Farb-Info 2003




 





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Abstracts Stand 12.09 2003

Farbe in der Architektur Mannheims
Zum Thema Farbe
Farbe im Druck – Gestern und heute
Erleben der Farbwelt in der BASF AG –
East meets West! Design und Farbe in einer asiatischen Kultur
Die Chromosphäre Entwurf einer logologischen Farbenlehre
Gestaltprägnanz und Farbe
Über das Spurenlesen in der Malerei
Colour and Style Are Created in the Mind. Its Effect – in the Presentation
Gestaltung des Orientierungssystems: Behnisch-Haus Krefeld,
Farbtechnische Linearisierung von Teilprozessen in der Druckindustrie
Spektrale Farbbildanalyse zur Beurteilung goniochromatischer Effektlacke
Licht und Farbe als wichtigste Faktoren für Formbildung in Design
Farbige Lichtdecken mit integrierter Nutzerschnittstelle für das Internet
Schön bunt: Ästhetische Farbgestaltung verbessert Gebrauchstauglichkeit von Software
Farbe und Bewegung – Notizen zu einem neurotischen Verhältnis
Visuelle Farbwahrnehmung, Grundlage für Farbmessung und Farbbeschreibung
Farbe im Bild realisieren
Sind Blau und Violett Problemfarben?
Introducing Twelve Periodes Of Seasonal Color Typology
„Die schönsten Farben" Tendenzen zur Entmaterialisierung der Farbe in Wilhelm Ostwalds Spätwerk
FARBTUN – Die Farbe als Sprache und Wirkungskraft
Prüfung und Korrektur der Farbeinstellungen,
Farbige Pixel in Kunst und Comic – aktuelle Tendenzen
Der duale Charakter der Dichromasie
Licht und Farbe im Patientenumfeld
Bildverarbeitung für sRGB-Kameras, -Scanner, -Monitore, -Drucker
Farbe und Materialität als psychologischer Faktor –
Die Farbe Weiß – in der Sprache, im Kopf, in der Seele
Blaues Wunder blauer Berge - eine kleine Geschichte der Luftperspektive
Immer wieder Itten …?
Farbdynamische Beleuchtung -
Dispergiertes Weißkalkhydrat –
Grundlagen für Farbstrategien
Farbstrategie ist Chefsache.
Farbenräume
Methoden zur farbmetrisch korrekten Ausgabe von CIELAB-Farbwerten auf Monitoren und Druckern
Einfluss der Jodidvariation auf die Farbparameter von Halogen-Metalldampflampen (HCI)
Seminar: Farbensehen

 

Farbe in der Architektur Mannheims

(vorläufiger Titel)
Führung durch Prof. Hans K. Schlegel (Beschränkte Teilnehmerzahl, Anmeldung erforderlich)
[Genaues Thema und Ablauf steht noch nicht fest]

Zum Thema Farbe

Führung mit Werner Marx durch die Kunsthalle Mannheim (Beschränkte Teilnehmerzahl, Anmeldung erforderlich)Samstag,

(Gruppe 2)
Farbe im Druck – Gestern und heute

Vorführung im Landesmuseum für Technik und Arbeit Mannheim

(Beschränkte Teilnehmerzahl, Anmeldung erforderlich)

In der Vorführung wird die Geschichte der Drucktechnologie, insbesondere auch die Geschichte des Farbdrucks dargestellt. Teilnehmer und Teilnehmerinnen können selbst drucken. Im Anschluss an die Vorführung besteht Gelegenheit zur freien Besichtigung des Museums.

Samstag, 11. Okt. 2003, 9:00 bis 12:00:

Erleben der Farbwelt in der BASF AG –

Werksrundfahrt und Vorstellung ausgewählter Spezialitäten für die Farbgebung

(Beschränkte Teilnehmerzahl, Anmeldung erforderlich)

Innovative Entwicklungen bei Farbmitteln: weitere Erschließung des Farbraums

N. N.

BASF AG

Ludwigshafen am Rhein

East meets West! Design und Farbe in einer asiatischen Kultur

Bericht über ein Designtraining für die Teppichindustrie in Nepal, finanziert von der EU

Christiane Baur
Top Colors Design
Meistersweg 5, 45219 Essen-Kettwig
Topcolorsdesign@t-online.de
Tel.: 02054920846

Im Rahmen eines Wirtschaftsförderungs-Programmes, das die EU in Brüssel ausgeschrieben hatte, bekam Nepal für die Teppichindustrie den Zuschlag.

Im Rahmen dieses Programmes geht es um die Reaktivierung und Stimulierung der angeschlagenen Teppichproduktion in Nepal und des Marktes in Europa.

Meine Aufgabe in diesem Projekt war es, dortigen Designern Verständnis für den europäischen, speziell deutschen Markt zu vermitteln, mit dem besonderen Schwerpunkt deutsches Design - knowhow und Farbtrends zu vermitteln.

Über den interessanten, rein von den organisatorischen Aspekten hinaus gehenden, Erfahrungen, ist für mich das Bedeutsamste, wie in einer anderen Kultur, dem Buddhismus und Hinduismus mit Design und Farbe gearbeitet wird.

Die Chromosphäre
Entwurf einer logologischen Farbenlehre

Martin Benad
Atelier Benad, Color Concept
Wörthstraße 25
81667 München
lcc@atelier-benad.de
Tel.: 08948951312

Die saloppe Formulierung „Farbe im Kopf" geht davon aus, dass Farbe als ein sinnliches Erlebnis im Kopf stattfindet und vom Gehirn durch eine Art Projektion zu einer Eigenschaft der Außenwelt gemacht wird. Alternativ zu diesem weit verbreiteten Paradigma liefert der Vortrag Argumente, die diese Annahme grundsätzlich in Frage stellen. Zum einen zeigt der Vortrag erkenntnistheoretische Widersprüche auf, die die Subjekt-Objekt-Thematik betreffen und sich nicht auflösen lassen, wenn man das Bewusstsein als im Kopf befindlich betrachtet. Zum anderen weist der Vortrag auf Farberfahrungen hin, die auf dem Weg der Empathie (der Fähigkeit des „Sich-Hinein-Empfindens") gewonnen werden und die immanent, das heißt ohne die Annahme körperlicher Bewußtseinsgrundlagen, interpretiert werden können. Als Konsequenz aus dieser zweifachen Argumentation formuliert der Vortrag thesenartig ein neues Modell der Farbwahrnehmung. Die Chromosphäre (hier nicht im astronomischen Kontext verstanden, in dem das Wort auch existiert) wird als eine Welt jenseits von Subjekt und Objekt umschrieben bzw. postuliert. Anhand des Modells der Chromosphäre lassen sich Bewusstseinsgewohnheiten und Strukturen, auch in ihrem Verhältnis zum Gehirn, sprachorientiert interpretieren.

Gestaltprägnanz und Farbe

Eckhard Bendin
Technische Universität Dresden
Institut für Grundlagen der Gestaltung und Darstellung
Zellescher Weg 17, 01062 Dresden
bendin@rcs.urz.tu-dresden.de
Tel.: 035146335588

Gestaltwahrnehmung tendiert u. a. zur prägnanten Ausgestaltung des Wahrnehmungsfeldes; sie unterliegt dem Prägnanzgesetz und folgt dabei sogenannten ‚Prägnanzprinzipien’. Prägnanzreichtum und -höhe im Interesse schneller, sicherer Orientierung sind das Ziel. In grundlegenden Untersuchungen hierzu orientierte man sich bislang vorrangig an signifikanten Formmerkmalen. Es ist jedoch zu fragen, warum Informationen, welche uns Farben liefern, für die Theorie der Gestaltwahrnehmung verhältnismäßig uninteressant geblieben sind, obwohl die oft effiziente Rolle der Farbe als Indikator, d. h. für das Diskriminieren, Wiedererkennen und Lokalisieren bekannt ist.

Angesichts der Komplexität der Wahrnehmungsakte sollte im Gestaltbegriff alles Invariante, was das Wesen einer Erscheinung ausmacht, subsumiert werden. Dazu gehört auch die Informationsgröße ‚Farbe’ (z. B. als signifikantes Gestaltmerkmal einer Frucht). Die weitgehende Bestimmung der Gestaltwahrnehmung durch Prägnanzprinzipien fordert dazu heraus, diese auch im Hinblick auf Farbe zu untersuchen. Dazu muß zunächst eine intensivere Befragung des Gestalt- als auch des Prägnanzbegriffes erfolgen.

Im Ergebnis erscheinen sowohl Einengungen des Gestaltbegriffes -z. B. im Sinne eines oft synonymen Gebrauchs für Figur und Form- als auch hierarchische Vorstellungen einer generellen Unterordnung der Farb- unter die Formwahrnehmung nicht gerechtfertigt.

Andererseits erweist sich der Prägnanzbegriff als doppeldeutig und mehrschichtig (ARNHEIM 1975, GUSS/1977), verlangt interpretatorisch aber kein ‚Entweder oder’ sondern ein ‚Sowohl als auch’. In den fünf Prägnanzprinzipien von EDWIN RAUSCH (1952) kommt der mehrseitige inhaltliche Anspruch recht gut zum Ausdruck.

Um auch für die Kategorie Farbe mögliche Bedeutungen besser einschätzen zu können,

erfolgte eine transponierende Interpretation der fünf Prägnanzprinzipien von RAUSCH. Dies führte zur Herausbildung von sechs „Prägnanzdimensionen der Farbe" als phänomenal eigenständigen Urteilsebenen. Weitergehende Aussagen sind erst nach experimenteller Untersuchung jeder Dimension hinsichtlich ihrer Prägnanzfälle zu erwarten. Vorerst aber kann man bereits annehmen, daß die Stellung der Farbe im jeweiligen Gestaltwahrnehmungsakt künftig auch am Beteiligungsgrad jener Prägnanzdimensionen ermeßbar sein wird.

