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Berichte
über die Ausbildung in Firmen DPC:
Das Ausbildungszentrum in Wuppertal |
Mitarbeiterqualifizierung im Wandel der Zeit:
DPC: Aus- und Weiterbildung
Phänomen Farbe 15.12.2001. Die Qualität eines Unternehmens wird an seinen Produkten gemessen - das ist üblich und gerechtfertigt. Dass die Qualität der Produkte nicht nur von der technischen Ausstattung eines Unternehmens abhängt, sondern in besonderem Maße von der Qualität seiner Mitarbeiter, ist für das Lackunternehmen DuPont Performance Coatings (DPC) ebenfalls "ein alter Hut". Seit Jahrzehnten spielen die Ausbildung des Nachwuchses und die Förderung der Mitarbeiter bei DPC eine besonders große Rolle.
Der Beginn: die Herberts-Schule
Vor beinahe fünfzig Jahren wurde die damalige Herberts-Schule von Prof. Dr. Kurt Herberts in´s Leben gerufen. In jener Zeit des explosiven Wirtschafts- und Firmenwachstums galt es, eine große Zahl von Nachwuchskräften auszubilden. Dass Professor Herberts mit seiner damaligen Entscheidung richtig lag, die Berufsausbildung intensiv zu fördern, beweist auch die rasante Zunahme der Belegschaft: Von 1950 bis 1970 versechsfachte sich die Zahl der Herberts Mitarbeiter.
Insbesondere die Entwicklung der personalen Kompetenz seiner jüngsten Mitarbeiter veranlasste Professor Herberts zur Gründung der Herberts-Schule im Jahre 1954.
Sein Credo lautete: "Berufsbildung darf sich nicht nur auf die Vermittlung von Kenntnissen und Fertigkeiten beschränken. Sie muss den ganzen Menschen ansprechen, die Gesamtheit seiner Anlagen entwickeln und fördern".
Während in den 50er und 60er Jahren in der Berufsausbildung auch allgemeinbildender Unterricht eine wichtige Rolle spielte, konzentrierte sich das Bildungswesen des Unternehmens in den folgenden Jahren stärker auf die Vermittlung der berufsspezifischen Kenntnisse und Fertigkeiten der jeweiligen Ausbildungsberufe. Das Berufsbildungsgesetz und neu erlassene Ausbildungsberufe ließen Freiräume für allgemeinbildenden Unterricht und für künstlerische und handwerkliche Übungen nicht mehr zu. Eine grundlegende Erneuerung des internen Bildungswesens bahnte sich an, und im Sommer 1981 gab es den "ersten Spatenstich" für das neue Bildungszentrum im Werk 2.
Die Anforderungen steigen neue Lerninhalte im "Bildungszentrum"
Aufgrund der technischen Möglichkeiten und der Neuordnung der naturwissenschaftlichen Ausbildungsberufe wurde in der Ausbildung nun eine neue Generation von Auszubildenden herangebildet. Inhalte wie Informatik, Mikrobiologie, Umweltschutz, Prozessleittechnik und Steuerungstechnik wurden wichtige Bestandteile der naturwissenschaftlichen Ausbildung.
"Folgerichtig hat die Berufsausbildung auch bei DPC ihren hohen Stellenwert behalten", sagt Hans Kessen (Bild links), seit vielen Jahren Leiter der Ausbildung und Qualifizierung. In Deutschland

bildet der Lackhersteller zur Zeit rund 220 "Azubis" aus, davon allein über 160 am Standort Wuppertal. Der Schwerpunkt der Ausbildung liegt im Bereich der naturwissenschaftlichen Berufe. Fast 80 Prozent der Nachwuchskräfte erlernen die Berufe Chemikant, Chemiebetriebswerker und Lacklaborant. Chemikanten und Chemiebetriebswerker, die Fachkräfte in der Produktion, steuern und überwachen chemisch-physikalische Produktionsvorgänge. Sie bedienen und kontrollieren die dazu erforderlichen Anlagen, entnehmen und untersuchen Proben während des Prozessablaufs.
"Unsere Produktionsexperten sind in starkem Maße mitverantwortlich für die gleichbleibend hohe Qualität unserer High-Tech-Produkte", erläutert Kessen.
Für die Entwicklung, Prüfung und Anwendung der Beschichtungsstoffe werden am Standort Wuppertal über 40 junge Mitarbeiter zu Lacklaboranten ausgebildet. Zum Angebot der Ausbildungsberufe bei DPC gehören außerdem Industrie- und Informatik-Kaufmann, Handelsfachpacker, Mechatroniker, Industriemechaniker und Lackierer.
