das Jahr 2000 wird ein deutlicher Anstieg der Rentabilität erwartet. Die Bruttogewinnspanne stieg leicht von 29,7 auf 30,4% vom Umsatz. Die Entwicklung der einzelnen Divisionen geht aus der Tabelle hervor.
Umsatz und Betriebsgewinn der Divisionen
| Division | Umsatz CHF (Mio.) |
Betriebsgewinn CHF (Mio.) |
||||
1999 |
1998 |
+/- % |
1999 |
1998 |
+/- % |
|
| Additive | 2426 |
2199 |
10 |
418 |
418 |
0 |
| Wasserbehandlung | 1017 |
722 |
n. a. |
53 |
87 |
- 39 |
| Colors | 2396 |
2344 |
2 |
238 |
214 |
11 |
| Consumer Care | 1405 |
1367 |
3 |
150 |
153 |
-2 |
| Performance Polymers | 1729 |
1791 |
-3 |
107 |
52 |
106 |
| Zusammen | 8972 |
7 |
1323 |
7 |
||
Quelle: Ciba, Tabelle: Phänomen Farbe 2/2000
Im Bereich Additive wurde das Volumen- und Mix-
Wachstum teilweise durch Preiserosionen aufgezehrt. Die Umsatzzahlen im Bereich
Wasserbehandlung sind nicht vergleichbar, weil das Jahr 1998 nur 8 Monate umfaßt. Die
Rentabilität entsprach nicht den Erwartungen.
In der Division Colors stieg der Umsatz um 2%. Der Zusammenschluß der Bereiche Textilfarben und Pigmente zur Division Colors hat sich positiv ausgewirkt.
Der Umsatzrückgang bei Performance Polymers basiert auf der beabsichtigten Straffung des Produktportfolios hin zu Produkten mit höherer Rentabilität. Die Veränderung des Produktmix und die Kostenkontrolle in Produktion und Verwaltung führten zu einer Bedeutenden Verbesserung der Gewinnspanne. Dank der erfolgreichen Umstrukturierung der Division konnte im Dezember 1999 eine Lösung zur Zukunftssicherung des Polymergeschäfts und seiner Mitarbeiter gefunden werden. Noch im ersten Quartal 2000 soll der Verkauf an die Investitionsgesellschaft MGPE zum Abschluß kommen. Der Kaufpreis beträgt 1,845 Mrd. CHF.
Der Ausblick für die Zukunft sieht nach Ansicht von Ciba weltweit eher positiv aus. Die Märkte der Abnehmer erholen sich. Die Division Additive sieht in den nächsten 5 Jahren eine Zunahme der Nachfrage nach Kunststoffen um jährlich 5%. Die Märkte für Lackadditive und Imaging Hilfsmittel sollen ein hohes Wachstum aufzeigen. Innovationen und Synergien sollen die Division Colors beflügeln, zusammen mit Nachfragewachstum nach Hochleistungspigmenten in zusätzlichen Industriemärkten. Auch für das Polymergeschäft wir unter dem neuen Eigentümer eine erfolgreiche Zukunft erwartet.
Für Forschung und Entwicklung will das Unternehmen jährlich wie schon bisher 3,5 - 4% vom Umsatz ausgeben. Das Geschäft soll verstärkt auf die Bedürfnisse der Kunden und weniger auf chemische Produkte ausgerichtet werden. Das E-Business, bei Colors bereits mit Erfolg betrieben, soll verstärkt auch in anderen Divisionen zum Einsatz kommen. Dazu wird gegenwärtig eine umfassende Lösung erarbeitet, das Schnittstellen zu Märkten, Systemen und Infrastruktur aufweisen soll. Die Regionale Organisation wird im Laufe des Jahres 2000 von 13 auf 8 Regionen zusammengefaßt.
