Fusion der Esslinger Hochschulen
HSE: Absolventen 2009 verabschiedet - Preise verliehencolour-europe.de - 07.03.2009 - Esslingen - Die Fakultät „Angewandte Naturwissenschaften“ der Hochschule Esslingen – University of Applied Sciences hat am 20. Februar 2009 achtzehn Absolventinnen und Absolventen des Diplom-Ingenieur-Studiengangs Chemieingenieurwesen/Farbe- Lack-Umwelt und die ersten 5 Absolventinnen und Absolventen des Bachelor- Studiengangs Chemieingenieurwesen/Farbe-Lack-Umwelt nach erfolgreich beendetem Abschluss des Studiums mit den besten Wünsche für ihre berufliche und private Zukunft verabschiedet. Erfreulicherweise konnten auch im WS 2008/2009 wieder Preise für hervorragende Leistungen vergeben werden. Dipl.-Ing. (FH) Sabrina Rauscher, welche ihr Studium mit der Gesamtnote 1,10 abgeschlossen hat, erhielt für diese herausragende Leistung einen von Gross & Perthun GmbH & Co. KG gestifteten Preis. Der vom Verein der Freunde der Hochschule Esslingen gestiftete Preis für einen sehr guten Studienabschluss ging ebenfalls an Sabrina Rauscher. Dipl.-Ing. (FH) Philipp Costa erhielt für seine hervorragende Diplomarbeit mit dem Thema: "Einfluss der Polymerstruktur organischer Beschichtungen auf die Regen-Erosionsbeständigkeit" den von der Sto AG gestifteten Preis; der Preis wurde persönlich überbracht durch Dr. A. Weier, den Leiter F & E der Sto AG. Herzliche Glückwünsche!. Mankiewicz-Preis
an Brigitta Pascucci;
Esslingen. Die Fakultät „Angewandte Naturwissenschaften" der Hochschule Esslingen – University of Applied Sciences hat am 27. Juli 2007 zwei Absolventinnen und sieben Absolventen des Studiengangs Chemieingenieurwesen/Farbe-Lack-Umwelt nach erfolgreich beendetem Abschluss des Studiums mit den besten Wünsche für ihre berufliche und private Zukunft verabschiedet. Erfreulicherweise konnte auch im SS 2007 wieder ein Preis für hervorragende Leistungen vergeben werden. Frau Dipl.-Ing (FH) Juliane Stein, welche ihr Studium mit der Gesamtnote 1,10 abgeschlossen hat und ebenfalls eine hervorragende Diplomarbeit unter dem Titel "Rheologiesteuerung harnstoffmodifizierter Harze" vorgelegt hat, erhielt für diese herausragende Leistung einen von der BASF Coatings AG, Münster gestifteten Preis. Der vom Verein der Freunde der FHTE e.V. gestiftete Preis für einen sehr guten Studienabschluss ging ebenfalls an Frau Juliane Stein. Bild oben: Die Preisträgerin Frau Dipl.-Ing. (FH) Juliane Stein (rechts) des Studiengangs Chemieingenieurwesen/Farbe-Lack-Umwelt der Hochschule Esslingen mit der Dekanin der Fakultat „Angewandte Naturwissenschaften" Frau Prof. Dr. Renate Lobnig (links) nach der Verabschiedung am 27. Juli 2007 auf der Treppe des Foyers im Laborgebäude der Fakultät „Angewandte Naturwissenschaften" (Bild mit Bezeichnung „Preisträgerin-CI-FLU-SS-2007.JPG) FHTE: Besuch des französischen Generalkonsuls
Preisverleihung beim Schülerwettbewerb "Chemie im Alltag: das Experiment" und Experimente in Laboren der Hochschule für Technik Esslingen anlässlich des Jahres der Technik 2004 colour-europe 01.05.2004. Ministerialdirektor Thomas Halder aus dem Kultusministerium und Rektor Prof. Dr. Jürgen van der List von der Hochschule für Technik -Fachhochschule Esslingen verliehen am Dienstag, 27.04.2004 in Vertretung der Kultusministerin, Dr. Annette Schavan, die Urkunden im Schülerwettbewerb "Chemie im Alltag: das Experiment". Das Jahr der Technik war Grund und Anlass, die preisgekrönten experimentellen Wettbewerbsarbeiten von 60 jungen Forscherinnen und Forschern aus dem ganzen Lande im Rahmen einer Hochschule für Technik zu würdigen. Als besonderes Ereignis an lässlich dieser Verleihung dürfen die Preisträgerinnen und Preisträger mit weißem Kittel und Brille selbst in den Hochschullaboren experimentieren. Die Professorinnen Renate Lobnig und Elke von Seggern vom Fachbereich Angewandte Naturwissenschaften (Studiengang Chemieingenieurwesen/Farbe-Lack-Umwelt) haben diesem Schulwettbewerb die Tür geöffnet. Organisiert und durchgeführt wird der Wettbewerb seit acht Jahren vom ChemAII- Team unter der Leitung von Prof. Erika Hahn. Die Fa. August Hedinger, Freund und Förderer des Wettbewerbs, stiftete als Preise Experimentiersets "zum Malen chemischer Bilder" (Runge-Bilder). Mit Schutzbrille und Mantel ausgerüstet waren die Schülerinnen und Schüler aus verschiedenen Gymnasien Baden-Württembergs der Klassen 5 bis 11 bereit für ein Experiment. "Chemie im Alltag: das Experiment" war das Thema des Landeswettbewerbs unter Schirmherrschaft der Kultusministerin Dr. Annette Schavan, dessen Preise am Dienstag, 27. April an der Fachhochschule Esslingen -Hochschule für Technik verliehen wurden. Angereist waren 130 Eltern, Schülerinnen und Schüler und ihre Lehrer aus ganz Baden-Württemberg. Bevor es mit der Preisverleihung losging, wurden den Schülerinnen und Schülern in den Laboren Aufgaben gestellt. Musik war schon im Gang zur Werkstatt Kreatives Malen zu hören. Bei Mozart und hochkonzentriert saßen die Schüler der Klassen 5 und 6 auf ihren Stühlen. "Wir müssen zuerst ein paar Kringel mit dem Bleistift malen und dann kommen Farbkleckse drauf', kommentierte ein junger Teilnehmer seine Aufgabe. Prof. Matthias Gröne erklärt dazu: "Die Schüler sollen mit Bleistift auf Papier ihren Gedanken freien Lauf lassen und mit Linien eine fiktive Reise durch die Welt machen. Anschließend wird die entstandene Struktur mit Farbe überarbeitet. Sie sollen sich einfach mal loslassen und kreativ sein." Am Schluss wurde eine schwarze Schablone auf das Bild gesetzt und schon war ein Kunstwerk fertig, das die jungen Künstler hocherfreut mit nach Hause nahmen. Im Labor Organische Chemie des Studiengangs Chemieingenieurwesen/Farbe-Lack-Umwelt wurde für die Klassen 10 und 11 mit verschiedenen Stoffen und Flüssigkeiten hantiert. Die Aufgabe war dort, den Farbstoff Indigo nach einem chemischen Rezept herzustellen. "Es ist eigentlich ganz einfach," bemerkte eine Teilnehmerin. Ein Schüler aus dem Backnanger Gymnasium in der Taus bedauerte, dass in der Schule alles Theorie sei. Er fände Versuche viel besser, denn dann könne man den Vorgang einfacher verstehen. Warum der Stofffetzen, der ins gelbe Wasser getaucht wurde, erst beim Aufhängen und Trocknen blau wurde, war den Schülern längst klar: "Das liegt an der Oxidation durch Luftsauerstoff" erklärte Prof. Elke von Seggern. "Erst allmählich wird das blaue Indigopigment gebildet und färbt dann den Stoff blau. Spannend war es auch im Anorganischen Labor des Studiengangs Chemieingenieurwesen/Farbe-Lack-Umwelt für die Klassen 7,8 und 9. Traubenzucker, Ammoniak, Natronlauge und ein weiteres Pulver wurden erhitzt, mit Wasser verdünnt und gemischt. Nach einigen Minuten entstand im Reagenzröhrchen ein silbriger Niederschlag. Die Schülerinnen und Schüler vermuteten richtig: "Es ist ein Silberspiegel". Frieder Rohm, Chemielaborassistent an der FHTE, erklärte: "So werden auch Christbaumkugeln gefertigt. Das weitere Pulver, das hierbei verwendet wurde, ist Silbernitrat, ein weißes kristallines Pulver ." Im Labor daneben ging es unter Leitung von Prof. Gerolf Marbach (Studiengang Chemieingenieurwesen/Farbe-Lack-Umwelt) auch bunt zu. Rote, grüne, gelbe und blaue Flammen blitzen auf. Durch Verbrennen von verschiedenen Stoffen wie Barium, Strontium, Lithium und Natrium erzeugt man verschiedenfarbiges Licht. Und aus diesen Stoffen werden Feuerwerke hergestellt. Natürlich wird beim Feuerwerk mehr Pulver verschossen als im Labor der FHTE. Eine Stunde ist oft zu wenig, wenn es interessant ist, doch zur Preisverleihung geht man trotzdem gerne. Insgesamt 60 Preisträgerinnen und Preisträger aus baden- württembergischen Gymnasien wurden ausgezeichnet. Die Familie Shuaib aus Freiburg war schon oft bei ChemAll dabei. Ihre 3 Söhne im Alter von 16, 11 und 10 sowie die 14- jährige Tochter sind begeisterte Chemiker und lassen sich die Wettbewerbe nie nehmen. Die ganze Familie ist aus Freiburg angereist. Und während ihre Kinder in den Laboren arbeiteten, gönnte sich die Mutter eine Stadtführung durch Esslingen. Die Mitarbeiter der FHTE waren begeistert von der Idee und den spannenden Aufgaben des Wettbewerbs, die über 1000 Schüler und Schülerinnen animierten, zu Hause zu experimentieren. "Dies ist eine tolle Möglichkeit, die Schüler schon früh für naturwissenschaftliche Forschung und Berufe zu begeistern und so den nötigen Nachwuchs für Wissenschaft und Industrie zu sichern.", erklärte Prof. Dr. Jürgen van der List. Alle waren begeistert vom Interesse, Engagement und der Kreativität der Preisträger. Sie brachten die idealen Voraussetzungen für ein Studium der Chemie oder des Chemieingenieurwesens mit: Freude an naturwissenschaftlichen Fächern, die Fähigkeit zur systematischen Problemlösung und die Bereitschaft zur interdisziplinären Zusammenarbeit.