Arbeitssicherheit und Umweltschutz: Schwerpunkte in der Ausbildung
Hans Kessen weist auch auf besondere Ausbildungsschwerpunkte hin: "Arbeitssicherheit und Umweltschutz werden schon zu Beginn der Ausbildung groß geschrieben. Vor jeder Ausbildungsarbeit entwickeln die naturwissenschaftlichen Auszubildenden ein "Protokoll zu Umweltschutz und Arbeitssicherheit". Auf diese Weise muss sich jeder Auszubildende Gedanken darüber machen, welche Stoffe er einsetzt, welches Gefährdungspotential diese haben, ob Energien rationell eingesetzt werden, wie Reststoffe zu entsorgen sind, wie Produkte gekennzeichnet werden müssen, welche persönliche Schutzausrüstung zu tragen ist."
Rund 80 Prozent der kaufmännischen und der Auszubildenden zum Laboranten sind Abiturienten. Bei den Industriekaufleuten kann das Unternehmen seinen Nachwuchs noch aus einer großen Zahl von Bewerbern auswählen. Bei den naturwissenschaftlichen und technischen Ausbildungsberufen wird es allerdings schon bedeutend schwieriger, geeignete Bewerber zu finden.
"Natürlich haben wir die Qualität unserer Produkte im Auge deshalb investieren wir letztlich in unsere Mitarbeiter. Weit über 100.000 DM kostet eine naturwissenschaftliche Berufsausbildung", berichtet der Ausbildungsleiter. "Investitionen in die Berufsausbildung sichern die Qualität des Nachwuchses und die Zukunft unseres Unternehmens".
So wundert es nicht, dass in den letzten Jahrzehnten über 90 Prozent der Absolventen in ein weiterführendes Arbeitsverhältnis übernommen wurden. Die Erfolge einer Ausbildung bei DPC sind auch nach außen sichtbar der überwiegende Teil der Prüflinge erzielt gute und sehr gute Ergebnisse.
Man lernt nie aus - die Weiterbildung bei DPC
Hans Kessen möchte die guten Resultate seiner Auszubildenden jedoch nicht überbewerten. Wichtiger ist ihm, wenn nach einigen Monaten die Vorgesetzten sagen, dass aus den Berufsanfängern inzwischen gute Mitarbeiter geworden sind. Denn nach der Ausbildung hört das Lernen nicht auf: Im Zeichen der Internationalisierung und Globalisierung müssen sich die Mitarbeiter ständig weiterqualifizieren. Fachspezifische Themen, EDV, Führung und Kommunikation sowie Sprachentraining sind nur einige Beispiele aus dem "Stundenplan" der Mitarbeiter.
Unter der Überschrift "Willkommen bei DuPont in Deutschland" hat DuPont ein Trainingsprogramm entwickelt, das den Mitarbeitern gezielt helfen soll, ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten den sich ständig verändernden Anforderungen bestmöglich anzupassen und Qualifikationen zu erwerben. Über sämtliche Weiterbildungsmöglichkeiten können sich die Mitarbeiter im Intranet eingehend informieren. So gibt es beispielweise die Möglichkeit, mit "@ction" (= Aktives computergestütztes Training im Intranet online) seine Kenntnisse mit Hilfe einer interaktiven Lernprogrammreihe am PC zu erweitern. Auf diese Weise können die Mitarbeiter beispielsweise den Umgang mit aktueller Software individuell erlernen.
Auch an- und ungelernte Produktionsmitarbeiter bereiten sich im "Training on the job" in zweijährigen Kursen auf die Abschlussprüfung zum Chemiebetriebswerker vor der Industrie- und Handelskammer vor. An die Schulbank gewöhnen sich diese im Schnitt 30- bis 40-jährigen Mitarbeiter recht schnell, zumal sich das berufsbezogene Lernen stark an der Praxis orientiert. "Trotzdem war es besonders in den ersten Monaten schon hart, das Lernen wieder neu zu lernen", so ein Teilnehmer der Qualifizierungsmaßnahme. Einige sind anschließend so motiviert, dass sie sich im Anschluss in dreijährigen Lehrgängen zum Industriemeister Chemie weiterqualifizieren.
Ehemalige Lehrlinge, die sich für ein anschließendes Studium entschlossen haben, werden während ihrer akademischen Ausbildung ebenfalls gefördert. Sie arbeiten während der Semesterferien im Unternehmen, und so manche Diplomarbeit wurde in den Labors des Lackherstellers "gekocht". Viele ehemalige Lehrlinge kehren nach den Studienjahren als Diplomingenieure, Diplomchemiker oder Betriebswirte zum Unternehmen zurück.
Angesichts der Herausforderungen des wirtschaftlichen Strukturwandels bleibt es für DuPont Performance Coatings auch in Zukunft wichtig, den Fachkräfte-Bedarf von morgen bereits heute durch eine qualifizierte Berufsausbildung und Weiterbildung zu sichern. Nur durch ständiges Lernen kann DPC innovative und profitable Leistungen erzielen, die die führende Marktposition weltweit sichern und Wachstum sowie Wettbewerbsfähigkeit fördern. Auch weiterhin wird sich der Lackhersteller deshalb für die Ausbildung junger Menschen und für die Weiterbildung der Mitarbeiter engagieren.