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Zum Thema der Veranstaltung
Stuttgart: Erfolgreiche Farbinfo - Neuwahlen |
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V
Farbe und Identität
Vor wenigen Jahrzehnten galt es als ausgemacht,
dass es im Bereich der Farbe keine festen Regeln geben könne, da historische,
soziale und kulturelle Faktoren, auch kurzfristige Moden oder Umwelteinflüsse
wie das Klima solche Regeln überlagern und außer Kraft setzen würden. Inzwischen
haben Biologie und Gehirnforschung und hat auch die Globalisierung dafür
gesorgt, dass von solchen Unterschieden kaum noch die Rede ist. Kameras,
Filmmaterial, Drucktechnik, Videogeräte etc. werden in der Regel für die gesamte
Welt entwickelt und man erhält die gleichen Produkte des Konsums in Hongkong,
Johannesburg, Toronto oder Rom. Gleichwohl gibt es regionale Unterschiede, wo
etwa eine Werbekampagne in Brasilien farbig anders gestaltet sein muss, um
erfolgreich zu sein als in Norwegen. Es gibt darüber hinaus Farbstile bei
Subkulturen, es gibt nationale und regionale Besonderheiten, besondere
Traditionen und schließlich auch Identifikationsangebote etwa bei Sportvereinen,
und Ländern, die zwar willkürlich, aber deswegen nicht unwirksam sind. Auch
Haut-, Haar- und Augenfarbe, die als Anpassung an Umwelteinflüsse wie dem
Sonnenstand entstanden sind, dürften nicht ohne Auswirkung auf die
Farbpräferenzen sein. Es scheint, dass wir mit unserer Farbwahl mehr oder
weniger bewusst auch eine Identität herstellen, die in Abgrenzung zu anderen
Identitäten erfolgt und nur im Vergleich mit den ausgeschlossenen Optionen
aussagekräftig ist
Anmeldung:
vorstand@deutsches-farbenzentrum.de
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Donnerstag 27.9.07 (Abendvortrag)
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Sektion Rot |
Sektion Grün |
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Freitag 28.9. 07,
Samstag 29.9.07
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Freitag 28.9. 07n
Samstag 29.9.07
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Samstag 29.9.07
Sonntag 30.9.07
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Referentenliste
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Prof. Axel Buether
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Prof. Bernd Frank/Prof. Dr. Marieluise Schaum
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Prof. Dr. Roland Greule
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Prof. Dr. Christoph Häberle
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Dr. Thorsten Hansen
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Bertolt Hering
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Anna Hirschmüller
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Prof. Dr. Hans Irtel
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Dr. Agata Kwiatkowska-Lubanska
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Dr. Marina Linares
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Dr. Eva Lübbe
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Hans Peter Mayer
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Prof. Dr. Christa Neumeyer,
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Dipl.-Gemälderestaurator
Albrecht Pohlmann |
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Prof. Dr. Klaus Richter
Workshop: „Anwendung von DIN- und ISO/IEC-Pruefvorlagen für die Farbausgabe auf Druckern, Monitoren und Datenprojektoren bei unterschiedlichen Displayreflektionen des Raumlichtes“
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Klaus von Saalfeld
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Prof. Dr. Karl Schawelka
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Verena M. Schindler
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Prof. Dipl.-Ing. Markus Schlegel
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Gertrud Schulze zur Wiesche
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Dr. Andreas Schwarz
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Prof. Dr. Barbara Susczynska-Rapalska
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Dr. Karin Thönnissen
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Hannes Trüjen
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Dr. Franziska Uhlig
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Dr.-Ing. Cornelia Vandahl
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Prof. Axel Venn
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Susanne Wied
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DFZ: Gelungene Tagung 2007 in Stuttgart – Neuer Vorstand
Stuttgart. Die Mitgliederversammlung des Deutschen Farbenzentrums (DFZ) wählte anlässlich der sehr erfolgreichen Jahrestagung „Farbinfo 2007“ in Stuttgart Ende des vergangenen Monats einen neuen Vorstand. Das Motto der Veranstaltung lautete „Farbe und Identität“. Prof. Axel Buethner, Halle, wurde zum 1. Vorsitzenden bestimmt. Buether, 1967 in Weimar geboren, ist gelernter Steinmetz und Steinbildhauer, studiert von 1992 – 1997 Architektur (Nebenfach Philosophie) an der TU Berlin, ist anschließend auf dem Gebiet „Architektur und Medien“ selbständig. 1999 – 2005 Wissenschaftlicher Assistent im Fachbereich Architektur, Brandenburgisch Technische Universität Cottbus, seit 2006 Professor an der Burg Giebichenstein Hochschule für Kunst und Design Halle (Bildnerische Grundlagen/ Farbe-Licht-Raum). Zum 2. Vorsitzenden (bisher Prof. Dr. Hans Irtel, Mannheim) gewählt wurde Dr. Andreas Schwarz, Essen. Der bekannte Autor nahmhafter Zeitschriften und Herausgeber des „Jahrbuchs „Farbe interdisziplinär 2006“ engagiert sich seit Jahren im DFZ und darüber hinaus für das Fachgebiet. Dr. Schwarz ist im Hauptberuf Lehrer für Kunst und Englisch am Städt. Mädchengymnasium Essen-Borbeck. Auch die Position der Schatzmeisterin (bisher Claudia Brinker) wurde neu besetzt: Susanne Wied, HPM, Berlin) wurde einstimmig gewählt. Neu ins Kuratorium gewählt wurden die aus dem Amt scheidenden Vorsitzenden Prof. Dr. Karl Schawelka (Kunst- und Kulturwissenschaften) und Prof. Dr. Hans Irtel (Wahrnehmung). Zu Kassenprüferinnen wurden bestimmt: Gertrud Schulze-zur-Wiesche und Dr. Anne-Marie Neser.
am 29. 9. 2007 an der Hochschule der Medien, Stuttgart, Die Versammlung findet von 19.30 Uhr bis 21.20 Uhr statt. Anwesend sind 31 Mitglieder, 2 Gäste.
1. Berichte
Der Vorsitzende teilt mit, dass das Farbenzentrum an Bekanntheit
gewinnt, was sich in zahlreichen Anfragen ausdrückt, vor allem von Presse und
Fernsehen, unter anderem zur Archivnutzung. Im laufenden Jahr schieden als
Mitarbeiter Frau Ziegler (Büro) und der Webseitenbetreuer aus. Auch Frau Brinker
steht in Zukunft als Schatzmeisterin nicht mehr zur Verfügung. Die
Mitgliederzahl entwickelt sich leicht positiv.
2. Bestätigung des Protokolls
Das Protokoll der letzten Mitgliederversammlung wird einstimmig
angenommen.
3. Bestätigung der Tagesordnung
Die vorgeschlagene Tagesordnung wird einstimmig angenommen.
4. Haushalt, Entlastung des Vorstandes
Die Kassenprüferinnen, Frau Schulze zur Wiesche und Frau Wied, erklären
die vorgelegte Kassenführung für korrekt und stellen einen Antrag zur Entlastung
des Vorstands für das Jahr 2006. Dieser wird ohne Gegenstimmen bei 2
Enthaltungen angenommen.