Im Bereich Imaging und Lackadditive geht das Unternehmen von einem anhaltenden Trend zu umweltfreundlichen Produkten und einer Verlagerung zur Strahlenhärtung aus. Ciba sieht sich als Vorreiter bei der Strahlenhärtung von lösemittelfreien Produkten und Pulverlacken für das gesamte Spektrum an Fahrzeuglacken, Industrielacken (Industrielacke generell, Verpackungslacke für Nahrungsmittelverpackungen, Lacke Haushaltsgeräte, ungefährliche Lacke für Spielsachen) und Anstrichfarben für den Bausektor sowie Produkte für die grafische Industrie. Dazu hat das Unternehmen Voraussetzungen geschaffen, wie die vergrößerte Kapazität bei Hochleistungspigmenten und die Erschließung neuer Märkte mit preisgünstigen leistungsfähigen Pigmenten.
Ciba: Photoinitiatoren Akquisition
Phänomen Farbe, 1.4.2000. Die Ciba Spezialitätenchemie AG hat ihren Hauptzulieferer für Photoinitiatoren für UV Strahlungshärtung, die italienische Prochimica s.r.l. mit Produktionsstätten in Mortara und Trivolzio gekauft. In den Werken werden Zwischen- und Endprodukte hergestellt und rund 100 Mitarbeiter beschäftigt. Damit besitzt Ciba jetzt die weltweit größte Produktionsstätte für solche Produkte, die unentbehrlich sind für UV trocknende Lacke, Druckfarben und Klebstoffe.
CK Witco: Pigmentsektor abgegeben
Phänomen Farbe, 1.4.2000. Die US-amerikanische CK Witco Corp. hat sich von ihrem Europa-Geschäft mit Pigmenten getrennt und gleichzeitig ihr weltweites Geschäft mit Textilfarbstoffen an die Yorkshire Group plc zusammen für etwa 87 Mio. US-$ abgegeben. Neben einer Barabfindung nahm Witco einen 10%-Anteil an Yorkshire. Der betroffene Umsatz dürfte 163 Mio. US-$ betragen. Der Deal beinhaltet einige Fabrikationsstätten u.a. in Belgien und Frankreich.
Phänomen Farbe, 1.4.2000. Cognis ist mit der Seda Gruppe in Barcelona, dem Hauptaktionär der Hispano Quimica, übereingekommen, dieses Unternehmen zu kaufen. Der Umsatz beträgt etwa 30 Mio. ?. Hergestellt werden Chemiespezialitäten für Kosmetische Produkte, Textilien, Farben und Lacke, Lederbehandlung und Hilfsmittel für industrielle Verfahren. Die Produktion soll von Castellbisbal zu Cognis Iberia verlegt werden. Seda gehörte früher zu Akzo Nobel und stellt Kunstfasern und PET Polymere her.
Croda: Kapazitätserweiterung in Kuala Lumpur
Phänomen Farbe, 1.4.2000. Die britische Croda International will ihre Kunstharzkapazität im malaysischen Kuala Lumpur ausweiten und im Jahre 2001 eine neue Anlage in Betrieb nehmen. Die Produktion des Werks wurde seit dem Kauf im Jahre 1998 von einfachen Alkydharzen und Firnissen auf Spezial Kunstharze umgestellt. Gleichzeitig wurden neue Labors zur Qualitätsprüfung und für den technischen Service errichtet.
Phänomen Farbe, 1.4.2000. Im Rumpfgeschäftsjahr (10-12/1999) stieg der Gewinn der
Degussa-Hüls AG operativ um 58% auf 149 Mio. ? . Das Ergebnis vor Ertragssteuern hat sich
sogar von 94 (Vergleichszeitraum) auf 204 Mio. ? verdoppelt. Im laufenden Geschäftsjahr
2000 werde der Vorsteuergewinn weiter spürbar ansteigen, verlautbarte der Konzern. Vor
allem der Umsatz mit Polymeren stieg um 22% auf 3,4 Mrd. ?. Von der vollzogenen Fusion
verspricht man sich Einsparungen in Höhe von 180 Mio. ?.