Über das Spurenlesen in der Malerei

„Sein Auge ward Hand, der Lichtstrahl Finger"

Nicola Bosbach
Mierendorffstr. 2-4, 10589 Berlin
nicola.bosbach@t-online.de
Tel.:0303442955

Auch von Seiten der Kunsthistoriker gilt seit einiger Zeit ein gesteigertes Interesse der Frage, in welcher Weise die optischen Reize bei der Kunstbetrachtung über das Auge in verschiedene Hirnareale weitergeleitet und zu einem Wahrnehmungsbild verarbeitet werden.

In dem Vortrag soll einem Sonderaspekt der Farbwahrnehmung nachgegangen werden. Es handelt sich um die Wahrnehmung der Faktur. In der Malerei ist Farbe immer gekennzeichnet durch einen bestimmten Farbauftrag, der auf der Bildoberfläche seine Spuren hinterlässt. Dennoch unterliegt die Oberfläche mit ihrer haptischen Struktur in unserer Kultur einem strengen Berührungsverbot. Gerade die Faktur des Bildes steht jedoch bei der ästhetischen Rezeption der Malerei für Originalität und exklusiven Kunstgenuss. Weit verbreitet ist die Überzeugung, über die Fakturwahrnehmung regelrecht den Schaffensprozess des Künstlers mit seiner Dynamik und emotionalen Gestimmtheit nachvollziehen zu können.

Es stellt sich die Frage, wodurch sich der Betrachter in die Lage versetzt glaubt, lediglich über den Sehsinn aus den haptischen Bearbeitungsspuren Rückschlüsse über die leibliche Bezugnahme des Malers zum Bild zu gewinnen und hieraus Interpretationsschlüsse zu ziehen. Hierzu sollen Erklärungsansätze aus anthropologischer, entwicklungspsychologischer und neurophysiologischer Sicht vorgestellt werden.

Colour and Style Are Created in the Mind. Its Effect – in the Presentation

Farbe und Stil entstehen im Kopf. Die Wirkung im Auftritt.

Gisela Braune
Farbe und individuelles Image Gisela Braune
Floriansgasse 12, 01465 Dresden-Schönborn
gisela@earthling.de
Tel.: 035284160008„

Stil ist die Physiognomie des Geistes" sagte einst Artur Schopenhauer.

Ganz direkt formuliere ich es in Bezug auf Kleidung „Alles was wir auf der Haut tragen, teilt anderen Menschen mit, was wir im Kopf haben."

Auch ist Stil eine Absichtserklärung, etwa „Das bin ich – das ist meine Lebensphilosophie!"

Stil als Signatur unserer Persönlichkeit ist die den ganzen Menschen umfassende Form des Selbstausdrucks, die Art, „wie man sich gibt", die Summe von Sprechweise, Auftreten, Umgangsformen, von Kleidung und Accessoires, jedoch auch von Geschmacksvorlieben und Konsumgewohnheiten. Der Stil eines Menschen ist das Destillat seiner sichtbaren Lebensführung.

Guter Stil drückt sich in einer authentischen Persönlichkeit aus. Er ist keine Angelegenheit der Mode, kein Gag und auch keine Kopie einer anderen Person, sondern hat direkt etwas mit uns zu tun.

Mode ist vergänglich, weil sie von Farben, Stoffen und Silhouetten abhängig ist; Stil bleibt. Man kann ihn nicht kaufen, er ist unbezahlbar. Stil hat etwas mit Charisma, Eleganz, Auftreten, Charme und Selbstbewusstsein zu tun.

Alles, was andere sehen, spricht für Sie, noch bevor Sie die Gelegenheit haben, zu erklären, wer Sie wirklich sind.

Da der erste sekundenschnelle Kontakt mit Menschen über das Auge geht, wird zuallererst unser Gesamterscheinungsbild wahrgenommen. Aus solchen „Oberflächlichkeiten" fällt man tiefschürfende Werturteile. Deshalb ist es wichtig, sich angemessen, unserer Persönlichkeit entsprechend zu kleiden, zu schminken, zu frisieren und sich zu benehmen, um zu vermitteln, wer wir sind. Wir sollten uns von innen nach außen kleiden, sowohl im psychologischen, als auch im professionellen Stil.

Gestaltung des Orientierungssystems: Behnisch-Haus Krefeld,

die längste und schmalste Baustelle Europas

Claudia Brinker-Haack
Krefeld

„Innerhalb der Krefelder Wälle ... liegt ein noch nicht entwickelter Stadtraum von besonderer Dimension. Er ist 31m breit und 250 m lang. Noch im Jahr 1817 lag das Feld direkt vor der Stadtmauer und war teilweise bebaut. Bei der Stadterweiterung von Vagedes 1820 blieb der ungewöhnliche Zuschnitt bestehen. Die Breite war bestimmt durch die Größe der Webstühle und der sie umgebenden Gebäude ... ."

Die Architekten Behnisch & Partner wurden aufgefordert, sich über eine mögliche Bebauung Gedanken zu machen.

Das Programm sieht Flächen für Handel, Dienstleistungen und Wohnen im Gebäude sowie eine öffentliche Tiefgarage mit vier Geschossen (420 Plätze) unter dem Platz vor. Das gesamte Vorhaben wird von Anliegern als privaten Investoren finanziert ..., d.h. Mitverantwortung der Bürger für die Stadt.

Die offene Struktur des Gebäudes läßt Innen- und Außenraum ineinander fließen. In seiner Schlankheit und Transparenz bleiben die bestehenden Platzkanten auch in den oberen Geschossen durch das Gebäude hindurch erlebbar. Aufgrund der hohen Transparenz der Glasfassade passiert Licht das Gebäude, die Farbigkeit des Inneren wird sichtbar und belebt die Fassade des Platzes. Das erlebbare Band der Gebäudestruktur gliedert die einzelnen Nutzungsbereiche. „Es entstand ein Gebäude, das sich mit seiner abstrakten strukturellen architektonischen Haltung aus dem Kontext löst. Es steht frei auf dem belebten attraktiven Platz als Akzent für einen neuen Ort in Krefeld."

Auszüge aus dem Marketingkonzept der Bauherren.

Entsprechend der Anforderungen, die solch ein Gebäude stellt, werde ich auf der Farb-Info 2003 in Mannheim anhand von Bildmaterial die Gestaltung des Orientierungssystems des Behnisch-Haus Krefeld mit folgenden Schwerpunkten vorstellen:

1.Entwicklungsprozeß des Orientierungssystems im Kontext:

Gestaltung – Orientierung – Gebäude – Bauherren – Architekten – Stadt Krefelde

2.Minimalprinzip

3.Tatort Baustelle – Gestaltung im Baualltag und viele Köche ...

Die Farben verblassen im Kopf

Edgar Diehl
Adelheidstr. 86
65185 Wiesbaden
edgar.diehl@gmx.de

In meinem Dia-Vortrag werde ich einen kurzen Überblick über meine Arbeit mit der Farbe in der Architektur geben. An drei neuen Projekten erkläre ich, wie eine außergewöhnliche Farbgestaltung, die zum Teil auch psychologisch begründet ist, von den Nutzern trotz anfänglicher Fremdheit angenommen wird. Bei zwei Projekten geht es nicht um bemalte, sondern um gemalte Architektur und gemäß dem Motto von Adolf Loos "Ornament ist Verbrechen" um Kriminalität in diesem Sinne!

Farbgestaltung Frankfurter Allee, Berlin

Lothar Gericke
Dipl.-Designer, Architekt

[Posterausstellung]

Farbtechnische Linearisierung von Teilprozessen in der Druckindustrie

Ulrich Hintraeger
BAM + Merlin-Pro
Labor: Prof. Dr. Klaus Richter
Augsburger Str. 48 1/2, 89231 Neu-Ulm
uli.hintraeger@merlin-pro.de
Tel.: 0170 5858177

In dem Vortrag werden Möglichkeiten der Linearisierung aufgezeigt.

Die Linearisierung ist:

Die Vor- und Nachteile der Linearisierung werden diskutiert.

Spektrale Farbbildanalyse zur Beurteilung goniochromatischer Effektlacke

Stefan Jäger
Volkswagen AG
Postfach 1435
38436 Wolfsburg
Stefan.Jaeger47@epost.de
Mobil: 0170 / 27 36 116

in Zusammenarbeit mit der

Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), BerlinFarbigen Beschichtungen werden heutzutage vermehrt Effektpigmente beigemischt, um bestimmten Designwünschen gerecht zu werden. Die zwei großen Klassen der Effektpigmente sind hier die Metallpigmente und die Perleffektpigmente.

Die Besonderheit bei der farbmetrischen Beurteilung dieser, daher goniochromatischen genannten, Effektlacke ist, dass der Farbeindruck stark

vom Betrachtungs- und Beleuchtungswinkel abhängt. Während normale Spektralanalysegeräte mit einer Beobachtungsgeometrie von 0°/45° arbeiten, haben sich bereits Mehrwinkelgeräte mit einer zwar festen aber erweiterten Geometrie (z.B. 0°/25°, 0°/45°, 0°/75°, 0°/110°) etabliert.

Ein entscheidender Nachteil beider Formen der Farbmessgeräte ist jedoch der in Bezug auf die zu beurteilende Fläche kleine Meßfleck. Das in der

Automobilindustrie zur Beurteilung von Karosserien typische X-Rite Mehrwinkelmessgerät hat zum Beispiel eine Messöffnung von unter 2 Zentimetern.

Ein Ansatz zur winkelabhängigen ganzheitlichen farbmetrischen Beurteilung von Flächen liefert die digitale Bildverarbeitung. Hierbei wird eine

handelsübliche digitale Monochromkamera, die sich hinter einem elektronisch steuerbaren Farbfilter befindet, benutzt. Mit Hilfe einer Software werden die in den verschiedenen Spektralbereichen aufgenommenen Grauwertbilder der zu beurteilenden Fläche zu einem Farbbild kombiniert. Dieses Bild besteht nun aus farbmetrischen, geräteunabhängigen Werten.