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Phänomen Farbe 29.04.2004. Im laufenden Sommersemester 2004 lehrt Herr Prof. Dr. John Texter von der Eastern Michigan University, USA im Studiengang Chemieingenieurwesen/Farbe-Lack-Umwelt an der Fachhochschule Esslingen – Hochschule für Technik (FHTE). Der Titel seiner Vorlesung lautet "Particle-Based Advanced Materials". Hier wird auf die Herstellung, Charakterisierung und Anwendung von Nanopartikeln eingegangen. Herr Prof. Texter ist der Fachwelt u.a. als Vorsitzender des Organisationskomitees der jährlichen Tagung "Particles" (http://nanoparticles.org/Particles2004/) bekannt. Prof. Texter hält 42 US-Patente, ist Herausgeber von 5 Büchern und Autor von 140 Publikationen.
Studieren an der FHTE in Esslingen Studiengang Chemieingenieurwesen / Farbe-Lack-Umwelt im Fachgebiet Angewandte Naturwissenschaften qualifizieren Sie sich in den Bereichen Chemie, Beschichtungstechnik und Gestaltung von Oberflächen. Ziel des Studiengangs ist es, ein ganzheitliches Verständnis der Oberflächenbeschichtung zu vermitteln. Dazu gehören das Verständnis chemischer Zusammenhänge, die Applikationstechnik, die Auswahl von Beschichtungsstoffen für den jeweiligen Untergrund, gestalterische Aspekte und natürlich die Auswahl umweltfreundlicher Beschichtungsmaterialien.Daneben erhalten Sie als zukünftige Diplom-Ingenieure (FH) Einblicke in die Grundlagen der Betriebswirtschaftslehre und des Managements. Esslingen liegt knapp 20 Kilometer östlich der baden-württembergischen Landeshauptstadt Stuttgart, mitten im Neckartal und ist von traumhaft schönen Weinbergen umgeben. Die Stadt hat 90.000 Einwohner. Die 1971 gegründete FHTE hat sich schrittweise aus der 1868 an der Königlich-Württembergischen Baugewerkeschule in Stuttgart eingerichteten Abteilung für die Ausbildung von Maschinenbau-Ingenieuren entwickelt. Der Fachbereich Chemieingenieurwesen ist 1996 nach der Errichtung moderner Neubauten von Stuttgart nach Esslingen umgezogen.Das müssen Sie mitbringen - Zulassungsvoraussetzungen Sie können zum Studium an der Fachhochschule Esslingen zugelassen werden, wenn Sie das Abitur oder die Fachhochschulreife besitzen. Das Studium Chemieingenieurwesen / Farbe-Lack-Umwelt kann zum Winter- und zum Sommersemester begonnen werden. Bei der Abgabe der Zulassungsanträge müssen Sie Termine einhalten: Zulassungsanträge für das Wintersemester können Sie bis zum 15. Juli, für das Sommersemester bis zum 15. Januar des jeweiligen Jahres stellen. Formulare für Bewerber Die entsprechenden Unterlagen und Hinweise für die Zulassung zum Studium können Sie hier herunterladen oder beim Zulassungsamt bestellen: Download der Formulare hier: Diese sowie weitere Formulare und Informationen finden Sie auf dieser Seite der FHTE. Zulassungsamt der FHTE Sprechzeiten: Mo, Mi, Fr 8.30 – 11.30 Uhr, Di 8.30 – 15.00 Uhr Das erwartet Sie in Esslingen - Das Studium im Überblick Im Grundstudium erlernen Sie naturwissenschaftliche und chemische Grundlagen und erhalten bereits erste Einblicke in Aufbau, Herstellung und Prüfung von Oberflächenbeschichtungen. Im 3. und 6. Semester des achtsemestrigen Studiums absolvieren Sie ein Praktikum in einem Betrieb Ihrer Wahl. Dieses Praktikum können Sie in einem Industrieunternehmen unterschiedlichster Branchen (Chemie-, Kfz- oder Druckindustrie), einem Handwerksbetrieb oder einer öffentlichen Institution (z.B. Denkmalamt) absolvieren. So gewinnen Sie detaillierte Einblicke in die Praxis, die Ihren späteren Berufseinstieg erleichtern. Ein Vorpraktikum ist für den Studiengang nicht erforderlich. Im Hauptstudium werden Theorie und Anwendung der Beschichtungstechnik vertieft. Sie entscheiden sich für einen oder zwei Schwerpunkte: Schwerpunkt Technik und Design mit Fächern aus den Bereichen Beschichtungstechnik, Werkstoffe, Verbindungstechnik, Gestaltung und Umweltschutz, wenn Sie später chemisch/technisch oder gestalterisch arbeiten wollen. Schwerpunkt Produktmanagement mit Fächern aus den Bereichen Betriebswirtschaft, Marketing und Produktmanagement, wenn Sie später an der Schnittstelle zwischen Technik und Management arbeiten möchten. Zahlreiche Exkursionen in Industriebetriebe sowie Vorträge über innovative Entwicklungen von Vertretern aus Industrie, Handwerk und Instituten runden das Ausbildungsangebot ab und vermitteln Ihnen nicht nur das notwendige Fachwissen, sondern auch den aktuellen Bezug zur Praxis. Zudem beschäftigen Sie sich in verschiedenen Projekten und in Ihrer Diplomarbeit am Ende des Hauptstudiums mit interessanten Themen aus Forschung und Entwicklung. Die Ergebnisse Ihrer Studien können - wie in der Chemiebranche üblich - in Fachzeitschriften veröffentlicht und auf Fachtagungen vorgetragen werden. Folgende Pflichtveranstaltungen besuchen Sie im Grund- und im Hauptstudium: Grundstudium: (1. – 4. Semester)
Hauptstudium: (5. – 8. Semester)
Noch mehr Informationen Wenden Sie sich bitte an die folgende Adresse, wenn Sie weitere Informationen über den Studiengang Chemieingenieurwesen / Farbe-Lack-Umwelt an der Fachhochschule Esslingen benötigen: Fachhochschule Esslingen – Hochschule für Technik www.fht-esslingen.de
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FHTE: Drei Preise zur Diplomierung in Esslingen
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Interview![]() Prof. Dr. rer. nat. Bodo Müller, geb. 1954, studierte Chemie an der Universität Würzburg und promovierte dort 1983 im Fach Organische Chemie. Hierauf arbeitete er knapp sechs Jahre bei einem großen deutschen Lackhersteller und war u.a. mit der Entwicklung von wässrigen Metalliclacken betraut. Nach einer fast zweijährigen Tätigkeit als Abteilungsleiter im deutschen Entwicklungszentrum eines amerikanischen Herstellers von Kleb- und Dichtstoffen hat er seit 1990 eine Professur an der Fachhochschule Stuttgart, Fachbereich Farbe-Lack-Kunststoff, inne. Im Sommer 1996 ist er zusammen mit dem ganzen Fachbereich in einen Neubau an der Fachhochschule Esslingen - Hochschule für Technik umgezogen. Dabei wurde der Studiengang in Chemieingenieurwesen/Farbe-Lack-Umwelt umbenannt. Prof. Dr. Bodo Müller lehrt Lacktechnologie, Lackherstellung sowie Kleb- und Dichtstoffe. Das Hauptforschungsinteresse von Prof. Müller liegt auf dem Gebiet der Korrosionsinhibierung von Aluminium-, Zink-, Kupfer- und Messingpigmenten in alkalisch wässrigen Lackmedien. Dabei werden sowohl niedrigmolekulare Inhibitoren wie Chelatkomplexbildner, Heterocyclen und Tenside als auch polymere Korrosionsinhibitoren untersucht. Die Arbeiten von Prof. Müller auf diesem Gebiet führten bisher zu über 60 Publikationen. Leitungsfunktionen im Fachbereich Dekan: |
![]() Esslingen hat in der Industrie für die Ausbildung von Lackingenieuren einen guten Klang. Prof. Dr. Bodo Müller beschreibt für die Leser von Phänomen Farbe die Historie und die heutige sowie künftige Ausrichtung der Fachrichtung FLU mit einigen wichtigen Eckpunkten so:. 1972 wurde der Studiengang "Farbe (Chemie)" an der
Fachhochschule für Druck Stuttgart gegründet. 1976 wurden in Stuttgart neue Laboratorien
bezogen. 1979 wurde der Fachreich in "Farbe-Lack-Kunststoff" umbenannt; der
Studiengang hieß weiter "Farbe (Chemie)". 1996 zog der Fachbereich in einen
Neubau mit modernsten Laboratorien (Bild oben - Arbeit am Dreiwalzenstuhl) an die
Fachhochschule Esslingen - Hochschule für Technik (FHTE) um. 1997 wurde Chemieingenieurwesen / Farbe-Lack-Umwelt ist ein technisch-naturwissenschaftlich orientierter Studiengang: Zugeschnitten auf das Gebiet der Beschichtung von Oberflächen wird neben Chemie auch Beschichtungstechnik und Gestaltung von Oberflächen gelehrt. Ein Absolvent des Studienganges wird so in die Lage versetzt, die Oberflächenbeschichtung ganzheitlich zu begreifen. Das Verständnis chemischer Zusammenhänge, die Applikationstechnik, die Auswahl von Beschichtungsstoffen für den jeweiligen Untergrund, gestalterische Fragen und natürlich die Auswahl umweltfreundlicher Beschichtungsmaterialien sind Anliegen des Diplomingenieurs. Die Grundlagen der Betriebswirtschaft und des Managements werden soweit vermittelt, dass der zukünftigen Dipl.-Ing. (FH) wirtschaftliche Zusammenhänge erkennen und elementare Regeln der Betriebsführung beherrscht. Kernkompetenzen des Fachbereichs sind und bleiben die Lack- und Beschichtungstechnik, die Farbgestaltung sowie der Umweltschutz. Darüber hinaus wird über einen zusätzlichen Studiengang nachgedacht, der "Bauchemie" oder "Lackmarketing" heißen könnte; eine Entscheidung ist hier aber noch nicht gefallen. Der Grund für einen neuen Studiengang ist, mehr Studienanfänger zu gewinnen. Modernste Ausstattung garantiert ein aktuelles und praxisnahes Studium. Im Jahr 1996 wurde ein Neubau mit hochmodernen Laboratorien für die Fächer Anorganische Chemie, Organische Chemie, Analytische Chemie, Lackherstellung, Oberflächentechnik und Applikation Farbe, Werkstoffprüfung, Korrosions- und Bautenschutz und Gestaltung bezogen.
