Farb-Info 2002





 




Farb-Info 2002 in Berlin
Kurzfassung der Vorträge 2002




 









 
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Farb-Info 2002 in Berlin

Bei den Vorstandswahlen in Berlin wurden gewählt: Prof.Dr. Karl Schawelka, Weimar, zum 1.Vorsitzenden, (Kunst- und Kulturgeschichte), Prof. Dr. Hans Irtel, Mannheim, (Farbwahrnehmung) zum 2. Vorsitzenden und Claudia Brinker, Krefeld, (Grafik Design und Kommunikation) zur Schatzmeisterin.

Im Jahr 2002 wurde das Deutsche Farben Zentrum 40 Jahre alt. Aus diesem Grund ist die renommierte Institution mit ihrer jährlichen internationalen Farbtagung „Farb-Info", die zuletzt auf Sylt stattfand, an den eigentlichen Ort ihrer Tätigkeit zurückgekehrt. Die Tagung fand vom 21. bis 23. November 2002 in der Bundesanstalt für Materialforschung und –prüfung (BAM), Berlin, statt. Unter dem Motto „Farbe + Material" wurde Aktuelles aus Technik und von Werkstoffen in Architektur, Design, Kunst und Kommunikation angeboten. Neben Plenums- und Postervorträgen fanden Workshops zu den Themenkreisen Farbgestaltung und Farbwerkstoffe statt. Ausgetragen wurde der Wettbewerb zur Farbenlehre. Zum Thema „Farbe + Farbsehen" wurde eine Ausstellung veranstaltet. Ein umfangreiches Rahmenprogramm bot Gelegenheit, historische Farbräume, moderne Farbgestaltungen und die neue Farbgestaltung der generalsanierten Deutschen Nationalgalerie zu besichtigen. farbenzentrum@aol.com

Kurzfassung der Vorträge 2002
(die Redaktion wird die Inhalte
schnell weiter aufbereiten)

Alphabetische Folge der Vortragenden
 

Altmann, Ronald
Backhaus, Werner
Backhaus, Werner
Benad, Martin
Bosbach, Nicola
Braune, Gisela
Custodis, U.
Garnier, Ernst von
Gegenfurtner, Prof. Karl
Glass, Reinhard
Golob, Darko
Hampp, Prof. Dr. Norbert
Hoormann, Priv. Doz. Dr. Anne
Irtel, Prof. Dr. Hans
Irtel, Prof. Dr. Hans
Jeler, Prof. Dr. Stanislava und Golob, Prof. Dr. Vera
Jeran, Paul L
Kaase, Prof. Dr. H. und Serick, Dr.
Kaase, Prof. Dr. Heinrich
Kage, Prof. Manfred P.
Kastien, Heinz
Kausel, Thomas P.
Kremer, Dr. Georg
Kretschmer, Joachim
Krzeszowiak, Prof. Dr. Tadeusz
Ludwig, Susanne
Maier, Hans Peter
Marx, Prof. Dr. Peter
Merk, Dr. Elisabeth
Merk, Dr. Elisabeth
Muschik, Bernd und Richter, Prof. Dr. Klaus
Muschik, Bernd und Richter, Prof. Dr. Klaus
Oberascher, Dr. Leonhard
Oberdick, Jan
Oswald, Daniel
Palm, Prof. Klaus
Philipp, Dr. Christian
Philipp, Dr. Christian
Pogacar, Vojko und Pogacar, Kaja
Pogacar, Vojko und Pogacar, Kaja
Pohlmann, Albrecht
Prof. Dr. Janos Schanda,
Prof. Dr. Klaus Richter
Prokop, Mario
Richter, Prof. Dr. Klaus
Richter. Prof. Dr. Klaus
Rosemann, Dr. Alexander
Schawelka, Prof. Dr. Karl
Schawelka, Prof. Dr. Karl
Schilling, Gerd
Schmelzer, J. Thomas
Schmelzer, J. Thomas
Schmelzer, J. Thomas
Schmits, Dr. Paul W.
Schmitt. Dr. H. U.
Schultz Prof. Dr. Volkher
Schuth, Dr. Dietmar
Schwarz, Dr. Andreas
Schwarz, Dr. Andreas
Steckert, Carsten
U. Custodis and Dr. Klaus Ziemssen
Walter, Sebastian
Wolf, Thomas
Zander, Prof. Erwin H.



 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

 

Altmann, Ronald

Digitale Fotografie im professionellen und privaten Bereich Ronald Altmann, grains-pixels, Leverkusen Hemmelrather Weg 201,Gebäude 2,D-51377 Leverkusen Tel. +49 214 7079 049; Fax +49 214 7079 058 ron@grains-pixels.de http://www.grains-pixels.de Der Vortrag erklärt aufbauend auf den Ursprüngen der digitalen Fotografie die verschiedenen Techniken der digitalen Bildaufzeichnung. Hierbei wird die Bild- und Farbentstehung auf CCD- und CMOS-Sensoren ebenso erklärt wie die unterschiedlichen Prinzipien der Bilderfassung und deren Konsequenzen für das digitale Bild. Außerdem werden Einblicke in die konkreten Lösungen verschiedener Hersteller von Digitalkameras und deren Auswirkungen auf die Bildqualität vermittelt. Schließlich wird auch die Vergleichbarkeit von konventioneller (d.h. auf Silberhalogenid-Filmen basierender) Fotografie und der modernen digitalen Bildaufzeichnung diskutiert. (siehe auch Samstag, Workshop Nr. III)

Backhaus, Werner

Das räumliche Farbensehen des Menschen Werner Backhaus Neuroinformatik, Technische Universität Berlin, FR 2-1, NI, R 2073, Franklinstr. 28-29, 10587 Berlin Tel. +49 30 31473614 backhaus@cs.tu-berlin.de Wir sehen die Farben stets an der Oberfläche von selbstleuchtenden oder Licht reflektierenden Objekten. Farbe scheint deshalb eine Eigenschaft des Lichtes oder der Objekte zu sein. Der Augenschein trügt jedoch. Licht besteht aus hochfrequenten elektromagnetischen Wellen, die per se keine Farbe besitzen. Die Oberflächen von Objekten reflektieren das auffallende Licht und ändern dabei dessen räumliche und spektrale Intensitätsverteilung. Das reflektierte Licht wird in den Photorezeptoren der Netzhaut unseres Auges absorbiert und in elektrische Signale umgewandelt. Nach mehrstufiger neuronaler Verrechnung dieser Signale entstehen im Gehirn schließlich die Farbempfindungen (siehe Backhaus, W., Farbinfo 2002, Psychophysiologische Modellierung, Farbräume und Farbordnungssysteme). Obwohl die Farben in unserem Gehirn entstehen, sehen wir dennoch die Farben stets vor unseren Augen, an den Orten der Objekte, außerhalb unseres Kopfes. Dieses Paradoxon wird durch das psychophysiologische Modell der räumlichen Farbwahrnehmung aufgelöst (Backhaus, W., 2001. Measurement and simulation of color sensations. In: Neuronal Coding of Perceptual Systems, ed. W. Backhaus. World Scientific, London, pp. 445-474), das die Ergebnisse psychophyischer Messungen und introspektiver Untersuchungen beschreibt und erklärt. 1) Unsere Farbempfindungen bestehen jeweils aus den sechs Elementarfarben Rot, Grün, Blau, Gelb, Schwarz und Weiß, zu unterschiedlichen Anteilen, auch wenn Licht mit nur einer Wellenlänge (monochromatisches Licht) dargeboten wird. 2) Unsere dreidimensionale Farbwahrnehmung ist lückenlos (kompakt), die farbkodierenden Neuronen und entfernungskodierenden Neuronen der zwei-dimensionalen Hirnrinde sind jedoch räumlich voneinander getrennt. 4) Ohne Entfernungsinformation, z.B. bei Dunkelheit bzw. beim Betrachten einer mit Weißlicht beleuchteten strukturlosen Leinwand, sehen wir eine dunkelgraue Hohlkugelfläche in ca. 25-40 cm Entfernung (Radius), bzw. eine weiße Hohlkugelfläche in ca. 2-2,5 m Entfernung vor uns. Die Farbpunkte natürlicher Lichtverteilungen (mit räumlicher Information) lokalisieren wir in subjektiven Richtungen und Entfernungen, die den objektiven Richtungen und Entfernungen der Lichtpunkte entsprechen. Lichtquellen, die weiter als ca. 4-5 km vom Betrachter entfernt sind (z.B. Sterne) werden auf einer Hohlkugelfläche in dieser maximalen Entfernung (subjektiver Horizont) gesehen. Die psychophysiologische Modellierung zeigt: 1) Die Geometrie der räumlichen Farbwahrnehmung wird durch Kugelkoordinaten angemessen beschrieben, nicht durch rechtwinklige Koordinaten. 2) Benachbarte farbkodierende Neuronen steuern die Elementarfarbenanteile benachbarter Farbempfindungen. 3) Die radiale Entfernung der Farbempfindungen wird über entfernungskodierende Neuronen gesteuert. 4) Die räumliche Farbwahrnehmung repräsentiert nicht nur die Objekte vor uns, sondern z.B. auch die Begrenzungsfläche unseres Kopfes. Deshalb sehen wir die Objekte in unserer Farbwahrnehmung in den entsprechenden Richtungen und Entfernungen, scheinbar vor unseren Augen.

Backhaus, Werner

Psychophysiologische Modellierung, Farbräume und Farbordnungssysteme Werner Backhaus Neuroinformatik, Technische Universität Berlin, FR 2-1, NI, R 2073, Franklinstr. 28-29, D-10587 Berlin Tel. +49 30 31473614 backhaus@cs.tu-berlin.de Biologische Farbsehsysteme bestehen aus neuronalen Teilsystemen, die durch psychophysiologische Modellierung und – für spezifische Anwendungen – durch entsprechende Farbräume und Farbordnungssysteme mit hoher Genauigkeit beschrieben werden. Die Modellierung des räumlichen Farbensehens beinhaltet die jeweilige Lichtgeometrie und die Augenoptik. Das Licht von (i.a. dreidimensionalen) Objekten und Szenerien wird 1) in den Photorezeptorzellen (L, M, S) der Augen gemäß ihrer spektralen Sensitivitätsfunktionen (sL, sM, sS) absorbiert. 2) Die physiologisch wirksamen, absorbierten Lichtintensitäten werden durch nichtlineare Transduktion in elektrische Erregungen umgewandelt. Die elektrischen Erregungen nebeneinander liegender, zu einem Bildpunkt gehörender Photorezeptoren repräsentieren die spektral zerlegten und physiologisch bewerteten Intensitäten der ins Auge einfallenden Lichtstrahlen (winkeltreue Abbildung). Die Optik des Auges und die Empfindlichkeit der Photorezeptorzellen passen sich dem mittleren Intensitätsniveau an (Adaptation). Die Erregungs-/ Intensitäts-Kennlinie der Photorezeptoren befindet sich deshalb stets im optimalen Arbeitsbereich. 3) Nachgeschaltete Neuronen der Netzhaut und des Gehirns verarbeiten die Photorezeptorsignale weiter. Bereits in der Netzhaut berechnen Gegenfarbenkodierende Neuronen, durch gewichtete Addition und Subtraktion zusammen- gehöriger Photorezeptorsignale, die eigentliche Information zur Steuerung der Farbempfindungen. Die Farbsignale der drei Gegenfarbenkodierenden Neuronentypen werden in weiteren neuronalen Verarbeitungsstufen linear transformiert. Die geometrisch zweidimensionalen neuronalen Repräsentationen bleiben dabei winkeltreu, jedoch mit unterschiedlicher Auflösung (retinotope Abbildung). Die Farb-kodierenden Neuronen der letzten neuronalen Farbkodierungsstufe steuern schließlich die prozentuale Zusammensetzung der Farbempfindungen aus den Elementarfarbempfindungen Rot, Grün, Blau, Gelb, Schwarz und Weiß, sowie deren räumliche Anordnung (Backhaus, W., 2001. Measurement and simulation of color sensations. In: Neuronal Coding of Perceptual Systems, ed. W. Backhaus. World Scientific, London, pp. 445-474). Eine Farbempfindung, bzw. das diese hervorrufende Licht, kann nach jedem neuronalen Informationsverarbeitungsschritt jeweils durch drei Zahlenwerte (absorbierte Lichtintensitäten, elektrische Erregungen der Photorezeptoren bzw. der Gegenfarben-kodierenden Neuronen, sowie durch drei Paare von Prozentwerten der elementaren Farbempfindungen) gekennzeichnet werden. Die von diesen Maßzahlen aufgespannten psychophysiologischen Farbräume sind strukturell verschieden voneinander und eignen sich für unterschiedliche Anwendungen: 1) Die absorbierten Lichtintensitäten spannen einen Farbraum auf, der die Ergebnisse der Mischung zweier Lichter durch Geraden zwischen den Farborten vorhersagt, die im umgekehrten Verhältnis der absorbierten Lichtintensitäten geteilt sind (Lichtmischungsgeraden). In Bezug auf die Farbempfindungen ist dieser Farbraum nicht äquidistant. 2) Der von den elektrischen Erregungen der Photorezeptoren aufgespannte Farbraum stellt die elektrischen Erregungs- und Adaptationspotentiale in den Photorezeptoren linear dar, beschreibt jedoch weder Lichtmischungen durch Geraden, noch ist er subjektiv äquidistant. 3) Der Farbraum, der von den elektrischen Erregungen der Gegenfarben-kodierenden Neuronen aufgespannt wird, ist für Lichtmischungen nichtlinear, jedoch äquidistant für subjektive Unterschiede zwischen den Farbempfindungen (Farbdifferenzen). 4) Der Elementarfarbempfindungsraum schließlich beschreibt keinerlei Unterschiede zwischen Lichtern oder Farbempfindungen, sondern ist linear in Bezug auf die prozentualen Anteile der Elementarfarbempfindungen an den einzelnen Farbempfindungen (Backhaus, W., 1998. Physiological and psychophysical simulations of color vision in humans and animals. In: Color Vision - Perspectives from Different Disciplines, eds. W. Backhaus met al., pp. 45-77. De Gruyter, Berlin). Da die psychophysiologischen Modelle die jeweiligen Sehbedingungen mit beschreiben, können entsprechende Farbräume und Farbordnungssysteme für spezifische Anwendungen erzeugt werden, z.B. für die präzise Farbreproduktion. Auf der Basis dieser Ergebnisse der neurobiologischen Grundlagenforschung wurden bereits technische Verfahren für die psychophysiologisch adäquate Bearbeitung digitaler Farbbilder entwickelt.

Benad, Martin

Zwischen Substanz und Energie: Das Spektrum der Wandlasuren Martin Benad, München Pariser Straße 22, D-81667 München Tel. +49 89 489513-12; Fax +49 89 489514 info@wandmalerei.info www.wandmalerei.info Lasierender Farbauftrag ist nicht nur eine Beschichtungs-, sondern auch eine Gestaltungstechnik, deren spezielle Wirkung sich mit einem deckenden Anstrich nicht erreichen lässt. Der Vortrag gibt einen Überblick über die verschiedenen Möglichkeiten von lasierender Gestaltung mit Acrylfarben, Ölfarben, mineralischen Farben und anderen Werkstoffen. Dabei hängt das Erscheinungsbild einer Lasur nicht nur von Pigment und Bindemittel ab, sondern auch von der Vorbereitung des Malgrunds, dem Verarbeitungswerkzeug, dem Grad der Transparenz und der Handschrift des Ausführenden. All das ergibt eine charakteristische Gesamtwirkung, die den physikalischen Baukörper zum Erlebnisraum umdeutet, dessen Anmutung von „rustikal" bis „ätherisch" reicht. (Literatur: Benad, „Das Einmaleins der Wandlasuren", DVA 2002)

Bosbach, Nicola

Faktur und Bedeutung. Über Krusten, Risse und Strukturen in der Malerei von Informel und Zero Nicola Bosbach, Berlin Mierendorffstr. 2-4, D-10589 Berlin Tel. +49 30 3442955; Fax +49 30 3442955 nicola.bosbach@t-online.de In der Malerei des 20. Jahrhunderts spielt das Verständnis der Farbe als Material eine entscheidende Rolle. Von besonderer Bedeutung in diesem Zusammenhang ist die Faktur des Bildes, d. h. die Art und Weise des Farbauftrags. In weiten Teilen der Forschung blieb bisher unberücksichtigt, dass auch die Faktur des Bildes konzeptuelle Bedeutung annehmen kann. Anhand einer eingehenden Untersuchung von Bildern der informellen Malerei und der Zero-Bewegung lässt sich verdeutlichen, wie Künstler über die Faktur eine neue Position beziehen, bezüglich der damals viel diskutierten Frage nach einer angemessenen Kunst für ein technisches Zeitalter. Die hier vorgestellten Künstler entwickeln über die Faktur neue Formen ästhetischer Vermittlung für das durch die Wissenschaften in unterschiedlichste Aspekte zersplitterte Naturverständnis.

Braune, Gisela

Farbe & individuelles Image Gisela Braune, Schönborn (bei Dresden) Floriansgasse 12, D-01465 Schönborn (bei Dresden) Gisela Braune, Dresden – Schönborn (D) gisela@earthling.de Der Begriff I M A G E ist im allgemeinen Sprachgebrauch ein vielschichtiger, nicht genau definierter Begriff, der mit unbewussten und bewussten Gefühlen, Einstellungen, Meinungen, aber auch Vorurteilen assoziiert wird. I M A G E ist das Bild, insbesondere dasjenige, welches wir von uns selbst oder andere Personen sich von uns machen und war für Menschen schon immer eine wichtige Orientierungsgröße. In einer Welt der Bewerbungen – sei es um einen Auftrag, einen Job, einen Partner oder um einen Bankkredit – hat der Begriff Image Hochkonjunktur, während dessen er auf einer einsamen Insel nicht gefüllt werden könnte. Farb- und Imageberatungen führte erstmals die amerikanische Künstlerin Suzanne Caygil 1942 durch. Sie stellte aus etwa 3000 Farben für jeden Menschen eine Auswahl zusammen, die harmonisch zur Augen-, Haut- und Haarfarbe standen, so dass jeder ganz individuelle Farben bekam. Später entwickelten ihre Schülerinnen Carole Jacksen und Jerry Pinkley die so genannte Jahreszeitentypologie, die nichts mit unserem Lebensalter zu tun hat, auch nicht damit, in welcher Jahreszeit wir geboren sind oder uns wohl fühlen, sondern wie wir mit unseren Eigenfarben von Augen, Haut und Haaren in die jeweiligen Farben der einzelnen Jahreszeiten hineinpassen. Carole Jackson machte durch ihre Bücher die Farbberatung weltbekannt. So ordnete man den Menschen entweder die kühlen Sommer- und Winterfarben oder die warmen Frühlings- und Herbstfarben zu. Dieses System wird hauptsächlich von Optik und Ästhetik getragen, der Mensch wird genormt und alle würden schließlich als personifizierte Jahreszeiten durch die Gegend laufen. Dabei ist jede Norm das Gegenteil von Stil. Nach heutigen Erkenntnissen ist jeder Mensch ein Individualtyp mit sowohl kühlen als auch warmen Farbpigmenten. Neben der Optik sollte die Persönlichkeit im Vordergrund stehen. Die Intensität der Farben bezieht sich auch auf unsere Bewegungen und ganz besonders auf die Stimme. Auch die farbpsychologische Wirkung sollte dem Anlass der Kleidung entsprechen. Körperproportionen können durch die entsprechende Farbwahl korrigiert werden. Dunkle Farben lassen zurücktreten, helle Farben heben hervor, Glänzendes wirkt kühler, Formen und Muster orientieren sich an den Gesichtszügen. Denn nur wenn Innerlichkeit und Persönlichkeit mit der äußeren Erscheinung übereinstimmen wirkt der Mensch authentisch und glaubwürdig. Wie in der Kunst gehört auch bei der Kleidung des Menschen zur Könnerschaft ein Gefühl für Proportionen, Farbharmonien und Ausgewogenheit – eine Komposition aus hoher visueller Wahrnehmungsfähigkeit, Mut und Selbsthinterfragung. Diese setzt sich in unserem Stil fort. Stil ist die Signatur der Persönlichkeit, die den ganzen Menschen umfassende Form des Selbstausdrucks, das Destillat seiner sichtbaren Lebensführung. Jeder von uns hat einen psychologischen Kleidungsstil – unser identifizierbares Ich – und den professionellen Stil, der im Einklang mit unserer Tätigkeit steht. Stil ist auch eine Absichtserklärung: „Das bin ich, das ist meine Lebensphilosophie!" und keine Angelegenheit der Mode, noch ein Gag oder die Kopie einer anderen Person. Stil hat direkt etwas mit uns zu tun, auch mit unserem Alter, dem Umfeld des Berufes und letztlich unserer Erziehung und ist eher abhängig von unserem Charisma, das die gesamte Persönlichkeit, den Intellekt, die Psyche und den Geist einer Person umfasst. Ganz besonders bringen die Accessoires als Beiwerk der Mode unsere Persönlichkeit zum Ausdruck. Vor nicht allzu langer Zeit beschränkten sich die Accessoires auf Nickelbrille, Zigarrenabschneider und Taschenuhr. Sie reflektieren Epoche, Kultur und Umweltbedingungen, sind Standeszeichen, drücken Aberglauben aus, spiegeln gesellschaftliche Verhältnisse wider und strahlen Erotik aus.

