Personalia




 



 

Hans Peter Maier
  HPM und seine Farben
Prof. Dr. Hans Irtel

  


 














 
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Hans Irtel

Wir trauern um unseren sehr geschätzten Kollegen und Hochschullehrer

 Professor Dr.
Hans Irtel

  * 30. August 1952
† 30. September 2008
 

  Prof. Dr. Irtel lehrte seit 1993 Allgemeine Psychologie an der Universität Mannheim. Er war Sprecher der Fachgruppe Allgemeine Psychologie in der Deutschen Gesellschaft für Psychologie von 1997 bis 1999, Dekan der Fakultät für Sozialwissenschaften von 1998 bis 2000 und Sprecher der Fachgruppe Psychologie in Mannheim von 2006 bis 2008. Er hat der Experimentellen Psychologie als kreativer, ideenreicher Forscher und akademischer Lehrer, als Lehrbuchautor und als Organisator zahlreicher wissenschaftlicher Konferenzen mit Leidenschaft gedient.  

 Wir vermissen Prof. Dr. Irtel sehr. Seine ebenso stringente wie freundliche und humorvolle Art, wissenschaftliche Diskurse zu führen, seine Hilfsbereitschaft, sein Engagement und seine Begeisterung für die Experimentelle Psychologie und die visuelle Wahrnehmungsforschung, seine vielen guten Ideen und Anregungen – all dies wird uns sehr fehlen. 

  Im Namen aller Professorinnen und Professoren, wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Studierenden des Fachgebiets Psychologie an der Universität Mannheim
 

  Prof. Dr. Rupert Hölzl

Sprecher der Fachgruppe Psychologie an der Universität Mannheim
 

 


Prof. Dr. Hans Irtel
Universität Mannheim
(Allgemeine Psychologie), im Kuratorium des DFZ zuständig für Farbwahrnehmung, verstarb am 30.09.2008. Die Beerdigung fand am Montag, 06.10.2008 auf dem Friedhof Ludwigshafen-Oggersheim statt.
 
 

hpm

Kennen seine Mannheit, wahren seine Weibheit, wird man zum Strombett der Welt. Kennen seine Weiße, wahren seine Schwärze, wird man zum Vorbild der Welt. Laotse

Wir trauern um einen Vater, Bruder, Onkel und Freund.
Er hat für seine Farben gelebt.

Hans Peter Maier
Architekt
* 10. 2. 1932 † 24. 5. 2008
Bad Waldsee   Arriate/Ronda

Petra Maier-Regli
Caroline Albertoni, geb. Maier
Antoine Maier
Frederic Maier
Florian Bruchhäuser
Dorothee Hess-Maier
Albert Hess
Susanne und Dr. Jürgen Wied

Die Verabschiedung fand in der Kirche St. Christina, Ravensburg am 9. Juni 2008 statt

 


Hans Peter Maier

  • bis ca. 1970: Verleger (Johannes Itten: Kunst der Farbe. Ruprecht Mathaei: Goethes Farbenlehre. Alfred Hickethier: Farbenordnung Hickethier. erschienen bei Verlag Otto Maier Ravensburg)

  • Ausbildungen als Drucker und Architekt,

  • private Farbforschung: 1960 bis 1990 Entwicklung des HPM-COLOR- Farbtests, der die individuelle Resonanz von Menschen auf Farbimpulse erfasst und dokumentiert.

  • Seit 2003 Aktualisierung und Weiterentwicklung von HPM-COLOR mit Susanne Wied

  • Ehrenmitglied DFZ

 

Susanne Wied über
Hans Peter Maier und seine Farben

aus ihrem Beitrag „Farben für Menschen - Farbgestaltung mit HPM-COLOR im Klinikum Ludwigshafen", Phänomen Farbe 2006/12

„Zugfahrt mit nachhaltiger Wirkung (II)