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Unser Gespräch mit Prof. Dr. Bodo Müller
Phänomen Farbe: Nicht nur die Wirtschaft hat sich verändert, sondern auch die Lacktechnik. Welche Auswirkungen hatte und hat das auf die Ausbildung, die Ausstattung der Fachrichtung FLU in Esslingen, die Zusammenarbeit mit anderen Disziplinen, Organisationen und Firmen national und international.
Prof. Dr. Bodo Müller: Unsere Studienprüfungsordnung (StuPO) unterliegt einem stetigen Wandel, um sich neuen Entwicklungen anzupassen. Auch wird versucht, dass bei Berufungen von Professoren neues know-how "eingekauft" wird. Beispielsweise hat Frau Prof. Dr. Renate Lobnig, die vor ca. 3 Jahren berufen wurde, ein neues Labor aufgebaut, in dem moderne elektrochemische Korrosionsschutztests durchgeführt werden können. In diesem Labor wird seit diesem Semester das Praktikum "Industrieller Korrosionsschutz" abgehalten, in dem die Studenten diese elektrochemischen Korrosionsschutztests kennenlernen. Bezüglich der Internationalität ist anzumerken, dass viele Studenten Praxissemester und Diplomarbeiten im Ausland machen; das geht über Europa, die USA bis nach Japan.
Phänomen Farbe: Man hat manchmal den Eindruck, Forschung und Lehre auf unserem Fachgebiet seien vor allem auf die Praxis fixiert. Ist das so? Und ist das richtig?
Prof. Dr. Bodo Müller: Wir bilden unsere Studenten praxisorientiert aus, was ich für gut und richtig halte. Diesem Umstand wird auch in dem neuen englischen Namen der Fachhochschulen Rechnung getragen: University of Applied Sciences (Applied = Angewandt). Die Praxis- und Anwendungsorientierung grenzt die Fachhochschulen von den Universitäten ab.
Zur Forschung und Entwicklung im Fachbereich
Prof. Dr. Jürgen Feßmann, Prof. Dr. Georg Meichsner
Steinbeis-Transferzentrum für Lack-,
Oberflächen- und Umwelttechnik
Forschung, Entwicklung, Weiterbildung und Dienstleistungen für die Industrie
Tel. 0711/397-3548 und 0172/7476654; Fax 0711/397-3502Prof. Dr. Bodo Müller
Metalleffektpigmente in wässrigen
Lacken und DruckfarbenDiese Arbeiten werden von den Studenten im Rahmen von internen Diplomarbeiten durchgeführt. Die Ergebnisse können den folgenden Publikationen entnommen werden:
B. Müller, C. Oughourlian und
G. Kinet, Coating, 31, 442 (1998)
Korrosion von Kupfer- und Messingpigmenten in alkalisch wässrigen
Medien
B. Müller und M. Schubert, Europ. Coat. Journ., Nr. 11, 34 (1999)
Stabilization of Metal Pigments by Epoxy Ester Resins
B. Müller und M. Schubert, F&L 105, Nr. 12, 58 (1999) Fluortenside schützen Metallpigmente
B. Müller, D. Triantafillidis und C. Oughourlian, Coating, 33, 66 (2000) Korrosionsinhibierung von Aluminium- und Zinkpigmenten unter praxisnahen Bedingungen
B. Müller und D. Triantafillidis, F&L, 106, Nr. 11, 148 (2000)
Druckfarbenbindemittel schützen Kupfer- und Messingpigmente
Phänomen Farbe: Bleibt also die Anwendungstechnik für die Ausbildung auch in Zukunft so bedeutend wie jetzt noch?
Prof. Dr. Bodo Müller: Der Hauptgrund für unseren Umzug nach Esslingen war das großzügig ausgestattete Lackapplikationslabor, das wir dort bekommen haben. Die Applikations-, Anwendungs- und Anlagentechnik ist ein wesentlicher Punkt unserer Ausbildung.
Phänomen Farbe: Welches Rüstzeug brauchen die Lackspezialisten von morgen? Und wie sehen Sie dabei die künftige Rolle der Esslinger Ausbildung?
Prof. Dr. Bodo Müller: Lackfachleute, wie z.B. unsere Absolventen, arbeiten nicht nur in der Lackindustrie sondern auch bei den Lackrohstoffherstellern. D.h. Lackfachleute sind auch bei Neuentwicklungen wie z.B. den modernen Effektpigmenten beteiligt. Unsere Studenten werden sehr breit ausgebildet, was zwangsläufig zu Lasten der Tiefe geht. Die Tiefe kommt aber in der Diplomarbeit und insbesondere später im Berufsleben dazu. Im Berufsleben mangelt es dagegen häufig an der Breite (Stichwort: Spezialisierung). Dieses Ausbildungskonzept soll auch künftig beibehalten werden, da es sich bewährt hat.
In der Info für Studienanfänger heißt es:
Diplomingenieure des Studienganges sind gefragte Fachleute mit hervorragenden Berufschancen, die oft unter mehreren Stellenangeboten das passende auswählen können. Diese Situation ist einerseits auf die breit angelegte Ausbildung, andererseits auf die Struktur der Branche zurückzuführen, für die wir ausbilden. Potentielle Arbeitgeber sind Betriebe der Großindustrie, mittelständische Unternehmen aber auch Handwerksbetriebe sowie der öffentlicher Dienst.
Nach 8 Semestern sind Sie: Diplom-Chemie-ingenieur (FH) mit dem Schwerpunkt Farben und Lacke. Ihren Arbeitsplatz finden Sie:
in der Chemischen Industrie bei Herstellern von Lackrohstoffen,
Pigmenten, Farbstoffen und Bindemitteln
in der Lack- und Druckfarbenindustrie bei der Herstellung von Lacken und Anstrichstoffen
in Applikationsbetrieben, z. B. der Kfz-Lackierung, Holz- und Möbellackierung
in Betrieben der Kleb-, Dichtstoff- und Kunststoffindustrie
in Betrieben des Maler- und Lackiererhandwerk
im öffentlichen Dienst
Die gestalterische Zusatzausbildung öffnet dem Chemieingenieur zusätzliche Berufsfelder in Designstudios von Lack- und Anstrichstoffherstellern, im Lackstyling von Kfz-Herstellern, als beratendende Ingenieure im Handwerk, bei Lack- und Anstrichstoffherstellern oder freischaffend als Betreiber von Ingenieurbüros, bei Denkmalschutzbehörden, im Schuldienst an berufsbildenden Schulen oder als Fachjournalisten. Der Wahlpflichtblock "Gestaltung", in dem das Farbdesign z.B. von Gebäuden oder Automobilen gelehrt wird, ist eine Kombination von Farbgestaltung und Design mit Umweltschutz und Technik. Er ist einzigartig und ergibt gerade für Frauen interessante berufliche Entwicklungsmöglichkeiten. Als Beispiele seien die Farbdesignstudios von großen Bautenlack- oder Pigmentherstellern genannt.