Custodis, U.

Eine quecksilberfreie Flachlampe PLANON für die Anwendung als Backlight und Beleuchtung U. Custodis, Osram, Herbrechtingen Industriestr., Postfach 1253, D-89539 Herbrechtingen Tel. +49 7324 12 502; Fax +49 7324 12 126 u.custodis@osram.de http://www.planon.de Eine quecksilberfreie Flachlampe mit speziellen optischen Eigenschaften wird beschrieben, die sich aufgrund ihrer Flachheit und ihres Entladungsprinzips für die Anwendung als Backlight und Beleuchtung eignet. Die OSRAM PLANON ist eine quecksilberfreie Flachlampe basierend auf dem Prinzip der Excimerentladung. Aus diesem Entladungsprinzip ergeben sich Eigenschaften wie extrem lange Lebensdauer von 100.000h (halbe Leuchtdichte), nahezu temperaturunabhängige Leuchtdichte und Farbkoordinaten und eine Lambertsche Lichtverteilung. Diese Eigenschaften unterscheidet die PLANON von anderen Leuchtstofflampen, die Quecksilber enthalten, und ebenfalls nur in anderen Formen existieren. Die PLANON ist die erste zweidimensionale Lichtquelle und keine Punktlichtquelle, wie z.B. die Halogenlampe und kein Linienstrahler wie die Leuchtstofflampe. Sie vereint Lichtquelle und Reflektor in einem. Entsprechend gibt es eine sehr große Anzahl von Anwendungen: – als Backlight für große LCD Displays (21" bis 30"), – in industriellen Anwendungen – in der Allgemeinbeleuchtung – für die Filmindustrie – als Hinterleuchtung von Röntgenfilmen und – als Backlight für ISO/IEC- und DIN -Referenzmonitore. Die Produktion in großen Stückzahlen in Diagonalen von 10" bis 21" wurde erfolgreich eingeführt. (englische Kurzfassung, siehe Mittwoch, 9.00-11.30Uhr)

Garnier, Ernst von

Geisteskrank? Seelenkrank? Das Grau und das Bunt am Bau Friedrich Ernst von Garnier, Hof Iben Hof Iben, D-55546 Fürfeld rabeah@t-online.de Nach wie vor ist der Stand der Farbgestaltungen für Architektur in allen Anwendungsbereichen äußerst problematisch und hilft die Landschafts-Zersiedelungen besonders deutlich zu machen. Alle Welt jammert über das zunehmende Fehlen emotionaler Ansätze beim Bauen. Alle Welt beschwert sich nun wirklich völlig zu Recht über den Zustand der Architektur und über deren klirrende Anmaßung gegenüber dem einfachen Menschen, weil sie andere Impulse als ihre eigenen Irrtümer nicht aufzunehmen bereit ist. Auch die nachdenklichste Kritik wird im Starclan der Bautenmacher als Majestätsbeleidigung verleumdet. Es gibt überflüssige Beispiele zuhauf. Kaum jemand diskutiert öffentlich ernsthaft darüber, ob eigentlich alle möglichen und dem Menschen in seiner Mehrzahl dienenden Gestaltungsmittel der Architektur – wie sie unverkrampft und unbestritten seit Menschengedenken immer ganz selbstverständlich eingesetzt und von jedem eben so selbstverständlich als gestaltungsfördernd erkannt wurden– dem Planer, dem Architekten in seiner Ausbildung noch vermittelt werden. Sie werden nicht. Die Position des Architekten zur Farbe ist nach wie vor neurotisch missachtend bis – aus Gründen zeitweise auch schon einmal beleidigender Ignoranz – nicht vorhanden. Wo ist hier irgend ein "Oben", das wissende Herablassung begründbar und verständlich erscheinen ließe? Die Farbgestaltung ist zum billigen, wenngleich wirtschaftlich für die Firmen überhaupt nicht billigen Instrumentarium bezweifelbar landschaftsbeglückender Marketing-Maßnahmen verkommen. Das hat die Architektur zugelassen, da sie dieses grundlegend wichtige Thema für die menschliche Seele einem, in diesem Zusammenhang, eher wenig sensiblen freien Markt überlassen hat. Die Kultur knirscht. Am meisten, wie es scheint, in Feuilleton und Bildungswesen. Der Zeitgeist ist zeitgeisteskrank. Kluge Farbigkeit ist nicht einfach ein billiges Bemalen von Fassaden, sondern sorgt sich um eine hilfreiche Suche nach harmonisierendem Licht und zu ihr gehören viele ganz andere, ergänzende Empfindungen und Diskussionsbeiträge, die nicht Dekor und oberflächennah oberflächlich sind. Der Farbe kann gelingen, auch einer oft recht herb sich darstellenden Industrie eine Einsicht in die Notwendigkeit menschennah gebauter Zwecklandschaften – was immer letzterer Begriff mit Respekt meinen kann – abzuringen. Aber sie benötigt dafür verständlicherweise intelligente Begründungen aller ihrer Grundwahrheiten und diese müssen erarbeitet und in einer engagierten Grundlehre weitergegeben werden. Vor allem anderen an junge Architekten. Wo die Erde ihre Farbigkeit verliert wird sie unwirtlich für den Menschen.

Gegenfurtner, Prof. Karl

Farbe und Gedächtnis. Prof. Karl Gegenfurtner, Universität Giessen Allgemeine Psychologie, Justus-Liebig Universität Otto-Behagel-Str. 10, D-35394 Gießen gegenfurtner@uni-giessen.de Trotz der Vielzahl an Befunden über das enorm feine farbliche Unterscheidungsvermögen des Menschen gibt es nur wenige Experimente zur Rolle der Farbe in der visuellen Kognition. In meinem Vortrag werde ich in einer Serie von fünf Experimenten zeigen, dass Farbe einen nachweisbaren Einfluss auf das menschliche Gedächtnis für natürliche Szenen hat. Im ersten Experiment sahen Probanden Bilder verschiedener Kategorien, grüne Wiesen und Wälder aus der Umgebung Tübingens, Blumen, eher karge
Landschaften aus Utah sowie urbane Szenerien, die Autos, Häuser und auch Menschen enthielten. Die Bilder waren entweder farbig, oder aber schwarz-weiß. Es zeigte sich, dass sich die Probanden deutlich besser an die farbigen Bilder erinnerten. Durch drei weitere experimentelle Variationen konnte gezeigt werden, dass der Gedächtnisvorteil für farbige Bilder nicht durch eventuelle kleine Kontrastunterschiede oder Aufmerksamkeitsunterschiede ("farbige Bilder sind hübscher, also schauen Probanden genauer hin") zu erklären ist. Im letzten Experiment wurden so genannte "Falschfarben-Bilder" gezeigt, die an jedem Punkt dieselbe Helligkeit besitzen wie die Originalbilder. Es zeigte sich, dass der Gedächtnisvorteil für farbige Bilder sich nur auf Bilder in natürlichen Farben beschränkt. Falschfarben- Bilder behandelt unser Gehirn genauso wie schwarzweiße Bilder, zumindest was die Gedächtnisleistung angeht. Es scheint also, als ob das menschliche Gedächtnis durch Evolution und Entwicklung sich an die Farben der natürlichen Umwelt angepasst hat. Wenn Bilder zu sehr von der natürlichen Norm abweichen, werden sie nicht so gut gespeichert. Der Farbvorteil der natürlichen Bilder ist also auch nicht einfach dadurch zu erklären, dass farbige Bilder informationstheoretisch mehr Information ("bits") besitzen, da Falschfarben-Bilder genauso viele bits enthalten wie natürlich gefärbte Bilder.

Glass, Reinhard

Active Online - Virtuell gestalten - digital kommunizieren und - produzieren Reinhard Glass, active online GmbH, Voerde Tönningstr. 72, D-46562 Voerde Tel. +49 2855 96300; Fax +492855 96309 info@active-online.de www. active-online.de Gerade in der heutigen Zeit zunehmend gefragter Individualität bei gleichzeitiger Forderung nach höchstmöglicher Planungssicherheit bei den Produkten bieten sich die digitalen Visualisierungssysteme an. Obwohl digitales Arbeiten zunehmend an Bedeutung gewinnt, werden häufig nur Teilbereiche digital abgedeckt und nur selten wird durchgängig digital verfahren. Dadurch werden eine Vielzahl der digitalen Vorteile nicht genutzt und unnötige Kosten verursacht oder beibehalten. Die modernen Visualisierungssysteme bieten jedoch alle benötigten Funktionalitäten. Designs können virtuell erstellt und umkoloriert werden. Diese virtuellen Designs können zur Präsentation mit der entsprechenden Oberflächenstruktur versehen und fotorealistisch in existierende Bilder eingebunden werden. Dadurch lässt sich die Flächenwirkung eines Designs ergänzend zu Farb- oder Musterproben problemlos darstellen, was insbesondere Vorteile für den Endkunden hat. Digitale Designs und auch ihre entsprechenden fotorealistischen Einbindungen in Raumfotos lassen sich über digitale Medien wie das Internet an alte Beteiligten verteilen, im Team besprechen und sogar gemeinsam bearbeiten. Dadurch können ohne wiederholte Meetings in kürzester Zeit und mit minimalen Kosten Entscheidungen herbeigeführt werden. Dabei lassen sich eine Vielzahl von Varianen und Möglichkeiten präsentieren, die mit klassischen Methodn in dem Umfang quasi nicht darstellbar wären. Bereits jetzt gehört neben den klassischen Druckverfahren für viele Produkte wie z.B. Textilien, Bodenbeläge, Tapeten etc. der Digitaldruck zum Stand der Technik für die Bemusterung und Kleinserienproduktion.

Golob, Darko

The Use of Artificial Neural Network for Computer Recipe Prediction Darko Golob, Maribor (SL) The Kubelka – Munk theory is unsuitable for the computer match prediction of dye concentration for printing paste. Therefore research is oriented in other directions. One of them is the use of artificial neural network. It provides the capability for learning on the basis of numerous samples and predicting unlearned targets. This paper presents a sample of using artificial neural network for the prediction of dye concentration in textile printing paste preparation. A group of 46 samples, printed with red and blue dyes served as learning set and additional 12 samples were used for testing. Samples were printed in various concentrations and ratios. Different types of data (reflectance values, tristimulus values X, Y, Z and CIE L*a*b* values) were used as input. The influence of the number of neurons in the hidden layer on the learning capability was testes as well as learning parameters like numbers of learning epochs, learning rate and momentum term. Keywords: Neural network, Colorimetry, Computer match prediction, Textile printing

Hampp, Prof. Dr. Norbert

Bakteriorhodopsin als photochromes Sicherheitspigment und biologischer Datenspeicher Prof. Dr. Norbert Hampp, Philipps-Universität, Marburg Physikalische Chemie, FB 15, Hans-Meerweinstr. Geb. H, D-35032 Marburg Tel. +49 6421 28 25775; Fax +49 6421 28 25 798 hampp@mailer.uni-marburg.de www.chemie.uni-marburg.de/~hampp Bakteriorhodopsin (BR) ist ein biologisches Photochrom, das eine Reihe bemerkenswerter Eigenschaften aufweist. In der Natur dient es Halobakterien zur Wandlung von Lichtenergie in chemische Energie, stellt also eine Alternative zum Chlorophyll-System dar. Man kann BR als zweidimensional kristalline Struktur, die so genannte Purpurmembran, isolieren. Es zeigt eine für ein Protein ungewöhnliche hohe thermische Stabilität, die für die Anwendung als photochromes Material jedoch noch wichtiger ist seine excellente Lichtechtheit und Reversibilität. Mittels gentechnologischer Verfahren kann man BR in seinen physikalischen Funktionen verändern. So entstanden eine Vielzahl von Materialien, die für verschiedene optische Anwendungen geeignet sind. Als Pigment für Sicherheitsfarben kombiniert es mehrere Eigenschaften. Neben der ausgeprägten Photochromie, einem ohne technische Hilfsmittel gut erkennbarem Publikumsmerkmal, bietet es darüber hinaus die Möglichkeit zur optischen Speicherung von Daten. Einzelne Chargen des Materials können mittels eines spezifischen Schlüssels aus Aminosäuren codiert werden, so dass auch die Rückverfolgbarkeit des Materials gegeben ist. Mit BR-basierten Tinten und Farben steht ein neues photochromes Material für optische Anwendungen zur Verfügung.

Hoormann, Priv. Doz. Dr. Anne

Farbe ohne Oberfläche Priv. Doz. Dr. Anne Hoormann, Bauhaus-Universität Weimar Kaiser-Friedrich-Str. 3, Berlin Tel. + 49 30 34709925, Fax +49 30 34097952 anne.hormann@ngi.de Die Wahlverwandtschaft, welche die elektronischen Bildmedien im sogenannten "digitalen Impressionismus" mit der Malerei eingehen, sind Ausgangspunkt ihrer Auseinandersetzung mit Farbe und Material. Die Pixelstruktur digitaler Bilder hat vermeintlich eine Struktur, die der impressionistischen Malerei mit ihren von Farbflecken überzogenen Gemälden analog ist. Schon das analoge Video, das durch magnetische Störungen, Mischverfahren, Überblendungen, Verwischungen manipuliert wurde, kündigte laut dieser Definition eine solche Form des digitalen Bildes an. Im Vortrag geht es um die Transformation impressionistischer Malerei in das Medium Video. Obwohl sich diese im elektronischen Bild darstellen lässt, lassen sich jedoch fundamentale Unterschiede zwischen beiden feststellen. Die elektronischen Bildmedien verfügen nicht über ein Spannungsverhältnis zwischen Farbe und stofflicher Oberflächenstruktur (Faktur) wie die Malerei. Damit wird ein "Manko" technischer Bildmedien benannt, das in der Kunst zu kontroversen Äußerungen über ihre Vor- und Nachteile geführt hat. Farbe ist in den technischen Medien vielmehr an die Immaterialität des Lichtes gebunden.

Irtel, Prof. Dr. Hans

Farbentwicklung im Bereich Farbwahrnehmung Prof. Dr. Hans Irtel, Universität Mannheim Schloß EO 265, D-68131 Mannheim Tel. +49 621 181 2101/2; Fax +49 621 181 3125 irtel@psychologie.uni-mannheim.de http://www.uni-mannheim.de/fakul/psycho/irtel Die Forschung im Bereich der Farbwahrnehmung der letzten 40 Jahre ist einerseits gekennzeichnet durch wesentliche Erkenntnisse in den physiologischen Grundlagen der Farbwahrnehmung und hat sich andererseits sehr intensiv auf Anwendungsmöglichkeiten im Bereich der Informationstechnologie konzentriert. Die 60er Jahre waren geprägt von den Fortschritten der Mikrospektrophotometrie: Sie erlaubte erstmals eine physiologischphysikalische Messung der spektralen Absorption von Sehpigmenten. Sowohl die frühen, also auch spätere Ergebnisse solcher Untersuchungen können als glänzende Bestätigung verhaltensbezogener Messungen der spektralen Empfindlichkeitskurven des menschlichen Farbsystems aus visuellen Farbabgleichen betrachtet werden. Ein wesentlicher Fortschritt zur Erklärung von Farbsehstörungen gelang in den 80er Jahren durch die Entdeckung der genetischen Codierung der Farbsehpigmente. Diese und andere vergleichende Untersuchungen ermöglichen uns heute auch einiges über die evolutionsbiologischen Anpassungsprozesse auszusagen, die zur Entwicklung des Farbensehens bei Primaten geführt haben. Das zentrale Thema wahrnehmungspsychologischer Forschung der 80er und 90er Jahre ist das der Farbkonstanz und der Verarbeitungsmechanismen, die diese ermöglichen. Dazu gehören Erkenntnisse über die Verarbeitung der Rezeptorinformation sowohl nach rein farblichen Aspekten, etwa nach der Gegenfarbenkodierung, als auch nach anderen, etwa räumlichen Aspekten, die ein Gesamtbild der Integration des Farbensehens in die zentrale Aufgabe des visuellen Systems, die Objekterkennung, ergeben sollen. Auch in diesen Fragen spielen physiologische Erkenntnisse eine wichtige Rolle. Die treibende Kraft ist aber häufig der Wunsch, die Wahrnehmungsfähigkeiten des Menschen mit Maschinen nachbilden zu können. Interessante Beiträge zur Wahrnehmungsforschung stammen daher immer häufiger auch aus der Informationswissenschaft, etwa dem Bereich des "Computer-Sehens", in dem komplexe Modelle der Farb- oder Objekterkennung durch technische Systeme erprobt werden.