Der Beitrag gibt einen Überblick über die Möglichkeiten und die Erwartungen an das vorgestellte spektrale Meßsystem. Darüber hinaus wird der Aufbau und die sich ergebenden Problemfelder dieses Systems vorgestellt.

Licht und Farbe als wichtigste Faktoren für Formbildung in Design

Prof. Dr. Todor Kehlibarov
Bulgarische Akademie der Wissenschaften,
P.O.Box 1089
BG –1000 Sofia
Pr. Tel./Fax: +359 2 988 05 97
tk_color@mail.bg

Prof. Dr. Yanko Milev
Technische Universitaet Varna
Studentska str.1
BG –9000 Varna
Tel.: +359 52 302 457
jmilev@abv.bg

Design ist wie andere Formen von Kunst mehr als alles andere Licht von der bereits erschaffenen Form, das wir visuell in allen Nuancen von Licht und Farben aufnehmen. Von allen Sinnen ist visuelle Wahrnehmung die Menschen am stärksten beeinflussende. Sie gibt uns eine genaue Beschreibung der Umgebung, seiner Formen, Räume und Farben. 80% der zeitgenössischen Kommunikation hat visuellen Charakter, und visuelle Wahrnehmung basiert auf Licht und Beleuchtung, die unmittelbaren Einfluss auf die menschliche Psyche haben. Sie vermitteln eine weite Spanne von Assoziationen, die jeder praktisch arbeitende Designer kennen sollte. Dieser Bericht analysiert die Rolle von Licht und Farbe als eine Bedingung für genaue visuelle Wahrnehmung und psychologische Analyse des Inhalts, der in der Architektur des gestalteten Gegenstands enthalten ist. Er diskutiert den Bezug zwischen Farbe und Licht und die möglichen Methoden, die es zur Beeinflussung und Korrektur von unerwünschten Ergebnissen gibt.

Es wird die weite Spanne von psychologischen Assoziationen beschrieben, die von Licht und Farbe erzeugt werden können. Ein wichtiges Element von Formbildung ist die ausgeglichene Komposition von konvexen und konkaven Elementen in der räumlichen Struktur, die von den Lichtparametern stark beeinflusst wird. Es werden die funktionalen Anforderungen und Beleuchtungsnormen und Arten von Beleuchtung untersucht, die den Licht-Komfort in der Innenraumgestaltung beeinflussen. Er erzeugt die richtige Lichtverteilung und hilft so beim Energiesparen. Ein wichtiger Aspekt ist die ergonomische Optimierung des Arbeitsplatzes und des Wohn-, Freizeit- und Spielraums in Übereinstimmung mit den neuesten ergonomischen Erkenntnissen. Am Ende behandelt der Bericht die sozialen und ökonomischen Aspekte der wechselseitigen Abhängigkeit des Design-Prozesses und der Lösung für Licht und Farben.

Farbige Lichtdecken mit integrierter Nutzerschnittstelle für das Internet

Krzyzanowski, J., Rosemann, A., Kaase, H.
TU Berlin, Fachgebiet Lichttechnik, Sekr. E6
Einsteinufer 19, 10587 Berlin
Tel: 030 / 314 22401; Fax: 030 / 314 22161;
email: lichttechnik@ee.tu-berlin.de
http://www.tu-berlin.de/lichttechnik

Im Verlauf eines Tages unterliegt das Tageslicht ständiger Veränderung. Vom Sonnenaufgang bis zur Nacht werden alle Phasen und Facetten des Tageslichtes vom Menschen als selbstverständlich erlebt: Licht, Schatten, Dämmerung und die jahreszeit- und wetterbedingte Änderung von Farbtemperatur und Leuchtdichte. Ein wichtiger Parameter zur Nachbildung einer natürlichen Beleuchtung ist die Variation der ähnlichsten Farbtemperatur. Sprechen wir z.B. von Morgenrot, charakterisiert sich das durch die Dominanz warmer Lichtfarben. Mit aufgehender Sonne wird das Licht immer weißer und bzw. im Blick auf die ähnlichste Farbtemperatur kälter. Gleichzeitig nimmt die Lichtintensität zu. Der Organismus wird, obwohl kaum bewußt registriert, durch diese Vorgänge beeinflußt. Mit dem Ziel eines erhöhten Nutzerkomforts bzw. einer erhöhten Akzeptanz wurde ein Steuersystem für eine innovative Lichtdecke realisiert. Neben der manuellen Wahl der korrelierten ähnlichsten Farbtemperatur können mit dem System beliebige Steuerungen realisiert werden, z.B. die tageslichtabhängige Steuerung von korrelierter Farbtemperatur als auch dem Helligkeitsniveau des Kunstlichts.

Schön bunt: Ästhetische Farbgestaltung verbessert Gebrauchstauglichkeit von Software

Bettina Laugwitz
bettina.laugwitz@gmx.de

Um den Benutzer von Software bei der Arbeit zu unterstützen, kann man die Benutzungsoberfläche, z. B. die Bildschirmmaske, mit der er arbeitet, nach funktionalen Aspekten optimieren. Man kann aber auch (zusätzlich) versuchen, die Oberfläche besonders schön oder angenehm zu gestalten. Allerdings hängt der plausiblen Vermutung, dass schönes Design das Leben und Arbeiten von Menschen erleichtert, der Geruch des alltagspsychologischen Aberglaubens an und erscheint aus wissenschaftlicher Sicht zumindest fragwürdig. Sie lässt sich aber theoretisch begründen und empirisch überprüfen. Die Farbgestaltung bietet sich als zu untersuchendes Gestaltungselement besonders an.

In einem Experiment wurde also der ästhetische Wert der Farbgestaltung systematisch variiert. Die Teilnehmerinnen arbeiteten ca. 25 Minuten lang mit einer 'schöneren' bzw. einer 'hässlicheren' Benutzungsoberfläche. Die Farbkombinationen wurden aufgrund der Ergebnisse eines früheren Experiments zur Ästhetik von Farbkombinationen ausgewählt. Als Abhängige Variablen wurden Stress, Stimmung, Einschätzung der Gebrauchstauglichkeit (apparent usability) per Fragebogen gemessen und Fehlerzahl sowie Bearbeitungszeit als Leistungsmaße eingesetzt.

Die Arbeit mit der "schöneren" Oberfläche führte zu geringerem Abfallen der Werte beim Stimmungsaspekt der "Wachheit" (MDBF, Steyer, Schwenkmezger, Notz & Eid, 1997) während der Aufgabenbearbeitung sowie zu geringeren Stress-Werten (psychische Ermüdung, psychische Sättigung, BMS, Plath & Richter, 1984) als die Arbeit mit der "hässlicheren" Oberfläche. Kein

Unterschied fand sich bei den gemessenen Leistungsvariablen und bei den Einschätzungen der Gebrauchstauglichkeit der Oberflächengestaltung.

Eine ästhetische Farbgestaltung von Benutzungsschnittstellen kann dazu verwendet werden, ihren ästhetischen Wert zu erhöhen. Dies wiederum kann zu einem geringeren Ermüdungs- und Stressempfinden beim Benutzer beitragen. Die Ergebnisse beim BMS deuten außerdem darauf hin, dass bei längerfristiger Arbeit mit der "hässlicheren" Oberfläche auch verstärkt

Leistungsschwankungen zu erwarten sind.

Ästhetisches Design und eine schöne Farbgestaltung machen also nicht nur einfach Freude, sondern können auch die Arbeit erleichtern und verbessern.

Farbe und Bewegung – Notizen zu einem neurotischen Verhältnis

Prof. Claudius Lazzeroni
Universität Duisburg Essen
Kommunikationsdesign
Universitätsstr. 12, 45117 Essen
c.lazzeroni@uni-essen.de
Tel.:01723234138

Aufgrund fortschreitender Digitalisierung entwickelt sich die Verbindung von grafischen und fotografischen Medien, von bewegtem, elektronischem Bild und akkustischen Signalen, unter Berücksichtigung des Aspekts der Interaktivität nonlinearer Medien, zu einem neuen Schwerpunkt in der Gestaltungslehre. Dies setzt eine Ausarbeitung von neuen Kriterien für die Basis der gestalterischen Arbeit mit zeitbasierten Medien vorraus, in ständiger Reflexion der entsprechenden Reizform einer neuen Technologie.

Dabei spielt die Bewegung von Farbe eine immer größere Rolle.

Für die menschliche Wahrnehmung ist Farbe in Bewegung eine sehr ursprüngliche Sinnes-Erfahrung, mit der wir, den Gefahren der Welt ausgesetzt, früh gelernt haben umzugehen.

Schenken wir den Folgen dieser sinnlichen Beziehung etwas Aufmerksamkeit.

[Parallel zum Vortrag soll es eine kleine Ausstellung mit Original-Siebdrucken von Jürgen Peters geben.]

Visuelle Farbwahrnehmung, Grundlage für Farbmessung und Farbbeschreibung

Dr. Eva Lübbe
Mascovstraße 2a
04318 Leipzig
EvaLuebbe@aol.com
Tel.: 03416993729

Voraussetzungen zum Entstehen einer Farbempfindung sind ein Farbreiz und ein Lebewesen mit einem farbtüchtigen Auge. Das menschliche Auge kann elektromagnetische Strahlung zwischen 380 und 700nm registrieren. Es hat dazu drei Arten von Farbrezeptoren, die in verschieden Wellenlängenbereichen empfindlich sind. Diese drei Farbsensoren ermöglichen nur eine beschränkte Farbunterscheidung. Das heißt, es gibt Farben, die der Mensch als gleich empfindet, obwohl sie sich hinsichtlich des Spektrums unterscheiden. Einige Tiere, wie Insekten, Vögel und Fische besitzen mehr als drei Rezeptorarten und damit ein besseres Farbunterscheidungsvermögen.