Auf dem Gelände der Rhodia Silicones S.A.S. im französischen Roussillon wird die
Degussa-Hüls AG eine eigene Aerosil-Produktionsanlage für ihre Tochter Aerosil
France SARL, die bereits über eine Jahreskapazität von mehreren 1.000 t Aerosil
verfügt, errichten. Der Produktionsstart ist für die zweite Jahreshälfte 2002 geplant.
Dadurch entstehen in Roussillon rd. 20 neue Arbeitsplätze. Ein Vertrag mit Rhodia
Silicones regelt die Abnahme von Aerosil für die Produktion von Silikonen. Das
französische Unternehmen stellt Degussa-Hüls Rohstoffe, Energien und Serviceleistungen
in Roussillon zur Verfügung. Unsere Anlage ist in den Silikonproduktionsverbund am
Standort integriert," erklärt Dr. Alfred Oberholz, Vorstand von
Degussa-Hüls: Bei der Herstellung von Silikon fallen erhebliche Mengen an
Methyltrichlorsilan (MTCS) an, die zur Herstellung von Aerosil verwendet werden können.
Da gleichzeitig bei der Weiterverarbeitung von Silikon große Mengen unserer pyrogenen
Kieselsäure benötigt werden, schließt sich dieser Kreis."
Die Degussa-Hüls AG, Frankfurt am Main, investiert rd. 80 Mio. ? in die Modernisierung
und den Ausbau ihrer Produktion für gefällte Kieselsäuren am Standort Wesseling. Das
Unternehmen ist mit einer Kapazität von rd. 240.000 t im Jahr bereits globaler
Marktführer, mit Abschluß der Maßnahmen im Jahr 2003 erhöht sich diese Kapazität noch
einmal beträchtglich. Die Investitionen in Modernisierung und neue Technologien schaffen
gleichzeitig die Möglichkeit zur Entwicklung und Produktion neuer, hochwertiger
Kieselsäureprodukte. Daher ist auch der Neubau eines Laborgebäudes für die
Kieselsäureforschung und -entwicklung Bestandteil der Maßnahmen.
Degussa-Hüls hat ihre Kapazitäten für das Polyamid12-Pulver Vestosint ausgebaut.
Im Rahmen eines Debottleneckings wurde das Produktionsvermögen der bisherigen Anlage in
Marl deutlich gesteigert. Eine weitere Kapazitätserhöhung ist geplant.
Dow Corning: Leichter Umsatzzuwachs, Rückkehr zu Gewinn
Phänomen Farbe, 1.4.2000. Die amerikanische Dow Corning hatte 1999 einen Nettoertrag von 109,7 Mio. US-$ gegenüber einem Verlust von 595 Mio. $ im Vorjahr. Gegen Jahresende zog der Umsatz deutlich an, ein Zeichen für die Wiedererstarkung der Märkte. Dow Corning ist seit 1968 in Deutschland vertreten, als das Unternehmen den Schmierstoff Hersteller Molykote kaufte. Die deutsche Tochtergesellschaft hat ihren Sitz in Wiesbaden. Der Europasitz ist in Belgien. Die Silikone von Dow Corning sind speziell in der Lackindustrie für solche Anwendungen im Einsatz, wo hohe Temperaturen (bis zu 760 C) eine wichtige Rolle spielen: Bei hitzebeständigen Lacken für Herde, Öfen, Kochgeräte, Schornsteine, Auspuffanlagen, Wärmeaustauscher, Brennkammern und vieles mehr.