Zur Ausgaben-Einnahmen-Differenz von ca. 3.000,- € im genannten Zeitraum teilt
der Vorsitzende mit, dass sie sich durch einen Überhang aus 2006 erkläre, sowie
durch erforderliche Investitionen (neuer Rechner) und überdurchschnittlich hohe
Ausgaben (Preisverleihung, Rahmenprogramm) zur Farb-Info in Dresden. Gleichwohl
sei dies nicht bedrohlich, da ohnehin der Verein aus steuerrechtlichen Gründen
über kein hohes Guthaben verfügen sollte und sich für 2007 wieder eine
finanzielle Erholung abzeichne. Allgemein seien die Farb-Infos nicht
kostendeckend. Da die Kosten für die Durchführung der laufenden Geschäfte
rückläufig seien, könnten die Farb-Infos durch die für den Geschäftsbetrieb zur
Verfügung stehenden Beträge subventioniert werden. Da die diesjährige Farb-Info
darüber hinaus sehr kostenbewusst organisiert worden sei, hätten die
Teilnahmegebühren gegenüber den Vorjahren gesenkt werden können.
5. Wahl des neuen Vorstands
Zur Wahlkommission werden bestimmt: Dr. Alexander Pohlmann, Frau Gisela
Braune, Dr. Eva Lübbe.
Der 1. Vorsitzende, Prof. Dr. Karl Schawelka, erklärt, dass er nicht erneut kandidiert. Die Gründe dafür seien:
- Das DFZ benötige die verantwortliche Mitarbeit tatkräftiger junger Leute,
- seine eigene Gesundheit setze seinem Engagement deutliche Grenzen,
- seine beruflichen Verpflichtungen und Vorhaben (Forschung) ließen wenig
zeitlichen Spielraum für ein
weiteres Engagement als 1. Vorsitzender.
Er übergebe das DFZ in einem „gesunden Zustand", sowohl was Organisation, Mitgliederzahlen und Finanzen als auch das Klima und die Kooperation innerhalb des alten und neuen Vorstands angehe.
Als einziger Kandidat für das Amt des 1. Vorsitzenden wird Prof. Axel Buether vorgeschlagen. Herr Buether, 1967 in Weimar geboren, ist gelernter Steinmetz und Steinbildhauer, studiert von 1992 – 1997 Architektur (Nebenfach Philosophie) an der TU Berlin, ist anschließend auf dem Gebiet „Architektur und Medien" selbständig. 1999 – 2005 Wissenschaftlicher Assistent im Fachbereich Architektur, Brandenburgisch Technische Universität Cottbus,
seit 2006 Professor an der Burg Giebichenstein Hochschule für Kunst und Design Halle (Bildnerische Grundlagen/ Farbe-Licht-Raum).
Aufgaben (Ziele) seiner Tätigkeit als 1. Vorsitzender des DFZ sieht Prof. Buether u.a. im Verbessern der Öffentlichkeitsarbeit, im Verbessern der Kommunikationswege (Internetplattform, interne und externe Kommunikation) im Anregen einer Diskussion über die Gestalt zukünftiger Farb-Infos (z.B. größere, internationalere Tagungen im Wechsel mit kleineren, eher nationalen). Er hält eine Jahreszeitschrift des DFZ für erstrebenswert, die in hoher Qualität Beiträge veröffentlicht und Aktivitäten des DFZ abbildet. Herr Buether kann sich vorstellen, dass das DFZ aktiv Weiterbildungsangebote macht und plant eine Mitgliedererhebung zum Abfragen entsprechender Ressourcen. Herr Buether regt an, das Thema Sponsoring mit neuen Ideen und Strategien anzugehen.
Auf die Frage, ob er einen Zusammenschluss von DFZ und DfwG befürworte, führt er aus, dass ein Zusammenschluss dann wünschenswert sei, wenn er für beide Seiten Vorteile bringe. Das gelte für jede Form der Zusammenarbeit. Er persönlich habe Interesse daran, Vielfalt zu fördern und zu erhalten.
Die Frage, was ihn am Phänomen Farbe fasziniere, könne nicht in zwei Sätzen beantwortet werden, da sein persönliches Farb-Interesse zu vielschichtig sei. Beruflich habe Farbe bereits in seiner selbständigen Tätigkeit (arch+mind, Architektur und Medien) eine große Rolle gespielt, und als Hochschullehrer unterrichte und forsche er zu diesem Thema. Wichtig sei für ihn als DFZ-Vorstand vor allem die Vielfalt und der Austausch zum Thema Farbe.
Nach der Vorstellung und Befragung des Kandidaten erklärt Dr. Pohlmann als Mitglied der Wahlkommission das Wahlverfahren, das er auch leitet. Geheime Wahl wird von keinem Mitglied gewünscht. Die Versammlung wählt Prof. Buether einstimmig mit 1 Enthaltung zum 1. Vorsitzenden. Prof. Buether nimmt die Wahl an.
Als einziger Kandidat für den 2. Vorsitzenden (für welches Amt Prof. Dr. Hans Irtel nicht mehr kandidiert) wird Dr. Andreas Schwarz vorgeschlagen, der sich kurz vorstellt (im Hauptberuf Lehrer für Kunst und Englisch am Städt. Mädchengymnasium Essen-Borbeck). Im Zusammenhang mit seiner regen publizistischen Tätigkeit und Erfahrung (Schwerpunkt Farbsysteme, Farbharmonien) möchte er sich verantwortlich dafür einsetzen, eine jährlich erscheinende Zeitschrift des DFZ herauszugeben. Er hält eine solche Zeitschrift nicht nur inhaltlich, sondern auch wirtschaftlich für realisierbar. Diese Aufgabe – nicht administrative Funktionen - sieht er als die Hauptaufgabe in seinem Amt als 2. Vorsitzender an. Dr. Schwarz wird einstimmig bei einer Enthaltung zum 2. Vorsitzenden gewählt und nimmt die Wahl an. Er scheidet damit satzungsgemäß aus dem Kuratorium aus.
Da Frau Claudia Brinker ebenfalls nicht mehr zur Wiederwahl kandidiert, wird – als einzige Kandidatin – Frau Susanne Wied einstimmig (mit 1 Enthaltung) zur Schatzmeisterin gewählt. Als Kassenprüferinnen werden einstimmig (mit je 1 Enthaltung) von der Versammlung bestimmt: Frau Gertrud Schulze-zur-Wiesche und Frau Dr. Anne-Marie Neser.
6. Ergänzung des Kuratoriums
Prof. Axel Buether übernimmt den Vorsitz der Versammlung. Neu ins
Kuratorium gewählt werden die aus dem Amt scheidenden Vorsitzenden Prof. Dr.
Karl Schawelka (Kunst- und Kulturwissenschaften) und Prof. Dr. Hans Irtel
(Wahrnehmung), jeweils einstimmig mit 1 Enthaltung.