Irtel, Prof. Dr. Hans

Farbsysteme: Was sie leisten und was sie nicht leisten können. Prof. Dr. Hans Irtel, Universität Mannheim Schloß EO 265, D-68131 Mannheim Tel. +49 621 181 2101; Fax +49 621 181 3125 irtel@psychologie.uni-mannheim.de http://www.uni-mannheim.de/fakul/psycho/irtel Farbsysteme sind geometrische Darstellungen der Eigenschaften von Farben und ihrer Beziehungen zueinander. Welche Eigenschaften und Beziehungen ein spezielles Farbsystem darstellen kann, hängt von der Konstruktionsmethode des Systems, den physikalischen Reizeigenschaften und der Struktur der Wahrnehmung ab. Als Grundlage der Konstruktion von Farbsystemen dienen im wesentlichen drei Aspekte von Farben: 1. Die Zuordnung von elektromagnetischen Strahlungsverteilungen oder von Remissionsspektren zu Farbwerten 2. Die Darstellung von Farbmischung als geometrische Operation 3. Die Darstellung von Ähnlichkeits- oder Distanzbeziehungen. Formale Überlegungen und empirische Ergebnisse zeigen, dass manche Eigenschaften von Farben grundsätzlich nicht in 3-dimensionalen Farbsystemen darstellbar sind und dass es kein System geben kann, in dem alle genannten Eigenschaften gleichzeitig dargestellt werden. Ein allgemein "bestes" Farbsystem kann es daher nicht geben. Für die Praxis wird man immer das System wählen, dass die für den jeweiligen Fall relevanten Farbeigenschaften optimal darstellt. Im Vortrag wird auf die Anwendungsfälle Lichtmessung, Color Management und Farbauswahl aus Farbatlanten näher eingegangen.

Jeler, Prof. Dr. Stanislava und Golob, Prof. Dr. Vera

Farbe verschiedener textiler Oberflächen Prof. Dr. Stanislava Jeler und Prof. Dr. Vera Golob, Maribor (SL) Ul. 1. Internationale 22, SL-62000 Maribor Tel. +386 2 220 7990; Fax + 386 2 429 5322 slava.jeler@uni-mb.si Zu den Textilien natürlicher oder chemischer Herkunft zählen Fasern, Garne, Gewirke, Gewebe, Vliese, technische Materialien usw. All diese Arten haben ihre eigene innere und äußere Oberfläche und auch eine Oberflächenfarbe. Natürliche Rohstoffe wie z.B. Wolle, Baumwolle, Seide beinhalten verschiedene Farbpigmente von weiß bis schwarz, die eine Verfärbung der Oberfläche bewirken. Synthetische Fasern und Garne sind weiß oder schon in Masse gefärbt. Gewebe, Gewirke, Vliese werden jedoch aus weißen oder gefärbten Fasern oder Garne hergestellt, das bedeutet das die Farbe des Flächengebildes durch den Färbe- oder Druckprozess entsteht. Beim Färben oder Drucken von Textilien handelt es sich um ein technologisches Verfahren, bei dem das Textilmaterial unter verschiedenen Bedingungen (z.B. pH, T, Zutaten) behandelt wird. Das Endprodukt hängt von den oben genannten Bedingungen und den verwendeten Farbstoffen ab. Bei dem Prozess der Färbung wird nicht nur die äußere Fläche des Materials gefärbt sondern auch die innere. Wichtig bei der Bewertung der Farbe oder des Farbeindrucks ist jedoch die äußere Oberfläche. Das Messresultat hängt aber von der Form der Textilien (Faser, Garn, Gewebe) und den Messbedingungen ab. Eine wichtige Rolle spielt auch der Glanz des Materials, besonders im Falle, wenn man ein nicht mattiertes Material oder ein Fasergemisch kolorieren will. Die Farbe von Textilien hat eine wichtige ökonomische und auch ökologische Bedeutung, denn ohne sie wäre unsere Textilbranche nicht so bunt, freundlich und beliebt.

Jeran, Paul L

Electro-photographic Monochrome Cartridge Yield Testing: Problems, Approaches, Suggestions Jeran, Paul L., Hewlett-Packard Company, Boise, ID 83714 (USA) pauljeran@hp.com Reliably determining the yield for a type of electrophotographic (EP) monochrome toner cartridge is important to all involved with EP printing products. For the manufacturer it provides a specification that can be designed to and monitored. For marketers it is used in marketing against competing products. For the consumer it allows comparisons to be made and an accurate cost of ownership to be assessed. Given all of the benefits a good measurement methodology would provide, agreement to a standardized method has proved elusive. Factors preventing this have been varied. Formalization of determination of end-of-life, environmental operating conditions, sample testing size and test page content have all contributed to the lack of a globally agreed to measurement method. What shall be described are the issues involved in the measurement of toner yield as well as presentation of a proposed method to overcome the noted issues. The proposed method is currently being drafted as an ISO/IEC standard. It is hoped that with standardization, the rewards of a reliable, standard test methodology can be realized by consumers, marketers and manufacturers alike.

Kaase, Prof. Dr. H. und Serick, Dr.

Vorstellung des Fachgebietes Lichttechnik der Technischen Universität Berlin in der Fakultät IV: Elektrotechnik und Informatik Prof. Dr. H. Kaase und Dr. Serick, TU Berlin Fachgebiet Lichttechnik, Sekr. E6 Einsteinufer 19, D-10587 Berlin Tel: +49 30 3142 2401; Fax: +49 30 3142 2161 lichttechnik@ee.tu-berlin.de http://ntife.ee.tu-berlin.de/lichttechnik/home.html Seit mehr als 100 Jahren wird Lichttechnik in Berlin gelehrt: Im Wintersemester 1882/83 hielt Prof. H. W. Vogel an der damaligen Technischen Hochschule Charlottenburg die erste Vorlesung "Über elektrisches Licht und Beleuchtungswesen". 1888 übernahm Prof. Wedding die Vorlesungsreihe und war Initiator des "Beleuchtungstechnischen Laboratoriums". Damit begann die Tradition lichttechnischer Forschung, die mit Persönlichkeiten wie Arndt, Pirani, Dressler, Helwig, Richter und Krochmann eine starke Ausstrahlung entwickelte. Die aktuellen Forschungsthemen sind stark interdisziplinär angelegt; sie beziehen sich heute auf: (1) Lichtquellen physikalische Grundlagen elektronische Vorschalttechnik (2) Lichtmesstechnik optische Systeme elektronische Komponenten Materialkennzahlen (3) Beleuchtungstechnik Beleuchtungsplanung Softwareentwicklung Ergonomie (4) Solartechnik Tageslichtanwendung elektronische Steuersysteme Tageslichtmessungen (5) UV-Technik Photomedizin Materialkennzahlen Museumsbeleuchtung (6) Farbmetrik Wiedergabequalität Digitale Prüfvorlagen

Kaase, Prof. Dr. Heinrich

Farbveränderungen von musealen Gegenständen durch optische Strahlung Prof. Dr. Heinrich Kaase, TU, Berlin Fachgebiet Lichttechnik, Sekr. E6 Einsteinufer 19, D-10587 Berlin Tel: +49 30 3142 2401; Fax: +49 30 3142 2161 aydinli@ee.tu-berlin.de http://ntife.ee.tu-berlin.de/lichttechnik/home.html Bei den oft wertvollen und unersetzbaren lichtempfindlichen Ausstellungsgegenständen in Museen und Ausstellungen sowie bei Objekten in Schaufenstern müssen Farbveränderungen und Vergilbungen verhindert oder zumindest stark begrenzt werden. Das ist nur möglich, wenn die Wirkung optischer Strahlung auf diese Materialien und damit die relativen spektralen Objektempfindlichkeiten und die zugehörigen wirksamen Schwellenbestrahlungen bekannt sind. Für eine größere Anzahl von lichtempfindlichen Materialien wurden diese Daten ermittelt und daraus die Empfehlungen für die Beleuchtung und die zulässige Ausstellungsdauer abgeleitet.

Kage, Prof. Manfred P.

Lichtdurchlässige Farbmaterialien in der Raster- Elektronen-Mikroskopie Prof. Manfred P. Kage, Institut für wissenschaftliche Fotografie, Lauterstein Schloß Weissenstein, D-73111 Lauterstein 2 Tel. +49 7332 / 4317, Fax +49 7332/3330 info@institut-kage.com Lichtdurchlässsige, transparente Farbmaterialien in der Raster-Elektronen-Mikroskopie: a) klassische Farbmaterialien als Farb-Folien Gelatine-Polyester-Folien (Bühnenbeleuchtung, Foto+Film-Studiobeleuchtung, Discobeleuchtung) Fa: LEE Filters "LEEColortran International", Grossbritannien b) Farb-Filter-Rad vor Objektiv beim Raster-Elektronen- Mikroskop, ähnlich wie bei einem Diabelichter (RGBFolien) c) Eingekittete Farbfolien in geschliffenen Gläsern vor dem Fotoobjektiv d) In der Masse gefärbte Gläser "Schott", Mainz e) Aufgedampfte Interferenz-Schichten als Absorptions- und Reflektionsfilter (z.B. Mikro-Fluoreszenz, Holografiefolien bei Geldscheinen) f) Gefärbte Flüssigkeiten zwischen Glasplatten für "Effekt- Projektoren" g) Polarisation mit Polfiltern und Kristallschichten unterschiedlicher Dicke Bei Mikrofotografie und -Video: DIK-Auflicht + - Durchlicht für den Videofilm "Reise in die Mongolei" von Salvador Dali Kombinations-Methoden: - Schlierenoptik: Prismen oder Farbfolien im Strahlengang von Spiegeln - Kaleidoskop: Gefärbte Glasscheiben bzw. auf Glasplatten aufgetragene Farben oder Farb-Diapositive mit der Wirkung von Farbfolien. - Farbschlieren-Projektion mit gefärbten Flüssigkeiten zwischen Glasplatten. Scene aus "Das Gespinst" (Science- Fiction -Film). - Kombination alter Methoden, incl. Video-Feedback. - Funktion des Monitors als transparenter Farbgeber.

Kastien, Heinz

Technische Eigenschaften der verschiedenen Putzarten Heinz Kastien, SWISS LACK AG, Wallisellen (CH) Industriestr. 45, CH-8304 Wallisellen Die dekorativen, pastösen Putze werden aufgrund ihrer chemischen Zusammensetzung in Dispersionssilikatputze, Silikonputze und Kunststoffputze unterteilt. Aus der Zusammensetzung der Putze ergeben sich einerseits die Struktur und Korngröße, andererseits die physikalischen und bauphysikalischen Eigenschaften, wie die Elastizität, die Wasserdampfdurchlässigkeit, die kapillare Wasseraufnahme usw. und schlussendlich die Einsatzgebiete der Putze. Während Dispersionssilikatputze wegen ihrer Porosität und der rustikalen Oberfläche für historische Bauten prädestiniert sind, werden Kunststoffputze vornehmlich im Betonbau eingesetzt. Weiterhin werden die Möglichkeiten der Farbgestaltung mit den verschiedensten Pigmenten diskutiert. Da die unterschiedlichen Putzbindemittel, wie Polymerdispersionen, Silikonharze und Wasserglas, teilweise die Pigmente nicht in den Film einbauen, muss bei den Silikon- und Dispersionssilikatputzen ausschließlich mit anorganischen Pigmenten gearbeitet werden. Darüber hinaus verbietet die Alkalität des Wasserglases den Einsatz organischer Pigmente. Organische Pigmente bieten die weitaus größere Farbtonpalette mit brillanten Farbtönen, die jedoch in den Echtheiten zu wünschen übriglassen, die anorganischen Pigmente dagegen liefern erdige Farbtöne mit einer ausgezeichneten Licht- und Wetterechtheit. Neben den dekorativen pastösen Putzen sind im Handel noch eine ganze Reihe pulverförmiger Produkte, so genannte Trockenputze, anzutreffen, die in Säcken oder Silo geliefert, vor der Verarbeitung mit Wasser angemacht werden müssen. Hieraus ergeben sich gegenüber den pastösen Putzen Vorteile aber auch gravierende Nachteile. Die Unterschiede sind einerseits die leicht besseren ökologischen und ökonomischen Eigenschaften der Trockenputze. Die pastösen Putze sind dafür in der Verarbeitung, der Farbtongestaltung, der Universalität des Einsatzes und den bauphysikalischen Eigenschaften eindeutig vorteilhafter. Neben den technischen Eigenschaften der Putze sollen in erster Linie die ökologischen Eigenschaften aufgezeigt werden. Im normalen Sprachgebrauch versteht man unter den ökologischen Eigenschaften die Humantoxizität und eventuell noch die Wasser- und Luftgefährdung der Fertigprodukte. Bei einer derart einseitigen Betrachtungsweise vergisst man aber leicht, dass zur Herstellung der Putze, die verschiedene Stufen durchlaufen, teilweise enorme Prozessenergien erforderlich sind. Dadurch ergibt sich z.B. bei Zement und Titandioxid, die in den meisten Putzen in unterschiedlichen Mengen vorhanden sind, ein völlig anderes Bild. Die ökologische Bewertung erfolgt nach den Richtlinien des BUWAL (Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft). Das erklärte Ziel des Referates ist eine eindeutige Aussage, welche Putze für welchen Verwendungszweck optimal geeignet sind und in welchem Masse die Produkte unsere Umwelt belasten. Nur durch eine ganzheitliche Betrachtungsweise können für ein Bauwerk jene Produkte ermittelt werden, deren Nachhaltigkeit über alle Zweifel erhaben ist.

Kausel, Thomas P.

Pigmente als Ordnungsfaktor für konkrete Malerei Thomas P. Kausel, München Postfach 810503, D-81905 München Tel. +49 89 9301315; Fax +490 089 932977 thomas.p@kausel.de 1. Malerei: Malen ist das Aufbringen von Farbsubstanz („Beschichten") auf einen Untergrund – im handwerklichen und künstlerischen Bereich. 2. Konkrete Malerei , was ist das ? Grob vereinfacht existieren in der Bildenden Kunst drei Arten von Malerei: A: Gegenständliche Malerei, B: die Abstrakte Malerei verformt durch Reduzieren/ Abstrahieren (=wegnehmen) sichtbare oder unsichtbare „Natureindrücke". C: Konkrete Malerei erzählt nichts, bildet nichts ab, sondern die konkreten Gestaltungselemente bedeuten nur sich selbst – das sind: Raum / Volumen / Fläche / Farbe / Linie / Punkt; ich nenne sie Raum, Wand, Keilrahmen, darauf Leinwand, darauf die Farbsubstanz. 3. Farb-Substanz: bei meiner Arbeit dreht es sich wesentlich um Farb-Substanz – sie besteht aus wenigstens zwei Komponenten: PIGMENT (farbige sehr kleine Kristalle) und Bindemittel – es verklebt die Pigmente. 4. Ungemischte Pigmente: Ich zeige nur ungemischte Pigmente („One-Pigment-Colours"), denn: Mischen macht die Farbe trübe, verringert die 5. Farbsättigung / Buntheit: will der Maler, dass seine Arbeit beim Betrachter starke optische Sinneseindrücke bewirkt, dann sollte seine Aufmerksamkeit besonders dem Merkmal der Farbsättigung gelten. Josef Albers fragte seine Studenten: „Was ist das blaueste Blau?" 6. Wie viele Pigmente gibt es? Für die Kunst-Malerei existieren z.B. nur 14 verschiedene Pigmente mit dem Farbton Blau in hochwertiger, lichtbeständiger Qualität. Ausstellungsbeitrag: die 14 Blau – gemalt auf Büttenpapier – gehängt in der Reihenfolge ihres chemischen Aufbaus. Die Pigmente in anderen Farbtönen werden, in alphabetischer Reihenfolge gemäß dem englischen Colour Index, bezeichnet: 8 Black, 7 Brown, 10 Green, 13 Orange, ca. 35 Red, 9 Violet, 8 White und 33 Yellow. 7. Colour Index : alle kommerziell wichtigen Pigmente werden klassifiziert in einem weltweit verbindlichen Farb- Ordnungssystem, dem „Colour Index-System", abgekürzt C.I. – es ordnet die Farbmittel erstmals nicht nach dem äußeren Erscheinungsbild, also z.B. nicht nach den Farbtönen (wie z.B. seit Newtons Farbkreis die Spektralfarben, die RAL-, DIN- oder EURO-Skalen), sondern nach der chemischen Struktur der Moleküle. Der C.I. bezeichnet die Farbmittel eindeutig mit verbindlichen Namen: Mein Ausstellungsbeitrag „Farbkreis" zeigt Künstlerfarben mit ihren C.I.-Namen. Bei der Konzeption meiner Bilder dient der C.I. als Grundlage: 8. Namen der Pigmente: oft schreibe ich den Namen des jeweiligen Pigments auf die Bildfläche – er ist ein aus Buchstaben und Zahlen zusammengesetzter Code. Beispiel: Eisenoxid-Rot trägt den internationalen Namen PR (=Pigment Red) 101. Das Hintergrundwissen fördert das Sehen und Erleben von konkreter Farbmaterie. 9. Monochrom/polychrom: häufig zeige ich Pigmente auf einfarbigen Bildern; bei mehrfarbigen Bildern wähle ich die Farben nicht spontan und intuitiv aus, sondern (das ist neu und sicher eine Besonderheit) ich folge dem C.I.: es entstehen oft ungewohnte Farb-Akkorde, neue „Interactions of Colours" würde Albers wohl sagen, denn: alle Pigmente auf der Bild-Fläche gehören zu derselben chemischen „Klasse". 10. An die Herstelle r von Farben und Lacken hier die Aufforderung: Nennen Sie auf Farbtafeln und Verpackungsetiketten die Inhaltsstoffe und Bestandteile: nicht nur Binde- und Lösungsmittel, sondern auch die Pigmente gemäß C.I. – z.B. „Königsblau" enthält PB 15/ PW 6/PR 101 etc. Der Verbraucher hat den Anspruch, die Bestandteile zu wissen, nicht nur bei Lebensmitteln und Medikamenten, sondern auch bei Farben!

Kremer, Dr. Georg

Die Unterschiede der Eigenschaften von chemisch gleichen Farbwerkstoffen, natürlich gewachsen und synthetisch hergestellt Dr. Georg Kremer, Farbmühle, Aichstetten/Allgäu D-88317 Aichstetten/Allgäu kremer-pigmente@t-online.de Pigmente werden durch die besonderen chemisch physikalischen Eigenschaften ihrer Verbindungen zu Farbkörpern, welche für das Auge als Farbe sichtbar sind. Die chemische Industrie hat in den vergangenen Jahrhunderten viele auch natürlich vorkommende Farben synthetisieren können, viele neue Stoffe wurden von Chemikern entdeckt. Die Farbkörper bestehen aus den farbgebenden Verbindungen. Für das Auge ist aber nicht nur die chemische Verbindung, sondern auch die physikalische Struktur des Farbkörpers von Bedeutung. Die historische Farbigkeit von Bildern und Häusern beruht weitestgehend auf Farbkörpern aus der Natur. Die heutige Farbigkeit fast aller gestalteten Oberflächen beruht auf synthetisch hergestellten Pigmenten. Die Unterschiede sind mit dem bloßen Auge leicht wahrnehmbar. Folgende Gründe sind für das Anders- Aussehen synthetischer Farbkörper ausschlaggebend: 1. In der Natur hatten die Farbkörper Zeit zum wachsen. Die Kristallinität ist häufig sehr hoch, meist viel größer als bei gefällten Produkten. Die Pigmentteilchen sind von anderen typischen Begleitmaterialien umgeben. 2. Die Auswahl an farbgebenden Stoffen ist über Jahrtausende hinweg durch die Natur begrenzt gewesen. Heute hat der Erfindungsgeist eine Vielzahl von neuen Farbmöglichkeiten geschaffen. 3. Über 80 % der heutigen gestalteten Oberflächen werden mit Hilfe von Titanweiß als Hauptbestandteil der optischen Wirksamkeit gestaltet. Eine solche Monokultur gab es früher nicht.