DSM: Stabilere Renditen erwartet
Phänomen Farbe, 1.4.2000. Der niederländische Chemiekonzern DSM NV, Heerlen, erreichte im vergangenen Jahr einen gegenüber Vorjahr fast gleich gebliebenen Umsatz von 6,33 Mrd. . Der Umsatz der Sparte Kunststoffe und Harze blieb ebenfalls mit 1,9 Mrd. nahezu auf Vorjahreshöhe. Allerdings stieg sein Betriebsergebnis von 77 auf 118 Mio. , während es im Konzern um -5% auf 554 Mio. sank. Insgesamt wurden zum Jahreswechsel 21.835 Menschen beschäftigt. Für das laufende Geschäftsjahr erwartet der Vorstandsvorsitzende Peter Elverding einen Gewinnzuwachs. Der positive Trend des vierten Quartals 1999 habe sich seit Jahresbeginn fortgesetzt, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen seien günstig. Für das erste Quartal 2000 rechnet Elverding wegen der hohen Nachfrage und des starken Dollarkurses mit einer Verdoppelung des Betriebsergebnisses. Für das Gesamtjahr könnte eine Umsatzzunahme von mindestens 6% in die Bücher kommen.
Phänomen Farbe, 1.4.2000. Die Eastman Chemical Company hat durch ihre niederländischen Tochtergesellschaft 76% der Aktien der tschechischen Chemicke Zavody Sokolov gekauft. Die Zustimmung der Behörden wurde erteilt. Durch ein öffentliches Angebot will Eastman auch den Rest der Aktien übernehmen. Mit dem Kauf will Eastman seine Marktposition und seinen technologischen Platz auf dem Gebiet der Farben und Lacke, Klebstoffe und Spezialpolymere sowie bei Hochleistungs Chemikalien und Zwischenprodukten weiter stärken.
Eastman: Neue wasserverdünnte Polymere
Phänomen Farbe, 1.4.2000. Die Eastman Chemical Company hat unter der Marke Hydreau neue wasserverdünnte Polymere als Bindemittel für Bautenlacke, Industrielacke und Reparaturanstriche entwickelt, die ästhetische und schützende Eigenschaften abgewogen miteinander verbinden. Dazu zählen einerseits Farbe, Glanz und Deckkraft und andererseits Wasser- und Feuchtigkeits- und Schmutzfestigkeit, und Beständigkeit gegen Rißbildung, Abrieb und Korrosion. Die Bindemittel sollen im zweiten Quartal dieses Jahres in Nordamerika und in Europa verfügbar sein. Andere Regionen sollen folgen. Die Polymere werden in Eastman Produktionsstätten in den USA und Europa hergestellt. Die Kapazitäten können der Nachfrage folgend angepaßt werden.
Erbslöh: Vertrieb von Korrosionsschutz-Pigmenten übernommen
Phänomen Farbe, 1.4.2000. Die C.H. Erbslöh, Krefeld, hat am 1.4.2000 den Vertrieb der Halox-Korrosionsschutz-Pigmente im deutschsprachigen Raum übernommen. Die Verantwortung dafür hatte bisher Lawrence Industries/UK. Involviert in den Vertriebswechsel sind auch die lokalen Erbslöh-Vertriebstöchter in der Schweiz, Polen und Österreich. Halox-Pigments, Hammond, Indiana/USA, ist ein führender Hersteller von innovativen Korrosionsschutz-Pigmenten für die Lack- und Farbenindustrie, die als Ersatz für chrom- oder bleihaltige Verbindungen eingesetzt werden. Die Palette umfaßt eine Vielzahl von Produkten für die unterschiedlichsten Bindemittel sowie eine Reihe von Tannin-Blockern für Holzlacke.
Phänomen Farbe, 1.4.2000. Zusammen mit Haeffner Industries Ltd/UK, Cromogenia-Units S.A., Spanien, und der Cell-Chemie AG, Schweiz, hat die Gustav Grolman GmbH & Co. KG, Neuss, ein Gemeinschafts-Distributions-Unternehmen unter dem Namen ChemUnit GmbH gegründet. Der Sitz ist Neuss. Damit verfügen die Kunden über ein Vertriebsnetz für Europa, die USA, Südafrika und einigen Regionen Asiens. Zu den Prinzipalen gehört u.a. neuerdings auch DIC Day Nippon Ink and Chemicals.