7. Aussprache zur Zukunft des DFZ.
Prof. Buether stellt einen geplanten Mitgliederfragebogen vor, für den
angeregt wird, weitere Fragen aufzunehmen. Er stellt das Thema „regionale
Ansprechpartner" zur Diskussion, die u.a. regionale Informationen (z.B. zu
Veranstaltungen) sammeln und für das DFZ aufbereiten.
Um den Wunsch einzelner Mitglieder nach einer allen Mitgliedern zugänglichen Mitgliederliste zu befriedigen, müssen datenschutzrechtliche Aspekte berücksichtigt werden, was im Zusammenhang mit der Mitgliederbefragung („ich stimme der Verbreitung persönlicher Daten zu/nicht zu") geschehen könnte. Im Bezug auf die Internetplattform besteht die Option, neben einem allgemein zugänglichen auch einen geschützten Mitgliederbereich einzurichten.
Prof. Buether regt an, bezüglich des von einzelnen Mitgliedern geäußerte Wunsches, das DFZ möge „einen Preis ausschreiben", sich Gedanken zu machen, welcher Art dieser Preis sein solle, und wer als Förderer eines solchen Preises in Betracht käme. Herr Prof. Schawelka weist auf Probleme hin, die im Zusammenhang mit der Auslobung eines Preises durch das DFZ in der Vergangenheit aufgetreten sind (Finanzierung, mangelnde Teilnehmerresonanz und Kooperation mit Institutionen).
8. Sonstiges
Prof. Buether berichtet von Vorgesprächen für eine Farb-Info in Halle,
die noch nicht zu greifbaren Ergebnissen geführt haben. Der Veranstaltungsort
der nächsten Farb-Info stehe nicht fest, er könne beispielsweise auch Berlin
sein. Als Tagungsthema könne er sich denken „Farbe in der Bildung".
Martin Benad
Protokollführer
01.10.2007
(wird bei Vorliegen weiterer Texte gerne ergänzt)
Axel Buether
Roland Greule
Thorsten Hansen
Bertolt Hering
Anna Hirschmüller
Marina Linares
Eva Lübbe
Hans-Peter Maier
Albrecht Pohlmann
Klaus Richter
Marieluise Schaum
Karl Schawelka
Markus Schlegel
Gertrud Schulze zur Wiesche
Hannes Trüjen
Karin Bieske und Cornelia Vandahl
Axel Venn
Susanne Wied
Axel Buether, Halle,
buether@farbe-licht-raum.eu
Wirklichkeit und Identität im visuellen Raum
Jede Farbe existiert in einem subjektiven Bedeutungsraum, dessen
Erlebnisgehalt auf die Erinnerung an vergangene Ereignisse zurückgeht, so dass
die Beziehungen innerhalb der Umwelterscheinungen aus Farbe und Licht immer vor
dem Hintergrund der topographischen, klimatischen, kulturellen und sozialen
Hintergrundbedingungen des Einzelnen oder der Gemeinschaft betrachtet werden
müssen. Der visuelle Sinn schafft eine Verbindung zwischen Mensch und Umwelt,
auf die sich jedes Individuum mit dem Erwerb der Sehfähigkeit bedingungslos
einlassen muss, da sein Überleben in vielen Situationen von der Funktion dieser
Sinnesbeziehung abhängt. Beim gesunden Kind sind die physiologischen
Vorraussetzungen für den Erwerb der Sehfähigkeit bereits mit der Geburt
entwickelt, wogegen die Konstruktion der visuellen Repräsentation des eigenen
Lebensraums erst nach mehreren Jahren so weit fortgeschritten ist, dass es sich
selbstständig im Landschafts- und Stadtraum bewegen kann. Der operierte
Blindgeborene dagegen muss im Prozess der Entwicklung seiner Sehfähigkeit auf
alle gewohnten Orientierungs- und Identifikationsleistungen verzichten, was
einen Verlust der eigenen Identität und der des gewohnten Lebensraums zur Folge
hat. Die Preisgabe seiner gewohnten Welt, die ihm bisher ein Gefühl von
Sicherheit und Stabilität vermittelt hat, führt bei vielen operierten
Blindgeborenen zu einem Sinn- und Bedeutungsverlust, der sie in vielen
Situationen hilflos und unselbstständig agieren lässt und in der Folge oft
schwere Depressionen auslöst. Besonders der Zeitraum, an dem der Tastsinn in
seiner Funktion als Leitsinn durch den visuellen Sinn abgelöst wurde, führte bei
operierten Blindgeborenen oft zu einer großen Verunsicherung, da der Wegfall des
Taststockes nicht nur einen Informationsverlust bedeutet, sondern auch alle
Strategien zur Exploration der Umwelt hinfällig werden lässt. Selbst die Sprache
des Blindgeborenen verliert plötzlich viel von ihrer Verständlichkeit, denn
viele Begriffe ändern ihren Bedeutungsgehalt, da sie nun in Referenz zu der
zuvor völlig unbekannten visuellen Welt stehen. Nicht selten verweigern
operierte Blindgeborene die visuelle Auseinandersetzung mit ihrer Umwelt und
flüchten sich zurück in den Stand der Blindheit, der ihnen die vertraute
Repräsentation ihres Lebensraums zurück gibt, worauf sich ihre Sicherheit, ihr
Selbstvertrauen und das damit verbundene Lebensgefühl wieder einstellt: „...dass
seine Tochter jedes Mal die Augen schließt, wenn sie im Hause herumgehen will,
besonders wenn sie an eine Treppe kommt, und dass sie sich nie behaglicher und
zufriedener fühlt, als wenn sie sich durch das Schließen der Augenlider in den
vorherigen Zustand vollkommener Blindheit versetzt."
Roland Greule, Hamburg,
greule@mt.haw-hamburg.de
Emotionale Wirkung von farbiger LED-Beleuchtung im Innenraum
Durch den Einsatz von LEDBeleuchtung besteht die Möglichkeit das Licht
zeitlich, örtlich als auch farblich zu verändern. Diese Entwicklung ist sowohl
in Flugzeugkabinen, in Innenräumen von Kraftfahrzeugen sowie in Büroräumen zu
erkennen. Da die Wahrnehmung von Farben auch immer mit Emotionen und Stimmungen
verbunden ist, müssen bei den dynamischen Lichtszenarien auch die
psychologischen Aspekte berücksichtigt werden, da der Fluggast, der Fahrer als
auch der Mitarbeiter ein Urteil über die ihn umgebende Lichtsituation, nicht nur
durch perzeptive Prozesse evaluiert, sondern das Urteil wird auch immer durch
emotionale Bewertungen wesentlich beeinflusst. In dieser Arbeit sollen die
Grundlagen der Emotionen, der Emotionsmodelle als auch Ausschnitte aus bisher
untersuchten Anwendungsbereichen im Innenraum vorgestellt und analysiert werden.