Kretschmer, Joachim

Entwurf DIN 33871 zum Test der Ergiebigkeit und Bildwiedergabe von Farbtinten (refill) im Vergleich zum Original-Modul und Anwendung Joachim Kretschmer, Pelikan Hardcopy, Schweiz Leerstr. 1, CH-8132 Egg/ZH Tel: +41 1 986 1284; Fax: 41 1 986 1530 kretjo@phiag.com www.pelikanhardcopy.com Im Vortrag wird der Entwurf DIN 33871 mit seinen vielfältigen Testverfahren und Prüfvorlagen vorgestellt. Diese Norm behandelt die Wiederaufbereitung von gebrauchten Tintendruckköpfen und Tintentanks. Folgende Schwerpunkte werden behandelt: 1. Entstehung: In der Vergangenheit gab es im Bereich des Zubehörs für Tintenstrahldrucker einen Wildwuchs an unterschiedlichen Testmethoden. Jeder Hersteller und jedes Prüfinstitut entwickelte seine eigenen Standards. Aus diesem Grund waren die Prüfergebnisse wenig aussagefähig und nicht vergleichbar. Außerdem wurde der Ruf der Wiederaufbereitungs-Industrie von einigen unseriösen Firmen geschädigt. Diese Gründe und der Erfolg der Tonernorm DIN 33870 veranlasste mehrere führendeHersteller, Prüfinstitute und Behörden, eine Norm für die Wiederaufbereitung von Tintendruckköpfen und Tintentanks ins Leben zu rufen. In vielen Ausschusssitzungen und redaktionellen Sitzungen entstand über einen Zeitraum von nunmehr drei Jahren der heute vorliegende Entwurf der DIN 33871. Er wurde im Juli 2002 erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Es ist geplant, die DIN 33871 bis Ende 2002 als Norm zu publizieren. 2. Anwendungsbereich: Die DIN 33871 ist auf wiederbefüllte Tintendruckköpfe und Tintentanks aller Bereiche anwendbar, z.B. für Drucker, Faxgeräte, Multifunktionsgeräte, Plotter, Kassendrucker (POS), Frankiermaschinen, usw. Der beschriebene Prozess behandelt den Zyklus, beginnend mit der Eingangsprüfung für das gesammelte Leergut, bis hin zum versandfertigen Produkt. 3. Ziel: Nach DIN 33871 aufbereitete Tintendruckköpfe und Tintentanks sollen dem Anwender die Sicherheit einwandfreier Funktion und mit dem Originalzubehör vergleichbarer Druckqualität und Ergiebigkeit geben. 4. Inhalt: In der DIN 33871 werden die Minimalanforderungen an einen Wiederaufbereitungsprozess für Zubehör von Tintenstrahldruckern aufgestellt. Es werden klare Anforderungen für wiederaufbereitete Tintendruckköpfe und Tintentanks festgelegt (Funktion, Druckqualität) und auch Testmethoden zur Überprüfung definiert. Die DIN 33871 enthält zudem einen standardisierten Testbericht, der einen einfachen Vergleich mit anderen Versuchen zulässt. Außerdem wird festgelegt, wie ein wieder aufbereiteter Tintendruckkopf oder Tintentank gekennzeichnet sein muss und es werden die Anforderungen an seine Verpackung und Lagereigenschaften umrissen. Gegenüber der DIN 33870 besteht die Erweiterung unter anderem im Einbezug der Farbwiedergabe und der Beurteilung der Druckqualität. 5. Nutzen: Der Nutzen der DIN 33871 ist vielfältig. Beispielsweise werden klare Qualitätskriterien definiert, durch die der Wildwuchs an Testmethoden, der in der Vergangenheit vorhanden war, beseitigt wird. Außerdem enthält die Dingnorm zwei Prüfvorlagen, wodurch die Grundlage für eine Vergleichbarkeit von Ausdrucken gelegt ist. Des weiteren werden im Rahmen der Norm die Minimalanforderungen an wiederaufbereitete Produkte gestellt, was dem Anwender ein erhöhtes Maß an Sicherheit gibt. Es sind zusätzlich Umweltaspekte beinhaltet und die im Bereich InkJet gebräuchlichen Begriffe werden definiert. Durch all diese Maßnahmen kann der Anwender die verschiedenen angebotenen Produkte untereinander und mit dem Originalprodukt vergleichen. 6. Ausblick: Die große Resonanz, auf die die DIN 33870 und DIN 33871 gestoßen sind, haben die Ausschussmitglieder dazu veranlasst, als neues Projekt eine DIN Norm für kompatible, d.h. neue Tintentanks in Angriff zu nehmen. Danach ist der wesentliche Teil des Gebietes alternativen Zubehörs für InkJet-Produkte durch entsprechende Normen abgedeckt. Präsentation des Vortrages in PDF (24 Seiten, 1,8 Mbyte) http://www.ps.bam.de/FI02/KRE01.PDF

Krzeszowiak, Prof. Dr. Tadeusz

Die Hellempfindlichkeit des menschlichen Auges Prof. Dr. Tadeusz Krzeszowiak, TU, Wien (A) Rechte Wienzeile 15/8, A-1040 Wien Das Auge (gemeint ist immer das Sehsystem) reagiert nicht auf die Strahlung aller Wellenlängen, sondern nur auf die eines sehr schmalen Wellenlängenbereichs, der sich für das Tagessehen von 380 nm bis 780 nm erstreckt und wird ein sichtbarer Bereich genannt. Die ultravioletten und infraroten Strahlen gelangen nicht zur Wahrnehmung, weil sie bereits in den vor der Netzhaut liegenden Medien absorbiert werden. Die Strahlung des sichtbaren Bereiches wird vom Auge nicht gleichmäßig, sondern entsprechend seiner spektralen Empfindlichkeit von Wellenlänge zu Wellenlänge unterschiedlich bewertet. Die laboratorische Ermittlung der relativen spektralen Empfindlichkeit des menschlichen Auges ist Gegenstand des Referates. Da jeder Mensch eine individuelle Empfindlichkeitskurve besitzt, wurden die Untersuchungen im Labor mit rund 50 Probanden im Alter zwischen 20 und 25 Jahren durchgeführt. Danach wurde der Mittelwert berechnet und versteht sich als die Summe der Größen in jeder untersuchten Gruppe geteilt durch die Zahl der Individuen in der Gruppe. Die Standartabweichung vom arithmetischen Mittel auch als Standartfehler des Mittelwertes bezeichnet wurde in jedem Fall berechnet. Die verwendete Methode war eine Vergleichsmethode mit Anwendung des Flimmerfotometers nach Bechstein. Für die schmalen spektralen Bereiche der sichtbaren Strahlung wurden die Interferenzfilter mit 5 nm Wellenbreite verwendet. Es wurde eine relative Empfindlichkeitskurve des menschlichen Auges ermittelt. Die Untersuchungen wurden im Laboratorium für Lichttechnik mittels der photometrischen Bank durchgeführt. Endergebnisse wurden in Form der individuellen Diagramme für Probanden und eines Diagramms für die gesamte Population dargestellt.

Ludwig, Susanne

Freskomalerei – Farbe und Raum Susanne Ludwig, Berlin Waitzstr. 28, D-10629 Berlin Tel. +49 30 3246958; Fax +49 30 32709274 Susanne@Balzer-Ludwig.de Meine Freskomalereien sind ein Versuch der Erneuerung und des veränderten Umgangs mit einer alten Wandmalerei-Technik. Die Freskotechnik setzt durch die spezifischen Eigenschaften des Materials strenge technische Vorgaben, bietet aber dem Künstler ein reiches Feld an Ausdrucksmöglichkeiten und eine starke farbige Präsenz im Raum. Die Farbe, die beim Malvorgang quasi in die Wand hineingesetzt wird, gibt dem Künstler durch ihre große Differenzierungsbreite, Transparenz und Tiefe etwas, das ihm durch keine andere Technik der Malerei möglich wäre: eine Art fast bildhauerischer Massivität der Farbe. Malerei wird so Teil des Raums und schafft wiederum Raum im architektonischen Raum. Das Bild besitzt gleichzeitig Autonomie und steht doch im Zusammenhang zur Architektur. Es gibt dem Raum eine neue Dimension. Themen: Auftrag und Künstlerische Konzeption Die Technik der Freskomalerei: Kalkputz, Wandaufbau, Quadratur, Tagwerke Beispiele aus der Arbeit: Entstehungsprozess, Zeichnungen, Farbputzproben, Architekturmodelle, Arbeitsfotos Kostenfaktor: Zeit und Umsetzung vor Ort Rückführung des Bildes in zeitgenössische Architektur. Einbindung von Wandmalerei als gleichberechtigtes Element in die architektonische Auftragsplanung Frage der Autonomie des Bildes und der bildnerischen Aussage im Zusammenhang mit Architektur Beispiel: Tryptichon: „Erde – Feuer – Luft" 3 Freskomalereien, Susanne Ludwig 1997-98 Bauherr: Verwaltungsgebäude der Stadtwerke Bückeburg Architekten: Randall Stout, St.Monica - California Hartwig Rullkötter, UTEG mbH Herford

Maier, Hans Peter

Color-Life-Design - Analog - Binär - Digital Hans Peter Maier, Ronda (ES) Apartado 440, E-29400 Ronda "Die Farbenfreude" (so sagte vor 10 Jahren Kurt Görsdorf), die vor 30 Jahren als Motto der ersten Tagung des Deutschen Farbenzentrums richtungsweisend das Forschen und Gestalten bestimmen sollte, ist von der Hoffnung abgelöst worden, daß die Farbe nicht aus dem Tiefenbewusstsein der Menschen verschwinde. In der Neufassung der Goethe-Schiller'schen Bitte an die Allmacht könnte man sich heute vielleicht wünschen: Farbe, du Zeuge der uralten Zeiten, Bleib uns erhalten, verleih uns die Kraft, die Splitter der Zwietracht Neu zu gestalten! Seit Tausenden von Jahren gibt es Empfehlungen, Gesetze und Verordnungen wie der Mensch sich selbst, seine Umgebung und somit sein Leben farbig gestalten sollte, dürfte, muß - oder auch könnte? ... Was steckt dahinter? Ordnung schaffen, beherrschen, beeinflussen, oder womöglichauch Liebe zum Menschen? ... Betrachten wir einmal kurz all das Vergangene und den farbigen Marktplatz heute ... Gibt es allgemein gültige Farb-Gesetze und -Regeln, die heute in unserer stark fluktuierenden Welt wirklich Gültigkeit besitzen und was ist von Analogien zu halten, von binären oder digitalen Informationen? ... Ist unser eigenes COLOR-LIFE-DESIGN wirklich und wirksam zu realisieren?

Marx, Prof. Dr. Peter

Ein neues digitales Beleuchtungsstärke- und Leuchtdichte-Meßgerät Prof. Dr. Peter Marx,TFH, Berlin Am kleinen Wannsee 12 J, D-14109 Berlin Tel. +49 30 805 19 80; Fax +49 4504 2284 marx@tfh-berlin.de http://www.mx-electronic.com Es handelt sich um ein neuentwickeltes portables Beleuchtungsstärkemessgerät „Minilux" für universelle Anwendung in der gesamten Lichttechnik, das vom Autor entwickelt wurde. Die Anwendung zur Beleuchtungsstärke und Leuchtdichtemessung wird vorgestellt. Die technische Daten der Standard-Version sind: Silizium-Photoelement mit V(Lambda)- und cos-Angleich Durchmesser der lichtempfindlichen Fläche D = 11 mm Messumfang: 1 mlx (Auflösung) bis 199900 lx 6 Messbereiche für Notlichtmessung (0 bis 2 lux) bis Tageslichtmessung (0 bis 200 lux): Klasse B nach DIN 5032, Teil 7 2 Präzisions-Operationsverstärker mit extrem kleinem BIAS-Strom Dual-Slope-Digitalvoltmeter mit Autozero, 7-Segment LCDisplay Automatische Low-Bat-Anzeige, wenn UBat 7 Volt Stromaufnahme nur etwa 2 mA Abmessungen: L 157 x B 84 x H 30 mm, Gewicht = 300 g Photoelement über Leitung (Länge = 1 m) mit Luxmeter fest verbunden (ohne Steckverbindung) Erstmalig kann mit diesem Gerät auch gepulstes Licht, z.B. Na-Xe-Hochdrucklampe mit Emax/Emin = 20/1, korrekt gemessen werden, da Crestfaktor etwa 15 ! Zusatzausstattungen: – 9 Volt-Lithium-Blockbatterie 1,2 Ah. Betriebszeit des Minilux mit dieser Hochleistungsbatterie etwa 500 Stunden! – Analogausgang 1: Zur Messung des Zeitverlaufs der relativen Beleuchtungsstärke E(t) mit einem Oszilloskop oder einem DSO – Analogausgang 2: 0...199.9 mVDC für Schreiber, PC etc. – Präzisions-Steckverbindung zwischen Photoelement- Leitung und Luxmeter – Direkt am Luxmeter fest angebautes Photoelement mittels Adapter (ohne 1 m - Verbindungsleitung!) – Display-Beleuchtung mit LED – 4-Sekunden-Selbstauslöser mit Anzeige-Holdfunktion (z.B. geeignet für abschattungsfreie Messung mit Adapter nach Pos. 5) – Vorsatz-Tubus zur Messung mittlerer Leuchtdichten – Verlängerungskabel für Photoelement

Merk, Dr. Elisabeth

Farbentwicklung im Bereich Architektur Dr. Elisabeth Merk, Stadtplanungsamt, Halle Hansaring 15, D-06108 Halle Tel. +49 345 221 4730; Fax +49 345 221 4893 elisabeth.merk@halle.de Das Thema Farbe und Architektur im Deutschen Farbenzentrum (DFZ) wurde in den letzten Jahrzehnten immer wieder unter folgenden Hauptschwerpunkten behandelt: Farbe als Gestaltungsmittel im Städtebau und besonders bei der Gestaltung von Wohnungsbauprojekten, wobei der Bezug zu regionalen Ausprägungen oftmals im Vordergrund stand. Farbe als wichtiger Faktor bei der Innenarchitektur, vor allem bei Schulbauten, Kindergärten, Altenheimen und Krankenhäusern . Die Verbindung von ästhetischen Prinzipien mit der psychologischen Wirkung von Farben für besser gestaltete öffentliche und private Räume zu nutzen war ein Hauptanliegen all jener, die sich innerhalb des Farbenzentrums mit diesen Themenkomplexen beschäftigt haben. Farbe in der Baudenkmalpflege und die Architekturgeschichtliche Recherche ist der dritte Schwerpunkt der sich als roter Faden durch die Tätigkeit des Farbenzentrums zieht. Sowohl praktische und pragmatische Ansätze der Wissensvermittlung zur Historischen Farbigkeit als auch die Diskussion von umstrittenen Befunden und Theorien prägten die Auseinandersetzung mit diesem Thema, das mehrmals auch Leitthema der jährlichen Tagungen FARB-INFO war. Materialaspekte sowie Technik und Handwerk konnten in Synergie mit den wissenschaftlichen Erkenntnissen treten. Für den lebendigen Austausch sorgten immer wieder, neben Vorstand und Kuratorium, vor allem der Vorsitzende Herr Prof. Palm als Impulsgeber und auch Persönlichkeiten wie Herr Prof Schlegel, Frau Dr. Darmstadt , Herr Prof. Auer und viele andere. Die zentralen Fragen von Architektur und Farbe wurden nicht nur auf den Farbtagungen, sondern auch in der Zeitschrift Farbe und Design reflektiert. Streittfragen waren und sind: 1) welche Bedeutung kann die Farbe im Rahmen des Architektonischen Entwurfs haben 2) wie ist die Rolle der Farbberater zu verstehen und wie können Sie sinnvoll in den Gestaltungsprozess integriert werden? Als weiteres wichtiges Themenfeld ist noch das Engagement um die Verbesserung der Ausbildungsmöglichkeiten aller Berufe zu nennen. Farbgestaltung sollte Schwerpunkt sein, sowohl bei den Ingenieurstudiengängen wie Architektur und Innenarchitektur als auch bei den Bauingenieuren und gleichermaßen bei den handwerklichen Bauberufen gelehrt werden. Zahlreiche Kurse wurden von Mitgliedern des Farbenzentrums iniziert oder betreut und waren besondere Beispiele für die Zusammenarbeit mit Kammern, Verbänden und Fachschulen sowie Universitäten. Die Frage der Verflachung oder Verbesserung des Farbentwurfes für die Bauwelt durch die erweiterten technischen Möglichkeiten des EDV gestützten Entwerfens ist nach wie vor unbeantwortet ebenso wie die Frage nach Authentizität bei Restaurierungsprojekten ( bestes Beispiel der Streit um die Farbfassung des BrandenburgerTores) die immer wieder neu gestellt werden muß und kann. Es ist viel geleistet worden für die Farbe in der Architektur, in vielen Punkten kann das Farbenzentrum auf eine Vorreiterrolle verweisen, viel bleibt aber auch noch für die Zukunft zu tun!

Merk, Dr. Elisabeth

Farbe als Gestaltungsmittel im öffentlichen Raum Dr. Elisabeth Merk, Halle Hansaring 15, D-06108 Halle Tel. +49 345 221 4730; Fax +49 345 221 4893 elisabeth.merk@halle.de Stadtbild und Stadtgestalt werden gleichermaßen von ihrer baulichen tektonischen Gestalt geprägt wie von den farblichen Fassungen der Gebäude, den Materialien und den Oberflächen. Der Vortrag versucht einen Bogen zu spannen von der historischen Farbigkeit der Stadt, über die Farbtendenzen der 20 ziger Jahre, die in hohem Maß unser heutiges Verständnis von Farbe am Bau beeinflusst haben, bis hin zu den transparenten durchlässigen Fassaden, die quasi nur noch als Membran Farben zwischen Innen- und Aussenraum vermitteln. Die Rolle von großflächigen Werbeanlagen, die durch ihre Buntheit stark das Stadtbild bestimmen, und der gleichzeitige Versuch über bewußte Farbgestaltung die Qualität des öffentlichen Raumes zu verbessern ist ein wichtiges Thema der Stadtplanung. Ein konkreter Erfahrungsbericht aus Halle an der Saale soll die theoretischen Überlegungen untermauern, Qualitätssicherung über eine Farbkommission und einen Gestaltungsbeirat zeigen, daß das Thema offensiv angegangen werden kann.