Eine Messung der Farbvalenz nach dem Dreibereichsverfahren kommt dem Sehen mit dem menschlichen Auge nahe, dagegen kann ein Spektralfotometer das gesamte Spektrum des Farbreizes aufnehmen. Probleme bei der Messung von Farben mit Messgeräten ergeben sich u.a. dadurch, dass wir versuchen, die gemessenen Werte in Größen umzurechnen, die der menschlichen Empfindung entsprechen. Die Farbe ist eine Empfindung, die dem Menschen besonders wichtig ist. Andere menschliche Empfindungen, wir z.B. den Schmerz, versuchen wir nicht, zu messen.

Das Auge arbeitet auf der Sensorebene nach der Helmholtzschen Dreikomponententheorie und anschließend nach der Heringschen Gegenfarbentheorie. Neuere Untersuchungen von Creutzfeldt belegen, dass die tatsächliche Verarbeitung wesentlich komplizierter ist. Am Ende der Verarbeitung steht die Farbempfindung mit den Merkmalen Farbton, Helligkeit und Buntheit. Bei der Verarbeitung wird die Umfeldhelligkeit mit verarbeitet. Für die Beschreibung des Helligkeitseinflusses wurde von mir eine Formel gefunden.

Zum Abschluss werden die Abweichungen von der normalen Farbverarbeitung überblicksmässig dargestellt. C. Oleari nutzte die Farbenfehlsichtigkeit, um einen neuen Farbenraum zu definieren.

Alvar Aalto und die Farbe

Dr. Elisabeth Merk
Halle
Elisabeth.Merk@halle.de

Farbe im Bild realisieren

Martin Minde
Baldestraße, 80469 München
davidMinde@gmx.de
Tel.:0892011901

Zu Beginn des vorigen Jahrhunderts geriet die Bildvorstellung in ihrem Bezug auf die sichtbare Wirklichkeit in die Krise. Foto, drucktechnische Reproduktion, Fernsehen, Video, Film übernahmen die abbildenden Funktionen der Kunst, so dass das künstlerische Bild neue Aufgaben erhielt. Eine davon ist die Realisation der Farbe. Ausgehend von der wohlbekannten Tatsache, dass die Erscheinung von Farben von deren kompositorischer Darbietung abhängt, können bildliche Kompositionsschemata entwickelt werden, in denen Grundmöglichkeiten der Farbe erschlossen werden.

Die Bildform ist einerseits von der Farbe abhängig, andererseits farbig variabel. Im Bild wird jeweils eine Vielzahl von Varianten erschlossen, die in ihrer Fülle nicht real, sondern nur in der geistigen Vorstellung zugänglich ist.

Anhand von Lichtbildern soll in die neue Bildkonzeption eingeführt werden und zugleich gezeigt werden, wie Farbe umfassend erst durch bildliche Gestaltung vorstellbar wird.

Sind Blau und Violett Problemfarben?

Aspekte zum zeit- und kulturbezogenen Standpunkt, der die Wertung einer Farbe wesentlich beeinflusst

– Beispiel: Die Farben Blau und Violett

Prof. Klaus Palm
Bozener Str. 11-12, 10825 Berlin
palmfarbe@aol.com
Tel.: 0308546361

[Abstract fehlt.]

Introducing Twelve Periodes Of Seasonal Color Typology

Vojko Pogacar
University of Maribor
Faculty for Mechanical Engineering, Institut for Constructions and Design
Smetanova 17, SLO 2000 Maribor
vojko.pogacar@uni-mb.si
Tel.: ++38631661306

The seasonal color theory has already been proposed by Johannes Itten, who introduced four seasonal types, based on his color star. He observed that specific personal colors were repeatedly selected by individuals, complementary to the natural coloring of their skin, hair and eyes. By adapting Itten's theory, color palettes were developed as a guide for personal color selection.

We observed that all known selections of the seasonal colors are mainly subjective and very roughly defined without logical selection system. Therefore, our intention was to define more objective basis for their selection and we completed Itten's general classification of four seasonal types by adding intermediate periods. We proposed that each main period has an entering and closing part, regarding to previous or next period. Therefore, besides four main seasons, eight intermediate periods were added and finally twelve different periods of seasonal typology were classified. Such stratification is also in accordance with our meteorological calendar but not exactly with each month's diversity.

Our twelve-period seasonal typology can be explained by the mathematical - geometrical correlations between Earth and Sun, where the Sun is actually the main and only source of the light. For this purpose we developed special time cycling system in which daily and yearly colors' cycles are included. This system gives us opportunity to observe variety of correlations between antagonistic characteristics of the colors, such as cold-warm, bright-dark, etc.

This system has become more objective basis for color evaluation and makes personal color counseling more logical and predictable.

„Die schönsten Farben"
Tendenzen zur Entmaterialisierung der Farbe
in Wilhelm Ostwalds Spätwerk

Diplom-Gemälderestaurator Albrecht Pohlmann
Staatliche Galerie Moritzburg Halle - Landeskunstmuseum Sachsen-Anhalt
Friedemann-Bach-Platz 5
D 06108 Halle (Saale)
E-Mail: al.pohlmann@web.de
Tel: 0345-2125941 (dienstl.) 0345-5320918 (priv.; gleichz. Faxnr.)

Zu den am gründlichsten vergessenen Erfindungen Wilhelm Ostwalds (1853-1932) gehören die „Kollonfarben": transparente Malereien mit Gelatinefarben auf durchsichtigen Bildträgern. Die Entwicklung der neuen Maltechnik fällt in die letzten Lebensjahre des Gelehrten, in denen er sich gewünscht hatte, „ganz und gar Maler zu werden".

Wie so oft im Werk des Erzrationalisten Ostwald, reichen die Wurzeln seiner Erfindung in die deutsche Romantik zurück, und zwar ausgerechnet zur Lichtmetaphysik eines Philipp Otto Runge. Gleichzeitig verweisen die Kollonfarben zusammen mit anderen kunsttechnologischen Erfindungen auf zeitgenössische Tendenzen der Lichtmalerei.

Der Vortrag versucht, diese Traditionslinie aufzuzeigen und das System der Kollonfarben anhand umfangreichen Materials aus Ostwalds Nachlaß vorzustellen.

FARBTUN – Die Farbe als Sprache und Wirkungskraft

Renate Reifert
FARBTUN
Paul-Gerhardt-Str. 15, 65199 Wiesbaden
renate.reifert@gmx.de
Tel.:06114689228

Aufbauend auf der Tatsache, dass Farben Energien sind, dass Farben Wirkung zeigen auf die menschliche Psyche, habe ich das Bemalen angstbesetzter Räume zu einem künstlerischen Schwerpunkt meiner Arbeit gemacht. Ich meine mit „angstbesetzt" die Räume in Kliniken und Praxen, in denen Patienten einer großen Ungewissheit ausgesetzt sind (z.B. im OP Warteraum kurz vor einer Operation, in der Nuklearmedizin, u. a.)

Mit diesem FARBTUN setze ich ein Gegengewicht zu der gewiss oft notwendigen, jedoch auch beängstigenden Apparatemedizin, indem ich durch die Farbe den seelischen Bereich des Menschlichen sichtbar werden lasse.

Die der Farbe immanente Möglichkeit zur Kommunikation mit dem Betrachter wird hierbei genutzt zur Schaffung einer Leben fördernden Atmosphäre; denn da die Farbe selbst Empfindung ist, ist sie prädestiniert zum Auslösen von Empfindungen.

Durch Farbe und Komposition erstrebe ich über den sinnlichen Eindruck hinaus eine Wahrnehmungsmöglichkeit der geistigen Bereiche und Kräfte, welche den Farben innewohnen und ihre Essenz bilden.

Jede Farbe lässt eine besondere Saite in uns erklingen und jeder Mensch empfindet zu der Farbe eine besondere Vorliebe, deren ergänzende Kraft er benötigt.

Gerade wo Leben schwierig wird, kann die Kunst ihre Kraft zeigen und den ihr leider so oft zugewiesenen Bereich der Dekoration verlassen.

Prüfung und Korrektur der Farbeinstellungen,

z. B. von Photoshop, und der Farbausgabe mit ISO/IEC-Prüfvorlagen

Prof. Dr. Klaus Richter
Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), VIII.3901
Projektgruppe: Visuelle Verfahren und Bildwiedergabe für die ZfP
Unter den Eichen 87 (Post Adresse)
Unter den Eichen 44-46 (Zweiggelände Fabeckstrasse)
D-12205 Berlin
Phone: +49-30-8104-1834 oder 3589 oder 3587 oder 3588
Phone: +49-30-8104-1839 (Sekretariat)
Fax: +49-30-8104-1807
klaus.richter@bam.de

Viele Softwareprodukte haben eine Vielzahl von Voreinstellungen und Einstellmöglichkeiten zur Eingabe und Ausgabe von Farbe. Oft entstehen Umwandlungen von einem Farbraum in einen anderen Die Farben verändern sich durch die Voreinstellungen zur Software-Eingabe oder Ausgabe.

Mit ISO/IEC-Prüfvorlagen lassen sich geeignete Softwareprodukte und Geräte auswählen, die eventuelle Farbumwandlungen nur nach farbmetrischen

Gesichtspunkten durchführen. Für diese Geräte sind korrespondierende Farben, die in vier verschiedenen Farbräumen (cmykcolor mit und ohne schwarz, rgbcolor und grey) definiert wurden, am Monitor und am Drucker jeweils gleich. Für andere entstehen z. B. am Drucker vier gleiche und am Monitor vier verschiedene Ausgaben oder umgekehrt oder an beiden Geräten entstehen vier verschiedene Ausgaben. Geeignete Methoden zur Vermeidung unterschiedlicher Ausgaben durch farbmetrische Umwandlung in nur einen Farbraum werden dargestellt. Dann sind auch die vier Ausgaben auf allen Geräten gleich.