Verwendet wurde dabei das Emotionsmodell des amerikanischen Psychologen
Mehrabian der zusammen mit seinem Mitarbeiter J. A. Russell, ein
dreidimensionales Emotionsmodell (PAD-Modell) entwickelt hat, das die
menschlichen Emotionen durch eine Kombination aus den drei Parametern Pleasure,
Arousal und Dominance beschreibt. Auf der Basis dieses PAD-Modells und einem
davon abgeleiteten nonverbalen Modell (Self- Assessement-Manikin, SAM) von Lang,
sollen neuere Untersuchungen mit farbiger LED-Beleuchtung präsentiert und
diskutiert werden. Beschrieben werden dabei Versuchsaufbau, Versuchsablauf und
Versuchsergebnisse.
Thorsten Hansen, Gießen,
Thorsten.Hansen@psychol.unigiessen. de
Memory modulates color appearance under varying illumination
Recently we have shown that the perceived color of familiar objects is
biased towards the typical color of the object (Hansen, Olkkonen, Walter, &
Gegenfurtner 2006, Nature Neuroscience 9, 1367-1368). In order to potentially
contribute to color constancy, the observed top-down bias needs to be robust
against illumination changes. Here we investigate whether this bias occurs under
different illuminations. Observers adjusted the color of fruit and vegetable
images displayed on a CRT monitor either to their typical color or to an
achromatic color. In addition, observers made the achromatic settings with
homogeneous discs and 1/f noise patches. Settings were made under neutral
illumination and under four other illuminations taken from the cardinal axes of
DKL color space. Observers' general settings were shifted close to the
chromaticity of the illumination, showing good color constancy. Under all
illuminations, we found a bias in the fruit achromatic settings in the opposite
direction of the typical settings. This finding supports the hypothesis that the
observed effect may serve as an additional mechanism for color constancy by
pushing the color appearance of familiar objects towards their typical color
regardless of the chromaticity of the illumination.
Bertolt Hering, Hamburg,
mail@bertolt-hering.de
Regional landschaftliche Farbidentität erkennen und gestalten
Bewusst erschlossene regional landschaftliche Farbidentität ist die
Alternative zu industrieller Uniformierung und Globalisierung. Um sie zu
erkennen, bedarf es einer vieldimensionalen Erhebung von Farbdaten:
1. Potenzielle natürliche Farbbestände (potenziell natürlicher Vegetation)
weisen Pendelbewegungen um den Gelbbereich im Jahresrhythmus auf (Methode:
Pflanzensoziologische Erfassung und Farbphänologie in Naturschutzgebieten).
2. Großenteils historische Farbbestände artenreicher Kulturlandschaft waren
insbesondere durch die Blütenfülle des Graslandes und Nischenbildung auch
farblich vielfältig (Methode der Erfassung: Pflanzensoziologische Erfassung und
Farbphänologie in extensiv wirtschaftenden Mischbetrieben bzw.
landwirtschaftlichen Extensivierungsprojekten).
3. Farbbestände historischer und traditioneller Baukörper (Methode:Bauhistorisches
Studium, Probenentnahme, -sammlung und Farbbestimmung insbesondere von ortsnah
gewonnenem natürlichem Bau- und Färbematerial (Vergängliches Material, Ortstsein
und Pigmente).
4. Neben diesen drei Quellen regional landschaftlicher Farbidentität muss als
Ist-Zustand auch Art und Ausmaß der industriellen Uniformierung erfasst werden:
Die „Vergrünung" intensiv bewirtschafteten Agrarlands ebenso wie die
„Vergrauung" versiegelter und stark bebauter Bereiche der
Zivilisationslandschaft.
Die Methode der Farbbetrachtung sollte auch hier mit der oben gewählten
übereinstimmen und eine objektbezogene Darstellung (Reflektanz, Eigenfarbe)
bevorzugen, die sich ohne weitere Übersetzungsschritte in baustoffliche
Farbentscheidungen umsetzen lässt (Bemusterung bei typischen
Tageslichtsituationen). Eine solche Erfassung eines komplexen Farbbildes einer
ganzen Region dient der Bewusstwerdung (analytische Phase nach M. Cler) von
Bedeutungen und Rollen, die Farben in einer Region gespielt haben. Zu der
Palette des Bestandes können in kreativen Findungen (synthetische Phase nach M.
Cler) nicht nur Farben verloren gegangener Landschaft und ehemals bedeutsamer
Baustoffe wieder hinzugefügt werden, eine ganz neue alternative Palette
(Farbsammlung) kann aus den oben genannten Bezügen entwickelt werden. Eine
solche Farbsammlung wirkt in der Region, wenn es verwaltungstechnisch möglich
ist (Gestaltunsgsatzung), sie baulich umzusetzen, identitätsstiftend.
Anna Hirschmüller, Universität Mannheim,
anna.hirschmueller@web.de
Die emotionale Wirkung von Farbattributen in Full-Scale Raummodellen
Die Wirkung eines Raumes wird wesentlich durch seine Farbgestaltung
bestimmt. Deshalb wird hier die emotionale Wirkung verschiedener Aspekte der
farblichen Gestaltung untersucht. Gemeinsam mit dem Institute International
Trendscouting der HAWK Hildesheim wird dieser Frage im Rahmen eines
Feldexperiments nachgegangen. Konkret werden die Fragen untersucht, wie die
Farbintensität (Chroma & Lightness) und wie der Farbton (Hue) die emotionale
Wirkung beeinflussen. Hierzu sind verschiedene betretbare Raummodelle mit einer
Grundfläche von 1 m
Marina Linares, Köln,
mlinaresartlit@yahoo.com
Gibt es universelle Farbbedeutungen?
Farben kommen nicht nur allen Dingen als Eigenschaften zu und sind damit
allgemeines Phänomen unserer visuellen Wahrnehmung, sondern sie fungieren auch
in unserer Umwelt gezielt als Ausdrucksmittel. Schon im Tierreich gibt es
Signalfarben und Menschen aller Kulturen haben Farben als Farbstoffe oder
ausgewählte Materialien bestimmter Färbung bewusst in verschiedensten
Funktionszusammenhängen eingesetzt. Innerhalb dieser Funktionen erhalten Farben
eine Bedeutung, sei es formal-syntaktisch oder sinnhaft-semantisch: Eine Farbe
kann einfach nur unterscheidbares Merkmal einer Reihe von Gegenständen sein,
kann als formalästhetisches Element Teil einer Struktur bilden, kann bestimmte
Emotionen oder Assoziationen auslösen und sogar per Konvention als festgelegtes
Symbol agieren. Farben haben also vielfältige Bedeutungen und besitzen in
bestimmten funktionalen Zusammenhängen sprachähnlichen Charakter. Ist die
‚Sprache der Farben’ Teil des jeweiligen Sprachsystems, eines Kulturkreises oder
universell zu verstehen, so wie sie auch von allen Menschen gesehen wird? Dieser
Frage geht der Vortrag nach, indem er zuerst die verschiedenen
Bedeutungsmöglichkeiten von Farben aufzeigt, den funktionellen bzw. kulturellen
Hintergrund verdeutlicht und darauf aufbauend diejenigen Momente herausarbeitet,
die allen Sprachsystemen bzw. -kulturen zugrunde liegen. Es wird zu klären und
anschließend zu diskutieren sein, inwieweit die ‚Sprache der Farben’ innerhalb
einer Kultur per Konvention geprägt oder von universeller Gültigkeit ist und
inwieweit sie eine der verbalen Sprache vergleichbare Bedeutungsübermittlung
überhaupt leisten kann.