Muschik, Bernd und Richter, Prof. Dr. Klaus

Referenzmonitor mit transparenten Testvorlagen nach DIN 33866 für Bildschirmarbeitsplätze Bernd Muschik und Prof. Dr. Klaus Richter, BAM, Berlin Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) Projektguppe VIII.3901, Visuelle Verfahren und Bildwiedergabe in der ZfP Unter den Eichen 87, D-12205 Berlin Tel. +49 30 8104 3587, Fax +49 30 8104 1807 bernd.muschik@bam.de http://www.ps.bam.de Transparente Testvorlagen mit allen Testelementen nach DIN 33866 bzw. ISO/IEC 15775 (16-stufige gleichabständige Graustufen nach CIELAB, Siemenssterne, Landolt- Ringe, Linienraster) wurden auf Schwarz-Weiß-Film mit einer Auflösung von 3600 dpi hergestellt. Diese transparenten Testvorlagen dienen zusammen mit einer homogenen Flächenlichtquelle, z. B. OSRAM PLANON, als Referenzmonitor. Die Leuchtdichte der Flächen-Lichtquelle hat die Farbart Tageslicht D65 und ist dimmbar, um die Leuchtdichte des Referenzmonitors an die des Arbeitsplatzmonitors anzupassen. An Arbeitsplätzen wird der Schwarz-Weiß-Kontrastumfang der Arbeitsbildschirme von 1:300 und der transparenten Testvorlagen von 1: 10.000 auf nur 1:40 oder 1:20 herabgesetzt, falls ca. 2,5% oder 5% des Raumlichtes von der Bildschirmoberfläche oder den transparenten Testvorlagen reflektiert werden. Im ersten Fall entsteht der im Offsetdruck mögliche Kontrastumfang (Hellbezugswert Y=2,5, oder CIELAB-Helligkeit L*=18 für Schwarz) und die Bildschirmausgabe kann mit der Prüfvorlage Nr. 3 nach DIN 33866 (bzw. ISO/IEC 15775) verglichen werden. Die 16 Graustufen der transparenten Testvorlage Nr. 31 wurde für den Kontrastumfang 1:10.000 im Dunkelraum in CIELAB gleichabständig gestuft. Durch 5% Raumlicht wird die Gleichabständigkeit um den Faktor 1:3 zerstört. Deshalb wurden 2 zusätzliche Testvorlagen Nr. 32 und Nr. 33 (beide mit dem Kontrastumfang 1:10.000) erzeugt, die bei 2,5% und 5% reflektiertem Raumlicht in CIELAB gleichabständig gestuft erscheinen. Die Testvorlage Nr. 32 auf der Flächenlichtquelle erscheint bei 2,5% Raumlicht-Reflexion identisch im Kontrastumfang mit der Prüfvorlage nach DIN 33866 bzw. ISO/IEC 15775. Mehr oder weniger als 2,5% Raumlichtreflexion zerstören die gleichabständige Stufung der 16 Graustufen und die Erkennbarkeit der Landolt-Ringe. Das reflektierte Raumlicht kann mit einem digitalen Leuchtdichtemessgerät (ca. EURO 500) gemessen werden. Der Referenzmonitor kann auch mittels der transparenten Testvorlage Nr. 32 auf einem zweiten „weißen Monitor" anstelle der Flächenlichtquelle erzeugt werden. Mit den Testvorlagen lässt sich der Kontrastumfang, die in DIN 33866 geforderte Graustufung und die Erkennbarkeit der Landolt-Ringe visuell überprüfen und farbmetrisch kennzeichnen. Durch zu hohe Raumlichtreflexion oder Reflexblendung wird die Erkennbarkeit herabgesetzt.

Muschik, Bernd und Richter, Prof. Dr. Klaus

Digitale DIN-Prüfvorlagen zum Test der Ergiebigkeit und Bildwiedergabe Bernd Muschik und Prof. Dr. Klaus Richter, BAM, Berlin Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) Projektguppe VIII.3901, Visuelle Verfahren und Bildwiedergabe in der ZfP Unter den Eichen 87, D-12205 Berlin Tel. +49 30 8104 3587, Fax +49 30 8104 1807 bernd.muschik@bam.de http://www.ps.bam.de Die Norm DIN 33870 beschreibt digitale Prüfvorlagen mit 5% Flächendeckung für eine Ausgabe auf Schwarz-Weiß- Druckern Diese Prüfvorlagen dienen zur Kennzeichnung der relativen Ergiebigkeit von Toner-Modulen (refill) im Vergleich zum Original-Modul. Die Prüfvorlagen in X-Form sowie neuere Versionen, die zusätzlich zur Kennzeichnung der Bildwiedergabe dienen, werden vorgestellt. Hierzu werden unter anderen die Prüfvorlage Nr. 3 nach DIN 33866-1 mit 16 Graustufen auf dem Drucker ausgegeben. Die CIELAB-Helligkeiten der 16 Graustufen werden gemessen und verwendet, um mit allen Druckern die nach DIN 33866 geforderte 16-stufige visuell gleichabständige CIELAB-Ausgabe zu erzeugen. Die Bildwiedergabe wird zusätzlich mit verschiedenen Testelementen (Text- und Grauflächen, Siemenssterne, Landolt-Ringe) geprüft. Die Ergiebigkeit und Bildwiedergabe wird durch visuellen Vergleich des Toner- Moduls (refill) mit dem Original-Modul gekennzeichnet. Für die 16stufige Graureihe wird eine farbmetrische Kennzeichnung der CIELAB-Helligkeiten L* des Toner- Moduls (refill) im Vergleich zur 16stufigen Referenz durchgeführt. Die Ausgabe der 16stufigen Graureihen soll stets innerhalb von vorgegebenen Toleranzen liegen, die in DIN 33870 definiert sind. Am Ende der visuell ermittelten Ergiebigkeit werden die farbmetrischen Toleranzen überschritten.

Oberascher, Dr. Leonhard

Schwarz – Bedeutung und Konnotation in Europa und Afrika Dr. Leonhard Oberascher, Salzburg (A) Kaltnergasse 8, A-5020 Salzburg Tel. +43 662 62845950 info@leoncolor.com www.leoncolor.com Kaum eine andere Farbe ist so mysteriös und übt eine derartige Faszination aus wie Schwarz. In Europa und den von Europa geprägten Kulturen wird die Farbe Schwarz – trotz ihrer ungebrochenen Beliebtheit bei Designern, Architekten und in der Mode – fast ausschließlich mit negativen Begriffen assoziiert: Tod, Trauer, Finsternis, Angst, Bedrohung, Macht, Vernichtung, dem Teufel, dem Bösen usw.. Die enge Beziehung zwischen der Farbe Schwarz und negativen Bedeutungsinhalten lässt sich auch sprachgeschichtlich zurückverfolgen. Die Römer z. B. kannten zwei Worte für Schwarz, niger und ater, und jedes bedeutete auch finster, traurig, Unheil bringend, grauenvoll, boshaft. Auch wenn dieser Zusammenhang in den heutigen europäischen Sprachen nicht mehr so offenkundig ist, es finden sich eine Vielzahl von Redewendungen, in denen Schwarz als Synonym für das Negative steht. Aber auch in anderen außereuropäischen Kulturen scheint Schwarz eine überwiegend negative Bedeutung zu besitzen. Im Besonderen begegnet uns Schwarz in der Kunst(geschichte) in den unterschiedlichsten Darstellungs- und Verwendungsformen meistens als Symbol des Negativen. Die negative Bedeutung von Schwarz scheint so universell und eindeutig, dass es schwer fällt, diese in Frage zu stellen. Dennoch wollen wir dies mit unserer Studie versuchen. Im Wesentlichen interessieren uns hierbei zwei Fragen: 1) Rufen der Begriff Schwarz und die Farbe Schwarz dieselben Assoziationen hervor? 2) Bewerten tatsächlich alle Kulturen (und Gesellschaftsgruppen) die Farbe Schwarz überwiegend negativ? Der erste Teil unserer Untersuchung handelt von den Farbassoziationen einer bestimmten Berufsgruppe innerhalb der (endemischen) Bevölkerung Österreichs, der zweite Teil von Personen, die aufgrund ihrer Hautfarbe und Herkunft eine sehr persönliche Beziehung zu Schwarz haben. Bisher haben wir 51 Architekten, Designer und Studenten befragt über ihre Assoziationen zu Schwarz (vorgegeben als Begriff und als Farbmuster). Es ergaben sich keine bedeutsamen Unterschiede (ebenso wie für die anderen Elementarfarben W, Y, R, B, G). Deutliche Unterschiede hingegen zu den in der europäischen Literatur berichteten Schwarz-Konnotationen zeigten 40 dunkelhäutige Personen (37 aus verschiedenen Teilen Afrikas, 2 aus der Karibik und 1 aus Kolumbien) bezüglich ihrer Assoziationen zu Schwarz, der Bezeichnungen für Schwarz, der Bedeutung und Verwendung von Schwarz in deren Kultur oder Stamm, und schließlich der Bedeutung ihrer eigenen Hautfarbe für sie selbst sowie ihre Kultur. Schlüsselworte: Schwarz, Hautfarbe, Afrika, Assoziation, semantische Valenz, Ambivalenz, männlich/weiblich, Eros, Dark Energy. Literatur: OBERASCHER, L.; OBERASCHER, F.: Black - Meaning and Connotation in Europe and Africa. In: AIC-COLOR 01 Rochester, Proceedings of the 9th Congress of the International Colour Association, Vol. 4421. Rochester, NY, USA: Spie-The International Society for Optical Engineering, 2002, 88-93.

Oberdick, Jan

Emissionsmessungen der Toner von Farblaserdruckern und -kopierern Jan Oberdick, Fachausschuß Verwaltung, Friesenstr. 22, 20097 Hamburg Bereits im Jahr 2000 hatte die Verwaltungs- Berufsgenossenschaft das Berufsgenossenschaftliche Institut für Arbeitssicherheit beauftragt, ein Projekt zur Untersuchung der Emissionen von Farblaserdruckern und Farbkopierern durchzuführen, um möglichen arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren zu begegnen und berufsgenossenschaftliche Empfehlungen zur Gerätebeschaffung geben zu können. Messmethodik Betrachtet man das elektrofotografische Funktionsprinzip eines Laserdruckers, lassen sich 3 Quellen für mögliche Emissionen lokalisieren. Durch die elektrostatischen Lade- und Entladevorgänge im Druckwerk ist eine Ozon- Entstehung möglich. Im Gerät wird feinkörniges Tonerpulver bewegt, so dass Tonerstaubemissionen denkbar sind. Bei der Fixierung des Tonerpulvers auf dem Papier durch Druck und Hitze können leichtflüchtige Tonerinhaltsstoffe frei werden. Hierauf aufbauend wurde in Zusammenarbeit mit dem BIA ein 3-stufiges Messprogramm entwickelt, mit dem alle relevanten Emissionen sowohl der Verbrauchsmaterialien, als auch der Geräte während des Betriebes, erfasst werden und eine Beurteilung möglicher gesundheitlicher Gefährdungen erlauben. Weiterhin sollten neben den klassischen Analysemethoden auch erstmals biologische Testverfahren eingesetzt werden. Dies hat den Vorteil, dass z.B. Abluftströme oder Stoffgemische in ihrer Gesamtheit, d.h. unabhängig von ihrer Zusammensetzung, hinsichtlich toxischer oder mutagener Wirkungen beurteilt werden können. Ergebnisse und Bewertung Die im Rahmen der beiden Forschungsprojekte untersuchten Laserdrucker stellen natürlich nur eine willkürlich ausgewählte Stichprobe dar. Gleichwohl erscheint es vor dem Hintergrund der Versuchsbedingungen und des umfangreichen Datenmaterials legitim, eine generelle Gefährdung beim bestimmungsgemäßen Umgang mit diesen Geräten zu verneinen. Die Forschungsprojekte haben auch gezeigt, dass die Geräteemissionen, verglichen mit aktuellen Grenzwerten als äußerst gering anzusehen sind, untereinander aber Unterschiede aufweisen. Für Anwender, die nur äußerst geringe Emissionen tolerieren möchten, hat der Fachausschuss Verwaltung ein neues Gütesiegel für Laserdrucker entwickelt.

Oswald, Daniel

DIN 33870 zum Test der Ergiebigkeit und Bildwiedergabe von Schwarz-Weiß-Tonern (refill) im Vergleich zum Original-Modul und Anwendung Daniel Oswald, Pelikan Hardcopy, Schweiz Leerstr. 1, CH-8132 Egg/ZH Tel: +41 1 986 1284; Fax: 41 1 986 1530 kretjo@phiag.com www.pelikanhardcopy.com Entstehung: Auf Initiative führender Recycling-Firmen wurde die Norm DIN 33870 ins Leben gerufen. Ziel war es, einen Qualitätsstandard für wiederaufbereitete Tonermodule zu schaffen. Da das Image der gesamten Wiederaufbereitungs-Industrie von einigen unseriösen Firmen in der Vergangenheit stark in Mitleidenschaft gezogen wurde, war dies dringend nötig, um den Kunden das Vertrauen in die Recycling-Industrie zurückzugeben. Vorgaben: Ziel der Norm ist es, eine gleichbleibende Druckqualität und störungsfreie Funktion über die gesamte Gebrauchsdauer der Module sicherzustellen. Die Norm legt die Schritte der Aufbereitung, die Anforderungen sowohl des Tonermoduls als auch dessen Verpackung sowie Prüfungen, Prüfgeräte und Prüfmittel fest. Anforderungen: Es werden Anforderungen an das Sammeln von Leermodulen, den Aufarbeitungsprozess, das Tonermodul, die Verpackung, die Prüfmittel, die Prüfungen und auch an die Kennzeichnung des Moduls gestellt. Anwendung: Die Norm gilt für wiederbefüllte Module, die mit schwarzem Toner gefüllt werden. Diese sind zum Einsatz in Druckern, Kopierern, Fernkopieren und Multifunktionalgeräten bestimmt. Nutzen: Der Verbraucher hat die Sicherheit, dass nach DIN 33870 hergestellte Module einfach mit dem Originalmodul und untereinander vergleichbar sind und dass sie einem festgelegten Qualitätsstandard entsprechen. Damit ist auch gewährleistet, dass Umweltauflagen eingehalten werden. Zukunft: Die Praxisanwendung der Norm hat gezeigt, dass noch Verbesserungsmöglichkeiten vorhanden sind. Deshalb ist eine inhaltliche Überarbeitung der Norm in Arbeit. Die bisher vernachlässigten Aspekte der Druckqualität werden erweitert und Abläufe und Kriterien werden genauer definiert. Vortrag in PDF (22 Folien, 1,8 MByte) http://www.ps.bam.de/FI02/OSW01.PDF

Palm, Prof. Klaus

40 Jahre Geschichte und Ziele des Deutschen Farbenzentrums Prof. Klaus Palm, Deutsches Farbenzentrum, Berlin Bozener Str. 11-12, D-10825 Berlin Tel. +49 30 854 63 61; Fax +49 30 85731058 farbenzentrum@aol.com http://www.farbenzentrum.net Wir betrachten die Farbe als ein Teil unserer ökonomischen und kulturellen Gesamtheit. In unserer Gesellschaft, die mit der wissenschaftlichen Denkweise täglich umgeht, wächst in beunruhigender Weise, nicht nur die Kluft zwischen unverständlichen Experten und sprachlos gelassenen Laien, sondern sogar zwischen den verschiedenen Spezialdisziplinen innerhalb eines Fachgebietes. Die Natur- und Technikwissenschaften sind teilweise verunsichert. Die Einzeldisziplinen ziehen sich auf Grund der *) Informationsmenge und ihrer eigenen spezifischen Probleme, immer weiter hinter ihre Fachbarrieren zurück. Für Interdisziplinarität scheint keine Zeit übrig zu bleiben. Als Folge deutet sich ein Verlust an übergreifenden Perspektiven an. Die führt zum Zerfall der so wichtigen interdisziplinären wissenschaftlichen Kommunikation. Ist die Wissenschaft überhaupt noch in der Lage, sich auf gemeinsame Gestaltungsbedingungen, gemeinsame Grundmuster, gemeinsame Orientierungen, auch in der Interpretation der gesellschaftlichen Situation, in unserer- Zeit zu verständigen? Isolierte, aus einem Gesamtzusammenhang abgehobene Betrachtungsweisen einer fachlichen Situation, führen in der Regel zu falschen Annahmen. Diese können katastrophale Handlungen erzeugen. Aufgrund solcher Erkenntnisse haben sich vor 40 Jahren, im Jahr 1962, unter der Leitung des Dipl.Psychologen Kurt Görsdorf, ein paar weitblickende **) Damen und Herren zusammengefunden, um sich einen schon längere Zeit geplanten Wunsch zu erfüllen, das Thema Farbe als ein großes interdisziplinäres Forum, mit dem Namen Deutsches Farbenzentrum, zu gründen. Anlaß war, das wir alles, was mit dem Wort 'Farbe' umschrieben wird, nur als ein fachübergreifenden Phänomen begreifen und bearbeiten können.
*) Bei einer heute angenommenen Verdopplung des Wissens pro Jahr, würde ein Wissensstapel von einem Zentimeter Höhe vor 40 Jahren, im Jahr 2003 eine Höhe von 53 Kilometern haben; wobei dies nur die Quantität und noch nicht die qualitative Vernetzung aller Informationen bedeuten würde. **) Kurt Görsdorf, Dr. Heinrich Frieling, Hanna Vorndamme, Ernst Auer, Herrmann B. Krüger, Dr. Brigitte Jäckel- Hartenstein, Frau Frielinghaus „Das Wichtigste, was ich von Harvard mitgenommen habe, war das Verständnis für interdisziplinäre Gültigkeiten. Der beste Weg, ein Problem zu erkennen, liegt in den Verknüpfungen mit anderen Wissensgebieten." Zitat von Leonhard Berstein aus „Musik die offene Frage" Trotz 40jähriger teilweise gegensätzlicher Meinungen, hat sich das Experiment "Farbenzentrum" aber gelohnt. Das im Grunde genommen unbekannte Thema Farbe half interdisziplinär über so viele Meinungsunterschiede hinweg; damit ein Philosoph mit einem Architekten, ein Chemiker mit einem Maler und ein Psychologe mit einem Physiker usw. Erfahrungen und Gedanken über Farbe austauschen konnte. "Wir wissen immer mehr und mehr von immer weniger – und immer weniger von immer mehr" Zitat aus dem Jahr 1939 von Hugo Andres Krüss, ehemaliger Generaldirektor der Preußischen Staatsbibliothek Wir sollten auch zur Kenntnis nehmen, das eine große Reihe wesentlicher Impulse und Entwicklungen von wissenschaftlichen Außenseitern angestoßen wurden, die von der etablierten Wissenschaft nicht akzeptiert werden konnten. Ein offenbar nicht zu lösendes Problem, bleibt die Verständigung auf eine weitgehend gemeinsame Sprache. Es fehlen überall kompetente Dolmetscher. Trotz aller Bemühungen die 'Farbe' wissenschaftlich, technisch, praxisbezogen und interdisziplinär in den Griff zu bekommen, bleibt die Farbe von ihrem Wesen her, ein Geheimnis und geistiges Phänomen. Dies wird besonders eindrucksvoll von Paul Cézanne beschrieben: Farbe ist der Ort, wo das Bewußtsein und das Universum zusammentreffen. An den Veranstaltungen des Deutschen Farbenzentrums waren von 1962 bis 2002 ca. 9.000 Teilnehmer und über 620 Referenten mit etwa 1.500 Vorträgen beteiligt. Allen sind wir zu großem Dank verpflichtet. Die Ziele des Farbenzentrums werden wohl die Gleichen bleiben: die Kultur und das Wunder 'Farbe' (die Farbe gibt es ja eigentlich nur als Prozeß im Gehirn des Menschen) weiterhin mit großer Meinungstoleranz zu pflegen.