Farbige Pixel in Kunst und Comic – aktuelle Tendenzen

Prof. Dr. Marieluise Schaum
Prof. Bernd Frank
Tel.: 030 5337431

schaumfrank@t-online.de1999 stellte der junge deutsche Grafiker Christoph Niemann dem New Yorker Publikum des Amerikanischen Instituts für Graphic Arts in einem sog. Speaker Event 65 Porträts von berühmten Leuten wie Cousteau, Narcis und Moses als Computer-Icons 32 x 32 Pixel vor.

Die kleinen Bilder auf dem Computer gezeichnet sind weder artistisch noch ausgefallen, sie wurden nicht mit der Absicht gemacht, komisch zu wirken. Doch der Betrachter, der sie entziffert, belächelt den Witz, der sich über die absichtsvolle Vereinfachung mitteilt. Farbige Pixel sind die Grundlage der auf ein Minimum reduzierten Kürzel. Der Rezipient fügt den Symbolen das nötige Etwas hinzu, das zur Komik führt. Einmal interessiert an der sog. Pixelgrafik, sind uns in der Folge zahllose Beispiele künstlerischer Anwendung der farbintensiven Punkte aufgefallen. Nicht allein der formale Aspekt der Pixel sondern der besondere Bildwitz steht im Mittelpunkt der Arbeiten meist sehr junger Autoren.

Neu gelesene und interpretierte Märchen, Bekanntes in neuen Erzählstrukturen aufbereitet, z.B. für Handhelds von Studierenden kreiert oder für die Internetseiten imagebedachter Firmengründungen ins Netz gestellt dieser Trend korrespondiert mit Tendenzen in der bildenden Kunst. Speziell in neuen Bildmedien wird die farbige Pixelstruktur digitaler Bilder von Video-Künstlern und Illustratoren ins Zentrum der Bildkonzepte gerückt, obwohl die technische Entwicklung einen bisher unerreichten Illusionismus der Abbildungen zuließe.

Verzerrte Übereinanderprojektionen, Verwischungen, Störungen und Streifen mit groben Pixeln verbunden zelebrieren eine Antiästhetik des Fehlerhaften und lassen dabei in farbigen Miniflächen einen Impressionismus aufleuchten, den die Schweizer Ausstellung "Von Monet bis zum digitalen Impressionismus" in ihren Exponaten demonstrierte, den Anne Hormann als "Farbe ohne Oberfläche" umschrieb.

Unser Beitrag stellt die Tatsächlichkeit des Gebrauchs der Pixel als formale Tendenz heraus und untersucht die damit verbundenen Ausdrucksqualitäten als Potentiale für die Formulierung einer speziellen Weltsicht der Gestalter. Der Reiz des Neuen, Provokativen tritt in Videokonzepten von Pippilotti Rist ebenso wie in den digitalen Fotobearbeitungen von Annelies Strba wie in zahlreichen Handschriften junger Grafik-Designer auch im dreidimensionalen Bereich in Erscheinung. Zwar ist die Übersättigung der Rezipienten an derartigen Tendenzen abzusehen, die gestalterische Abnutzung der eingesetzten Pixel vorprogrammiert. Dennoch könnte dieses farbige Phänomen in Kunst und Comic die Sicht von Farbgestaltern und Wissenschaftlern bereichern.

Der duale Charakter der Dichromasie

Horst Scheibner
Sinclair Cleveland
Institut für Neuro- und Sinnesphysiologie
Heinrich-Heine-Universität
Düsseldorf

Die Farbart (Chromatizität) wird für einen Trichromaten in der Farbtafel als Punkt beschrieben, die Farbart für einen Dichromaten als Gerade eines Geradenbüschels. Dem entspricht die Auffassung, die Farbtafel sei eine projektive Ebene, eine Struktur, die zwei Sorten von Elementen besitzt: Punkte und Geraden. Zwischen Punkten und Geraden kann die sogenannte Inzidenz-Relation bestehen. Ein Beispiel ist die dichromatische neutrale Zone: Unbunte Farben erfüllen die Inzidenz mit ihr; bunte erfüllen sie nicht und widerspiegeln – in der algebraischen Fassung der Inzidenz-Relation – die antagonistische Gegenfarbigkeit.

Der projektiven Dualität entspricht die Hinzunahme des assoziierten dualen Vektorraumes zum üblichen, vorgegebenen vektoriellen Farbenraum. Daraus folgen einfache Transformationseigenschaften zwischen dichromatischen Systemen.

Licht und Farbe im Patientenumfeld

Gerd Schilling
Institut für Farbendynamik

Licht und Farbe bilden eine unauflösliche Einheit. Denn ohne Licht gibt es keine Farbe. Ein Blick in die Natur zeigt, dass ohne Licht und Farbe als Abbild der Urkraft der Sonne Leben kaum möglich ist: Leben und menschliches Wohlempfinden sind untrennbar an Licht und Farbe gebunden.

Sich wohl zu fühlen und gesund zu sein, beschränkt sich nicht allein auf das Nicht-Vorhandensein von Gebrechlichkeit oder Krankheit. Umgekehrt heißt das: Wer krank und pflegebedürftig ist und ins Krankenhaus oder Pflegeheim kommt, fühlt sich in der Regel nicht nur körperlich unwohl. In der zumeist ungewohnten und fremden, vielfach von technischen Geräten, moderner Hightech-Medizin dominierten Umgebung und ohne die gewohnten sozialen Kontakte geht es dem Patienten häufig auch seelisch nicht gut. Es kommt zu Stresssituationen, die die Genesung behindern und verzögern.

Dem entgegenzuwirken und eine Wohlfühlatmosphäre zu schaffen, ist eine der wichtigsten Aufgaben moderner Krankenhausarchitektur. Die richtige Verwendung von Licht und Farbe spielt hierbei eine ganz wesentliche Rolle. Diverse wissenschaftliche Studien belegen, dass geschickt kombinierte Farben speziell im Patientenzimmer eine positive Wirkung auf den Genesungsprozess haben, da sie zum Abbau der Ängste beitragen und frische Fröhlichkeit verbreiten. Auf allzu kräftige und intensive Farben ist aber zu verzichten, da sie den Arzt bei der Untersuchung in der Wahrnehmung beeinflussen können. Aus diesem Grund ist Pastelltönen der Vorzug zu geben. Sie lassen sich zudem ohne Einfluss auf das Helligkeitsgefüge im Raum über die entsprechende Tönung des Lichts verändern. Ein weiterer großer Vorteil: Farbgestaltung mit Licht und Farbe ist variabel und kontinuierlich über den Tagesverlauf veränderbar, so dass man der wechselnden Farbigkeit der natürlichen Tageslichtverhältnisse sehr nahe kommt.

Das bereits lieferbare Lichtsystem PURELINE hat das Zusammenspiel von Licht und Farbe perfektioniert. Über zwei zusätzliche, optional einsetzbare Leuchtmittel mit eigens ausgewählten Farbfiltern lassen sich milde Farben an den Raumflächen erzeugen. Die dabei zum Einsatz kommenden Farben wurden vom Institut für Farbendynamik ermittelt. Es hat in Versuchsreihen eine einzigartige Methode entwickelt, um über Kunstlicht einen Farblichtkreis zu erzeugen, der sich nur unwesentlich von den tatsächlich in der Natur existierenden Tageslichtsituationen unterscheidet. Im Ergebnis lassen sich mit PURELINE alle Lichtstimmungen – angefangen von einem frischen Himmelblau zu Beginn eines Tages bis zum Orange eines Sonnenuntergangs – spielend nachempfinden. Um zu beruhigen, um die Sinne positiv anzusprechen, um eine angenehme Atmosphäre zu schaffen, in der man sich wohlfühlt, die die Genesung stimuliert.

Bildverarbeitung für sRGB-Kameras, -Scanner, -Monitore, -Drucker

J. Thomas Schmelzer
SWS Software Support

Der einzige weltweit gütige und anerkannte Standardfarbraum für Ein- und Ausgabegeräte ist sRGB. Digitalkameras, Scanner und Monitore werden voreingestellt auf diesen Standard ausgeliefert. Für die referenzierbare Wiedergabe der Bildinformation auf Tintenstrahl-, Farblaser- oder LED-Drucker müssen die sRGB-Daten separiert werden. Die Umwandlung der RGB-Daten in druckbare und farblich entsprechende CMYK-Bilddaten bleibt eine Anforderung, die den Anwender vor eine Aufgabe stellt, die er oft nur mit großem Aufwand oder nur unbefriedigend lösen kann. Der Vortrag stellt verschiedene Methoden zur Beurteilung der verwendeten Arbeitsmittel vor, verweist auf Hilfsmittel die von DIN, ISO und anderen anerkannten Standardisierungsgremien so wie von privaten Firmen und Konsortien angeboten werden.

Farbe und Materialität als psychologischer Faktor –

Sanierung und Umbau von 2 Wohnheimen mit 337 Wohnheimplätzen und 72 Hotelbetten
Felicitas Schoberth
Firma Kebe & Schoberth – Architekten TU-SIA
Bergmannstr. 91, 10961 Berlin
office@kebe-schoberth.de
Tel.: 0 30 691 20 60

INITIATOREN DES PROJEKTES:

Der gemeinnützige Verein (urban sozial) als Träger der Einrichtung hat in eigener Regie, mit der finanziellen Unterstützung des Landes Berlin den Betrieb des Flüchtlingswohnheimes übernommen. Neben der Unterbringung von Kriegsflüchtlingen erfolgt im nachfolgend beschriebenen Gebäude auf zwei Etagen die Unterbringung von obdachlosen, alleinstehenden Menschen und der Betrieb von zwei Jugend - Gästeetagen, in denen sich in- und ausländische Sport- und Studentengruppen bevorzugt einquartieren.