Phänomen Farbe: Wenn wir die Zahl der organisierten Fachleute in Deutschland auf derzeit etwa 1.200 schätzen, die Zahl der studierenden Lackingenieure aber bundesweit vielleicht nur bei 40 Personen/Jahrgang liegt, scheint uns das bedrohlich, was meinen Sie dazu? Und: Woran liegt das? Bzw.: Was müsste getan werden, um das zu ändern?
Prof. Dr. Bodo Müller:.In der Tat ist der Mangel an Studenten bedrohlich. Die Gründe dafür sind vielfältig; z.B.:
Negatives Image der Chemie bzw. Lackchemie(Stichwort:
Umweltverschmutzung)
Mangelnde Informationen der Schüler über die excellenten Berufsaussichten in der
Lackindus-trie.
Im Lacklabor macht man sich bekanntlich die Hände schmutzig. Das wollen viele junge Leute
nicht mehr, zumal an einer Computertastatur
die Hände sauber bleiben (Stichworte: Informationstechnologie, Zeitgeist).
Abhilfe kann z.B. durch folgende Maßnahmen getroffen werden:
Die Lack- und Lackrohstoffindustrie schickt uns qualifizierte
Laboranten zur Weiterbildung (leider tut sie dies nicht).
Werbemaßnahmen an Gymnasien; hier ist das größte Potential für künftige Studenten.
Diese Werbemaßnahmen könnten z.B. in einer von den Verbänden finanzierten
Anzeigenaktion in geeigneten Zeitschriften bestehen; eine auf Jugendliche bzw. Schüler
spezialisierte Werbeagentur sollte damit beauftragt werden.
Gezielte Information von Chemielehrern an Schulen über die excellenten Berufsaussichten
in der Lackindustrie (fragt sich nur wie?). Darüber hinaus scheint bei vielen
Chemielehrern, die an Universitäten ausgebildet wurden, das Image von Fachhochschulen
nicht immer gut zu sein (Zitat: "Unsere Abiturienten studieren an
Universitäten.").
Nach Angaben von Dr. Streitberger (BASF Coatings AG) kommen schon jetzt auf jeden ausgebildeten Lackingenieur (FH) unabhängig vom Ausbildungserfolg etwa vier Angebote aus der Industrie. Deshalb hat z.B. die Hochschulinitiative der BASF Coatings AG zum Ziel, das Fach Lacktechnologie an deutschen Universitäten und Fachhochschulen zu stärken.
Das wichtigste Ziel ist es, mehr Studienanfänger zu werben. Es geht die dringende Bitte an die Industrie uns qualifizierte Lack- oder Chemielaboranten zur Weiterbildung zum Dipl.-Ing. (FH) zu schicken.
Phänomen Farbe: Wie definieren Sie das Esslinger Profil? Und wie wollen Sie es weiter entwickeln?
Der Ruf der FHTE ist begründet aus dem Maschinenbau heraus schon immer sehr gut gewesen. Trotzdem gehen auch im Maschinenbau und ähnlichen Studiengängen an der FHTE die Studentenzahlen zurück.
Phänomen Farbe: Wie ist die Zusammenarbeit mit Verbänden wie z.B. VdL Verband der deutschen Lackindustrie, CEPE (Euro-Lackverband) und anderen internationalen Verbänden (Amerika etc) organisiert? Gibt es Verbindungen nach Osteuropa, Fernost etc.?
Prof. Dr. Bodo Müller: Unser hauptsächlicher Partner ist unser Industriebeirat, in dem sich z.B. Herr Klaus Ehry (SABA Klebstoff- und Abdichtungssysteme GmbH, Floßwörthstr. 3-9, 68199 Mannheim) seit vielen Jahren engagiert. Über ihn und Prof. Dr. Georg Meichsner laufen unsere Kontakte zu den einschlägigen Verbänden.
Phänomen Farbe: Auch zu den Berufsverbänden (VILF, APi, analog Ausland)?
Prof. Dr. Bodo Müller: Enge Kontakte zum VILF und zur APi bestehen; das bringt uns aber keine neuen Studenten.
Phänomen Farbe: Bei all dem ist zu bedenken, dass im Zuge der Globalisierung von Herstellern, Anwendern und Zulieferern nicht nur überall vergleichbare Qualität der Produkte und Verfahren erwartet wird, sondern auch ein weitgehend vergleichbarer Standard für die Fachleute. Sehen Sie das auch so?
Prof. Dr. Bodo Müller: Ich kann hier nur für meine Person und nicht für die FHTE sprechen. Ich glaube, dass der deutsche Dipl.-Ing. (FH) einen guten Namen hat und auch in einer globalisierten Welt überleben kann, wenn er das will. Seitens der Hochschulen werden Bachelor- und Master-Abschlüsse angestrebt, die international besser wettbewerbsfähig sein sollen. Dabei ist zu bedenken, dass von der Qualifikation her ein Bachelor etwas unter dem Dipl.-Ing. (FH) und ein Master etwas darüber steht. Für uns ist dies aber zur Zeit nicht so wichtig, da uns ja unsere Dipl.-Ing. (FH) vom Arbeitsmarkt förmlich aus der Hand gerissen werden.
Phänomen Farbe: Abschließend könnten Sie uns noch einen Einblick in Ihre persönliche Philosophie geben.
Prof. Dr. Bodo Müller: Unsere praxis- und anwendungsorientierte Ausbildung ist gut und zeitgemäß, was uns von der Industrie immer wieder betätigt wird. Man sollte etwas Gutes und Bewährtes nicht ohne zwingenden Grund ändern (graduelle Anpassungen an Veränderungen erfolgen ja sowieso laufend). Unser großes Problem ist der Mangel an Studenten; letztlich ist oder wird dies auch ein Problem der Indus-trie. Ich wünsche mir daher Studenten, Studenten und nochmals Studenten.
FHTE: Preis für Lacktechnologie aus Esslingen
Phänomen Farbe 15.5.2002. Die Publikation "Corrosion Inhibition of Aluminium and Zinc Pigments by Copolymers" in der Zeitschrift Pigment & Resin Technology, Vol. 30, No. 1 (2001) von Dipl.-Ing. (FH) Martin Schubert, Dipl.-Ing. (FH) Claude Oughourlian und Prof. Dr. Bodo Müller wurde mit dem "Highly Commended Award" des Emerald Literati Club ausgezeichnet. Inhalt dieser Publikation sind Ergebnisse der fachhochschulinternen Diplomarbeiten der beiden Absolventen der FHTE, die im Labor Lackherstellung (Fachbereich Chemieingenieurwesen) unter der Leitung von Prof. Dr. Bodo Müller angefertigt worden waren.
FHTE: Zukünftige Lackingenieure auf Schnupperkurs
Phänomen Farbe 8.5.2002. Der Mangel an existierenden und künftigen Lackingenieuren ist bekannt. Um mehr Studenten für den Studiengang Chemieingenieurwesen/Farbe-Lack-Umwelt zu werben, fand am 3. 5. 2002 der erste Experimentiernachmittag für interessierte Schülerinnen und Schüler der umliegenden Gymnasien statt. Diese Veranstaltung wurde gemeinsam mit den Chemie-Verbänden Baden-Württemberg durchgeführt. Auf die 40 Plätze, die zur Verfügung standen, hatten sich mehr als 160 Schüler der Klassen 11-13 angemeldet! Die Auswahl, wer zu der Veranstaltung zugelassen werden sollte, hatten die Chemielehrer der angemeldeten Schulen übernommen. Es waren dann aber doch 47 Schüler und 5 Lehrerinnen, die wir an der Fachhochschule Esslingen - Hochschule für Technik willkommen heißen konnten. Eine Schülergruppe kam sogar aus Aalen.
Nach einer kurzen Begrüßung durch den Dekan, Prof. Dr. Gerolf Marbach und die Vertreterin der Chemie-Verbänden Baden-Württemberg Frau Metz-Bohsem, wurden die weißen Kittel an die Schüler verteilt und der Experimentiernachmittag nahm seinen Lauf. Die Schüler stellten im organischen Praktikum bei Prof. Dr. Elke von Seggern ein "Brennendes Gel" her, extrahierten Chlorophyll aus Blättern und trennten anschließend das Chlorophyll in seine gelben und blaugrünen Bestandteile auf. Im anorganischen Labor bei Prof. Dr. Gerolf Marbach konnten die Schüler die Inhaltsstoffe von Mineralwasser z.B. den Calciumgehalt bestimmen. Nach einer kleinen Stärkung wurden im Hörsaal noch einige spannende Experimente vorgeführt.
Die positive Resonanz am Ende der Veranstaltung lässt den Schluss zu, dass dieser Experimentiertag zu einer festen Veranstaltung im Semester werden sollte. Wenn durch Spaß am Experimentieren die Berührungsängste der Schüler mit der Chemie abgebaut werden und interessierte Schüler gleichzeitig Einblick in den Fachhochschulalltag gewinnen, ist zu hoffen, dass wir viele dieser Schüler in 1-2 Jahren als Studienanfänger im Studiengang Chemieingenieurwesen/Farbe-Lack-Umwelt begrüßen können. Tel. 0711/397-3500 oder chemieinfo@fht-esslingen.de
Phänomen Farbe 3.8.2001. Die Berichte von den Semester-Abschlussfeiern der Esslinger Hochschule mussten immer bitter vermerken, dass sich trotz ausgezeichneter Studiengegebenheiten und hervorragender beruflicher Anstellungssituation kaum Studienanfänger für unser Fachgebiet interessierten.