Gut fünfzig Jahre vor diesen Ereignissen fuhr ein junger Mann namens Hans Peter Maier mit dem Zug und las in einem für damalige Verhältnisse sehr merkwürdigen Buch, dem I-Ging (das asiatische „Buch der Wandlungen"). Er wurde daraufhin angesprochen von einem Mitreisenden, der sich als Jean Gebser herausstellte, Philosoph und ausgewiesener Experte für asiatische Philosophie. Die beiden freundeten sich an. Wie war Maier, der Spross des gleichnamigen Verlagshauses aus Ravensburg an diese Lektüre gekommen? Durch Hermann Hesse, einem Freund der Familie. Er hatte es in seinem berühmten Roman, dem „Glasperlenspiel" erwähnt und ihm auf Fragen nach dem Roman empfohlen, sich eingehender mit dem I-Ging zu beschäftigen. Wie Hans Peter Maier durch Gebser herausfand, waren die darin dargestellten 64 Zeichenkombinationen aus sog. Hexagrammen die Grundlage für die Entwicklung des binären Codes, den der Philosoph und Mathematiker Leibniz 1703 unter Angabe seiner chinesischen Quelle veröffentlichte. Die Hexagramme sind Kombinationen aus einer Ur-kombination von (8) Trigrammen gebildet aus : durchbrochenen und durchgezogenen Linien, 0 und 1 (heute Grundlage jeder Kommunikations- und Informationstheorie). Nun wurde es spannend: Maier hatte, wie er selbst erzählt, die 999 Farbenstufen Hickethiers, die er als junger Druckerlehrling hatte mischen lernen, der Übersichtlichkeit halber auf 64 Farbstufen reduziert („passen auf ein Schachbrett"). Er hatte Hickethiers Farbenordnung und auch die von Ruprecht Matthaei vorzüglich wissenschaftlich zusammengestellten Materialien zu Goethes Farbenlehre inklusive der Messergebnisse veröffentlicht, und er hatte, davon inspiriert, sich mit allem ihm zugänglichen Material zu I-Ging und den daraus resultierenden traditionellen Medizinsystemen, Farbenlehren, Farbpsychologie, Farbmetrik und Optik zu Studienzwecken versorgt. Schon in den frühen Fünfziger Jahren war Maier auch die Analogie zum genetischen Code, der gerade erst von Watson und Crick entdeckt worden war, aufgefallen. Maier machte daraufhin Versuche, die drei stofflichen Grundfarben (Goethes von ihm so genannte „chemische Farben" bezeichnen die Eigenschaft der Dinge, farbig zu sein) gelb, purpur und blau zu einem Codesystem von 64 zu mischenden Variationen zu ordnen (beachte: yellow, magenta und cyan sind neuere Bezeichnungen für Druckfarben und weichen farbmetrisch ein wenig von Goethes Grundfarben ab) Die Abweichungen im realen Mischungsverhältnis sind natürlich von einem Pigment und Malmittel zum anderen erheblich. Es ging also in Maiers Ordnung um ein Grundprinzip, nicht um das perfekte Erreichen der Farbwerte des aus einem den Bigrammen analogen Systems mit unterschiedlichen Farbstoffen. Beispiele: 101 entspräche einem Zartgrün, 202 einem Hellgün, 300 einem Sonnengelb. Gesucht hat Maier allerdings immer die perfekten Ingredienzien, die im Mischungsverhältnis dem Code nahe kamen. Mit den gemeinsam entwickelten HPM-COLOR-Acrylfarben bei Lascaux kommen wir diesem Ziel mittlerweile erfreulich nahe.

So entstand also im Laufe der Jahrzehnte ein komplexes Analogiemodell auf dem fußend, der Farbtest, die akribisch vermessenen Testtafeln und später auch die Software für die Farbempfehlungen entwickelt wurden. Heute liegen pro Test 30 Seiten potentiell auswertbares Material vor, die natürlich schwerpunktmäßig je nach beruflichem Kontext ausgewertet werden. Kein Anwender braucht alle Komponenten. HPM-COLOR ist trotz der theoretischen Quellen im I-Ging nicht zu verwechseln mit der heute auch bei Malermeistern bekannten Feng-Shui-Beratung. HPM-COLOR ist auch kein farbmetrisches System als solches. Die Standards der modernen Farbmetrik und Goethes Farbenordnung liegen den Testfarben in ihrer Abstufung zugrunde und dienen der sorgfältigen Entwicklung der Farbkarten und der Software. Außerdem dienen Farbsysteme als Referenzsysteme der praktischen Handhabbarkeit der Testergebisse, z.B. mit gängigen Farbsystem wie RAL- Design. Die Testergebnisse selbst sind durch codierte Farben illustrierte Annäherungen an die „Resonanz"-Räume, in denen sich der Mensch oder die Gruppe bewegt. Heute wird auch naturwissenschaftlich geforscht zu diesem Thema. Wir können endlich Goethes geniale „Farbphänomenologie" mit physikalischen Messgrößen in „sich annähernde" Kohärenz setzen." (Zitat Ende)

Die Autorin
Susanne Wied