Philipp, Dr. Christian

Farbentwicklung im Bereich Angewandte Farbmetrik Dr. Christian Philipp, Volkswagen, Wolfsburg Volkswagen AG, Abteilung 1465, D-38456 Wolfsburg Tel. +49 5361 97 09 48; Fax +49 5361 97 09 54 Christian.Philipp@volkswagen.de In den vergangenen vierzig Jahren entwickelte sich dieFarbmetrik vor dem Hintergrund steigender wissenschaftlicher Ansprüche und industrieller Anforderungen kontinuierlich fort. Eine zentrale Aufgabe war und ist immer noch die Farbabstandsbewertung sowie die Korrelation visueller und messtechnischer Farbevaluierung. Eine wichtige Aufgabe für die Farbmetrik übernahm die CIE Commission Internationale de l’Eclairage, die den Grundstein für eine angewandte Farbmetrik legte. Auf der Basis von umfangreichen Abmusterungsversuchen wurde 1931 die Empfehlung für Farbmaßzahlen gegeben, die ein nicht empfindungsgemäß gleichabständiges Farbsystem beschreiben sollten, CIE31. Da bei diesen Versuchen das Gesichtsfeld der Probanden eingeschränkt war, wurden zunächst der 2°-Normal-Beobachter und somit die 2°- Normfarbwerte definiert. Da die Anforderungen aber fortwährend anstiegen, mußte das Gesichtsfeld erweitert werden, damit auch größere farbige Objekte und Gegenstände beurteilt werden konnten. So wurde
1964 durch die CIE64 der 10°-Normalbeobachter definiert. Im Jahre
1960 erarbeitet MacAdam in der CIE ein empfindungsgemäß gleichabständiges Farbordnungssystem, das als CIE-UCS Farbsystem empfohlen wurde. Insbesondere die Farbabstandsbewertung, die immer mehr in den Vordergrund der allgemeinen Farbmetrik rückte, machte eine Farbordnungssystem mit empfindungsgemäß gleichen Farbabständen notwendig, die auch den speziellen Ansprüchen der unterschiedlichen Arbeitsgebiete der Farbreproduktion gerecht wurden. So entstanden in den frühen siebziger Jahren der CIELAB und der CIELUV Farbraum, die im Jahre
1976 vorgestellt wurden. In den achtziger Jahren kamen auch Vorschläge aus dem CMC (Color Measurement Committee), die den CIELAB- und CIELUVFarbraum so abänderten, dass 1984 der CMC (l:c) Bewertungsformalismus empfohlen wurde, der zunächst als britischer Standard eingeführt wurde. Zehn Jahre später,
1994 , empfahl die CIE einen auf umfangreichen Abmusterungen basierenden Bewertungsformalismus, der die Grundlage für die neue Modifikation bildet, CIE94. Die Entwicklung der unterschiedlichen Farbordnungssysteme ist allerdings auch auf die schnelle Entwicklung der Farbmesstechnik und der verschiedenen Farbmesssysteme zurückzuführen. Neben den Messungen nach dem Dreibereichs-Verfahren, die in den früheren Jahren ausschließlich durchgeführt wurden, traten in der letzten Jahren vornehmlich Spektralmessverfahren in den Vordergrund, die den gestiegenen Ansprüchen auf Genauigkeit gerecht wurden. Zusätzlich rückte das Interesse an anisotrop streuenden Farben in den Vordergrund, so dass spektrale Goniomessverfahren die Farbabstandsbewertung um eine Vielzahl von freien Parametern erweiterte. Die exaktere Bestimmung der Farborte je nach Beobachtungsrichtung und der Wunsch einfacher Bewertungsformalismen führt nun dazu, das die Weiterentwicklung der Farbordungssysteme noch nicht am Ende ist. Im Bereich der Automobilindustrie findet die letzte Empfehlung des Fachnormenausschuß Farbe (FNF) 24 aus dem Jahre
2000 verstärkt Anwendung, die sowohl die spektralanalytischen und goniochromatischen Effekte berücksichtigt. Diese Anwendung auf breiter Front führt aber auch zu einer ständigen Weiterentwicklung der Bewertungsformalismen und der Farbmeßsysteme. Hierbei gibt es eine Idee der ganzheitlichen Bewertung von größeren, farbigen Gegenstände mittels digitaler Bildverarbeitung. Hierzu werden die jüngsten Vorstellungen in einem Vortrag über den sogenannten "optischen Kunstkopf " im Verlaufe der Tagung vorgestellt.

Philipp, Dr. Christian

Optischer Kunstkopf: Farbmessung mit Digitalkamera in der Automobil- und Zulieferindustrie Dr. Christian Philipp, Volkswagen, Wolfsburg Volkswagen AG, Abteilung 1465, D-38456 Wolfsburg Tel. +49 5361 97 09 48; Fax +49 5361 97 09 54 christian.philipp@volkswagen.de Im Bereich der Automobil- und Zulieferindustrie wird die Farbmessung zur Bestimmung und Bewertung von Farbdifferenzen für Uni- und Effektfarben zunehmend akzeptiert und praktiziert. Die objektive Bewertung und Tolerierung von Farbdifferenzen wird im allgemeinen mit Spektralphotometern durchgeführt, die nur einen kleinen Bereich der zu beurteilenden Oberfläche vermessen. Aus diesem Grund wurde der Ansatz des Optischen Kunstkopfes gewählt, um größere Objekte, wie z.B. Fahrzeuge, ganzheitlich vermessen und bewerten zu können. Digitale CCD-Kameras ermöglichen nicht nur die ganze Betrachtung größerer Gegenstände, sondern auch die Vermessung für jede Beobachtungsgeometrie unabhängig vom Ort und Art der Gegenstandsbeschaffenheit. Die aufgenommen Bilder können direkt durch Bildmontage verglichen werden oder durch die Auswertung der aufgenommenen digitalen Farbwerte auf noch zu bestimmende Farbkennzahlen reduziert werden. Zu diesen hochauflösenden, flächenhaften Messungen liegen Farbinformationen für jeden einzelnen Bildpunkt vor. Bei dieser Auswertung der Einzelpixel mittels digitaler Bildverarbeitung ist allerdings zu beachten, dass die Beobachtungsgeometrie für jeden einzelnen Bildpunkt unterschiedlich ist. Deshalb lassen sich nicht mehr einzelne Farbwerte als Kennzahl angeben, sondern nur der Farbverlauf über einen festgelegten Bildausschnitt charakterisieren. Voraussetzung für dieses System ist eine definierte Umgebung mit großflächiger Ausleuchtung, so dass Reflexionen aus dem Umfeld keine bedeutende Rolle mehr spielen. Die Vorteile dieses Systems sind die hohe zeitliche Auflösung und die berührungslose Bildaufnahme. Dadurch ist eine Online-Erfassung von Farbdaten sowohl in der Automobilfertigung als auch in der Zulieferindustrie möglich.

Pogacar, Vojko und Pogacar, Kaja

Geometrie der harmonischen Farbauswahl Vojko Pogacar und Kaja Pogacar Universität Maribor, Technische Fakultät, Smetanova ul. 17, SI-2000 Maribor, Slovenia Tel: +3862-220-7715, Fax:+3862-220-7994 vojko.pogacar@uni-mb.si Die Auswahl der harmonischen Farben war bis zuletzt eine Domäne der Naturtalents und/oder des subjektiven Geschmacks eines Individuums. Bis vor kurzem konnte der Mensch die Farbtöne nur ungefähr definieren und trotz vielen Versuchen, die Farben zu systematisieren, fehlte es in der Vergangenheit am Werkzeug objektiv und wiederholbar mit Farben umzugehen. Computerisierte Visualisierung des Bildmaterials gab der präzisen Farbsteuerung eine konkrete Bedeutung und eröffnete die Möglichkeiten, die Farbtheorie in die Praxis zuverwandeln. Das digitale Medium ermöglicht jetzt objektivere Standardisierungen der Farben, aber auch Kodierungen der Farben als Elemente der Bildsprache zum Zweck der objektiveren und wiederholbaren Kommunikation in verschiedenen Umgebungen. In diesem Sinne möchte ich mit der Hilfe der geometrischen Methode eine mathematisch-objektive Auswahl der harmonischen Farbkombinationen darstellen, die die Bedeutung des Talents vermindert. Die Systeme wie CIE, Lab, NCS, RAL, usw. repräsentieren üblicherweise den Farbschnitt einer chromatischen Farbe. In unserem Modell wird dem Monochromatischen ein antagonistisches Dreieck zugeordnet. Das so entstandene Romboidgleiche Modell repräsentiert im Ganzen alle Charakteristiken der Kontrastfarben. Die Extrasuchmethoden für die Auswahl der harmonischen Farben sind die Abbildungen über Zentral-, Ekvatorial- , Mittelpunkten bis zu Teilkaskaden oder verschiedenen Polarkaskaden. Dem beliebigen Farbton kann man mit der Hilfe dieser mathematischen Methode die optimale harmonische Farbkombination auswählen und dadurch auch die Genauigkeit der Auswahl enorm steigern. Schlüsselwörter: Geometrisches System, harmonische Farben, antagonistische Farben, harmonische Farbkombinationen.

Pogacar, Vojko und Pogacar, Kaja

Systematische Lösung von Farbbemalung an Fassadenflächen Vojko Pogacar und Kaja Pogacar Universität Maribor, Technische Fakultät, Smetanova ul. 17, SI-2000 Maribor, Slovenia Tel: +3862-220-7715, Fax:+3862-220-7994 vojko.pogacar@uni-mb.si Gößere Fassadenflächen der öffentlichen Gebäude in den Städten sind oftmals die Zielscheibe unkontrollierter Graffiti, was eine Säuberung und Renovierung der Fassadenflächen nach sich zieht. Die exakte Plannung für die Säuberung der Gebäude ist oft nicht möglich, weil die Graffiti meistens spontan und unkontrolliert geschehen. Besonders betroffen sind die größeren grauen Betonflächen, für die die Stadtplanung kein Interesse hat. An Brücken, Stütz- und Zaunwänden, für die größeren Fassadenflächen am Straßenrand, sowie an frequentierten Orten mit Überblick entstehen die meisten Graffiti. Weniger Graffiti bemerkt man an strukturierten oder reliefartigen oder harmonischen Farbflächen. Bemalung und/oder Renovierung größerer Fassadenflächen benötigt darum eine systematische visuelle Lösung, besonders in den Städten. Darum haben wir eine Palette der harmonischen Farben vorbereitet, die auf der Typologie der Jahreszeiten und der Theorie der Farbzyklomatik basiert. Die Farbstudien der möglichen Lösungen werden dann virtuell auf die Abbildungen der Objekte appliziert und auf diese Weise können wir in einem objektiven und angemesseneren Verfahren die Auswahl von Form und Farbe ermöglichen. Zusammen mit der Auswahl der Farben, haben wir auch ein Modell der Formgestaltung ausgearbeitet, das die Auswahl der statischen oder dynamischen, geometrischen oder amorphen Applikationen der Farbkombination ermöglicht. Das Ziel der systematischen Lösung von Farbbemalung ist, dass die zurzeit vernachlässigten Fassadenflächen in den Städten eine harmonische Übereinstimmung mit dem Rest der urbanen Umgebung eingehen. Diese Farbbehandlung der Fassadenflächen beweißt viel mehr Ästhetik, und die Graffitis sind nicht mehr so effektiv wie auf einer monochromatischen Fläche. Schlüsselwörter : Graffiti, größere Fassadenflächen, Farbzyklomatik, harmonische Farben, virtuelle Farbenapplikation

Pohlmann, Albrecht

Darstellung von Problemen anhand von Beispielen zeitgenössischer Malerei Albrecht Pohlmann, Staatliche Galerie Moritzburg Halle Friedemann-Bach-Platz 5, D-06108 Halle Tel. + 49 345 53 20 918 al.pohlmann@web.de An Arbeiten von fünf Künstlern, die in der Malerei konstruktive, konkrete und informelle Konzepte verfolgen, wird die Beziehung von Farbe und Material demonstriert. Es handelt sich um Werke von Hermann Glöckner (1889- 1987), Peter Krauskopf (*1966), Horst Bartnig (*1936), Eberhard Göschel (*1943) und Günter Hornig (*1937), die alle in der Sammlung der Staatlichen Galerie Moritzburg Halle, dem Landeskunstmuseum Sachsen-Anhalts, vertreten sind. Untersucht werden Bildwerte, die zwar in unmittelbarem Zusammenhang mit der Farbe stehen, sich aber nur unvollkommen – oder gar nicht – messen lassen: Oberflächenglanz, Glätte, Mattheit, Rauhigkeit, Lasurwirkungen, Strukturen des Farbauftrags und des Untergrundes, Eigenarten verschiedener Farb- und Bindemittel sowie sonstiger Materialien. Diesen Bildwerten kommen in den einzelnen Konzepten unterschiedliche Bedeutungen und Funktionen zu – in jedem Fall jedoch ist es sehr schwer, meistens unmöglich, sie fotografisch und drucktechnisch zu reproduzieren. Die Medien, in denen diese Bilder verbreitet werden, unterschlagen somit Teile ihres Gehalts – was unter anderem daran liegt, dass Werke der Malerei eine reale Räumlichkeit aufweisen, die vor allem im Oberflächenrelief ihre Wirkung entfaltet, während ihre Reproduktionen als flächige Gebilde wahrgenommen werden. - Skizziert wird weiterhin die restauratorische Relevanz der Problematik: Häufig ist die Befragung des Künstlers notwendig, um den technologischen Prozess nachvollziehen zu können, in dem diese Bildwerte erzeugt werden.

Prof. Dr. Janos Schanda,

Vergleich der Farbwiedergabe von LEDs und üblichen Lichtquellen Prof. Dr. Janos Schanda, Universität, Vesprem (HU) Nador u. 25, H-1029 Budapest Tel. +36 1 376 5394; Fax +36 1 275 8600 schanda@vision.vein.hu Lichtemittierdioden (LEDs) sind moderne Halbleiterbauelemente, die bisher nur als Signallichter eingesetzt werden konnten. Sie sind schmalbandig emittierende Lichtquellen, die in gesättigten Farben leuchten. Mit der Entwicklung von blau emittierenden Dioden wurden Dioden für den gesamten sichtbaren Wellenlängenbereich entwickelt. Auch die Lichtausbeute der LEDs wurde erhöht, so dass es möglich wurde sie auch in der allgemeinen Beleuchtung anwenden. Um weißes Licht herzustellen, gibt es zur Zeit zwei Möglichkeiten: entweder werden drei LEDs, die im roten, grünen und blauen Spektralbereich emittieren, in eine Einheit zusammengefasst, und die Intensität der einzelnen Dioden so eingestellt, dass das Mischlicht der drei Strahler weiß ist, oder es wird eine blau (oder in jüngster Zeit auch im nahen ultravioletten Bereich) emittierende Diode verwendet, und zusätzlich ein Teil ihrer Strahlung in gelbes (oder grünes und rotes) Licht mit Hilfe von Phosphoren umgewandelt. In beiden Fällen weicht das Spektrum des so erzeugten weißen Lichtes stark von dem Spektrum herkömmlicher Lichtquellen ab. LED Hersteller bemühen sich, die Emissionen so einzustellen, dass der Farbwiedergabeindex möglichst groß wird. Zwar weiß man schon seit der Zeit der Dreibanden- Leuchtstoffröhren, dass die visuell wahrgenommene Farbwiedergabe von der berechneten abweicht. Wir haben Vergleichsmessungen an Leuchtstoffröhren und LEDs durchgeführt, um visuelle Ergebnisse mit den Berechnungswerten zu vergleichen. Wir haben auch Untersuchungen durchgeführt, ob die Farbwiedergabe- Berechnungsmethode auf Grund neuerer Erkenntnisse der Farbmetrik verbessert werden sollte, um zu Berechnungs- ergebnissen zu gelangen, die den visuellen Beobachtungen besser entsprechen. Der Vortrag wird sich mit den Ergebnissen der visuellen Untersuchungen auseinandersetzten und darauf hinweisen, wo die Berechnungsmethode verbessert werden könnte. Es wird angenommen, dass auf Grund der Untersuchungen eine bessere Beschreibung der Farbwiedergabeeigenschaften von Lichtquellen möglicht wird. Dies wird zu besseren LED Lichtquellen führen mit angenehmerem visuellen Eindruck.

Prof. Dr. Klaus Richter

Applications of DIN- und ISO/IEC-test charts for Image Reproduction of Office Devices (Copiers, Printers, Scanners, Monitors) Prof. Dr. Klaus Richter, BAM und TU Berlin Bundesanstlat für Materialforschung und -prüfung (BAM) Projektguppe VIII.3901, Visuelle Verfahren und Bildwiedergabe in der ZfP Unter den Eichen 87, D-12205 Berlin Tel. +49 30 8104 1834; Fax +49 30 8104 1807 klaus.richter@bam.de http://www.ps.bam.de Four ISO- and DIN-test charts have been defined in ISO/ IEC 15775, DIS ISO/IEC 19839-1 to -4 and DIN 33866-1 to 5 to specify the visual and colorimetric image reproduction properties of office devices, e. g. colour copiers, printers, scanners and monitors. A lot of different test elements are used, e. g. 16step colour scales equally spaced in CIELAB, Siemens-stars, Landolt- Rings, Line screens and an ISO/IEC image. Digital and analog test charts according to the standards have been produced by BAM and DIN in Germany and JBMA in Japan. The digital test charts are free available under the above URL in the source code PostScript (PS) and Portable Document (PDF) and are used for output with printer and monitor systems. The analog reference test charts in reflective and transparent mode are used for input with copier, scanner and camera systems. The different processes analog - analog (copiers), analog - digital (scanners), and digital - analog (printers, monitors) show very different properties, e. g. a scanner system may produce raw output data which are related to the object luminance L by a 1. linear function, e. g. desktop scanners, digital cameras 2. logarithmic function, e. g. negative films, photo-CDs 3. quadratic function, e. g. professional television cameras Often there is additionally a quadratic transfer function used between the raw olv* (rgb) color data and the digital system output data. e. g. to make the output of an image more colourfull compared to the original. Thefore the relationship between the digital output data and the CIELAB lightness L* of the original, e. g. of the 16 grey steps, is often unknown. The standards define a linear relationship between the system digital output data and the CIELAB data L* of the input (for scanners) and vice versa (for printers and monitors). This allows the production of an approximately colorimetric output by transfer functions. Examples will be given. Aditionally corresponding colours in different colour spaces ( cmyn*, olv* (rgb) and CIELAB) are defined which should produce the same output. It will be shown that different software products are in agreement with the standards and others deviate to a high degree. The standards are necessary for consumers to specify the new CIELAB copiers, printers, scanners and cameras. Fore more information see http://www.ps.bam.de/INFXY91.HTM