Diesmal eine gute Nachricht: Für das Wintersemester 2001/2002 haben 83 Bewerber die Zulassung zu einem Studium im Studiengang 'Farbe-Lack-Umwelt' an der Hochschule für Technik in Esslingen beantragt. Es wurden alle zugelassen. Und wenn davon 60 zu Studienbeginn, am 1. Oktober 2001, erscheinen, ist der Studiengang zu 100 % überbucht. Anders als am Flugplatz - es wird keiner stehengelassen. Die Professoren sind der Meinung, es dem Fachgebiet schuldig zu sein, Überlast zu fahren. Die Praktika müssen dann eben geteilt werden. Und zur Praktikumsaufsicht werden Doktoranden der Universitäten Stuttgart und Tübingen herangezogen. Nach 3 Semestern wird sich voraussichtlich die Lage entspannen. Die Neueintretenden, die bereits eine einschlägige Berufsvorbildung haben, müssen nicht in das 1. Praxissemester und erfahrungsgemäß wird das nachfolgende Sommersemester 2002 wieder weniger als 10 Studienanfänger haben.
Die Abschlussfeier für die Jung-Diplom-Ingenieure am
27. Juli 2001 dokumentierte nochmals die nun hoffentlich beendete Durststrecke im
Studiengang 'Farbe-Lack-Umwelt': 4 Absolventen. Diese vier wären hoffnungslos in der
Gesamtzahl der Esslinger Absolventen (311) untergegangen, wenn sie nicht 2 Preisträger
gestellt hätten, von denen einer sogar zweimal aufs Podium durfte.
Herr Dipl.-Ing. Andreas Hinz bekam den Preis des Vereins der Freunde und Förderer der Fachhochschule (diesen Preis erhält aus jedem Studiengang der/die beste Studierende - der Notendurchschnitt muss aber besser 1,5 sein - also nicht nach dem Motto: 'Unter Blinden ist der Einäugige König'). Zusätzlich konnte Herr Hinz den Preis der Stadt Esslingen in Empfang nehmen. Belohnung für seine, bei Clariant in Augsburg durchgeführte Diplomarbeit: 'Untersuchung anwendungstechnischer Eigenschaften von ausgewählten Phosphorsäureestern in Druckfarben'.
Die Stuttgarter Dependance des Akzo-Nobel-Coatings Konzerns hatte einen Preis für eine hervorragende Diplomarbeit gestiftet, den Herr Dipl.-Ing. Guido Helm für seine bei Daimler-Chrysler durchgeführte Bearbeitung des Themas 'Bewertung der Auswirkungen des Einsatzes faserverstärkter Kunststoffe auf die Lackiertechnik im Automobilbau' in Empfang nehmen konnte.
Prof.Dr.Ernst Schütze (Farbe-Lack-Umwelt, FHTE)
Phänomen Farbe 15.3.2002. Am 22. Februar 2002 erhielten an der Hochschule für Technik in Esslingen die Diplomanden des Wintersemesters ihre Zeugnisse. Vom Studiengang 'Farbe-Lack-Umwelt' waren es diesmal 3 Damen und 12 Herren. Und wieder waren Preisträger darunter:
Dipl.-Ing. Georg Döring erhielt einen von ICI Packaging CoatingsGmbH gestifteten Preis für seine hervorragende Gesamtstudienleistung. Da Döring der Fachbereichsbeste war, gab es zusätzlich eine Auszeichnung durch den Förderverein der FH.
Dipl.-Ing. Alexander Matle konnte für seine herausragende Diplomarbeit einen von der Bollig & Kemper GmbH & Co. KG dotierten Preis entgegennehmen.
Die Preise wurden von Prof. Dr. Ernst-Christian Schütze übergeben, der mit Ablauf des Semesters die Altersgrenze erreicht hat und deshalb nur noch für einen begrenzten Lehrauftrag zur Verfügung steht. Aus seinen Anmerkungen bei der Preisverleihung:
Sehr erfreulich ist es, dass sich für das - zahlenmäßig immer schwächere - Sommersemester insgesamt 33 Studienanfänger beworben haben.
Weniger erfreulich, dass wieder am Fachbereich 'herumgesägt' wird. Der Fachbereich, der alle Fächer selbst anbietet, also auch bei Grundlagenfächern schon auf die spezifische Bedeutung für unser Fachgebiet und die Anwendung hinweisen kann, war vor sechs Jahren, bei seiner Übersiedelung von Stuttgart nach Esslingen mit Professorenstellen gut bestückt. Zwischenzeitlich sind vier dieser Stellen durch Krankheit, Todesfall und Pensionierungen vakant geworden. Der ordnungsgemäße Lehrbetrieb kann nur noch mit Hilfe von Lehrbeauftragten aufrecht erhalten werden. Die haben aber im allgemeinen noch eine Hauptbeschäftigung und sind deshalb auch nicht zu jedem Termin verfügbar. Die Neubesetzung der offenen Stellen wird durch obere Fachhochschulgremien verzögert (weil es für unbesetzte Stellen Geld gibt - eine Milchmädchen-Rechnung) oder gar blockiert.
In die baden-württembergischen Hochschulen hat im Vollzug neuer Gesetze der 'externe Sachverstand' Einzug gehalten. Ein zusätzliches und oberstes Gremium ist der Hochschulrat, der hat 9 Mitglieder, davon 4 aus Industrie oder Verbänden. Den Vorsitz im Hochschulrat muß ein externes Mitglied führen. Theoretisch erscheint dies eine sinnvolle Lösung zu sein - als Aktionär weiß man aber, dass in der freien Wirtschaft auch viel 'in den Sand gesetzt' wird.
Im Falle der FH Esslingen besteht der Hochschulrat, von einem Physiker abgesehen, aus Nicht-Naturwissenschaftlern. Und deren Weisheit ist nun: Biotechnologie/Life sciences muß angeboten werden. Denn an allen Ecken und Enden der Republik werden jetzt an den Hochschulen solche Studiengänge geschaffen bzw. umbenannt - und wenn alle in eine Richtung rennen, wird es schon nicht falsch sein. Vor Jahren mußte auf jedem Schild 'Umwelt' stehen (unsere Studiengangsbezeichnung wurde seinerzeit auch dahingehend abgeändert). Beabsichtigt ist, den Studiengang 'Farbe-Lack-Umwelt' nicht mehr semesterweise anzubieten sondern nur noch jährlich. Die freiwerdende Kapazität soll den Life-sciences zugute kommen. Der neue Studiengang soll 2003/2004 starten. Dafür benötigt man erst einmal einen Gründungsdekan und eine kompetente Berufungskommission, denn die vorhandenen Professoren des Fachbereiches maßen sich nicht an, für Life sciences - was auch immer darunter laufen soll - fachspezifisch berufen zu können. Aber vielleicht ebbt die Welle bis dahin auch wieder ab.
Prof.Dr.Ernst Schütze (Farbe-Lack-Umwelt, FHTE)
Wie kann die Lackrezeptierung gelehrt werden?Zur Ausbildung von Ingenieuren an der Fachhochschule Esslingen - Hochschule für Technik
Prof. Dr. Bodo Müller
Einleitung
Die Rezeptierung von Lacken (Lackformulierung) ist das Herzstück der Lacktechnologie [1]. Da Rezepturen streng gehütete Betriebsgeheimnisse der Lackhersteller sind, ist leider nur wenig darüber veröffentlicht. Richtrezepte von Lackrohstoffherstellern oder Patentbeispiele sind zwar erhältlich, können aber ohne sorgfältige Auswahl und Aufbereitung in der Lehre nicht verwendet werden. Viele sonst hervorragende Lehrbücher der Lacktechnologie beschreiben die Lackrezeptierung nur sehr allgemein und leider meist nicht anhand von konkreten Rezepturen (z.B. [2, 3]). Es gibt allerdings zwei Veröffentlichungen, die die Lackrezeptierung eingehend beschreiben. Zuerst wird Band 4 des "Kittel" [4] genannt, der aber stark veraltet ist. Die Publikationsreihe von Somborn "Gesellenstücke" ist zwar aktuell, richtet sich aber speziell an Lacklaboranten [5]. Der didaktische Wert dieser Publikationsreihe ist allerdings sehr gut, da hier die Lackrezeptierung anhand von Aufgabenstellungen vermittelt wird [5].
Die Beschreibung der Ausbildung von zukünftigen Ingenieuren in Bezug auf die Lackrezeptierung an der Fachhochschule Esslingen ist Ziel des vorliegenden Beitrags.