Eva Lübbe, Leipzig,
EvaLuebbe@aol.com
Die Identität der Farbe- Welche Größen verwenden wir zur Beschreibung einer
Farbe?
In der Umgangssprache begnügen wir uns zur Beschreibung einer Farbe meist
mit zwei Begriffen; Diese beiden Begriffe genügen oft, da man sich häufig den
Vergleich mit einem allgemein bekannten Gegenstand zunutze macht, wie zum
Beispiel „Zitronen-Gelb". Dagegen ist z. B. „Hellblau" eine etwas
unbefriedigende Beschreibung. Die Farbmetrik benötigt unter gegebenen
Beleuchtungsbedingungen drei Größen. Sollten diese drei Größen Farbton,
Helligkeit und Buntheit oder Farbton, Helligkeit und Sättigung sein? In den
letzten Jahren hat sich auch bei den Gestaltern die Verwendung der Größe
Buntheit, wie sie mit den Farbmessgeräten messbar ist, in zunehmendem Maße
eingeführt. Nur sind viele Gestalter mit den Zahlenwerten nicht zufrieden,
insbesondere sind sie über die besonders große Buntheit von Gelb erstaunt. Im
Anschluss an die Betrachtung der zahlreichen Farbräume zur letzten Tagung ist es
gelungen, eine Formel zur Berechnung der Farbsättigung aus Buntheit und
Helligkeit zu finden.

S Sättigung
C Chroma, Buntheit
L Lightness, Helligkeit
Diese Formel führt zum LSh- Farbraum und beseitigt die starke Unsymmetrie des
LCh- Farbraumes und damit die großen Werte von Gelb. Des Weiteren stellt sich
die Frage, ob die Definition der Buntheit, wie sie von der Farbmetrik verwendet
mit dem Begriff der Buntheit, wie er von den Gestaltern gemeint wird,
übereinstimmt.
Hans-Peter Maier, Arriate/Ronda,
info@hpm-color.de
Identität - oder identisch mit Farbe?
Schon für den Begriff „Identität" gibt es die verschiedensten
Übersetzungen... und je nach Sprachgebrauch möglicherweise einen doch
unterschiedlichen Sinn... bei Goethe - Dieselbigkeit... im Duden -
Übereinstimmung, Gleichheit, Wesensgleichheit... in anderen Wörterbüchern für
identisch-übereinstimmend, gleichartig, analog... Dann haben aber auch noch die
meisten Menschen eine Vor-stellung von Farbe, die sich -vor- die Wirklichkeit
von Farbe, damit auch vor die eigene Identität stellt... wo doch eigentlich
jeder wissen sollte, dass die richtige Repräsentativfarbe die Eigenwirkung um
ein Vieles erhöht und die Ausgleichsfarbe das richtige Wohlbefinden
verstärkt...Dazu einige Beispiele...
Albrecht Pohlmann, Stiftung Moritzburg ,
Kunstmuseum des Landes Sachsen Anhalt, Halle
al.pohlmann@web.de
Farbenschwindel um 1900 - Widersprüche zwischen Farbname, Farbton und
Farbmaterial
Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts bezeichneten Farbnamen wie Zinnober oder
Ultramarin noch verläßlich einen Farbton und das zugehörige Farbmaterial.
Neuentwickelte Pigmente wie etwa das Schweinfurter Grün traten zwar bereits
unter zahlreichen Fantasienamen auf, aber ihre Menge blieb überschaubar,
Streckung und Verfälschung von Farbmitteln hielten sich in Grenzen. Dies änderte
sich radikal mit dem Aufschwung der Teerfarbenindustrie, deren Produkte bald
nicht mehr nur der Textilfärberei dienten, sondern massiv auf den Markt der
Anstrich- und Künstlerfarben drängten. Künstliche Farbstoffe wurden zur
„Schönung", zur Verfälschung und zur Produktion von Pigmenten verwendet, die mit
den sie bezeichnenden Namen nicht mehr das Material, sondern nur noch den
Farbton gemein hatten. Und selbst dies änderte sich häufig schnell, weil viele
der frühen Teerfarbstoffe lichtunecht waren. Als Meisterwerke gefeierte Bilder
dieser Zeit veränderten nach wenigen Jahren bereits ihr Aussehen. Streng
gewahrte Betriebsgeheimnisse der Hersteller und Materialunkenntnis vieler Maler
verschärften die Zustände noch. Künstler wie Kulturpolitiker empfanden die
Situation als krisenhaft. In München wurde 1886 die „Deutsche Gesellschaft zur
Beförderung rationeller Malverfahren" gegeründet, Kunstakademien, Museen und
Hochschulen richteten Labore für Materialuntersuchungen ein. Diese Anwälte der
Anwender führten erbitterte Kämpfe gegen eine Farbenindustrie, die sich gerade
auf die Umwälzungen der zweiten wissenschaftlich-technischen Revolution
einzustellen begann. Manche der Diskussionen, wie die um Kennzeichnungspflicht
und genaue Angabe der Inhaltsstoffe, erinnern an heutige Forderungen der
Verbraucherschützer. Der Konflikt veranlaßte die Farbhersteller immerhin,
Produkte wie Markteinführungsstrategien zu verbessern um letztendlich Sieger zu
bleiben. Die gezeigten Bildbeispiele entstammen der Sammlung der Stiftung
Moritzburg, dem Kunstmuseum des Landes Sachsen- Anhalt.
Klaus Richter, BAM und TU Berlin,
klaus.richter@bam.de
Weltweite Farbidentität mit sechs Elementarfarben und Zusammenhang mit
CIE-LMSFarbsehpigmenten und CIELABFarbenraum
Kürzlich wurden die drei Empfindlichkeiten der weltweit gleichen
Zapfensehpigmente LMS in CIE 170- 1:2006 veröffentlicht. Die drei Buchstaben
beschreiben die maximalen Rezeptorempfindlichkeiten in der Nähe von 565nm, 540nm
und 440nm im langwelligen (L= long), mittelwelligen (M= medium) und kurzwelligen
(S= short) Spektralbereich. Die gegenwärtige Farbsehforschung möchte die sechs
Elementarfarben Rot, Gelb, Grün, Blau sowie Weiß und Schwarz aus diesen
Empfindlichkeiten berechnen und erklären können. Der Vortrag ist ein Beitrag zur
Lösung dieses Problems. Eine Farbidentität liegt z. B. vor, wenn eine Farbe
durch gleichen relativen Buntton von zwei benachbarten Elementarfarben und
gleiche relative Schwarzheit n* und relative Buntheit c* beschrieben wird.