STÄDTEBAULICHE SITUATION:

Das Projekt befindet sich am östlichen Stadtrand von Berlin im Bezirk Marzahn. Plattenbauten mit bis zu zwölf Geschossen bilden das Umfeld. Der Blumberger Damm, eine gut ausgebaute und begrünte vierspurige Hauptverkehrsstrasse, führt in sicherem Abstand am Komplex vorbei. Dank des noch nicht verbauten Vor-feldes zur Strasse sind die Gebäude weithin sichtbar - eine exponierte Position für eine besondere Aufgabe.

VORGABEN DER PLANUNG:

Die Beauftragung erfolgte als Generalplanerleistung auf der Basis einer kompletten Instandsetzung und Modernisierung von zwei 6 geschossigen, stirnseitig aneinandergestellten Plattenbauten vom Typ WBS 70 (Wohnheimtyp), BJ 1983 mit dem Ziel einer zukünftigen Nutzung wiederum als Wohnheim mit 337 Wohnheimplätzen und 72 Hotelbetten (Haus A + B).

OBJEKTBESCHREIBUNG:

Die Nutzung pro Etage besteht aus 14 – 16 Wohneinheiten und dazugehörigen Gemeinschaftsküchen sowie Clubräumen, in ausgewählten Bereichen sind die Verwaltung und Wohneinheiten für Behinderte unter-gebracht. Im Haus A befinden sich zusätzlich 2 Hoteletagen. Eine Wohneinheit besteht aus Vorraum, Bad und Wohn- / Schlafraum mit einer max. Belegung von 4 Personen. Im Untergeschoss befinden sich die infrastrukturellen Räume wie Hobbyräume, Wäscherei, Lager und Werkstatt.

BAULICHE MASSNAHMEN:

Der Zustand der Bausubstanz erforderte es, beide Plattenbauten auf ihren Rohbauzustand zurückzuführen, woraus die komplette Erneuerung des Innenausbaus incl. aller Haustechnikgewerke sowie eine komplette Fassadensanierung resultierte. Mit Rücksicht auf die geltende Bauordnung und unter Berücksichtigung des besonderen Nutzerpublikums wurde der Bestandsschutz erheblich eingeschränkt; die Herstellung notwendiger Fluchtwege machte die zusätzliche Errichtung von zwei aussenliegenden Treppenhäusern notwendig und gleichzeitig eine Öffnung der Gebäudetrennwand im Flurbereich erforderlich.

FARB- UND MATERIALKONZEPT:

Dem gewählten Farb- und Gestaltungskonzept lagen erhöhte Anforderungen in Bezug auf eine besondere Beanspruchung (Langlebigkeit mit geringer Wartungsintensität), Budget-Erfüllung, Kohärenz in der Gesamtgestaltung sowie Bedeutung der psychologischen Wirkung auf die zukünftigen Bewohner zugrunde.

INNENRÄUME:

im öffentlichen Bereich der Flure und der Gemeinschaftsräume dominieren die roten Aussenseiten der Eingangstüren der Wohneinheiten, das rote Linoleum der Flure und die grauen Türen der Allgemeinbereiche, im privaten Bereich der Wohneinheiten wirkt eine zurückhaltende Farbigkeit in den Wohnbereichen mit den hellgelben Türen, lindgrünen Wänden und hellgrauem Linoleum - Bodenbelag.:

AUßENBEREICH.

Im Aussenbereich unterstreicht die Farbgebung der Fassaden bewusst den besonderen Charakter der Gebäude, der sich über seinen Inhalt und die daraus resultierend gewollte Aussenwirkung darstellt. Die Giebelflächen übernehmen hierbei die Funktion von Signaltafeln; die Längsfronten mit den horizontal alternierenden, geschifteten roten Clustern evozieren eine Form von Dynamik, welche den Gebäuden aufgrund eines ständigen Bewohnerwechsels inhaltlich zugrunde liegt. Alle Bewohner sind hier nur temporär beheimatet, sie befinden sich auf der „Durchreise, zu Gast, und kehren mehrheitlich in ihre ursprüngliche Heimat zurück. Dieser Wechsel bzw. die ständige Bewegung, resultierend aus der Funktion der Gebäude, wird auf diese Weise visuell erfahrbar .

Es hat sich gezeigt, dass trotz eines stark limitierten Budgets durch einen gezielten Einsatz ausgewählter gestalterischer Mittel eine Gesamtlösung mit hohem Wohnwert und besonderer Ausprägung erreicht werden kann.

Die Farbe Weiß – in der Sprache, im Kopf, in der Seele

Gertrud Schulze zur Wiesche
Moltkestraße 43
12203 Berlin
Tel.: 030 834 71 43

[Abstract fehlt]

Blaues Wunder blauer Berge
- eine kleine Geschichte der Luftperspektive

Dr. Dietmar Schuth
Ziegelgasse 2
69117 Heidelberg
dschuth@t-online.de

Wie so viele blaue Phänomene sind auch blaue Berge nur eine Täuschung, die uns heute romantisch und märchenhaft fasziniert. Berge wurden in der Malerei immer wieder gerne in ein blaues Licht gerückt und zum Symbol einer entrückenden Sehnsucht materialisiert. Doch das sind moderne Gedanken und Gefühle. In der Kunst dauerte es Jahrtausende, ehe das Phänomen der Blauen Berge überhaupt dargestellt wurde, die sich - bis auf wenige Vorläufer in der Antike - erst in der Renaissancemalerei des 15. Jahrhunderts als beliebtes Bildmotiv durchsetzten, um der zweidimensionalen Fläche Raum und Tiefe zu verleihen. Dabei verbindet sich das Schicksal der blauen Berge aufs engste mit dem des blauen Himmels. Beides wurde bis dahin kaum realistisch wahrgenommen und in seinen optischen Begebenheiten verstanden. Lange regierte ein spiritueller (byzantinischer) Goldgrund die Kunst des Mittelalters, ehe Giotto um 1300 das Blau des Himmels wieder als legitime Himmelsfarbe inthronisierte. Doch auch er malte noch keine realistische Himmelsatmosphäre, seine Berge schattieren sich in Grau- und Brauntönen, wie es noch im 14. Jahrhundert von Malerbüchern empfohlen wurde (Ceninno Cennini). Erst mit dem Traktat des Leon Battista Alberti (1435) wird die Luftperspektive beschrieben, womit auch die im Dunst der Atmosphäre blau erscheinenden Berge in ein neues Bewusstsein rückten. Dabei spielte die naturwissenschaftliche Betrachtung des Himmels die entscheidende Rolle, denn man sieht nur was man weiß. Alberti, wie auch etwas später Leonardo, entdeckten die antike Optik des Aristoteles wieder, der bereits fast 2000 Jahre vorher die theoretischen Grundlagen der Luftperspektive und der blauen Berge gelegt hatte. Von nun an wurden blaue Berge als optisches Phänomen verstanden und nicht mehr ignoriert. Es bedurfte also einer rationalen Erkenntnis, blaue Berge auch zu sehen, bevor sie einige Jahrhunderte später wieder als ein irrationales, romantisches Motiv verstanden und empfunden werden konnten.

Immer wieder Itten …?

Dr. Andreas Schwarz & Prof. Friedrich Schmuck

Farbe im Kunstunterricht scheint – im Vergleich mit der Zeichnung – immer noch etwas zu sein, was zwar faszinierend, aber wenig greifbar und kaum richtig verstanden wird. Meist erschöpft sich das Grundlagenwissen in Farbmischübungen und dem Auswendiglernen von Ittens Farbkontrasten. Itten ist in der Schule überaus populär: sein Buch gibt es in zahllosen Auflagen und sogar in englischer und französischer Übersetzung; es gibt käufliche Diaserien, Farbpapiere, etc. Im Focus steht Ittens Farbkontrastlehre, die auf den ersten Blick überzeugend wirkt, gut auswendig gelernt werden kann und schon ist man gerüstet für die Farbkontrastsuche, für die dann die Kunstwerke herhalten müssen und quasi zu Farbkontrastsuchbildern verkommen!

Dabei bildet Ittens Kontrastlehre einen Cocktail, bei dem physikalische, physiologische, psychologische und ästhetische Aspekte der Farbe durcheinandergemischt werden, wodurch das ohnehin sehr komplexe Gebiet noch undurchsichtiger wird. Dieses Konglomerat mag für die Beurteilung von Ittens eigener Kunst wichtig und zudem von kulturhistorischem Interesse sein, aber Farbkontrastlehre eignet sich nicht als Allgemeingut und als Grundlage für den heutigen Kunstunterricht, da zum einen die neueren Erkenntnisse der Farbforschung der letzten 150 Jahre unberücksichtigt sind, weil sie zu wenig differenziert ist und schließlich, weil dort zeitbedingte normative Vorstellungen beinhaltet sind (Komplementärfarben sind harmonisch), die zum einen nicht haltbar sind und zum andern keinen vorurteilsfreien Blick gewährleisten.

Von den Referenten werden Ittens Farbkontraste zerlegt, die Teile ihren entsprechenden Bereichen zugeordnet und diese Bereiche dann entsprechend einzeln für sich behandelt, so dass ein differenziertes und dem heutigen Kenntnisstand entsprechendes Modell geliefert wird, das Ittens Farbkontrastlehre ersetzt und sich zudem normativer Wertungen enthält. Die Beiträge sind aufeinander bezogen: Schwarz stellt eine für den Kunsterzieher brauchbare Farbenordnung vor, während Schmuck verschiedene psychologische Farbwirkungen vorstellt.