Lackentwicklung
Jede zu entwickelnde Beschichtungszusammensetzung muss anforderungsgerecht sein, d.h. sich an den Forderungen des Kunden (z.B. Eigenschaften der Beschichtung, Substrat, Applikation), der Umwelt usw. orientieren. Die Kunst des Bearbeiters ist es nun, unter Berücksichtigung dieser Forderungen aus der Vielzahl der angebotenen Lackrohstoffe die geeignesten auszuwählen und damit ein Lackrezept zu formulieren. Die Rezepturentwicklung erfolgt in der Regel in einem Lacklabor. Da es das Ziel unserer Ausbildung sein muss, die Studenten auf die beruflich Praxis vorzubereiten, muss man sich zuerst über die Arbeitsabläufe in einem betrieblichen Lacklabor klar werden [1]. Die Abbildung macht den Versuch, diese Arbeiten schematisch vereinfacht darzustellen. Jede Lackentwicklung beginnt mit einer Problem- bzw. Aufgabenstellung. Daraus ergibt sich durch gedankliche Arbeit ein Lackrezept, das als Lackmuster im Labor dann hergestellt wird. Dieses Lackmuster wird auf das jeweilige Substrat appliziert, getrocknet bzw. gehärtet und die so erhaltene Beschichtung wird dann geprüft. Die erhaltenen Prüfergebnisse werden mit den sich aus der Problemstellung ergebenden Anforderungen verglichen und stimmen meistens damit noch nicht ganz überein. D.h. es schließen sich in der Praxis Optimierungsschritte in Bezug auf das Lackrezept an und der in der Abbildung aufgezeigte Cyclus wird meist viele Male durchlaufen; die Optimierungsschritte werden dabei in der Regel von Cyclus zu Cyclus kleiner. Der "Input" in diesen Lackentwicklungs-Cyclus ist die Problemstellung, der "Output" das Ergebnis (das optimierte Lackrezept) [1].
Die hier vereinfacht dargestellte betriebliche Vorgehensweise lässt sich aber auf ein Labor-Praktikum an einer Fachhochschule nur bedingt übertragen, da die vielen in der Praxis notwendigen Optimierungsschritte den zeitlichen Rahmen eines Praktikums sprengen würden. D.h. der Lackentwicklungs-Cyclus kann in der Regel pro Lacktyp im Praktikum nur einmal durchlaufen werden. Deshalb werden bei den Aufgabenstellungen einige Rezepturparameter festgelegt (siehe unten).
Vorlesungen
In unserem Studiengang Chemieingenieurwesen/Farbe-Lack-Umwelt werden die Studenten durch vier Vorlesungen mit je vier Semesterwochenstunden auf die Rezeptierung von Lacken vorbereitet:
Pigmente (4. Semester)
Organische Bindemittel (4. Semester)
Grundlagen der Lacktechnologie (4. Semester); in dieser Vorlesung werden z.B.
Lackadditive,
Rezepturentwicklung und die verschiedenen Typen lösemittelhaltiger Lacke
besprochen.
Technologie Lacke (5. Semester); Inhalt dieser Vorlesung sind hauptsächlich die
unterschiedlichen Typen von wässrigen und lösemittelfreien Lacken bzw. Beschichtungen.
In den beiden letztgenannten Vorlesung, die der Autor liest, wird das Arbeiten mit Rezepturen in zwei Schritten anhand von konkreten Beispielen eingeübt. Im ersten Schritt werden bestehende Rezepte (z.B. Richtrezepturen) analysiert; der zweite Schritt ist die selbstständige Rezepturentwicklung anhand von Aufgabenstellungen.
Bemerkenswert ist auch, dass in unserem Studiengang die lackspezifischen Vorlesungen bereits im Grundstudium (4. Semester) beginnen.
Labor-Praktikum
Im 5. Semester bekommen die Studenten im Praktikum mehr oder weniger komplexe Aufgaben, die sie selbstständig und zielbezogen lösen müssen (vgl. [5]). Als konkretes Beispiel wird eine relativ einfache Aufgabenstellung für den ersten Praktikumstag gezeigt. Eine Gruppe besteht in der Regel aus zwei Studenten.
1. Aufgabe
Lösemittelhaltige oxidativ härtende Lacke
Einfluss der Pigmentierungshöhe
2. Durchführung
2.1. Rezeptformulierung
Bindemittel
Gruppe 1: Kurzöliges AK; Gruppe 2: Mittelöliges AK; Gruppe 3:
Langöliges AK
Gruppe 4: EPE; Gruppe 5: Acrylmodifiziertes AK
Gruppe 6: Styrol- bzw. vinyltoluolmodifiziertes AK
Pigmentierung: Eisenoxidrot : Füllstoff = 1 : 3 (Füllstoff: Bariumsulfat)
Bindemittel : Pigment = 1 : 1 / 1 : 2,5 / 1 : 4 (3 Ansätze)
Lösemittel: Abstimmen auf das Bindemittel
Additive: Abstimmen auf die übrigen Rezepturbestandteile
Nichtflüchtige Anteile ca. 65%, langölige AK ca. 80% (einstellen auf 80 sec DIN 4)
2.2. Herstellung
Dissolver, Perlmühle (Körnigkeit <10 µm)
3. Bearbeitung/Prüfung
Härtung: a) 1 Woche RT - b) 1 Woche RT + 2 h/80 _C
Prüfungen: Körnigkeit, Trocknung, Glanz, Filmhärte, Dehnbarkeit, Haftung
Gemeinsame Rezeptausarbeitung aller Gruppen, damit die Ergebnisse vergleichbar sind (gleiche Additive). Ein Student wird die Ergebnisse aller Gruppen vergleichend in einem Referat vorstellen.
Nach Herstellung und Prüfung dieser Lacke erkennen die Studenten beispielsweise, dass mit steigender Pigmentierung Glanz und Elastizität der Beschichtungen stark abfallen. Darüber hinaus wird beim Referat der Einfluss der unterschiedlichen Bindemittel deutlich. Durch das abschließende Referat üben die Studenten auch gruppenübergreifende Teamarbeit ein.
Unterschiedliche Lackherstellungsverfahren lernen die Studenten anhand der folgenden bei uns vorhandenen Misch- und Dispergieraggregate kennen:
Schnellrührer
Dissolver
Ultraturrax
Dreiwalze
Perlmühlen
- diskontinuierlich
- kontinuierlich (Kreisfahrweise)
Turbomill
DAC 400 Speed Mixer
Folgende Lacktypen werden im Labor-Praktikum von den Studenten hergestellt:
Lösemittelhaltige Lacke
Oxidativ härtende Lacke
Einbrennlacke (unterschiedlichste Typen)
2K-PUR
2K-EP
Wässrige Lacke und Beschichtungen
Physikalisch trocknende Dispersionsfarben und -lacke
Oxidativ härtende Lacke und "Hybrid-Systeme"
Einbrennlacke (incl. Elektrotauchlacke)
2K-PUR
2K-EP
Lösemittelfreie Beschichtungen
2K-EP
Unter den beschriebenen Lacktypen vermisst man sicher die lösemittelfreien Pulverlacke und die strahlungshärtenden Beschichtungen (in der Vorlesung "Technologie Lacke" werden diese natürlich eingehend besprochen). Pulverlacke können in unserem Labor wegen der aufwendigen Technologie aus Platz- und Kostengründen nicht hergestellt werden. Allerdings lernen die Studenten Pulverlacke im Praktikum Lackapplikation im 8. Semester ausführlich kennen. UV-härtende Lacke sind ebenfalls Bestandteil des Praktikums Lackapplikation; darüber hinaus werden sie von unserem Kollegen Prof. Dr. G. Meichsner zusammen mit Studenten im Rahmen von Projekt- und Diplomarbeiten seit Jahren ausführlich untersucht [6].
Die durch ihre Ausbildung erworbenen Kenntnisse im formalen Umgang mit Rezepturen können unsere künftigen Ingenieure auch auf andere Gebiete wie z.B. Kleb- und Dichtstoffe übertragen.
Dieser Beitrag ist ein weiterer Versuch, mehr junge Menschen für ein Studium der Lack- und Beschichtungstechnologie zu interessieren [7].
Literatur
[1] B. Müller, Farbe & Lack, 106, Nr. 3 (2000) S. 62
[2] Th. Brock, M. Groteklaes und P. Mischke, Lehrbuch der Lacktechnologie, Vincentz Verlag
(1998)
[3] Z. W. Wicks, F. N. Jones und S. P. Pappas, Organic Coatings - Science and Technology,
2. Aufl., Wiley-Interscience (1999)
[4] H. Kittel, Lehrbuch der Lacke und Beschichtungen, Band IV: Lack- und
Beschichtungssysteme, Formulierung, Verlag W. A. Colomb (1976)
[5] R. Somborn, Farbe & Lack, 104, Nr. 1 (1998) S. 54
und die seither regelmäßig publizierten "Gesellenstücke" in Farbe & Lack
[6] G. Meichsner und K. Vogg, Farbe & Lack, 105, Nr. 8 (1999) S. 48
[7] Phänomen Farbe, Nr. 5 (2001) S. 32
Fachhochschulinterne Forschungs- und Entwicklungsarbeiten
Metallpigmente in wässrigen Lacken und Druckfarben
Prof. Dr. Bodo Müller, Fachhochschule Esslingen - Hochschule für Technik
Einleitung
Blättchenförmige (lamellare) Metallpigmente werden für verschiedene Anwendungen in Beschichtungen, Lacken und Druckfarben eingesetzt (Tabelle). Aluminium- und Zinkpigmente sind elektrochemisch unedel, während Kupfer und Messingpigmente deutlich edler sind. Wässrige Lacke und Druckfarben vermindern die Emission von organischen Lösemitteln bei der Applikation, was die Umwelt schont. Die pH-Werte von wässrigen Lacken und Druckfarben sind im schwach alkalischen Bereich (pH etwa 8). Der Wechsel von lösemittelhaltigen auf wässrige Formulierungen führt zu Problemen, die durch Korrosionsreaktionen der Metallpigmente in alkalisch wässrigen Lack- bzw. Druckfarbenmedien hervorgerufen werden. Die unedlen Aluminium- und Zinkpigmente reagieren dabei unter Wasserstoffentwicklung, was aus Sicherheitsgründen unerwünscht ist:
2 Al + 6 H2O > 2 Al(OH)3 + 3 H2
Zn + 2 H2O > Zn(OH)2 + H2
Die edleren Kupfer- und Messingpigmente reagieren dagegen unter Sauerstoffaufnahme:
2 Cu + O2 > 2 CuO
Cu/Zn + O2 > CuO + ZnO
Diese Sauerstoffkorrosion führt zu einer Dunkelfärbung der Pigmente; darüber hinaus kann die Viskosität der Druckfarben ansteigen.