Hercules: Kunstharz Division zu verkaufen
Phänomen Farbe, 1.4.2000. Wie bereits in der letzten Ausgabe berichtet, steigt Hercules aus dem Geschäft mit Nitrozellulose aus. Inzwischen wurde die Absicht bekannt, die gesamte Division Kunstharze zu veräußern. Verhandlungen mit einem nicht genannten großen Interessenten sind nach Angaben des Unternehmens bereits aufgenommen worden. Innerhalb eines anderen Unternehmens kann die Division als Kerngeschäft weiter wachsen. Die Division Kunststoffe beschäftigt rund 1500 Mitarbeiter und hat einen Jahresumsatz von 450 Mio. US-$. Größere Produktionsanlagen hat die Division an drei Standorten in den USA und im niederländischen Middelburg.
Hosokawa Micron: Lohnvermahlung - Lohnveredelung
Phänomen Farbe, 1.4.2000. Die Hosokawa Micron GmbH, Köln, hat ihren Bereich
Lohnvermahlung und Lohnveredelung am Standort Köln erheblich erweitert. Ergänzend zur
bewährten Zerkleinerungstechnik stehen in Zukunft neue Technologien und Verfahren zur
Produktveredelung auf einer Fläche von 2.500 m² zur Verfügung. Brechen, Zerkleinern,
Feinstvermahlung, Kaltmahlung, Klassieren, Kompaktieren, Agglomeriern, Pelletieren,
Homogenisieren, Desagglomerieren, Mischen, Sieben, Reinigen, Abfüllen und Umfüllen und
Verpacken umfasst die Dienstleistungspalette.
Die Hosokawa Micron GmbH stützt sich auf eine langjährige Erfahrung im Bereich Powder
Processing und garantiert mit erfahrenen Mitarbeitern und einem umfangreichen
Maschinenpark für qualifizierte Produktverarbeitung. Das Leistungsspektrum erstreckt sich
dabei nicht nur auf die spezifische Lösung der vorgegebenen Aufgabenstellung, sondern
umfaßt auch eine permanente Qualitätskontrolle nach kundenspezifischen Anforderungen,
die Zwischenlagerung der Rohstoffe und Fertigware, den Direktversand der Fertigware zum
Endkunden bis hin zu einer flexiblen Einbindung in Just-In-Time-Abläufe.
Huntsman: Polyurethankauf in Australien
Phänomen Farbe, 1.4.2000. Jetzt hat Huntsman auch das Polyurethangeschäft der australischen Orica, der früheren ICI Australia, zum Preis von 48 Mio. A$ gekauft. Das Geschäft hat eine Größe von 50 Mio. A$ und eine Produktionsanlage in Deer Park in Australien. Bereits 1998 hatte Huntsman von Orica das Geschäft mit Tensiden gekauft. 1999 folgte der Kauf des weltweiten Polyurethangeschäfts von ICI.
Merck: Umsatz steigt um fast 30%
Phänomen Farbe, 1.4.2000. Der Umsatz der Merck KGaA, Darmstadt, stieg akquisitionsbedingt im vergangenen Jahr um 28,9% auf 5,347 Mio. ?. Der Auslandsanteil am Umsatz beträgt jetzt 86% (nach 83). Die Laborsparte wuchs durch die Übernahme der restlichen Anteile an der amerikanischen VWR-Gruppe von 0,96 auf 1,60 Mrd. ?. Die Spezialchemie erhöhte ihren Umsatz von 0,76 auf 0,86 Mrd. ?. Der Jahresüberschuß verringerte sich von 0,32 auf 0,21 Mrd. ?, die Sachinvestitionen stiegen von 0,31 auf 0,40 Mrd. ?.. Beschäftigt wurden zum Jahreswechsel 13,2% mehr Mitarbeiter/innen (32.721) als im Vorjahr. Durch Portfolio-Bereinigung wird Merck in diesem Jahr von Sondererträgen profitieren, durch den Verkauf von Beteiligungen und Tochtergesellschaften sowie anderer Randaktivitäten dürften 800 Mio. ? in die Kasse kommen. Den Vorsitz der Geschäftsleitung, den jetzt Joachim Langmann innehat, wird zur Jahresmitte Bernhard Scheuble übernehmen.