Prokop, Mario

Wo wird Harmonie und Disharmonie in Farbzusammenstellungen benötigt und wann vermieden? Mario Prokop, Berlin Treskowallee 28, D-10318 Berlin Harmonie und Disharmonie, ausgewogener oder unausgewogener Farbklang, in zeitlich bedingter Rezeptionsänderung oder nur eine gering bemerkte Milieuverschmutzung durch vermehrte Anwendung disharmonischer Fabklänge. Farbe ist das subjektivste ästhetische Mittel der Gestaltung. In der Anwendung läßt sie einen größeren Toleranzbereich zu, als es die Anwendung von Gestalt oder Strukturen zuläßt. Die Farbe kann letztere sogar beeinflussen. Grundsätzlich kann man erst von Harmonie und Disharmonie sprechen, wenn zwei oder mehrere Farben einen Klang bilden – an einem Objekt oder in einem Umfeld. Dieser Klang wird bei der Wahrnehmung als angenehm oder unangenehm, manchmal auch nur als unangemessen empfunden. Harmonische Farbklänge führen zum Wohlbehagen, zur Freude, zum Erhabenen oder zur Ruhe. Allein nur diese Klänge sind paradiesisch ideal und es werden Spannungsträger außerhalb der Ausgewogenheit gesucht. Hier wird das Maß oder das Umfeld entscheidend. Sollen wir als Gestalter dem Schein oder dem Sein dienen oder gibt es gute Symbiosen beider? Man kann von einem Bild, vor dem einen graust, bei der Ansicht desselben wegschauen, weghören kann man nicht. frei nach I.Kant

Richter, Prof. Dr. Klaus

Farbe und Farbsehen (TU-Dauerausstellung) im Fachgebiet Lichttechnik der TU Berlin Prof. Dr. Klaus Richter, BAM und TU Berlin Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) Projektguppe VIII.3901, Visuelle Verfahren und Bildwiedergabe in der ZfP Unter den Eichen 87, D-12205 Berlin Tel. +49 30 8104 1834, Fax +49 30 8104 1807 klaus.richter@bam.de http://www.ps.bam.de Ziel: Die Ausstellung "Farbe und Farbsehen" soll auf einem technischen Niveau spielerisch mit Farbexperimenten in das Gebiet "Farbe und Farbsehen" einführen. Historie: Die Ausstellung wurde 1964 dreisprachig (deutsch, französisch und italienisch) für die Schweizer Landesausstellung in Lausanne unter dem Thema "Strahlung" und unter Leitung von Dr. Karl Miescher am Physikalischen Institut der Universität Basel entwickelt. An der damaligen Entwicklung und der Wartung im Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Gymnasium in Basel von 1964 bis 1994 waren Prof. Dr. K. Richter von der TU Berlin und Prof. Dr. Arne Valberg von der Uni Trondheim (Norwegen) federführend beteiligt. Die Ausstellung wurde 1999 dem Institut für Lichttechnik und Elektronik der TU Berlin als Geschenk für den Unterricht über Licht und Farbe überlassen und mit Fördermitteln der Karl Miescher-Stiftung installiert. Inhalt: Die Ausstellung umfasst die folgenden Bereiche: (1) Farbordnung und Farbwahrnehmung Farbenmannigfaltigkeit, Farbkörper, Elementarfarben, Symmetrischer Bunttonkreis, Farben maximaler Buntheit, Farbsysteme (2) Farbreiz und Normfarbwerte Farbspektrum, Elementarfarben, Spektrale Reflexionskurven, Spektrales Farbmischgerät, Retroreflexion, Normfarbtafel und Normfarbwerte, Additive Farbmischung, Subtraktive Farbmischung, Metamere Farben (3) Farbpsychologie und Farbphysiologie Kontrast, Sehvorgang, Farbenfehlsichtigkeit Zur Ausstellung gibt es einen 23seitigen Sonderdruck "Farbe und Farbsehen" mit vielen Farbbildern in deutscher, englischer und norwegischer Sprache. Die Inhalte werden unter anderem auch in folgenden Büchern mit vielen Farbbildern wiedergegeben: Klaus Richter, Computergrafik und Farbmetrik, Farbsysteme, PostScript, geräteunabhängige Farben, 1996, VDE-Verlag, Berlin, ISBN 3-8007-1775-1 (60 EURO incl. CD-ROM) Arne Valberg, "Lys syn Farge", Tapir Forlag, Trondheim 1998, 280 Seiten, ISBN 82-519-1301-2. Ein Ausstellungsbesuch ist insbesondere für Gruppen nach Voranmeldung beim Autor (Adresse siehe Beginn) oder unter folgender TU-Adresse möglich: Fachgebiet Lichttechnik der TU Berlin Einsteinufer 19, D-10587 Berlin Tel. +49 30 3142 2277, Fax +49 30 3142 2161 lichttechnik@ee.tu-berlin.de http://ntife.ee.tu-berlin.de/lichttechnik/home.html

Richter. Prof. Dr. Klaus

Entwicklung und Anwendung von DIN- und ISO/IECPrüfvorlagen für die Bildwiedergabe von Bürogeräten (Kopierer, Scanner, Drucker, Monitore) Prof. Dr. Klaus Richter. BAM, Berlin Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) Projektguppe VIII.3901, Visuelle Verfahren und Bildwiedergabe in der ZfP Unter den Eichen 87, D-12205 Berlin Tel. +49 30 8104 1834, Fax +49 30 8104 1807 klaus.richter@bam.de http://www.ps.bam.de Vier ISO- und DIN-Prüfvorlagen wurden in ISO/IEC 15775, DIS ISO/IEC 19839-1 bis -4 und DIN 33866-1 bis 5 definiert, um die visuellen und farbmetrischen Reproduktions- Eigenschaften von Farbbürosystemen zu kennzeichnen, z. B. Kopierer, Drucker, Scanner und Monitore. Viele verschiedene Prüfelemente werden benutzt, z. B. 16stufige Farbreihen, die in CIELAB gleichabstängig gestuft sind, und Siemens-Sterne, Landolt-Ringe, Linien- Raster und ein ISO/IEC-Bild. Digitale und analoge Prüfvorlagen entsprechend den Normen wurden von der BAM und von DIN in Deutschland sowie JBMIA in Japan produziert. Die digitalen Prüfvorlagen sind unter obiger URL im Quellcode PostScript (PS) und Portable Document (PDF) frei verfügbar und werden zur Ausgabe auf Drucker- und Monitor-Systemen benutzt. Die analogen Referenz- Prüfvorlagen in Reflexion und Transmission dienen zur Eingabe mit Kopierer-, Scanner- und Kamera-Systemen. Die unterschiedlichen Prozesse analog - analog (Kopierer), analog - digital (Scanner), und digital - analog (Drucker, Monitore) zeigen sehr unterschiedliche Eigenschaften, z. B. kann ein Scanner-System rohe Digitaldaten erzeugen, die mit der Objekt-Leuchtdichte L verknüpft sind durch eine 1. lineare Funktion, z. B. Tischscanner, digitale Kameras 2. logarithmische Funktion, z.B. Negativfilme, Photo-CDs 3. quadratische Funktion, z.B. professionelle TV-Kameras Oft werden zusätzliche quadratische Transferfunktionen zwischen der rohen olv* (rgb) Farbdaten und den digitalen Systemausgabe-Daten benutzt, um z. B. das Bild bunter im Vergleich zum Original zu machen. Daher ist die Beziehung zwischen den digitalen Ausgabedaten und der CIELAB-Helligkeit L*, z. B. von den 16 Graustufen des Originals, oft unbekannt. Die Normen definieren eine lineare Beziehung zwischen den Digitaldaten der Ausgabe und den CIELAB-Daten L* der Eingabe (für Scanner) und umgekehrt (für Drucker und Monitore). Dies erlaubt die Erzeugung einer angenähert gleichabständigen Ausgabe durch Transferfunktionen. Anwendungsbeispiele werden gezeigt. Zusätzlich werden so korrespondierende Farben in verschiedenen Farbräumen (cmyn*, olv* (rgb) und CIELAB) definiert, welche die gleiche Ausgabe produzieren sollen. Es wird im Vortrag gezeigt, daß verschiedene Software-Produkte mit den Normen übereinstimmen und andere abweichen. Die Normen sind auch für Verbraucher notwendig, um neue CIELABKopierer, -Drucker, -Scanner und -Kameras zu kennzeichnen. Für weitere Informationen, siehe http://www.ps.bam.de/INFXY91.HTM Vortrag in PDF (24 Folien, 1 MByte) http://www.ps.bam.de/FI02/RIC02.PDF

Rosemann, Dr. Alexander

Messungen zur lichttechnischen und farbmetrischen Bewertung von Materialien in der Tageslichttechnik Dr. Alexander Rosemann, TU, Berlin Fachgebiet Lichttechnik, Sekr. E6 Einsteinufer 19, D-10587 Berlin Tel: +49 30 3142 3489 ; Fax: +49 30 3142 2161 rosemann@ee.tu-berlin.de http://ntife.ee.tu-berlin.de/lichttechnik/home.html Für eine genaue Tageslichtplanung sind Kenntnisse über die einzusetzenden Tageslichtsysteme sehr entscheidend. Nicht nur die lichttechnischen und farbmetrischen Eigenschaften sondern auch energetische Größen sind zu bestimmen, um das Gebäude im Planungsprozess zu optimieren. Im Rahmen dieses Vortrags wird auf die unterschiedlichen Größen und deren Messung eingegangen. Die Messmethodik wird eingehend erläutert. Speziell die Messungen der räumlichen Verteilung des Leuchtdichtekoeffizienten q durch sog. bidirektionale Messungen und die Bestimmung des g-Wertes in Abhängigkeit vom Lichteinfall wird erläutert. Die für den g- Wert zu bestimmenden Größen t(l) bzw. r(l) lassen Aussagen zu Lichtfarbe, ähnlichste Farbtemperatur und Farbwiedergabeeingenschaften zu.

Schawelka, Prof. Dr. Karl

Farbentwicklung im Bereich Bildende Kunst Prof. Dr. Karl Schawelka, Bauhaus-Universität Weimar Alfred-Ahner-Str. 6, D99425 Weimar Tel: +49 3643 4021 64; Fax: +49 3643 4021 65 karl.schawelka@gestaltung.uni-weimar.de Für die Generation der Bauhaus-Künstler war die Beschäftigung mit Farbe zentral. Kandinsky, Klee, Itten, später Albers, auch Hirschfeld-Mack haben eigenständige Farblehren entwickelt, die noch heute gelehrt werden. Ihr Ziel war es, die Gesetzmäßigkeiten der bildnerischen Mittel zu erforschen und die Farbe nahm dabei einen wichtigen Platz ein. Insbesondere ging es ihnen um die Harmonie der Farben, die sie in Analogie zur Musik zu bestimmen hofften. Sie haben sich aber auch mit dem Film und dem künstlichen Farblicht auseinander gesetzt. Was die Farblehren der Künstler betrifft, sind wir eigentlich nicht weit darüber hinaus gekommen, doch das ganze Gebiet scheint inzwischen recht obsolet geworden zu sein. An Gesetzmäßigkeiten scheint niemand mehr interessiert zu sein oder zu glauben. Künstler wie Gerhard Richter machen sich über die Vorschriften zur Harmonisierung von Farbklängen geradezu lustig, indem sie Farbzusammenstellungen nach dem Zufallsprinzip vornehmen, die dennoch immer zu stimmen scheinen. Andere Künstler wie David Batchelor oder Derek Jarman lehnen fast programmatisch einen Theoriezwang ab. Sie befassen sich eher mit den Farbauftragsweisen, den Fakturen und Texturen oder sehen selbst in Bildern eine Art von Installation. Neben dem Thema der Farbe im Raum haben die neuen Medien, das farbige Licht oder die Videoinstallation Eingang in die künstlerischen Ausdrucksmittel gefunden, was neue Behandlungsweisen der Farbe erzwingt und wofür die alten Farbkreise mit ihren Harmonierezepten untauglich erscheinen. Unser Wissen über Farbe hat sich seit den zwanziger Jahren stark erweitert. Das bereits damals nicht spannungsfreie Verhältnis zu den Wissenschaften ist inzwischen insoweit beruhigt, als Künstler nicht mehr den Anspruch erheben, den Wissenschaften voranzuschreiten und selbst forschend tätig zu sein. Zu sehr haben die stürmischen Entwicklungen in den technologischen Anwendungen, in der Farbmetrik, in der Drucktechnik und in den Computer gestützten Farbsystemen die Bereiche eingeengt, in denen Künstler als Gesetzgeber tätig sein konnten. Insbesondere hat sich die stürmisch entwickelnde Gehirnforschung der Farbwahrnehmung gewidmet, was den Simultankontrast und andere Wahrnehmungsphänomene, aus denen die Pioniere der Abstraktion eine geradezu religiöse Inspiration bezogen, entzaubert und banalisiert hat. War die Farbe bislang der Bereich, an den die Wissenschaften nicht recht hinreichten und deshalb künstlerische Arbeit am Platze schien, so hat sich das Gebiet inzwischen verschoben. Nach wie vor gibt es Gebiete, etwa in der Verbindung von Material und Farbe, wo künstlerische Sensibilität am Platze ist, aber die Farblehren der Künstler Kandinsky, Klee und Itten sind inzwischen historisch geworden.

Schawelka, Prof. Dr. Karl

Zum Schwerpunktthema: Farbe, Material und Oberflächen-Struktureigenschaften Prof. Dr. Karl Schawelka, Bauhaus-Universität Weimar Alfred-Ahner-Str. 6, D-99425 Weimar Tel. +49 3643 402165; Fax +49 03643 402164 karl.schawelka@gestaltung.uni-weimar.de Ein Aspekt der Farbwirkung, der sich der Beschreibung und Beherrschung durch unsere technischen Wiedergabemedien, die Farbmetrik und die geläufigen Farbsystematiken immer noch hartnäckig entzieht, ist die Wechselwirkung der Farbe mit dem Material. Dennoch halten wir im Alltag Farben für Eigenschaften von Oberflächen, was biologisch gut begründet ist. Auch gibt es Farben wie Braun und Grau, die eigentlich nur als Oberflächenfarben bestimmbar sind. Im Referat sollen, um gewisse Phänomene im zeitgenössischen Umgang mit Farbe und Material besser zu verstehen, einige der wahrnehmungspsychologischen und kulturellen Faktoren umrissen werden, die mit der Wechselwirkung der Farbe mit den diversen Oberflächen und Farbauftragsweisen verbunden sind.

Schilling, Gerd

Farbentwicklung im Bereich Farbenlehre Gerd Schilling, Institut für Farbendynamik, Bretzfeld- Adolzfurt Theodor-Heuss-Str. 10, D-74626 Bretzfeld-Adolzfurt Tel: +49 07946 1648; Fax: +49 07946 7594 info@farbendynamik.de Wenn wir uns einen Einblick in die Zeit vor 40 Jahren verschaffen wollen, ist es das einfachste, wir nehmen eine Liste der verfügbaren Literatur aus dieser Zeit zum Thema Farbe und Farbenlehre, und wir werden nur sehr wenige Namen und Titel finden. Wenn wir uns alphabetisch durcharbeiten, werden wir sicherlich bei Frieling beginnen, bei Goethe fortsetzen, bei Itten, dessen Werk „Die Sprache der Farbe" 1961 erschienen ist. Dann begegnen wir auf jeden Fall noch Lüscher und am Ende mit Sicherheit noch Manfred Richter. Ein besonders Gewiefter hätte sich vielleicht noch in der Literatur des damaligen Ostblocks umgesehen, und wäre dort auf Adam und auf Nemcicz gestoßen. Es wäre aber immer noch ein leichtes gewesen, das gesamte Literaturspektrum zum Thema Farbe und Farbenlehre mit zwei Händen nach Hause zu tragen.
Heute, 40 Jahre später, würde unser Warenkorb, so wir den in einer Internet-Buchhandlung befüllen, gigantische Dimensionen annehmen. Und sollten wir in einer realen Buchhandlung eine Bestellung aufgeben zum Thema Farbe, nach dem Motto „alles, was es gibt", dann müssten wir wahrscheinlich mit einem Lieferwagen von nicht zu unterschätzender Größe vorfahren, um das gesamte Material zu übernehmen. Dies lässt uns vermuten, dass sich doch in den letzten 40 Jahren auf diesem Gebiet enorm viel getan hat, und dass wir im Bereich der Farbenlehre heute praktisch alle Möglichkeiten haben, und wahrscheinlich die meisten auch bereits ausgeschöpft sind. Filtern wir nun dieses Druckergebnis auf seine originären Inhalte, so werden wir sehr schnell feststellen, dass nur weniges mit Basisarbeit zu tun hat, bzw. etwas Neues zu Tage fördert. So können wir heute – 40 Jahre später – feststellen, dass zum Thema Farbenlehre die Auswahl der Autoren immer noch bei Frieling beginnt, dass Goethes Bedeutung deutlich zugenommen hat, dass Itten für einen ganzen Boom von persönlichen Farbberaterinnen indirekt verantwortlich ist, und dass von Küppers die Bücher mit den schönsten Lithographien kommen. Eine Sonderstellung in diesem Zusammenhang nimmt der Atlas „Interaction of Colours ein". In den letzten 40 Jahren hat das Thema Farbe an vielen Fachhochschulen an Bedeutung gewonnen. Es gibt in Stuttgart und Hildesheim inzwischen Abschlüsse für Farbdesigner.

Schmelzer, J. Thomas

Report on Asian ISO/IEC-test charts according to ISO/ IEC 15775 for copiers J. Thomas Schmelzer, SWS Software Support, Göppingen Nördliche Ringstrasse 51, D-73033 Göppingen Tel: +49 0173 87 111 35; Fax: +49 700 783 797 26 SWS2Thomas@aol.com www.color-security.de The presentation will give an overview on the history of the creation of ISO/IEC 15775, respective the original german version of DIN 33866. The comparison of both testcharts shows how important cultural adjustments are for the acceptance of international standards. It also shows that in technical means there are no differences in testing and examining testcharts. The output on different machines and the interpretation of prints is part of the presentation as well as background information on handling of colordata in a PostScript color pipeline. Attendants will also get the information where they can download the digital version of the german testchart free of charge.

Schmelzer, J. Thomas

Farbentwicklung im Bereich Druckvorstufe J. Thomas Schmelzer, SWS Software Support, Göppingen Nördliche Ringstrasse 51, D-73033 Göppingen Tel: +49 0173 87 111 35; Fax: +49 700 783 797 26 SWS2Thomas@aol.com www.color-security.de Seit bestehen des Deutschen Farbenzentrums hat sich die Druckstufe grundlegend gewandelt. Der heute immer noch währende Wandel in der Aufbereitung von Text und Bild sowie die Veränderung der Möglichkeiten zur Verbreitung derselben begann vor etwa 40 Jahren. Bis dahin wurden Arbeitsmittel benutzt, die immer schneller wurden, aber im Grunde Modifikationen der Gutenbergschen Buchdruckerkunst darstellten. Der Einstieg in die elektronische Text- und Bildverarbeitung lief zuerst unabhängig voneinander. Die Verknüpfungen wurden immer enger. Als ich in der Lehre war, bedeutete es etwas, Schnriftsetzer lernen zu dürfen, mein Meister sagte mir noch in vollem Traditionsbewußtsein: „Das was du hier lernst, wirst du dein ganzes Leben einsetzen" (gemeint waren die handwerklichen Fähigkeiten). In dem Betrieb wurden Geräte und Maschinen eingesetzt, die bis zu hundert Jahre lang ihre Funktions- und Nutzungsfähigkeit bewahrt hatten. Es zeigte sich jedoch schnell, dass die ursprünglich langen Fristen zur Annahme technischer Veränderungen in der Branche sich in immer kürzeren Zeitabständen wandelten. Heute ist ein Produktionsmittel meist bereits nach einem halben Jahr veraltet, eine Software spätestens nach einem Jahr nicht mehr auf dem neuesten Stand. Ein breites Spektrum von Lehrberufen ist mit dieser Entwicklung verloren gegangen, die Anforderungen an den Einzelnen haben sich entsprechend verändert.