Eine Inhibierung dieser Korrosionsreaktionen ist eine Voraussetzung für den Einsatz von Metallpigmenten in wässrigen Medien. Da die Stabilisierungen der Metallpigmente durch deren Hersteller teilweise noch Mängel aufweisen, sind weitere Untersuchungen notwendig.
Zielsetzung
Inhibierung der Korrosion von Metallpigmenten in alkalisch wässrigen Medien durch möglichst umweltverträgliche Inhibitoren (insbesondere geeignete Lack- und Druckfarbenbindemittel).
Gewinnung grundsätzlicher Erkenntnisse über den Mechanismus der Korrosion und Korrosionsinhibierung von Metallen auf molekularer Basis.
Durchführung
Sowohl die Wasserstoffentwicklung als auch die Sauerstoffaufnahme lassen sich gasvolumetrisch leicht messen. Mit den relativ einfachen Messapparaturen (Abbildung 1 und 2) können eine Vielzahl von Versuchen durchgeführt werden.
Die Bearbeitung erfolgte seit 1992 in 23 Diplomarbeiten (siehe unten), die alle aufeinander aufbauten; diese wurden unter Leitung des Autors fachhochschulintern, d.h. ausschließlich in den Laboratorien der Fachhochschule durchgeführt. Zusätzlich wurden noch einige weitere Diplomarbeiten zu dieser Thematik extern, d.h. in der Industrie, bearbeitet; diese sind in die unten folgende Liste nicht mit aufgenommen.
FH-interne Diplomarbeiten
Andreas Bälz (SS 92)
Martin Kurfeß, Gerd Niederberger (WS 92/93)
Marcus Gampper, Martin Müller (SS 93)
Denise Mebarek, Antje Masson, Klaus Franze (WS 93/94)
Torsten Schmelich, Matthias Heilig (SS 94)
Gerhard Imblo (WS 94/95)
Ileana Förster, Ulrich Dawidowski, Peter Kienitz (SS 95)
Anne Holland, Wolfgang Kläger (WS 95/96)
Gregor Kubitzki (SS 96)
Sonja Kubitzki (WS 96/97)
Gudrun Kinet (SS 97)
Mahmooda Shahid (WS 97/98)
Claude Oughourlian (SS 98)
Martin Schubert (WS 98/99)
Dimitrios Triantafillidis (SS 99)
Man kann in der obigen Zusammenstellung deutlich sehen, dass ab 1996 aus Mangel an Studenten [siehe Phänomen Farbe, Nr. 5 (2001) S. 32] weniger Diplomarbeiten durchgeführt wurden. Dieser Umstand hat dann leider dazu geführt, dass die Arbeiten seit Ende 1999 nicht mehr fortgesetzt werden konnten, was der Verfasser sehr bedauert; Ideen für weitere Arbeiten sind vorhanden. Den 23 ehemaligen Studentinnen und Studenten (siehe oben), die sich in der Vergangenheit für diese interessanten Problemstellungen in den Laboratorien der Fachhochschule unbezahlt engagiert haben, dankt der Autor herzlich.
Die Darstellung der Ergebnisse der Diplomarbeiten würde den Rahmen dieses Beitrags sprengen; sie können in über 60 Publikationen nachgelesen werden (eine Publikationsliste kann vom Verfasser angefordert werden).
FHTE: Korrosionsspezialistin zur Dekanin gewählt
Phänomen Farbe 15.7.2002. Prof. Dr. Renate Lobnig wurde 1998 für das Lehrgebiet
Korrosions- und Bautenschutz an die Fachhochschule Esslingen - Hochschule für
Technik (FHTE) berufen und lehrt seitdem im Studiengang
Chemieingenieurwesen/Farbe-Lack-Umwelt. Frau Dr. Lobnig wurde jetzt zur Dekanin
des Fachbereichs gewählt und ist damit die erste Frau in dieser Position an der
FHTE. Prof. Dr. Lobnig studierte Chemie und Mathematik an der Universität
Düsseldorf und promovierte danach am Max-Planck-Institut für Eisenforschung auf
dem Gebiet der Hochtemperaturkorrosion. Sie erhielt 1990 die Otto-Hahn-Medaille
der Max-Planck-Gesellschaft für herausragende Arbeiten junger Wissenschaftler
und danach den T. P. Hoar Award für die beste Publikation in der Zeitschrift
Corrosion Science im Jahr 1990. Ihre beruflichen Tätigkeiten führten sie dann in
die USA zu den AT&T Bell Laboratories und zu Lucent Technologies, wo sie sich
mit Korrosion in der Mikroelektronik und dem Einfluss von Feinststäuben auf die
Korrosion von Metallen beschäftigte. Seit ihrer Berufung an die FHTE hat sie
neues Labor für elektrochemische Korrosionsprüfungen aufgebaut, beispielsweise
mit Impedanzspektroskopie und Raster-Kelvin-Sonde. Ihr derzeitiges
Forschungsgebiet ist die Untersuchung von Korrosionsschutzbeschichtungen mit
elektrochemischen Methoden. Prof. Dr. Renate Lobnig ist verheiratet und hat zwei
kleine Töchter.
Die neue Dekanin in einem VdL-Gespräch (24.04.2004)
Quelle www.colouring.de :FHTE: Drei Absolventinnen bekommen vier Preise
Phänomen Farbe 15.09.2002. Am 2. August erhielten 21 Absolventen (12 Damen und 9 Herren) des Studiengangs Chemieingenieurwesen/Farbe-Lack-Umwelt der Fachhochschule Esslingen - Hochschule für Technik (FHTE) ihre Diplomzeugnisse. Dabei wurden drei Absolventinnen für hervorragende Leistungen ausgezeichnet. Dipl.-Ing. (FH) Ruth Genuneit bekam für ihre Diplomarbeit "Effective UV-Curing of Colored Pigmented Systems", die sie bei der Ciba in Basel angefertigt hatte, einen von der Firma Ruco-Druckfarben, A. M. Ramp & Co. GmbH gestifteten Preis. Für ihre hervorragende Gesamtstudienleistung im Studiengang Chemieingenieurwesen/Farbe-Lack-Umwelt erhielt Dipl.-Ing. (FH) Simone Fett einen von der Firma Imparat Farbwerk, Iversen & Mähl GmbH & Co. dotierten Preis. Zusätzlich bekam Frau Fett noch einen Preis für einen herausragenden Studienabschluss an der (gesamten!) FHTE, gestiftet vom Verein der Freunde der FHTE e.V. Dipl.-Ing. (FH) Verena Bonitz konnte den Preis der Stadt Esslingen für hervorragende Leistungen in der Diplomarbeit mit dem Titel "Impedanzspektroskopie als Bestimmungsmethode der Kritischen Pigment-Volumen-Konzentration von Beschichtungen - Einfluss der Hydrophilie von Bindemittel und Füllstoffen" entgegennehmen. Die Herren Absolventen gingen diesmal leer aus.
Die zwei von der Industrie gestifteten Preise hatte - wie schon seit vielen Jahren Prof. Dr. Ernst-Christian Schütze geworben. Er beendete mit diesem Semester seine aktive Lehrtätigkeit; eine nicht nur auf dem Gebiet der Lack- und Druckfarbentechnologie herausragende Persönlichkeit wie er, wird nur sehr schwer zu ersetzen sein.
FHTE: Drei Preise zur Diplomierung
Phänomen Farbe 15.3.2003. Am 21. Februar erhielten acht Absolventen (drei Damen und fünf Herren) des Studiengangs Chemieingenieurwesen/Farbe-Lack-Umwelt der Fachhochschule Esslingen - Hochschule für Technik (FHTE) ihre Diplomzeugnisse. Dabei wurde Dipl.-Ing. (FH) Annalisa Sinopoli für ihre Diplomarbeit "Untersuchung charakteristischer Merkmale von Kunststoffbauteilen auf die Haftung", die sie bei DaimlerChrysler angefertigt hatte, mit dem Preis der Stadt Esslingen ausgezeichnet. Dipl.-Ing. (FH) Frank Zimmermann konnte für seine ausgezeichnete Gesamtstudienleistung gleich zwei Preise in Empfang nehmen. Er bekam einen Preis für einen herausragenden Studienabschluss an der (gesamten!) FHTE, vergeben vom Verein der Freunde der FHTE e.V. und einen von der Brillux GmbH & Co. KG gestifteten Preis.