ProMinent: Ausgleich durch Auslandsgeschäft
Phänomen Farbe, 1.4.2000. Die in Heidelberg ansässige ProMinent Dosiertechnik GmbH
ist die Muttergesellschaft des weltweiten Firmennetzes von 35 Auslandsgesellschaften. Auch
1999 wurde mit elektronisch gesteuerten Dosierpumpen, Mess- und Regeltechnik, Sensorik
sowie Anlagen ein Wachstum erreicht. Der Außenumsatz der mittelständischen
Unternehmensgruppe betrug 307,7 Mio. DM (Vorjahr 287,2 Mio. DM) und ist damit um 7,15%
gestiegen. Nachdem 1998 die Rückgänge in Asien die gewohnten zweistelligen
Steigerungsraten verhindert hatten, war in 1999 der Umsatz in Deutschland hinter den
Hoffnungen zurückgeblieben. Dies glich das stärkere Wachstum im Ausland aus. Die
Verkaufserlöse der Muttergesellschaft in Heidelberg erreichten wieder 120 Mio. DM
(Vorjahr 120 Mio. DM). Der Exportanteil lag wieder über 50%. Für Forschung und
Entwicklung wurden über 6% des Umsatzes eingesetzt. Das Investitionsvolumen belief sich
auf über 16 Mio. DM, davon mehr als die Hälfte im Ausland. Die Mitarbeiterzahl in
Deutschland war mit 421 (Vorjahr 424) schwach konstant und wuchs im Ausland um fast 10%
auf 805 (Vorjahr 732). Die Kosten pro Mitarbeiter sind besonders in Deutschland gestiegen,
so dass der Personalkostenanteil am Umsatz 36% (Vorjahr 33,8%) ausmacht.
Die Ertragslage bei ProMinent war unverändert zufriedenstellend. Die Zukunft wird weiter
positiv beurteilt, obwohl auf dem Dosierpumpenmarkt ein Verdrängungswettbewerb einsetzte.
Das Unternehmen ist optimistisch, durch die weltweite Marktpräsenz und spezielle Produkte
seine Stellung ausbauen zu können. Der Auftragsbestand zeigt positive Tendenz. Weitere
Rationalisierungen und eine zurückhaltende Lohnpolitik sollen den Standort in Deutschland
erhalten helfen.
Phänomen Farbe, 1.4.2000. Die US-amerikanische AlliedSignal hatte sich kürzlich mit dem Honeywell-Konzern/USA zusammengeschlossen. In diesem Zusammenhang firmierte Riedel de Haën jetzt in Honeywell Specialty Chemicals Seelze GmbH um. An Programm und Organisation hat sich in Seelzel nichts verändert.
Sartorius: GWT Global Weighing übernommen
Phänomen Farbe, 1.4.2000. Die Sartorius AG, Göttingen, hat mit Wirkung zum 1. Januar
2000 alle Gesellschafteranteile der GWT Global Weighing, Technologies GmbH, Hamburg,
übernommen. Global Weighing, aus dem Philips Konzern hervorgegangen, stärkt im Verbund
mit weiteren Unternehmen der Sartorius Gruppe - Boekels, Denver, Globaltec, Scaltec - mit
bewährten kundenorientierten Lösungen den Auftritt des Unternehmens im Bereich
industrielle Wägetechnik. Um die Integrierung zu unterstützen, wurde dem GWT
Geschäftsführer Bobby Tolan der langjährige Sartorius Manager Peter Grimley zur Seite
gestellt. Peter Grimley war bisher als Managing Director der Sartorius Ltd., Hong Kong
tätig.