Einzelbeiträge:
Dr. Andreas Schwarz: Die Itten’schen Farbkontraste und der Kunstunterricht
Prof. Friedrich Schmuck: Anmerkungen zu Erscheinungen und Wirkungen von Farben

Farbdynamische Beleuchtung -
Prinzip, Wirkungen, Technische Umsetzung (DMX 512), Projektbeispiele, Vorführung Colormix

Dipl.-Ing. Dirk Seifert
Kotzolt-Lichttechnik Lemgo
www.kotzolt.de

In den letzten Jahren hat sich die farbdynamische Beleuchtung nach und nach die Architekturwelt erobert. Das farbige Licht der Werbebeleuchtung, von Bühne und Theater ist „salonfähig" geworden. Zum Teil werden farbige Inszenierungen schon so intensiv betrieben, dass seitens der Ergonomen, Architekten und Designer ein sinnvoller Umgang mit der Dunkelheit gefordert wird. Im Beitrag sollen Möglichkeiten und Anwendungsbeispiele einiger Technologien farbigen Kunstlichtes dargestellt werden.

Einleitung

Gefärbtes und dynamisches Licht kommt in unserer Umwelt immer vor. Begriffe wie Himmel, Sonne, Wald, Feuer, Warm, Kalt, Mittag, Morgen erregen Assoziationen einer bestimmten Farbigkeit. Eingefärbte Kirchenfenster und das Lichtspiel der Sonne darin zu bestimmten Tageszeiten oder flackerndes Kerzenlicht haben ebenso eine Magie, wie eine farbig beleuchtete Show der Rolling Stones, ein Feuerwerk oder das Farbspiel des Mediaplayers am PC. Die Dynamik dieser Licht- Darbietungen ist natürlich sehr unterschiedlich. Heute gibt es unterschiedlichste Möglichkeiten, farbiges künstliches Licht in Innen- und Außenräume zu bringen. Einige Technologien sollen hier betrachtet werden.

Prinzipien künstlichen farbigen Lichtes

Leuchten für Glühlampen oder andere Lampen mit farbigen Filtern zu versehen und diese in Intensität, Ausstrahlungscharakteristik und Farbe zu regeln ist eine aus Theater und Show bekannte Technologie. Auch Leuchtstofflampen – als in der Architekturbeleuchtung eingesetzte wirtschaftliche Lichtquelle - sind inzwischen gut regelbar und für farbige Anwendungen geeignet. Zur Zeit erobern LED mit ihrem monochromatischen Spektren den Markt und werden als „Lichtquelle der Zukunft" gepriesen. Da es jedoch noch technische Probleme zu klären gilt (Lebensdauer, Betriebsbedingungen für hohe Wirtschaftlichkeit usw.), wird es bis zum endgültigen Siegeszug dieser Lichtquellen noch etwas dauern. Zur Erzielung dynamischen farbigen Lichtes werden Lichtspektren durch Dimmen, Schalten und den Einsatz von Farbfiltern verändert.

Wirkungen und Anwendungen

Die Einstellung verschiedener Weißtöne in der Raumbeleuchtung ermöglicht eine geringfügige Dynamisierung von Arbeitslicht. damit können, wie bereits erforscht wurde, Aufmerksamkeitssteigerungen erreicht werden. In Tageslichtfernen Arbeitsbereichen ist so eine bessere Konzentrations- und Leistungsfähigkeit erzielbar. Auch in der Raumgestaltung kann dynamisches Licht positive Wirkungen erzielen. Da Farben auch Aufmerksamkeiten wecken, ist „buntes" Licht zur Führung des Blickes einsetzbar.

Technische Umsetzung

Es gibt unterschiedlichste Steuerungen. Es wurde immer wieder versucht, Standards der Steuerung in der Beleuchtung zu schaffen. Am bekanntesten ist die 1-10V Schnittstelle. Das Signal 10V entspricht 100% Stellwert und das von 1V den untersten Stellwert (Minimum oder Aus). Digitale Schnittstellen wie DALI und DSI ermöglichen definiertere Einstellungen bestimmter Farbwerte. In den letzten Jahren wurden hier viele positive Erfahrungen gemacht – aber auch „Lehrgeld" bezahlt. Eine Kombination des digitalen Steuerbusses DMX 512 mit Schnittstellen wir DALI ermöglicht einen sicheren und auch „definierten" Betrieb von farbdynamischen Beleuchtungsanlagen. Die Kosten liegen im Vergleich zu anderen Lösungen in der Regel sehr moderat. Rote, blaue, grüne und manchmal auch weiße Lichtquellen werden im Rahmen der additiven Farbmischung zueinander gedimmt betrieben. Dieses Prinzip – von Kotzolt Lichttechnik als „Colormix? " seit 2001 auf dem Markt angeboten, ermöglicht eine leicht programmierbare Lichtgestaltung. Leuchtstofflampen, Kaltkathodenröhren, Halogenglühlampen mit Filtern und LED sind gebräuchliche Lichtquellen.

Projektbeispiele

Anhand einiger Beispiele und eines Videos soll die Umsetzung von farbigen Beleuchtungslösungen gezeigt werden.

Dispergiertes Weißkalkhydrat –

Die Wiederentdeckung eines historischen Beschichtungsmaterials

Rochus Strotmann
Kalk Kontor GmbH
Hauptstraße 140
53721 Siegburg
kontakt@kalk-kontor.de
Tel.: 02241 91 67 74

Der aktuelle Trend in der Beschichtung historischer Bauwerksoberflächen geht mehr und mehr weg von der Silikattechnik und hin zu Kalkfarben. Dabei war und ist eine Beschichtung mit historischen Kalktünchen oftmals aufwendig und nicht unproblematisch.

Besonders für den Bereich der Baudenkmalpflege und Restaurierung, aber auch für den baubiologischen Bereich ist vor einigen Jahren von Restauratoren ein technisch innovatives Kalkfarbsystem entwickelt worden. Mit der Technologie des Dispergierens von Weißkalkhydrat in Wasser ließen sich die negativen Materialeigenschaften minimieren und die positiven optimieren. So ist ein modernes Beschichtungssystem entwickelt worden, das heutigen modernen Ansprüchen an Verarbeitung und Dauerhaftigkeit, aber auch an Ökologie und Ökonomie gerecht wird.Farbtrends:

Grundlagen für Farbstrategien

Axel Venn
Designmanagement
Schlossberg 33
66440 Blieskastel
axelvenn@t-online.de

Ohne intensive Erforschung zukünftiger Trendbewegungen, man nennt das auch Trend-Scouting, ist eine ökonomische Vermarktung von Produkten und Dienstleistungen kaum mehr möglich. Zahnbürsten, Kaffeemaschinen, Automobile, Rasenmäher, Ferienreisen, Unterwäsche, Uhren, Berufsbilder, Gesangsstimmen, Schwerlastkräne und Schulranzen sind von Trends ebenso abhängig wie Freizeitbekleidung oder Wohnzimmerschränke oder Schnittblumen.

Komplexe Fertigungsstufen und ebenso differenzierte, häufig globale Vertriebs- und Marketingstrukturen sind der Anlass für möglichst exakte Trendrecherchen, die kommende, zumeist emotionale und häufig individualisierte Bedürfnisse der Marktteilnehmer beschreiben.

Interdisziplinäre Erfahrungswerte und heuristische Befragungs- und Erkenntnismethoden werden in multinational besetzten Trend-Panels ausgetauscht, ausgewertet und zu Statements oder Rezepturen verarbeitet und weltweit verkauft. In einigen dieser nicht in Deutschland ansässigen, sehr erfolgreichen Panels arbeitet seit Jahren der Autor auf dem Gebiet Farbe und Ambiente mit.

Die Farbgebung übernimmt bei der Produktgestaltung eine immer entscheidendere Rolle. Sie vermittelt in vielen Fällen die signalhaftesten und obsessivsten Appelle von Wert-, bzw. Status-Versprechen, Identität, Sympathie und Funktionalität und weiterer charakteristischer Merkmale, wie Innovationsstand, Haltbarkeit, Pflegefähigkeit, sozialer oder geschlechtsspezifischer Zuordnung.

Unternehmen, die die Zeichen der Zeit und ihrer Farbigkeit nicht erkennen, den permanenten Wechsel von Sympathie und Antipathie nicht spüren, haben es schwer.

- Firmenstrategien benötigen Farbstrategien. - Wenn die Dresdner Bank ihrer Klientel ein X für ein U vormachte und vom „grünen Band der Sympathie" sprach, musste sie zwangsläufig gefressen werden, denn sympathisch ist immer pastellig, rein und klar: viel Orange, Rosé, Blau und Gelb, ganz selten nur von einem Hauch Grün gestreift.

Farbstrategie ist Chefsache.

Einfluss der Gedächtnisfarbe auf die Farbwahrnehmung

Sebastian Walter
(weiterer Autor: Karl R. Gegenfurtner)
Justus-Liebig-Universität Gießen
FB 06, Allgemeine Psychologie
Otto-Behaghel-Str. 10, 35394 Gießen
sebastian.walter@psychol.uni-gießen.de
Tel.:06419926113

Charakteristische Farben, die in Verbindung mit bekannten Objekten im Langzeitgedächtnis erinnert werden (z. B. gelbe Banane), werden Gedächtnisfarben (Memory colours) genannt. Wir untersuchten den Einfluss von Gedächtnisfarben auf die bewusst wahrgenommene Farbe eines Gegenstands mit Hilfe einer Farbbenennungsaufgabe.

Wir zeigten Versuchspersonen farbige Bilder von Objekten auf einem Computermonitor. Die Versuchspersonen sollten jedes Bild einer von acht elementaren Farbkategorien (Gelb, Orange, Rot, Violett, Blau, Türkis, Grün und Grau) zuordnen. Die Bilder zeigten Fotografien von verschiedenen allgemein bekannten Früchten (Banane, Kopfsalat usw.) auf einem neutralen, grauen Hintergrund. Auf jedem Foto war ein einzelnes Fruchtobjekt abgebildet. In weiteren Bedingungen zeigten wir dieselben Bilder mit zufällig vertauschten Pixeln, gleichförmig gefärbten Umrissen der Fruchtobjekte, kreisförmige Ausschnitte der Fruchtobjekte oder kreisförmige Flächen von einheitlicher Farbe. Für jedes Bild konnte die Durchschnittsfarbe innerhalb des Fruchtobjekts bzw. Kreises auf einen beliebigen Wert gesetzt werden, so dass beispielsweise die Banane in einer räumlich gemittelten gelben, blauen, violetten, grauen etc. Färbung gezeigt werden konnte. Je Bedingung wurden 225 Farbvariationen jeden Bildes in zufälliger Reihenfolge für jeweils 500 ms präsentiert. Diese Bilder waren bei konstanter Helligkeit gleichmäßig über die gesamte verfügbare Farbskala verteilt.