„Lack im Gespräch"
Die Bachelor- und
Master-Studiengänge
an der Fachhochschule Esslingen - Hochschule für Technik
Lackausbildung
Ein Studium für die Praxis
von Prof. Dr. Renate Lobnig
Die Hochschulen sind im Umbruch: Statt Diplome sollen in Zukunft Bachelor und
Master verliehen werden, um europaweit einheitliche Studienabschlüsse zu
gewährleisten. An vielen deutschen Hochschulen ist die Umstellung auf Bachelor/Master
in vollem Gange, so auch an den für die Lackindustrie wichtigen Fachhochschulen
in Krefeld und Esslingen. Die Lackindustrie als wichtiger Arbeitgeber wird sich
in den nächsten Jahren auf Absolventen des neuen Typs einstellen müssen. Was
sich ändert, beschreibt beispielhaft Dr. Renate lobnig, Professorin an der FHTE,
für Lack im Gespräch.
2002 wurde im Hochschulrahmengesetz in Deutschland festgeschrieben, dass die Bachelor- und Masterstudiengänge als reguläre Studienangebote von den Hochschulen angeboten werden müssen. Die Einführung wurde für das Jahr 2005 festgelegt, der Abschluss der Umstellung wird im Jahre 2010 sein. Dabei gelten folgende Rahmen-Bedingungen: Der erste Studienabschluss, der Bachelor, soll nach sechs bis acht Semestern vergeben werden und bereits berufsqualifizierend sein. Der darauf aufbauende Master-Abschluss soll nach insgesamt zehn Semestern erfolgen und eine entweder vertiefende (Ǽ konsekutiver Master) oder in Nachbargebiete verbreiterte (Ǽ konversiver Master) Qualifikation nachweisen. Der Master qualifiziert auch für eine evtl. nachfolgende Promotion.
An der Fachhochschule Esslingen - Hochschule für Technik (FHTE) wurden im Wintersemester 2005/2006 alle Studiengängen von den bisherigen DiplomStudiengängen auf das zweistufige Bachelor-Master-System umgestellt.
Die FHTE ist eine technisch und betriebswirtschaftlich ausgerichtete Fachhochschule, deren Absolventen gefragte Fachleute in der Industrie sind, und die in Hochschul-Rankings der letzten Jahre fast ausnahmslos unter den Top-Ten platziert wurde. Besonders wichtig war daher, nach der Umstellung auf das neue BachelorMaster-System den hohen Erwartungen der Industrie nach wie vor gerecht zu werden, und ebenso qualifizierte Fachleute wie bisher auszubilden.
Eine hochqualizierende BachelorAusbildung wird als besonderes Ziel der FHTE angesehen. Die Fähigkeiten der Absolventen sollen denen der bisherigen Diplom-Absolventen entsprechen und somit ähnliche Berufsmöglichkeiten eröffnen. Auf der anderen Seite soll ein zusätzlicher Master-Abschluss einen deutlichen Mehrwert für die Arbeitgeber und Absolventen darstellen und den Einstieg in zusätzliche Arbeitsgebiete bzw. den Aufstieg in höhere Positionen ermöglichen.
7+3-Modell
Aus diesen Gründen wurde beschlossen, in Esslingen ein 7+3Modell zu wählen. Der Bachelor-Studiengang ist mit sieben Semestern ein Semester kürzer als der bisherige Diplom-Studiengang. Da der bisherige Umfang von in Vorlesungen, Praktika und Übungen erworbenem Fachwissen als unverzichtbar für den Beruf angesehen wird, wurde die Präsenzzeit an der FHTE nicht verkürzt und beträgt im Bachelor wie zuvor im Diplom-Studiengang sechs Semester. Die StudienzeitVerkürzung wird durch die Streichung eines von bisher zwei Praxissemestern erreicht. Bisher verbringen Diplom-Studierende im 3. und 6. Semester jeweils 100 Arbeitstage in Firmen, um ihr Fachgebiet aus Sicht der praktischen Anwendung kennen zu lernen. Gleichzeitig können sie in dieser Zeit schon mögliche Arbeitsgebiete und Arbeitgeber kennen lernen und sich bei den Unternehmen als potentielle Arbeitnehmer bekannt machen. Im Bacherlor-Studium verbleibt das bisherige zweite Praxissemester. Dass das 1 . Praxissemester wegfällt, wird sowohl von Seiten der FHTE als auch von Industrievertretern als Verlust gewertet. jedoch kann ein Teil der praktischen Erfahrung auch durch verstärkte Projektarbeit im Studium, Ferienarbeit und -praktika in Betrieben der Branche und während der abschließenden Bachelor-Arbeit erworben werden. Schon immer war die Abschlussarbeit ein wichtiger Bestandteil des Studiums. Deshalb hat sich die FHTE dafür eingesetzt, dass die Zeit für das Verfassen einer Bachelor-Arbeit nicht gekürzt wird, sondern wie bei der Diplomarbeit vier Monate betragen soll. Insgesamt werden die Bachelor-Absolventen die gleichen hervorragenden Fachkenntnisse mitbringen wie die bisherigen Diplom-Absolventen.
Die Bachelor-Ausbildung "Chemieingenieurwesen - Farbe, Lack, Umwelt" an der FHTE ist technisch-naturwissenschaftlich orientiert und umfasst Chemie, Lacktechnologie, Beschichtungstechnik und Umweltschutz, aber auch betriebswirtschaftliche Grundlagen. Schwerpunkte sind dabei moderne, umweltfreundliche Beschichtungen, wie zum Beispiel wässrige Lacksysteme oder die vollständig lösungsmittelfreien PulverLacke. Im Hauptstudium wird unter anderem ein Wahlpflichtblock "Gestaltung" angeboten, in dem Farbdesign für Gebäude oder Automobile gelehrt wird. Diese Kombination von Farbgestaltung und Design mit Umweltschutz und Technik ist einzigartig und ergibt interessante berufliche Entwicklungsmöglichkeiten. Ein Student des Bachelor-Studiengangs Chemieingenieurwesen/Farbe-Lack-Umwelt wird so in die Lage versetzt. die Beschichtung von Oberflächen ganzheitlich zu begreifen.
Hervorragende Berufsausichten
Absolventen dieses BachelorStudiengangs erwarten die gleichen, ausgezeichneten Berufsaussichten wie die bisherigen Diplom-Absolventen. Die breit gefächerte Ausbildung macht sie zu gefragten Fachleuten in der chemischen Industrie (Lackrohstoffhersteller) , bei Herstellern von Lacken bzw. Druckfarben, in der Kleb- und Dichtstoffindustrie, in Applikationsbetrieben (zum Beispiel Automobilindustrie) oder in der Kunststoffindustrie. Hier arbeiten die Chemieingenieure im Entwicklungslabor, in der Anwendungstechnik oder dem technischen Marketing. Darüber hinaus erschließen sich den Absolventen dieses Studiengangs Arbeitsrlätze im Maler- und Lackiererhandwerk, in Schulen, im öffentlichen Dienst sowie in Farbdesignstudios von großen Bautenfarben- oder Pigmentherstellern.
Der darauf aufbauende MasterStudiengang "Angewandte Oberflächen- und Materialwissenschaften" soll gemeinsam mit der FH Aalen angeboten werden und Absolventen von Bachelor- oder Diplom-Studiengängen aus den Bereichen Chemie-Ingenieurwesen, Chemie, Oberflächentechnik oder Materialwissenschaften (o.ä.) offen stehen. Die Ausbildung verbindet die beiden Wissensgebiete Materialien und ihre Eigenschaften und die Grenzflächen- und Oberflächentechnologie.
Das Know-how der Lacktechnologie, das von der Chemie und Physik der Kolloide (Größenbereich 1 nm bis 1 IJm -heute modern "Nanotechnologie") und Grenzflächen bis hin zur Verfahrenstechnik reicht wird verbunden mit dem Wissen der Materialtechnologie sowie anorganischer und metallischer Schichten, um neue Materialien, Verbundwerkstoffe und ganze Bauteile entwickeln zu können. Ein solcher Master of Science hat gegenüber dem bisherigen Chemieingenieur/FarbeLack-Umwelt eine deutlich verbreiterte Wissensbasis und potenzielle Arbeitsgebiete in einem breiten Bereich der chemischen und verarbeitenden Industrie.
Durch den Erwerb deutlich verbesserter Management-Fähigkeiten und Kenntnisse des Produktmangements können die Master-Absolventen als Bindeglied eines interdisziplinären Teams arbeiten, in dem Betriebswirte, Maschinenbauer, Elektroingenieure, Physiker, Designer etc. bei der Entwicklung neuer Produkte zusammenarbeiten sowie Führungspositionen einnehmen.
Bologna - Erklärung
1999 verpflichteten sich 29 Länder Europas in der Bologna-Erklärung, ein gemeinsames "Europäisches Hochschulsystem" auf Basis des Bachelor-Master-Systems bis 2010 einzuführen. Im Jahre 2003 bei der Berlin-Konferenz waren inzwischen 40 Länder vertreten. Die Ziele der Umstellung sind:
Internationale Verständlichkeit: Ein Diploma-Supplement erklärt die Leistung des Studierenden und gibt Auskunft über Studienprogramm, Studieninhalte und -verlauf. Ein Personalleiter kann somit die Kenntnisse des Absolventen besser als bisher einschätzen.