Dieses Prinzip ist vom schwedischen Natürlichen Farbsystem (NCS) bekannt. Eine
Farbkennzeichnung mit zum Beispiel dem Buntton g50b (Grün mit visuell 50% Blau),
der relativen Schwarzheit n*=0,3 und der relativen Buntheit c*=0,5 enthält den
Vergleich mit den Elementarfarben Grün und Blau sowie Weiß und Schwarz. Zwei der
drei relativen Koordinaten rgb*=(0,2 0,7 0,45) der Informationstechnik lassen
sich aus der relativen Schwarzheit n* und der relativen Buntheit c* leicht
berechnen, z. B. g* = 1 - n* = 0,7 und r* = g* - c* = 0,7 - 0,5 = 0,2. Ein
Farbsehmodell verbindet die Koordinaten LMS der Zapfensehpigmente mit den sechs
Elementarfarben, den drei Farbmerkmalen Buntton, relative Schwarzheit n* und
relative Buntheit c*, den rgb*-Farbdaten der Informationstechnik sowie den
CIELAB-Koordinaten. Aus einer Vielzahl von Farbmerkmalen mit jeweils drei
Koordinaten, z. B. die linear zusammenhängenden nce*, rgb* oder lab*, können je
nach Anwendung drei ausgewählt werden und führen zu weltweit identischen Farben.
Workshop
Klaus Richter, BAM und TU Berlin,
klaus.richter@bam.de
Anwendung von DIN- und ISO/IECPruefvorlagen für die Farbausgabe auf Druckern,
Monitoren und Datenprojektoren bei unterschiedlichen Displayreflektionen des
Raumlichtes
Es werden grundlegende Kenntnisse über Farbe, Farbmerkmale, Farbsysteme und
die Farbinformationstechnik vermittelt, die zum großen Teil auch in einem Buch
vom Autor mit 500 Farbbildern behandelt werden, das im Workshop erhältlich ist.
Die Normenreihen DIN 33866-1 bis 5:2000, ISO/IEC 15775:1999, ISO/IEC TR
19797:2004, ISO/IEC TR 24705:2005 und ISO/FDIS 9241-306 sowie ein Normentwurf
DIN 33872-1 bis -6:2007(im Druck) enthalten analoge und digitale Prüfvorlagen
für die Ein- und Ausgabe von Farben mit JA/NEIN-Fragen zur Farbausgabe auf der
letzten Seite, siehe http://www.ps.bam.de/33872. Im Workshop werden Ausgaben von
digitalen PS- und PDF-Prüfvorlagen auf Farbdruckern, Monitoren und
Datenprojektoren visuell beurteilt und farbmetrisch gekennzeichnet. Es werden
unter anderem die gleichabständige Ausgabestufung, die gleiche Ausgabe für
äquivalente Farbdaten, die Farbglättung und die Elementarbuntton-
Übereinstimmung geprüft. Im CIELAB-Farbsystem werden die Bunttonwinkel der vier
bunten Elementarfarben durch die CIETestfarben Nr. 9 bis 12 von CIE 13.3
definiert. Diese Elementarfarben Rot, Gelb, Grün und Blau besitzen die
CIELAB-Bunttonwinkel 25, 92, 162 und 272 Grad. Viele Benutzer wünschen in der
Informationstechnologie für die rgb- Eingabewerte (1,0,0) (0,1,0) und (0,0,1)
die geräteunabhängige Ausgabe der Elementarfarb-Bunttöne Rot, Grün und Blau mit
den obigen Bunttonwinkeln auf jedem Farbausgabegerät. Im Workshop wird unter
anderem mit DIN- und ISO/IEC-Prüfvorlagen die "relative affine Farbwiedergabe"
in Bezug die Elementarfarben visuell beurteilt und farbmetrisch gekennzeichnet.
Verfahren zur Verbesserung der Ausgabe in Hinblick auf dieses Ziel werden
vorgestellt. Die affinen Farbausgaben liefern den gleichen Buntton auf jedem
Ausgabegerät und erhalten die relative Buntheit c* und die relative Schwarzheit
n* auf jedem Ausgabegerät.
Marieluise Schaum, Berlin,
schaumfrank@t-online.de
Bernd Frank, Hildesheim,
schaumfrank@t-online.de
Identität in grafischen Auftritten - Bernd Frank Theaterplakate und Street
Art
Mit der wiedererkennbaren individuellen Handschrift, die in seinen Plakaten
sichtbar wird, erzielt Bernd Frank Präsenz in der Öffentlichkeit. Die Exemplare
zeigen demonstrativ, dass das Werbemittel lebt und Wirkung zeigt. Für die
ungebrochene Beliebtheit des Mediums Plakat spricht auch die Tatsache, dass das
über 30 Jahre reichende Plakatschaffen Bernd Franks für die Berliner Volksbühne
am Rosa-Luxemburg-Platz sowie für andere Theater und Musikgruppen gerade erst in
drei zusammenhängenden Ausstellungen präsentiert werden konnte und sein
gestalterisches Niveau unter Beweis stellte. Die Stückplakate für das Theater
brachten einprägsam ihr identitätstiftendes Potential zur Geltung. Mit den
spektakulären Plakaten für die Berliner Volksbühne, die über lange Zeiträume
komplett mit deren Erscheinungsbild gleichgesetzt und fast zum Synomym für diese
Spielstätte wurden, gelang es Bernd Frank, auf sein Theater aufmerksam zu
machen. Die Handhabung von Form und Farbe, Schrift, Bild und Zeichen stellte
tradierte Positionen klassischer Gestaltung in Frage. Abstrakte,
fotografisch-abbildende und typografische Elemente in unkonventioneller
Komposition zu Collagen gefügt, erzielten im jeweiligen Stückplakat eine
zugespitzte neue Aussage. Dominantes Schwarz-Weiß akzentuiert durch Rot als
Signalfarbe unterstützten in expressiver Wirkung zusammen mit absichtsvoll
eingesetzten Fehlern die Wiedererkennbarkeit der Plakate, die sich von heutiger
übersättigtperfekter Werbewelt als so bezeichnete Rohkost absetzt. Vor allem der
ideenreiche Umgang mit dem rechtwinkligen V, dem damaligen Signet der Volksbühne
in jedem Plakat neu, in origineller Art eingesetzt machten die Exponate im
besten Sinne zu Beispielen des Corporate Identity dieses Theaters. Integriert in
den jährlichen Wettbewerb 100 beste Plakate trafen zahlreiche Arbeiten Bernd
Franks auf Mitstreiter und Fans, wenn sie im Niveauvergleich des
DDR-Kulturplakats ihre Besonderheit zur Geltung brachten. Einige dieser Plakate
werden während der Farb- Info als Originale gezeigt und in Bezug auf das
Konferenz-Thema kommentiert. Wenn wir im Vergleich dazu Street Art als Ausdruck
von Gruppenidentität vorstellen, ist die junge vitale Kunstszene gemeint, die
zwar ihre Wurzeln in der Graffitikunst der frühen Achziger Jahre hat, während
sonst die Künstler von heute mit Graffiti der alten Schule nur noch wenig zu tun
haben. Gemeint sind Banksy, der geheime Star der Street-Art-Szene (art 4/07)
oder JR and BLU, Künstler des Street-Art-Festival, das im Sommer 07 Berlin
Kreuzberg in eine Open-Air- Galerie verwandelte. Die Auseinandersetzung mit
Stadtarchitekturen und die kreative, nicht immer legale Aneignung des Stadtraums
trifft zwar auf Street Art generell zu, wie auch die Tatsache weitgehend
gewahrter Anonymität der Autoren, aber die angewandten Strategien sind
vielgestaltig und das formale Erscheinungsbild gleicht in seiner Vielfalt der
aktuellen Kunst. Als Trend tritt seit geraumer Zeit eine neue Gegenständlichkeit
hervor, die es erlaubt, die altbekannten einfachen Graffiti und Tags als
Umweltverschmutzung abzutun und sich doch den ironisch verformten figürlichen
Szenarien verbunden zu fühlen, die neuerdings den Stadtraum bevölkern. Mit
Distanz zum Alten und Nähe zu den meist grafisch orientierten kleinen und großen
Aufklebern und Stancils, die so erfindungsreich mit Witz und Ironie daherkommen,
dass man sich ihrer Kreativität kaum entziehen kann, hat diese Erscheinungsform
der Street Art eine neue Plattform zur Identifikation geschaffen, zu der die
Farbe ihren Beitrag leistet. Man könnte sie lieben, die skurilen, respektlosen
Zeichen, die eine Bildmacht entfalten, die sie nahe an gestalterisch neue
Positionen einer jungen Avantgarde in der aktuellen Kunstszene heranrücken,
deren poetische, philosophische oder politisch motivierte Botschaften als
Exponate die großen Gegenwartskunst-Ausstellungen Biennale di Venezia und
Dokumenta 12 erobern konnten. Perjovschis Zeichnungen auf den Eingangswänden der
Arsenale in Venedig werden Ihnen in Erinnerung sein.