Durch ein Kooperationsabkommen mit der Wonderware Corporation, Ivine/USA, sind besonders
für den Bereich komplexer Produktionssteuerung Lösungskonzepte verfügbar, die eine
Integration industrieller Software mit Wägetechnik ermöglichen. In vielen
internationalen Projekten fanden diese Lösungen Anwendung, z.B. in der pharmazeutischen
und chemischen Industrie sowie in der Lebensmittel- und Getränkeproduktion.
Schmalbach: Ergebnis verbessert
Phänomen Farbe, 1.4.2000. Der Konzernumsatz der Schmalbach-Lubeca AG, Ratingen, einer Tochtergesellschaft von VIAG, erreichte mit 4,018 Mrd. DM die Vorjahreszahl nur beinahe. Das erste Halbjahr 1999 war von einer schwächeren Volumenentwicklung der westeuropäischen Getränkeindustrie und der negativen Entwicklung in Osteuropa und Südamerika geprägt. Die zweite Jahreshälfte sei, so die Konzernleitung, deutlich günstiger verlaufen. Insgesamt erhöhte sich das wirtschaftliche Ergebnis zum vierten mal in Folge, diesmal (operativ) von 616 auf 669 Mio. DM. Der Jahresüberschuß stieg von 60 auf 74 Mio. DM. Das Geschäftsjahr 2000 verspricht einen Umsatzanstieg und eine weitere Verbesserung der Ergebnisse.
Phänomen Farbe, 1.4.2000. Die Europäische Kommission hat den Zusammenschluß von Totalfina mit Elf Aquitaine genehmigt. Damit wurden Auflagen hinsichtlich des Treibstoffmarktes in Frankreich verbunden. Für das Chemiegeschäft wurden nach Angaben des Unternehmens keine Auflagen gemacht. Das Unternehmen wird aus 4 Geschäftseinheiten bestehen: Chemie, Erdölproduktion, Handel Gas und Elektrizität, sowie Raffinerie und Marketing. Das Chemiegeschäft wird global nach Produktgruppen und Spezialgesellschaften gegliedert. Sie werden durch ein Führungskomittee unter Leitung des Präsidenten der Division Chemie, Francois Cornélis, 51, kollegial geführt. Dem Komitee gehören ferner an Francois Perier, 48, (u.a. Zuständig für F & E und technischen Service), Jean-Pierre Seeuws, 55, (verantwortlich für das Geschäft in den USA), Axel de Broqueville, 56, (Petrochemie), Jean-Bernard Lartigue, 55, (u.a. Hutchinson), Michel Perratzi, 61, (Acryl Aktivitäten und PMMA, Atotech, Funktionale Kunststoffe), Hugues Woestelandt, 54, (Kunstharze, Lacke und Klebstoffe), Jacques Denis, 51, (Generalsekretär), Francois Rocquet, 56, (Personal und Kommunikation). Elf Atochem wurde zum 31.03.2000 umbenannt in Atofina. Zum Bereich Lacke und Kunstharze zählen Cray Valley Resins, Cook Polymers, Sartomer, Coates Druckfarben, Kalon und Sigma Farben und Lacke mit einer Reihe von Marken. Damit zählt das Unternehmen zu den großen Lackherstellern in Europa.
Phänomen Farbe, 1.4.2000. Die Worlée Chemie GmbH, Hamburg, gründete zum 1.1.2000 die
Worlée Polska in Warschau und übernahm den Vertrieb der Additive von Dow Corning in
Polen, Tschechien und der Slowakei. Die Hamburger vertreiben bereits in den genannten
Ländern Bindemittel und Additive aus eigenen Werken in Lauenburg und Lübeck. Außerdem
werden Zusatzstoffe und Pigmente internationaler Produzenten an die Lack- und
Druckfarbenindustrie in Polen, Tschechien und der Slowakei distributiert.