Die Ergebnisse für Fotografien von Früchten zeigen, dass die Kategorie der charakteristischen Farbe des wahrgenommenen Objekts im Vergleich zur Kategorisierung von entsprechenden Fruchtumrissflächen und kreisförmigen Ausschnitten erheblich vergrößert ist. Verglichen mit neutralen Flächen war die charakteristische Farbkategorie für Fruchtumrisse ebenfalls vergrößert. Unsere Experimente zeigen einen starken Einfluss der Gedächtnisfarbe auf die Farbwahrnehmung.Über das Drucken von Schwarzweißfotos mit Daten von Digitalkameras

Rainer Westphal
European Ink GmbH

Nach wie vor ist die Schwarzweißfotografie ein Teilbereich der Fotografie der nichts von seiner Faszination verloren hat. Wer mit Digitalkameras und Farbdruckern arbeitet, stellt jedoch sehr schnell fest, dass die Ausgabe auf Tintenstrahldruckern nur unzureichende Ergebnisse zeitigt. Im Vortrag werden Techniken, Arbeitsmittel und geeignete Gerätekonfigurationen vorgestellt, die einen optimalen Ausdruck erlauben.

Farbenräume

Susanne Wied
Institut für Pflege und Kommunikation
Hohenzollerndamm 123, 14199 Berlin
susanne.wied@gmx.de
Tel.: 03089504714

Die verschiedenen Denk-und Wahrnehmungschulen, Farbenlehren, Verwendungssituationen des Phänomens Farbe machen es den Akteuren häufig schwer, sich gegenseitig verständlich zu machen. Das ist bedauerlich weil durch das Unverstandene wertvolle Informationen für die unterschiedlichen Fachrichtungen verloren gehen.

Der Anspruch an Interdisziplinarität, für die alle mit Farben Tätigen geradezu prädistiniert sind, muss gewisse Voraussetzungen erfüllen, um effektiv realisiert werden zu können. Hier liegen die Schwierigkeiten aber schon im Sprachgebrauch . Aus kommunikationstheoretischer Sicht werden verschiedene Koordinatensysteme nicht adäquat gekoppelt. „verlinkt", könnte man neudeutsch sagen: den Künstlern fehlt z.B. „die Seele der Farbe", neben den Schwierigkeiten mit naturwissenschaftlichem Fachsprachgebrauch, wenn sie einen Beitrag der Farbmetrik oder Optik hören oder lesen, den Philosophen fehlt oft die logische sprachliche Struktur, wenn sie künstlerische Beiträge erfahren, den Nichtphilosophen erscheinen deren Ausführungen kryptisch bis mystisch und die Systemtheoretiker haben sich zwar auf einen einheitlichen abstrakten Sprachgebrauch verständigt, dessen Tücke allerdings in unterschiedlichen Interpretationssystemen verborgen liegt, so dass zwar sehr komplex argumentiert aber ggf, trotzdem wenig verständigt wird. Und gerade die Farbe „verführt" zu extremen Positionierungen entweder die Freiheit der Farbempfindung als solcher zu propagieren, bis hin zum Versuch, ihr eine Ordnung bis ins Detail aufzuzwingen. Dazwischen stehen dann die Architekten, Malergewerke und Farbproduzenten, die sich dann letztlich pragmatisch aussuchen müssen, wem sie folgen wollen.

Im Workshop soll am Beispiel der Bedeutung von Farben für die Gesundheit einmal exemplarisch verfolgt werden, wer wann wie warum einen Einfluss hat bei einer gelungenen Umsetzung des heute bekannten Wissens über Farbe, wenn man sie gesundheitsfördernd einsetzen möchte. Die Bedeutung einer verständlichen Sprache zur gegenseitigen Verständigung und sinnvollen Arbeitsteilung wird in diesem Zusammenhang begründet. das Fachwissen der Teilnehmer ausdrückliche begrüßt und genutzt.

Literatur:
Wied, Susanne : Farbenräume; Huber, Bern 2000

Methoden zur farbmetrisch korrekten Ausgabe von CIELAB-Farbwerten auf Monitoren und Druckern

Jens Witt
BAM
Abteilung VIII.3901
Unter den Eichen 87, 12200 Berlin
jens.witt@bam.de
Tel.: +49 30 8104 3588

Die Darstellung von digitalen RGB- oder CMYK-Werten auf Monitoren oder Druckern ist im allgemeinen von ihren gerätespezifischen Farbräumen und Einstellungen abhängig. Daher führt die Ausgabe eines entsprechenden Farbwertes auf unterschiedlichen Geräten zu unterschiedlichen und vorher nicht bekannten Ausgabefarben.

Definiert man die auszugebenden Farben durch CIELAB-Farbwerte, so sind die Ausgabefarben eindeutig festgelegt und die farbmetrisch korrekte Ausgabe ergibt per Definition ein für alle Geräte übereinstimmendes Ergebnis, natürlich vorausgesetzt die Farbe liegt innerhalb der entsprechenden Gerätefarbräume.

Im Sinne einer exakten Farbreproduktion ist es deshalb wünschenswert, CIELAB-Farbwerte auf Monitoren und Druckern wiederzugeben. Für die Ausgabe mit geringen Toleranzen ist eine CIELAB-Linearisierung des Ausgabeprozesses notwendig.

Einfluss der Jodidvariation auf die Farbparameter von Halogen-Metalldampflampen (HCI)

Dipl.-Ing. Mehmet Yeni
Technische Universität Berlin
Fakultät IV Elektrotechnik und Informatik
Fachgebiet Lichttechnik, Sekr. E6
Einsteinufer 19
10587 Berlin
Telefon: +49/30/ 314 22 156
Fax: +49/30/ 314 22 161
e-mail:
yeni@ee.tu-berlin.de

Das Grundprinzip der Halogen-Metalldampflampen wurde schon 1911 von C. P. Steinmetz entdeckt. Er fand heraus, daß durch Zugabe verschiedener Metalle zu dem System der Quecksilberdampf-Entladungslampen mit Hg-Sumpfelektroden die Spektren der entsprechenden Metalle durch die Entladung erzeugt werden konnten. Weil die Halogenide chemisch reaktiver als die Metalle sind und im allgemeinen einen höheren Dampfdruck als die Metalle besitzen, werden diese Metalle in Form ihrer Halogenide der Quecksilberfüllung zugesetzt.

Als Metallhalogenide kommen zumeist Jodide und Bromide zum Einsatz. Die dreistufige Variation des Anteils von Jod in der Metallhalogenidfüllung stellt die Grundlage der hier vorgestellten Studie dar. Durch Untersuchungen von Lampen mit den Füllungszusammensetzungen aus der stöchiometrischen, der Metall- und Jodüberschussfüllung wurde der Einfluß des Jodgehaltes auf lichttechnische und farbmetrische Parameter analysiert. Im Rahmen der Studie wurden diese Parameter zusätzlich hinsichtlich ihrer Veränderung im Laufe eines Brenndauerversuchs untersucht.

Der Jodgehalt scheint zu Versuchsbeginn die Farbwidergabeeigenschaften von Halogen-Metalldampflampen kaum zu beeinflussen. Die Brenndauerversuche an den Lampen zeigten, daß der niedrigere Jodgehalt der Metallüberschussgruppen die Schwärzung von Halogen-Metalldampflampen im Laufe der Brenndauer beschleunigt. Die stärkere Schwärzung der Lampen erhöht die cold-spot-Temperatur, womit mehr Füllungsbestandteile angeregt werden und die Farbwiedergabeeigenschaften der geschwärzten Lampen sich besonders durch den Anstieg des R9-Wertes verbessern. Zu Versuchsbeginn haben die Lampen mit der Jodüberschussfüllung höhere Farbtemperaturen im Vergleich zu Lampen mit einer Metallüberschussfüllung. Der Temperaturunterschied zwischen den beiden Füllungsvariationen verstärkt sich im Laufe der Brenndauer von Halogen-Metalldampflampen

Seminar: Farbensehen (Samstag, 11. Oktober, vormittag)

Mögliche Teilnehmer:

Irtel (D), Dr. Lang (D), Dr. Schanda (H), Dr. Walraven (NL), Dr. Vienot (F), Richter (D), Gegenfurtner (D)

Beschreibung konstanter Farbschwellen für komplementäre Optimalfarben durch ein neues Linienelement des Farbensehens

Klaus Richter

Holtsmark und Valberg haben 1969 das Farbunterscheidungsvermögen komplementärer Optimalfarben untersucht. Die gerade erkennbaren Farbunterschiede sind für das positive und negative Spektrum gleich. Insbesondere Goethe hat diese Erscheinung in seiner Farbenlehre beschrieben.

Die Gleichartigkeit des Unterscheidungsvermögens, z. Bsp. Bei Wellenlängenänderung eines dunklen kleinen Spektralfarbenbereichs und der komplementären Optimalfarbe (Weiß minus Spektralfarbenbereich) ist sehr überraschend und war bisher ungeklärt. Sie deutet auf eine starke Symmetrie des Farbensehens hin. Diese Eigenschaft wird durch neue Gleichungen beschrieben. Das Buntmoment und die Kontrast-Empfindlichkeit sind für komplementäre Optimalfarben gleich und führen zur gleichen Farbunterscheidung. Durch weitere Experimente lässt sich ein Linienelement für Farbschwellen ermitteln.