Karl Schawelka, Weimar,
karl.schawelka@gestaltung.uniweimar. de
Schwarz als Stammestracht der Intellektuellen
Mindestens seit den Existenzialisten der Nachkriegszeit lässt sich bei den
Intellektuellen im westlichen Kulturkreis eine Vorliebe für die Farbe Schwarz in
ihrer Kleidung ausmachen. Selbst die Brillen à la Corbu haben daran Teil. Der
Trend hat mehrere Moden überstanden und scheint ungebrochen anzuhalten, da
Schwarz so etwas wie eine gesellschaftliche Sonderrolle und einen Ausstieg aus
der jährlich wechselnden Mode mit ihren Farbdiktaten signalisiert. Nun waren
oder sind die Intellektuellen nicht die einzige Subkultur, die sich auf Schwarz
als Kleiderfarbe kapriziert. Erstmals historisch fassbar als Abgrenzung einer
Elite ist dies am burgundischen Hof im 15. Jahrhundert, wo Philipp der Gute
freiwillig auf das Privileg verzichtete, sich durch teuere und auffällige Farben
in Szene zu setzen. In der Folge haben auch die (jeweils männlichen) Patrizier
in Venedig, der spanische Hof, dann die reichen calvinistischen Bürger der
Niederlande ihre Vornehmheit durch schwarze Kleidung signalisiert. Es scheint,
dass angesichts einer gewissen Inflation an Buntheit die (raffinierte)
Einfachheit sich der wenig aufälligen Nicht-Farbe Schwarz bedient, um gerade
durch ostentativen Farbverzicht aufzufallen. Im neunzehnten Jahrhundert wird
schließlich Schwarz zur Farbe der bürgerlichen männlichen Macht. Neben
Anarchisten und Faschisten im 20. Jahrhundert zeigt heute vor allem die
Jugendkultur eine Vorliebe für Schwarz, wie die Lederjacken der verschiedenen
Subkulturen erweisen. Können angesichts dieser Vielfalt unterschiedlichster
Gebrauchsweisen überhaupt Gemeinsamkeiten ausgemacht werden? Gibt es vom
klerikalen Schwarz der diversen Mönchsorden eine Traditionslinie zu den
Intellektuellen? Sind die Konnotationen von Tod und Gefahr oder gar vom Bösen
von Belang für das Schwarz der Intellektuellen?
Markus Schlegel, Hildesheim,
schlegel@tsp-design.de
Farbe - Licht - Raum: Wohninnovationen der Zukunft. Thesen zur Gestaltgebung
einer zeitbezogenen Wohlfühlatmosphäre
Funktionale, ästhetisch- oder imageorientierte Gestaltungsoptionen reichen
nicht mehr aus. Denn betrachtet man rein die ästhetischen, indikativen oder
symbolischen Bezüge und Informationen von Farbnuancen, existieren zum Beispiel
bei größeren heterogenen Nutzergruppen keine kollektiv übergeordneten
Bedeutungsmuster bzw. stilistischen Beurteilungsausagen. Allerdings lassen sich
übergeordnete emotionale Wirkungen und Wertungen unterschiedlicher Farbnuancen
auf den Betrachter nachweisen. Eine Studie des Institute international
Trendscouting der HAWK Hildesheim vom April 2006/2007 untermauert diese These.
In dem Beitrag, der anlässlich der Veranstaltung FarbInfo in Stuttgart
stattfindet, geht es um die Darstellung neuester Studien der Farbforschung und
den Transfer wissenschaftlicher Arbeiten in das angewandte Design. Das
Themenfeld Wohn-Innovationen der Zukunft wird anwendungsbezogen für eine
praxistaugliche und marketingorientierte Anwendung in Beratung und Gestaltgebung
dargestellt.
Gertrud Schulze zur Wiesche,
Berlin-Lichterfelde,
bbrbszw@yahoo.de
Ein sprachlicher Ausflug in die Farben „rod", „krün", „plau" „rod" rot,
röter, röteste – auch roter, roteste rote Bete, rote Grütze, der rote Faden,
rotes Tuch, die Rote Armee, der rote Fluss, bei Rot, Rothaut, Rotlicht, man
sieht rot, rote Socke, in die roten Zahlen kommen, aus den roten Zahlen kommen.
„krün" das Grün – wachsend, sprießend, grasfarben grüne Minna, grüne Welle,
grüne Witwe, jemanden nicht grün sein, dasselbe in grün, grüner Daumen, über den
grünen Klee loben, ach du grüne Neune, vom grünen Tisch aus, ins Grüne. „plau"
Blau – Farbempfindung, die durch additive Farbmischung von Grün und Violett bzw.
durch subtraktive Mischung von Blaugrün und Purpur hervorgerufen wird. Blaubart,
blaue Blume, blauer Peter, blauer Reiter, blaues Blut, Blaufichte, Bläulinge,
Blaumeise, Blaupause, Blauschimmel, Blaustrumpf, blauer Brief, blauer Montag,
die blaue Stunde, ins Blaue hinein. Aufzählungen von Begriffen, Sprüchen, Idioms
unvollständig, nicht wissenschaftlich geordnet, sondern irgendwie
aneinandergereiht. Einige, wenige Begriffe, Sprüche, Idioms, habe ich sicher
zufällig, jedoch sicher sehr persönlich ausgewählt und bin ihnen nachgegangen.
Ich lade Sie ein zu einem Spaziergang, um mit mir in die vielseitige Sprache der
Farben rotgrün- blau einzutauchen.