Schmelzer, J. Thomas

Drei Farben und die Farbe Schwarz als Störenfried J. Thomas Schmelzer, SWS Software Support, Göppingen Nördliche Ringstrasse 51, D-73033 Göppingen Tel: +49 0173 87 111 35; Fax: +49 700 783 797 26 SWS2Thomas@aol.com Sprechen wir über Farbe, ist Schwarz meist kein Thema. Doch ist ein Farbeindruck ohne Schwarz überhaupt vorstellbar? Über die Frage ob Schwarz eine Farbe ist, lässt sich trefflich streiten. Dass Schwarz für die Erkennung von Farbe unerlässlich ist zeigt sich in verschiedenen Methoden und Techniken zur Wiedergabe von Farbe und Bildern im Druck auf Displays und in der Projektion verwendet werden. Teilweise versteckt, teilweise offen zeigt sich Schwarz in verschiedenen Farbmodellen und in Reproduktionstechniken. Wo die Gemeinsamkeiten zu finden sind und wie der menschliche Sehapparat teilweise überlistet wird zeigt der Vortrag an verschiedenen Beispielen. (siehe auch Samstag, Workshop Nr. III).

Schmits, Dr. Paul W.

Farbiges Licht in der Arbeitswelt Dr. Paul W. Schmits, Semperlux, Berlin Motzener Str. 34, 12277 Berlin pschmits@selux.de Farbiges Licht hat seit nunmehr einem Jahrzehnt ständig wachsend an Bedeutung in der europäischen Architektur gewonnen. Vor allen in die Gestaltung von Fassaden, Foyers und anderen repräsentativen Bereichen wurde die statische und dynamische Beleuchtung mit farbigem Licht eingesetzt. In ersten Konzepten und Projekten wird jetzt auch der Gebrauch von farbigem Licht in Arbeitsstätten – und hier vornehmlich an Büroarbeitsplätzen – erprobt. Es gibt drei gute Gründe hierfür. 1. Die Wiederentdeckung der Tageslicht-Dynamik für das Wohlbefinden des Menschen. Bei der Büroarbeit sind wir, trotz Fensterkontakt mit der Außenwelt, nur in sehr reduziertem Maße mit dem Tageslicht verbunden. Gerade die Dynamik des Himmels in Helligkeit und Farbe werden von vielen Lichtplanern und Medizinern und anderen Heilkundigen als wichtige Einflussgröße angesehen. Um den "Himmel ins Büro zu holen" ist es sicherlich hilfreich nicht nur das Beleuchtungsniveaus des Raumes – und hier speziell die Leuchtdichte der Decke – zu verändern, sondern auch die Farbe des Lichtes zwischen Morgenrot (ab 2500K) und Himmelblau (bis 9000K) zu variieren. 2. Die Farbtherapie lehrt uns, dass farbiges Licht nicht nur dem kranken Menschen helfen kann, sondern auch auf den gesunden Menschen anregend oder beruhigend wirkt. Je nach Tageszeit, Aufgabe und individueller Gestimmtheit kann daher eine mit farbigem Licht gestaltete Decke sich positiv auf das Wohlbefinden und die Produktivität auswirken. Gerade im Einzelbüro kann erwartet werden, dass die Nutzer intuitiv sich die Farbe auswählen, die sie und ihre Arbeit optimal unterstützt. 3. Im Einerlei der Arbeit kann ein erlebter Wechsel in der Umwelt neue Energie und Kraft geben. Dies führt uns das Erleben wechselnder Wettersituationen immer wieder eindrucksvoll vor. In Gruppenbüros kann es daher sinnvoll sein, durch einen häufigen Wechsel von Lichtfarbe und Intensität den Nutzern immer wieder neue Impulse zu geben, um so die Tagearbeit leichter und rascher zu bewerkstelligen. Alle drei Ansätze lassen sich heute mit entsprechenden Leuchten sowie entsprechender Steuer- und Regelelektronik realisieren, ohne das die Empfehlungen und Vorschriften für die Bürobeleuchtung verletzt würden.

Schmitt. Dr. H. U.

DIN-test chart according to DIN 33870 for the Test of Yield and Image Reproduction of black Toner Cartridges (rebuilt) in Comparison with the OEM-Print Modul Dr. H. U. Schmitt, Lasercare GmbH, Oehringen Danziger Str. 6-8, D-74613 Oehringen Tel. +49 7941 6098 0; Fax +49 7941 6098 30 drschmitt@lasercare.de http://www.lasercare.de Office printers are nowadays mainly based on toner or ink technology. Most of the actual printers using toners are equipped with so-called AIO (All In One) cartridges. That means the whole electrophotographic process, including the organic photoconducter with charging elements, the toner with toner hopper and supply elements and the cleaning device with the waste toner hopper are built together in a disposable unit .OEM manufacturers define the lifetime of these cartridges by the amount of toner filled into the supply unit. The supposed lifetime is not only defined by technical reasons but mainly by marketing aspects. That means that at least the carcasses can be reused several times. The DIN-standard 33870 defines the process to remanufacture these used toner cartridges and also the properties and the functions of cartridges after their preparation as well as the tests for the quality of the black toner cartridges in comparison with newly made modules sold by the OEM. A set of eight DIN – test charts are used to compare toner yield and image reproduction properties over the whole period of use. Based on these direct comparison tests remanufactured toner modules have to match the defined properties within strict limits. This presentation informs about the correlation between the DIN – test charts and the quality of the remanufactured black toner cartridges compared with the OEM print modules.

Schultz Prof. Dr. Volkher

Farbentwicklung im Bereich Lichttechnik Prof. Dr. Volkher Schultz Ellernbruchweg 9 32760 Detmold Tel. +49 05231 47009, Fax +49 5231 48936 Von den 40 Jahren, auf die das Deutsche Farbenzentrum zurückblickt, konnte ich 25 Jahre im Kuratorium miterleben. Ich vertrat während dieser Zeit den Sektor „Lichttechnik", der in Wahrheit vielmehr umfasste, als diese Kürzel auszudrücken vermag. Nicht so sehr die Technik, sondern der Umgang mit Licht stand für mich im Vordergrund: Licht, das als Energieform im Atom steckt, Leben spendet, Farbe als physikalischen Reiz in sich trägt, Farbempfindungen im „Kopf"des Menschen auslöst und Oberflächen anregt, so dass Objekte, Räume und unsere Umwelt sichtbar werden. Die Entwicklung künstliche Lichtquellen machte in den letzten 25 Jahren stürmische Fortschritt. Doch auch die Rückbesinnung auf die Bedeutung des Tageslichtes ist unübersehbar. Das Repertoire künstlicher Lichtquellen und die Einbeziehung des Tageslichtes wurden zunächst aus energetischen Überlegungen vorangetrieben, bis sich Sensibilität und Sorge um die Verträglichkeit des Lichtangebots für die Gesundheit des Menschen mehrten: Welches Spektrum, welche Dosis, zu welcher Zeit ...? Doch auch Atmosphäre und Ästhetik, die durch Beleuchtung entstehen und Lebensfreude und Schaffenskraft erzeugen, traten wieder in das Bewusstsein von Planern und Nutzern. Hier lag immer mein stärkstes Anliegen, das ich durch die Untersuchung architektonischer Raummodelle und deren Variation und Dokumentation im Rahmen von Studienprojekten mit Studenten zu fördern versuchte. Was vor 25 Jahren ausschließlich durch Erfahrung und Hingabe zu erreichen war, was nur wenige auf sich nahmen, ist heute durch Simulation und Animation am Bildschirm interpretierbar, was nun viele versuchen; - teils recht erfolgreich, bisweilen aber auch nur Blendwerk produzierend. Umgang mit Licht bedarf der Verinnerlichung.

Schuth, Dr. Dietmar

Lexikon der Farbe Blau Dr. Dietmar Schuth, Heidelberg Ziegelgasse 2, D-69117 Heidelberg Tel. +49 6221 160385; Fax +49 6221 161094 dschuth@t-online.de Diese Projektbeschreibung schildert die Arbeit an einem Lexikon der Farbe Blau, dessen Erscheinen im Frühjahr 2003 geplant ist. Thema ist die Lieblingsfarbe Nr. 1, die Millionen Menschen auf meist subjektive Weise fasziniert. Doch Blau ist mehr als nur Gefühl, sondern ein widersprüchliches Phänomen, das Geistes- wie Naturwissenschaftler gleichermaßen interessiert. Dieses (keineswegs enzyklopädische) Lexikon wird von der langen Kulturtradition im Umgang mit dieser Farbe erzählen, wie auch Kurioses und Poetisches zusammentragen.

Schwarz, Dr. Andreas

Farbentwicklung im Bereich Farbsysteme Dr. Andreas Schwarz, Essen Möllhoven 70, D-45357 Essen Tel: +49 3643 4021 64; Fax: +49 3643 4021 65 DrAndreasSchwarz@t-online.de 1962, also genau vor 40 Jahren, kam die matte Ausgabe der Farbenkarte DIN 6164 auf den Markt. Sie ist bis heute erhältlich. Das neueste Farbsystem, das StoColor-System, stammt aus dem Baufarbensektor und ist ganz aktuell dieses Jahr erschienen. In den dazwischen liegenden 40 Jahren hat sich einiges auf dem Farbsystemsektor getan. Es sind neue Systeme entstanden und wieder verschwunden. Systeme, die mit großem experimentellen Aufwand erstellt wurden, blieben in der Praxis bedeutungslos, während andere marktbeherrschende Positionen anstreben. Dazu kommt die Dynamik der Farbenhersteller, die ihre Systeme auch schon mal wechseln, oder von Zeit zu Zeit mit anderer Musterauswahl besetzen.

Schwarz, Dr. Andreas

Bemerkungen zur heutigen Farbsystemschwemme Dr. Andreas Schwarz, Essen Möllhoven 70, D-45357 Essen Tel: +49 201 6959609 DrAndreasSchwarz@t-online.de Heutzutage sind viele Farbsysteme auf dem Markt, die sowohl was die Anzahl der Farbmuster, als auch die unterschiedlichen Ordnungsprinzipien betrifft, keine Wünsche offen lassen: Angefangen vom NCS mit seinen Farbanteilen, dem DIN 6164 mit Sättigung und Relativhelligkeit, dem Munsell und RDS mit Buntheit und Helligkeit über das Colorcurve mit seinen kartesischen Gitterkoordinaten bis hin zum OSA-UCS, das sogar gleichabständige Reihen in 6 Raumrichtungen bereithält! Die Notwendigkeit zur Entwicklung eines eigenen Systems um einer bestimmten Ordnung oder Systematik Willen ist heute damit kaum noch zu rechtfertigen. Doch gerade in Deutschland kommt in jüngster Zeit von den Baufarbenherstellern ein Farbsystem nach dem anderen auf den Markt. Das ACC-System von Sikkens hat jüngst seine Farbmusterauswahl neu aufgestockt, das 3D-System von Caparol kam vor einigen Jahren neu auf den Markt, seit letztem Jahr gibt es das Brillux Scala, gefolgt vom Stocolor-System in diesem Jahr. Die Hintergründe dieses Farbsystembooms im Baufarbensektor sollen beleuchtet werden. Folgende Aspekte kommen dabei schwerpunktmäßig zur Sprache: Was bieten die neuen Systeme an Systematik? Welchen spezifischen Nutzen hat der Anwender? Welche Interessen verfolgen die Hersteller?

Steckert, Carsten

Farbmetrisch gestützte Farbbildanalyse zur vergleichenden Bewertung geschädigter Lackoberflächen Carsten Steckert, BAM, Berlin Unter den Eichen 87, D-12205 Berlin Tel. +49 30 8104 3530 carsten.steckert@bam.de http://www.ps.bam.de Für das Qualitätsmanagement der Lackhersteller wurde ein Verfahren entwickelt, das eine objektive Beschreibung des dekorativen Effektes freibewitterter Beschichtungen mit relevanten Messgrößen ermöglicht. Die Maßzahlen über den Farbkontrast bzw. Farbkontrastgradienten der Ungleichmäßigkeiten sowie über die Geometrie erkennbarer Strukturen werden mit Methoden digitaler Farbbildbearbeitung bzw. -analyse ermittelt. Der Einsatz dieser Technik erforderte die systematische Untersuchung und analytische Beschreibung der gerätespezifischen Farbtransformationseigenschaften ausgewählter konventioneller digitaler Ein- und Ausgabemedien (Farbmonitore und Flachbettscanner). In eine kommerzielle Farbbildanalysesoftware wurde ein Farbmanagementsystem implementiert, das auf den bereits ermittelten mathematischen Modellen basiert. Die Bilddaten 150 ausgewählter Probenbleche mit verschieden stark ausgeprägten Beschichtungsschäden wurden mit Methoden der Farbbildanalyse untersucht. Es ließen sich signifikante Merkmale ermitteln, die eine objektive Beschreibung der Farbkontraste der Beschichtungsschäden sowie der Geometrie erkennbarer Mikrostrukturen mit Maßzahlen ermöglichen. Zur Bewertung der fleckartigen Beschichtungsschäden wurden geeignete Klassifikatoren bestimmt, die Korrelationen mit entsprechenden visuellen (subjektiven) Bewertungsergebnissen von geschultem Fachpersonal aufweisen.

U. Custodis and Dr. Klaus Ziemssen

Mercury Free Flat Panel Light Source for backlighting, and illumination U. Custodis and Dr. Klaus Ziemssen, Osram, München Industriestr., Postfach 1253, 89539 Herbrechtingen Tel. +49 7324 12 502; Fax +49 7324 12 126 u.custodis@osram.de http://www.planon.de A mercury free flat panel light source with special optical features for backlighting, and illumination due to its flat dimension and nature of discharge is decribed. The OSRAM PLANON is a mercury free flat panel light source based on a Xenon-excimer barrier discharge working principle. Due to the nature of the discharge this light source has unique features such as life-time of up to 100.000 h (MTTH), nearly temperature independent luminance and colour coordinates with an lambertian light distribution. These features clearly distinguish the PLANON from other light sources which utilize mercury and also exist in very different dimensions. PLANON is the first two dimensional light soure, not a point as Halogen- and not a line as Fluorescent lamps, that implements lightsource and reflecor in one unit. Accordingly there is a huge variety of applications, from backlights for large size LCD displays (21" to 30") and specialized industrial applications, to projects in general lighting and for film-softlight and x-ray backlighting, and backlights for ISO/IEC- and DIN- reference monitors. The mass production of the light source has been started successfully with diagonal sizes between 10" and 21".

Walter, Sebastian

Ästhetische Präferenz bei elementaren Farbe-Form- Kombinationen Sebastian Walter, Justus-Liebig-Universität, Giessen Otto-Behagel-Str. 10F, D-35394 Giessen In seinem 1912 publizierten Buch "Über das Geistige in der Kunst" präsentierte der russische Maler und späterem Bauhauslehrer Wassily Kandinsky die Theorie, dass zwischen Farbe und Form eine Wechselwirkung bestehe und es deshalb besser passende und weniger passende Farbe-Form-Kombinationen gäbe. Die von Kandinsky postulierten bevorzugten Zuordnungen von Gelb zum Dreieck, Rot zum Quadrat und Blau zum Kreis wurden durch die u. a. von Ludwig Hirschfeld-Mack (1963) überlieferten Ergebnisse einer Untersuchung am Bauhaus von ca. 1923 bestätigt, blieben jedoch weiter umstritten (z. B. Richard H. Goldschmidt 1927/28). Zur Klärung der Frage einer möglichen Präferenz für bestimmte elementare Farbe-Form-Kombinationen führten wir mit Hilfe eines Fragebogens eine Untersuchung an 166 Oberstufenschülern und Studenten durch. Zum einen wurden die Grundformen Quadrat, Dreieck und Kreis jeweils in den Farben Blau, Grün, Gelb und Rot dargeboten. Die Befragten sollten angeben, welche Farbe als am besten passend für die jeweilige Form erscheint. Zum anderen wurden die drei Grundformen zusammen in jeweils einer der Farben dargeboten. Hier sollte die für die jeweilige Farbe als am besten passend empfundene Grundform angegeben werden. Bei der Zuordnung der vier Grundfarben zum Quadrat zeigte sich eine deutliche Präferenz für Blau. Die Zuordnung zum Dreieck ergab signifikante geschlechtsspezifische Unterschiede. Frauen bevorzugten Grün, gefolgt von Rot, während Männer Blau bevorzugten. Bei der Zuordnung zum Kreis zeigte sich eine annähernd signifikante Präferenz von Rot vor Gelb und Blau. Auch für die Zuordnung von Formen zu Farben konnten deutliche Ergebnisse erzielt werden. Bei Gelb wurde der Kreis, bei Rot das Dreieck, gefolgt vom Kreis und bei Blau Quadrat und Kreis bevorzugt. Die Ergebnisse zeigen kontextabhängige Präferenzen für bestimmte Farbe-Form-Kombinationen.

Wolf, Thomas

Digitaler Proof von Schmuckfarben und praktische Anwendungen in Architektur und Design Thomas Wolf, Düsseldorf Product Marketing, OKI Systems Deutschland GmbH Hansaallee 187, D-40549 Düsseldorf Tel. +49 211-52 66 310; Fax +49 211-52 66 228 t.wolf@oki.de Der Vortrag behandelt folgende Themen: – Wozu Schmuckfarben? – Relevanz verschiedener Schmuckfarbensysteme in Deutschland: HKS, RAL, Pantone – Technische Umsetzung: Verfügbare Software für Mac und PC – Auftretende technische Schwierigkeiten beim Proof auf Laser / LED Farbproofern: Was geht, was geht nicht? – Weitere Hilfsmittel (z.B. Farbatlanten) – Anwendungsbeispiele und Bewertung mit Farbdruckern Verschiedene Veröffentlichungen zum Thema werden vorgestellt. (siehe auch Samstag, Workshop Nr. III)

Zander, Prof. Erwin H.

Farbe und Beton Prof. Erwin H. Zander, Köln Unter den Birken 221a, D-50996 Köln Tel. + 49 2236 66078; Fax +49 2236 66021 0223666021-0001@t-online.de Schon seit 1910 haben Künstler den Beton für Plastiken verwendet. Sie nannten das Material zunächst „Steinguss" oder „Zement" und „Zementguss". Erst in neuerer Zeit heißt es richtigerweise Beton. Es ist daher möglich, Form, Farbe und Struktur von Beton an diesen Beispielen zu betrachten, zumal sich die Kunstwerke von figürlichen Abgüssen zu großen Monumenten und Environments entwickelt haben, die sogar den Vergleich mit großen Bauwerken bestehen würden. Allerdings haben diese Kunstwerke den Vorteil, dass ihre Struktur subtiler ausgebildet wurde als es bei Bauwerken üblich und möglich ist. An achtundzwanzig Werken von fünfzehn Künstlern kann man den Erfolg der Anstrengungen sehen, nicht nur eine eigene Form, sondern auch eine jeweils eigene Farbe und Struktur für das Kunstwerk zu erfinden. Es werden figürliche Arbeiten von Wilhelm Lehmbruck und Bernhard Heiliger, abstrakte Plastiken von Jean Arp und anderen bis hin zu Environments von Dani Karavan in Lichtbildern gezeigt.