Hannes Trüjen, Stuttgart,
hannes_truejen@web.de
painting placement - Zur Verortung von Malerei Identität ist ein Prozess.
Farbe und Malerei bleiben ohne ihre Verortung ein Ort der Potenzialität. Der
Entscheidungsprozess ob, wo und wie Malerei und Farbe platziert wird, schafft
Identität. Mit dem Projekt painting placement gebe ich Nutzern die Möglichkeit
sich in diesem Prozess hinein zu begeben. Die situative Anwendung von Motiv und
Farbe im Kontext gibt nicht nur dem Raum Charakter, sondern die
Auseinandersetzung formt auch den Gestalter. Mein Vortrag zeigt Beispiele auf
dieser Suche nach Orten für Farbe und Malerei und wie durch diese Räume
gestaltet werden. Painting placement bietet eine Strategie für Kommunikation und
Partizipation in Kunst, Architektur und Design. „Painting placement" ist ein
neues ortsspezifisches Konzept von Architekturmalerei. Einzelne Motive werden
zunächst auf eine Trägerfolie gemalt und dann zu selbstklebenden Malereien
weiterverarbeitet . Die selbstklebenden Motive können auf Wänden, Möbeln oder
anderen Gegenständen von den Erwerbern/Besitzern von painting placement
appliziert werden. Erst mit der aktiven Teilhabe und Verortung der Malerei durch
den Nutzer ist der Prozess von painting placement abgeschlossen.
Karin Bieske und Cornelia Vandahl,
Ilmenau,
cornelia.vandahl@tu-ilmenau.de
Welche Farbunterschiede kann der Mensch wahrnehmen?
Dynamische Beleuchtungskonzepte setzten die Kenntnis über mögliche
Steuerkonzepte voraus. Die wesentlichen Parameter dabei sind neben dem
Beleuchtungsniveau die spektrale und räumliche Lichtverteilung. Durch die
Dynamisierung der Beleuchtungsanlage sind Auswirkungen sowohl auf die visuelle
Wahrnehmung als auch auf biologische Prozesse und die emotionale Lichtwirkung zu
erwarten. Schwerpunkt dieses Beitrags ist die visuelle Wahrnehmung von
Farbunterschieden, die durch Variationen in der Lichtfarbe hervorgerufen werden.
Für ausgewählte Farbtemperaturen wurde die Lichtfarbe bei konstantem
Beleuchtungsniveau ausgehend von einem Bezugspunkt entlang des Planckschen
Kurvenzugs und der Juddschen Geraden mit steigender Sprungweite variiert.
Probanden bewerteten die sprunghaften Lichtfarbenveränderungen nach den
Kriterien „gerade erkannt", „sicher gesehen" und „störend empfunden". Basierend
auf diesen Erkenntnissen sind Aussagen zu Vorgaben für die zeitliche
Lichtfarbenvariation möglich. Ähnliche Untersuchungen zur Bestimmung von
Schwellen- und Toleranzwerten wurden auf leuchtenden Oberflächen, beim Vergleich
zweier Leuchten und bezüglich der Bildung von farbigen Schatten durchgeführt.
Damit sind Aussagen zum Erscheinungsbild dynamischer Beleuchtungssysteme
möglich. Im Rahmen von Laboruntersuchungen wurde weiterhin der Zusammenhang
zwischen Beleuchtungsniveau (300 lx bis 1000 lx) und Lichtfarbe (3000 K bis 8100
K) untersucht. Dabei zeigte sich, dass es keinen signifikanten Zusammenhang
zwischen der Beleuchtungsstärke und der bevorzugten Lichtfarbe gibt, die Wahl
der gewünschten Lichtfarbe jedoch stark von den Ausgangsbedingungen beeinflusst
wird. Folglich lässt sich die bevorzugte Lichtfarbe nicht eindeutig definieren
und es sollte daher ein Lichtfarbenbereich realisierbar sein. Unter dem
Gesichtspunkt des Gefallens und der bevorzugten Wahl liegt der Variationsbereich
für die Farbtemperatur im Mittel im Bereich zwischen 3800 K bis 6500 K, aber es
werden auch Werte von 3000 K und 7800 K akzeptiert. Folglich ist ein
Farbtemperaturbereich zwischen 3000 K und 8000 K sinnvoll.
Axel Venn, Blieskastel,
av@axelvenn.com
KOLLEKTIV UND SUBKULTUR – WOHER DIE FARBEN KOMMEN.
Der Vortrag beschäftigt sich mit der Analyse und den Vorhersagemechanismen
von Trends – vom archaischen Grundrauschen zu Zeitgeist- und Überdrusshaltungen.
Farbwechsel bilden die leichtest identifizierbaren Indizien für neue Trends.
Seismografische, kaum spürbare Erregungs-Wellen der globalen Gesellschaft lösen
Reizpotentiale bei häufig subkulturellen Gruppen aus, die sie dann in den
unterschiedlichsten Variationen inszenieren. – Wir trauen unseren Augen nicht,
wenn wir die heimlichen Leidenschaften, Hoffungen und Befürchtungen als
Underground-Strandgut im Großstadtdschungel zuerst kaum wieder kennen wollen,
daraufhin jedoch gerne und mit wachsendem Eifer der Sucht nach frisch gewonnenen
Trendideen, und deren späterhin zumeist konformistischen, kommerzialisierten
Inhalten erliegen. Genau zehn archaische Urkonzepte, die die Basis für alle
alten und zukünftigen Trends bilden, werden vorgestellt. Das Geheimnis ihrer
Wirksamkeit begründet sich in ihrer Polarität, genauso wie jeder Trend in sich
widersprüchliche Konstruktionsmerkmale aufweist. So geht es beispielsweise um
Themen wie: „Erlebnis versus Rückzug", „Expansion versus Reduktion", „Genuss
versus Verzicht" oder „Dynamik versus Stillstand. Diese „Ur-Themen" bilden die
Vorbilder der wichtigsten (Farb)- Trends der nächsten 10 Jahre. Sie lauten u.a.
„Leben und Spiel", „Leben und Status" oder „Leben und Gesundheit".
Susanne Wied. Berlin.
susanne.wied@gmx.de
Wächst kein Günter Grass drüber...
Wie das Hineinwachsen in eine farbige Klangwelt Identität bildet, kann am
Beispiel des Malers und Musikers Horst Geldmacher illustriert werden. Der
Vortrag ist eine kleine Hommage an sein fast vergessenes Werk. Mit Bild- und
Textbeispielen aus „O Susanna", der „Blechtrommel" und der „gehäuteten Zwiebel"
werden identitätsstiftende Merkmale hervorgehoben, die dem Leser normalerweise
nicht bekannt sind, da sie zur Familien oder auch der Geschichte vom Werden und
Vergehen von Freundschaft gehören, die nicht im Medienrummel bekannt werden. Wie
aus Farb- Musikvergangenheit der beiden Künstler und Schriftsteller die
freundschaftliche Farbsprachengegenwart einer Tochter und eines Verlegersohnes
wurden, erzählt sich in diesem Beitrag.